Social Entrepreneurship & Corporate Social Responsibility

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  • Dr. Gerd Placke
    Dr. Gerd Placke    Premium Member   Group moderator
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    Thesenpapier zu Social Business
    Liebe Forumsmitarbeiter und -mitarbeiterinnen,

    ich wollte Sie gerne mit einem Thesenpapier konfrontieren, das sich mit dem Thema Social Business kritisch auseinander setzt.

    http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xbcr/SID-032F97DC...
  • Martin ARNOLD
    Martin ARNOLD
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    Re: Thesenpapier zu Social Business
    Sehr geehrter Dr. Gerd Placke,
    mit Interesse las ich Ihr Thesenpapier zum Social Business. Auf Ihre Aufforderung hin würde ich gern meine Gedanken dazu darlegen. Da ich nichts von den Prozessen und Klärungen der Entwicklung des Papiers weiß, können Missverständnisse natürlich nicht ausgeschlossen sein.

    1. Sozial- und Privatwirtschaft
    Tatsächlich sind auch privatwirtschaftliche Unternehmen Teil der Gesellschaft und erfüllen darin eine Funktion. Sie sind eine Transformationsstruktur für Bedarfe und Ressourcen. Typischerweise werden Unternehmen der Sozialwirtschaft aber nicht nur als sozial also gesellschaftlich sondern eben als sozial-orientiert verstanden. Auch wenn hier wohl weniger von verschiedenen Gruppen als mehr Positionen auf einer oder mehreren Skalen gesprochen werden kann, entdeckt man leicht Unterschiede. Das Maß, indem ein Unternehmen das Vermögen der Unternehmenseigentümer zu mehren versucht, oder hierarchisch geordnet das der Angestellten, ist ein wesentliches Kriterium. Das hier noch weitere Faktoren der Legitimation aber auch der Kommunikation, wie die angeführte Marketing-Strategie, wirksam sein können, steht außer Frage.

    2. Organisationsformen des SB
    Hier denke ich, kommt es auf die Frage an, welche Merkmale ein SB charakterisieren. Welche Strukturen werden berücksichtigt? U.a. finden sich doch überraschend viele gemeinnützige Vereine in Deutschland, die bei der Bearbeitung gesellschaftlicher Bedarfe oder Probleme Ressourcen transformieren und finanzielle Mittel an freie oder feste Mitarbeiter austeilen. Die Wahl der Organisationsform ist eine Zweckentscheidung, d.h. sie muss dem Vorhaben (optimal) dienlich sein. Die Art ist nachrangig.

    3. SB in Deutschland
    Wie richtig angeführt, ist SB in Deutschland wie überall überhaupt nichts neues, allerhöchstens finden sich neue Namen. Betrachten wir nur einen bestimmten Zeitausschnitt müssen in einem globalen Vergleich wesentliche differentielle Merkmale von Kulturen, Nationen etc. diesen Vergleich beeinflussen. Dass hier ein tatsächlich infrastrukturell entwickeltes Land wie Deutschland mit Entwicklungsländern verglichen wird muss bemerkenswerte Unterschiede hervorbringen. Wenn ich Errungenschaften in dieser Entwicklung für die Menschen in Deutschland sehe, dass also viele Probleme bereits bearbeitet wurden oder werden, scheint naheliegend, dass eben weniger und kleinere Problemfelder, sogenannte "Nischen", zur Bearbeitung bleiben.

    4. Innovation durch unternehmerischen Handeln
    Unternehmerisches Handeln und Denken ist kein exklusives Gut der Wirtschaft und auch dort nicht immer (ausreichend) präsent. Hier geht es um eine bestimmte Art Probleme zu begreifen und Lösungen anzugehen. Professionelle Management-Praxis findet sich natürlich auch im Not-for-Profit-Bereich. Und da es hier auch um die effiziente Verwendung der Ressourcen geht oder den fortwährenden Anpassungs- bzw. Lernprozess, kann das natürlich auch für 3. Sektor nur begrüßt werden. Hier sehe ich auch wenig Widersprüche angesichts der Weiterbildungslandschaft für NGOs und Initiativen der letzten Jahrzehnte. Alle Felder einer Managementausbildung werden hier seit Langem bespielt. Dies weiter anzuregen, zu fördern und in die Alltagspraxis zu bringen wäre mit Sicherheit gut.

    5. Begegnung der Profit- und Sozialsektoren
    Ich stimmte voll zu. Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass die Lösung von komplexen Herausforderungen (und derart bieten sich in unseren Gesellschaften wie der Welt als solcher viele) am besten durch die ergänzende Kooperation verschiedener Kenntnis- und Funktionsbereiche gelingt. Eine größere Annäherung würde viele Möglichkeiten auftun, füreinander und die Gesellschaft gewinnbringend zu sein. Z.B. mein letzter Gedanke zur Förderung unternehmerischen Handelns im NGO-Bereich könnte hier einen passenden Handlungsrahmen eröffnen.

    Insgesamt sehe ich weniger Risiken in einer Konkurrenz von Privat- und Sozialunternehmen als eher in einer zu groben Betrachtung und zu geringem gegenseitigem Austausch. Es gibt verschiedene Probleme und Bedarfe, u.a. sozialer oder privater Natur, und so wiederum verschiedene passende Lösungen. Inwieweit Unternehmen als sozialer Struktur in Zukunft eine größere Bandbreite erkennen, inkorporieren und bearbeiten oder Ressourcen für deren Lösung bereitstellen oder durch einen Brückenschlag zu anderen sozialen Strukturen gemeinsam sich sozialen Herausforderungen stellen, wird sich von Fall zu Fall sicher unterscheiden.
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