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  • Re: Nautiker-Schwemme? 06.11.2009, 00:53

    Das Wort Heuerstall ist nun einmal jedem Seefahrer ein Begriff. Mit Heuerstall.de haben wir es uns zur Aufgabe gemacht die Jobsuche für die Seefahrer in der Form zu vereinfachen, indem wir die Angebote und Links zentral an einer Stelle anzeigen. Der Bereich Seefahrt ist eben ein sehr kleiner Bereich der bei den vielen großen Jobbörsen irgendwo unter Transport/Logistik unter geht. Der Heuerstall ist online seit 2001, seit 2003 als Heuestall.de. Die Besucher im Heuerstall sind nur an ehrlichen Stellenangeboten interessiert wo ein wirklicher und aktueller Bedarf besteht und die Anforderungen wie auch Bedingungen im Rahmen des Marktes liegen. Für andere Angebote ist der Heuerstall nicht zuständig.

    Der Nachwuchs wird auch weiterhin ein Problem bleiben. Das liegt aber nicht unbedingt daran, dass man kein Nachwuchs hat, vielmehr sich dieser Nachwuchs bereits nach 4 Jahren von der Seefahrt verabschiedet. Entschuldigung, anstelle dem ganzen Wehklagen und Händeringen, wäre es vielleicht nicht doch besser zuerst einmal diesen Schwund zu reduzieren? Es hilft doch nichts immer mehr herein zu pumpen wenn die sich bereits nach 4 Jahren absetzen. So eine Ausbildung ist ja nun auch nicht billig und letztlich ja wohl auch Steuergelder. Für die Jugendlichen sind das dann auch verlorene Jahre.

    Wenn ich nur das Hamburger Abendblatt aufschlage, dann lese ich dort zwar viele Artikel zum Mangel an Seefahrern, Nur wenn wir dann in die Rubrik Stellenangebote schauen, wo sind da bitte die Stellenangebote für das seefahrende Personal?

    Wenn man der Ansicht ist dass ein übergossener Bedarf besteht, dann sollten es doch wohl bitte nicht so schwierig sein uns diese ganzen Stellenangebote anzuzeigen. Dann werden wir auch von unserer Seite versuchen, dass diese Positionen schnell besetzt werden. Ich kann nur feststellen, es sind im Moment viele Seefahrer die suchen.

    Wir selber raten den Seefahrern die jetzigen Positionen nicht leichtfertig aufzugeben und so weit wie möglich zu halten weil sich der Markt verschlechtert hat. Ich halte das für besser als mit der Argumentation vom großen Personalmangel die ohnehin sehr hohe Fluktuation weiter anzuheizen

    Max
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  • Re^3: Nautiker-Schwemme? 23.11.2009, 00:16

    Moin Ingo,

    Deine Beobachtungen entspricht weitgehend dem was wir von den Seefahrern als Feedback erhalten. Da bist Du kein Einzelfall. Was neu hinzu gekommen ist die große Anzahl von Schulabgängern die suchen. Vor 2 Jahren total undenkbar, da hatten die alle vor Schulabschluss bereits einen Vertrag in der Tasche. Der Überhang an Nautikern ist auch keine Erscheinung die sich jetzt auf den deutschen Arbeitsmarkt beschränkt. Aus England wurde uns vergleichbares gemeldet. Schiffsoffiziere wurden jetzt aus der Liste jener Berufe wo ein Personalmangel besteht gestrichen. Damit wird es für Personen von außerhalb der EG schwieriger werden eine Arbeitsgenehmigung für England zu erhalten. Referenz: http://www.nautilusint.org/News-and-Events/Pages/article.asp...

    Als Vermittler in der Mitte bekommen immer von beiden Seiten alle Beschwerden und Prügel. Wenn es lautet es wird händeringend gesucht, dann bestreite ich das noch nicht einmal. Da brauchen wir nur einmal in die Manila, Mumbai oder Petersburg Prawda zu schauen, voll mit Stellenanzeigen. Jedoch in Deutschland? Entschuldigung, unsere Seefahrer sehen doch auch diese Zeitungen von ihren ausländischen Kollegen.

    Man kann sich auch gerne die Angebote bei der Arbeitsagentur betrachten. Wo doch angeblich die Techniker so gesucht werden gebe ich doch einmal ein Führungskraft, Leiter der Maschinenanlage, Resultat ein 1.TO in Leer, 1 Schiffsmaschinist und 1 technischer Inspektor, Spricht dies nun unbedingt für die Meute händeringender Reeder?

    Wir können ja auch gerne einmal hier in Xing suchen, Stichwort Schiff oder Reederei.

    Von dem was wir hören bestehen die Beschwerden schon seit geraumer Zeit. Es hat sich jetzt durch die Krise weiter verschärft.

    Das Auf und Ab in der Seefahrt ist nicht neu. Was dabei neu ist, dass jetzt die letzten der alten Herren in Rente gehen und dem Nachwuchs das Sitzfleisch fehlt. Diese Konstellation gab es in der Vergangenheit bisher noch nicht.

    Gruss

    Max
  • Re^4: Nautiker-Schwemme? 23.11.2009, 00:22

    Hallo Lydia,

    Das ist bekannt. Es gab deshalb auch schon Bemühungen diesen Bereich mit in Heuerstall.de zu integrieren. Letztlich sitzen doch alle in einem Boot. Nur fehlt uns ein für diesen Bereich kompetentes Team Mitglied, zum anderen ist da im Moment auch nicht viel.

    Die WWKrise? Ein Reeder sagte es wohl, die Gier war eben doch zu groß. Nur andere sollen es jetzt mit ausbaden.

    Wenn ich in Hamburg in so ein Kontor gehe, dann begegne ich da so viele Namen, wo ich nicht sicher bin wie ich diese aussprechen soll. Zumindest Deutsch hören die sich nicht an. Wenn man dann meint in der Mitte von Hamburg im Ausland zu sein, warum nicht das Ganze gleich in das Ausland verlagern? Eine Firma hat es ja wohl schon so gemacht, ein Teil der Verwaltung sitzt jenseits der Grenze in Polen.

    Viele Dinge wurden ausgelagert, nicht nur das Crewing. Ob nun die Technik oder auch der Proviant, ein Schiffshändler der alles für einen geringen Festbetrag macht. Wir hören es dann von der Besatzung, jene Nudelsuppen Schiffe.

    Bei dem Mangel an technischen Inspektoren tauchte bereits der Punkt auf, dies vielleicht in einer Art virtuellem Office vom Ausland aus zu machen. Das ist billiger, je nach Lage können die Inspektoren auch schneller beim Schiff sein ohne um die ganze Welt fliegen zu müssen. Gut, da gab es auch viele Einwände.

    Dann betrachten wir uns auch einmal jene Call Zentren in Fern Ost. So absurd wie der Gedanke von der Reederei als virtuelles Office lauten mag, wenn man mir vor einigen Jahren gesagt hätte, ich rufe den Kundendienst an und da antwortet einer aus einem asiatische Hinterhof, dann hätte ich das auch nicht geglaubt.

    Einsparungen sind angesagt um den jetzigen Verdrängungswettbewerb zu überleben. Bei der Besatzung ist heute wohl nicht mehr viel einzusparen. Dann der Mangel bei den Inspektoren, viele die bald in Rente gehen. Der Rest wäre jetzt reine Spekulation. Nur ist es wirklich total undenkbar dass nicht doch ausgelagert wird?

    Prognosen gibt es leider so viele die Hautfarben der Besatzungen, von hell bis ganz dunkel. Inzwischen auch eine rot/gelbe, die kann ich jedoch leider nicht lesen denn es ist alles in chinesischen Schriftzeichen.

    Was von unserer Seite schon seit geraumer Zeit bemängelt wurde, die Zahl der Absagen liegt entschieden zu hoch. Jetzt ist es natürlich so, durch das Internet erhalten die Firmen mehr Bewerber. Insoweit nur einer benötigt wird erhält der Rest als ein reines Naturgesetz eine Absage. Nur wer ist schon glücklich eine Absage zu erhalten? Bei der Firma bewirbt er sich so schnell nicht wieder, wenn überhaupt. In anderen Bereichen mag es nicht so auffallen, der Bereich Seefahrt ist hier einfach zu klein. Mit 100 Firmen ist man dann vielleicht durch mit dem Thema. Es gibt Kollegen die feiern bereits ihre goldene Absage. Gut, da können auch andere Gründe vorliegen, das können wir so nicht beurteilen. Die meisten Kollegen lassen es jedoch nicht so weit kommen und wandern ab. Diesem Problem hatte man sich wohl auch schon einmal annehmen müssen.

    Gruss

    Max
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