Simulation und Gaming
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Stephan Magnus Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Brauchen wir eigentlich Computer?
Beim Betrachten der Messages hier im Forum fällt mir auf, dass der Schwerpunkt zwar auf computergestützten Simulationen liegt, aber einige Mitglieder auch mit anderen Spielformen arbeiten.
Hier also die Frage: Brauchen wir eigentlich die Computer für Simulation und Spiel? Was sind die Vor- und Nachteile?
Schließlich ist ein Klassiker unserer Branche - das Bierspiel - im Kern kein Computerspiel . . .
Grüße
Stephan Magnus
- 09 Jun 2005, 7:31 pm
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Jörg Wingerath Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^2: Brauchen wir eigentlich Computer?
Bei Fraunhofer (und sicherlich auch woanders) gibt es auch schon erste Ansätze, Computer- und Brettspiel zu verbinden. Hier nähere Infos.
http://www.ipsi.fraunhofer.de/ambiente/paper/2003/stars_mc03...
Diese Ansätze, verbunden mit anderen mobilen etc. Ansätzen eröffnen sicherlich ganz neue Perspektiven.
Grüße
Jörg Wingerath
Joachim Zischke schrieb am 10.06.2005, 09:57:
Wie immer im Leben: Es kommt darauf an.
Ich arbeite an einem Planspiel für die Teamentwicklung. Da sehe ich für den Computer absolut keine Anwendungschance. Denn wie sollten die Teammitglieder ihre Konflikte lösen, wenn sie dabei nur vor den Bildschirmen sitzen...? Hier ist eine unmittelbare Interaktion und Kommunikation mit den Beteiligten ein unbedingtes Muss. Und wie bekomme ich diese vielleicht ungrünen Leute dazu, zusammen zu reden, zu handeln? Indem ich mit ihnen ein Spiel spiele. Angesicht zu Angesicht, in direktem menschlichen Kontakt. Das kann die Netzwerkleitung nicht ersetzen ;-).
Denke ich an Planspiele in Richtung BWL oder wissenschaftliche Simulationen wird es schon schwieriger, eine eindeutige Aussage zu treffen.
Für mich gehört zum Planspiel das Spiel(en), das Begreifen im wahrsten Sinne des Wortes, das unmittelbar sichtbare Nachvollziehen von Entscheidungswegen. Bei Computeranwendungen sehe ich eher die Möglichkeiten des Anwenders, mit trial and error zum Ziel zu kommen (wenn 500 nicht ausreichten, probiere ich es mal mit 1000) und nicht durch Lernen.
my two cents
Joachim Zischke
- 10 Jun 2005, 11:34 am
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Jörg Wingerath Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Bierspiel?
Was ist denn das?
- 10 Jun 2005, 11:35 am
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Stephan Magnus Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: Bierspiel?
Jörg Wingerath schrieb am 10.06.2005, 11:35:
Was ist denn das?
Ein Planspiel, bei dem eine dreistufige Lieferkette simuliert wird: Kiosk, Biergroßhändler, Brauerei. Eine einmalige Störung (mehr Nachfrage) führt zu ungeheuren Schwingungen in der Liefermenge. Das zeigt den Teilnehmern, dass ein großer Teil der angeblich konjunkturellen oder externen Einflüsse gar nicht so bedeutend sind, sondern das System selber (hier durch mangelnde Kommunikation) die Katastrophen erzeugt. Dynamik lauert im kleinsten System!
Ist ein Klassiker vom MIT, wurde durch das Buch "Die fünfte Disziplin" von Peter Senge weltberühmt (es ist das erste Kapitel).
Grüße
Stephan Magnus
- 10 Jun 2005, 12:09 pm
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Colm ToolanThe company name is only visible to registered members.Re: Brauchen wir eigentlich Computer?
Stephan Magnus schrieb:
Hier also die Frage: Brauchen wir eigentlich die Computer für Simulation und Spiel? Was sind die Vor- und Nachteile?
Schließlich ist ein Klassiker unserer Branche - das Bierspiel - im Kern kein Computerspiel . . .
Auch "the Manufacturing Game" (siehe John Sterman "Business Dynamics" Seite 66 ff.) wurde erst erfolgreich nachdem die Computer Simulation weggeschlossen wurden und der Simulation als Brettspiel implementiert wurde. Das "Project Value Game" (
http://www.practicefields.com) ist ebenfalls als Brettspiel implementiert.
Diese beiden Beispiele basieren darauf das ein Brettspiele viel effektiver sein kann, wenn es um Team-Problemen geht - wie Kommunikation, gemeinesame Ziele erarbeiten und erreichen etc.
The Beer Game hat auf jeden FAll bewiesen, dass ein Hands-On Spiel bestens geeignet ist, um die komplexität von einfachen, aber dynamischen Systeme zu vermitteln.
Regards, Colm
- 07 Aug 2005, 12:37 pm
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Jörg Wingerath Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^2: Brauchen wir eigentlich Computer?
Und wie sieht es mit ANsätzen aus, Brett- und Computerspiel zu verbinden (wie z.b. in verschiedenen Fraunhofer-Projekten)?
Da werden die Spielfiguren auf einem Spielfeld vie COmputer mit digitaler Intelligenz versehen udn die Beteiligten haben noch individuelle und gemeinschaftliche Monitore, um auf Daten zugreifen zu können.
Jörg Wingerath
Colm Toolan schrieb:
Stephan Magnus schrieb:
Hier also die Frage: Brauchen wir eigentlich die Computer für Simulation und Spiel? Was sind die Vor- und Nachteile?
Schließlich ist ein Klassiker unserer Branche - das Bierspiel - im Kern kein Computerspiel . . .
Auch "the Manufacturing Game" (siehe John Sterman "Business Dynamics" Seite 66 ff.) wurde erst erfolgreich nachdem die Computer Simulation weggeschlossen wurden und der Simulation als Brettspiel implementiert wurde. Das "Project Value Game" (
http://www.practicefields.com) ist ebenfalls als Brettspiel implementiert.
Diese beiden Beispiele basieren darauf das ein Brettspiele viel effektiver sein kann, wenn es um Team-Problemen geht - wie Kommunikation, gemeinesame Ziele erarbeiten und erreichen etc.
The Beer Game hat auf jeden FAll bewiesen, dass ein Hands-On Spiel bestens geeignet ist, um die komplexität von einfachen, aber dynamischen Systeme zu vermitteln.
Regards, Colm
- 08 Aug 2005, 11:49 am
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Steffen ReinkeThe company name is only visible to registered members.Re^2: Brauchen wir eigentlich Computer?
Guten Tag,
eine sehr interessante Diskussion, wie ich finde. Natürlich haben sie Recht, wenn Sie sagen, dass bei einem Brettspiel dass "Angesicht zu Angesicht" wichtig ist. Jedoch gibt es auch im Spielebereich zunehmend mehr und mehr Unternehmungen die Kommunikation der einzelnen Mitspieler und die Interaktion miteinander zu fördern, da sich hier langfristig eine Bindung der einzelnen Spieler zu einer Community ergibt. Und dies ist nun einmal gerade für den Onlinespiele- / Browsergamesektor unumgänglich wenn diese Produkte auf längere Sicht bestehen wollen.
Warum soll in einem Planspiel nicht auch ein Team aus einem Verbund deutscher und englischer Mitarbeiter kooperieren? Die Kommunikationsmöglichkeiten sind vielseitig. Email, Foren und Chat sind nur einige dieser Möglichkeiten. Anreisekosten entfallen aber.
Während bei einem Planspiel alle Beteiligten zusammenkommen müssen, könnte man bei Computergestützen Anwendungen zeitversetzt handeln (unter der Voraussetzung, dass es nur eine begrenzte Anzahl von Runden pro Tag gibt). Ein Computer (Server) kann dabei wesentlich komplexere (realistischere) Berechnungen vornehmen und auswerten, als ich jedem Spielleiter zumuten möchte.
Was ich damit sagen will: Es gibt sehr wohl sehr gute Möglichkeiten, über eine bestehende Internetverbindung zu kommunizieren und zu planen. Allein in Deutschland praktizieren dies ca 1,5 Mio User täglich, wenn auch mit spielerischen Hintergrund.
Grüße
Steffen Reinke
Joachim Zischke schrieb:
Wie immer im Leben: Es kommt darauf an.
Ich arbeite an einem Planspiel für die Teamentwicklung. Da sehe ich für den Computer absolut keine Anwendungschance. Denn wie sollten die Teammitglieder ihre Konflikte lösen, wenn sie dabei nur vor den Bildschirmen sitzen...? Hier ist eine unmittelbare Interaktion und Kommunikation mit den Beteiligten ein unbedingtes Muss. Und wie bekomme ich diese vielleicht ungrünen Leute dazu, zusammen zu reden, zu handeln? Indem ich mit ihnen ein Spiel spiele. Angesicht zu Angesicht, in direktem menschlichen Kontakt. Das kann die Netzwerkleitung nicht ersetzen ;-).
Denke ich an Planspiele in Richtung BWL oder wissenschaftliche Simulationen wird es schon schwieriger, eine eindeutige Aussage zu treffen.
Für mich gehört zum Planspiel das Spiel(en), das Begreifen im wahrsten Sinne des Wortes, das unmittelbar sichtbare Nachvollziehen von Entscheidungswegen. Bei Computeranwendungen sehe ich eher die Möglichkeiten des Anwenders, mit trial and error zum Ziel zu kommen (wenn 500 nicht ausreichten, probiere ich es mal mit 1000) und nicht durch Lernen.
my two cents
Joachim Zischke
- 08 Aug 2005, 12:17 pm
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Colm ToolanThe company name is only visible to registered members.Re^3: Brauchen wir eigentlich Computer?
Jörg Wingerath schrieb:
Und wie sieht es mit ANsätzen aus, Brett- und Computerspiel zu verbinden (wie z.b. in verschiedenen Fraunhofer-Projekten)?
Die Möglichkeit ist sicher gegeben, so viel oder so wenig Computer Unterstutzung einzubauen wie man will.
Die Verfechter vom Brettspielen agrumentieren aber, dass eine andere Art von Interaktivität zwischen den Speilern gegeben ist wenn das Problem Computer/Program Handhabung entfernt wird. Gerade diese Interaktivität/Zusammenarbeit wird benötigt wenn es um Themen wie Team Building etc geht.
The Manufacturing Game z.B. ist extra dafür entwickelt worden, Arbeitern im Produktionsumfeld die (SD) Zusammenhänge im Wartungsbereich transparent zu machen. Zu der Zeit waren Computerfähigkeiten in diesem Umfeld eher mangelware. Heute ist das vielleicht nicht mehr der Fall, aber die Vorteile vom einem Computerlosen Auseinandersetzung mit der Materie ist vielleicht auch ganz erfrischend (so als würde jemanden heutzutage eine Präsentation OHNE POwerPoint machen :-)
Gruss, Colm
- 08 Aug 2005, 12:19 pm
