Simulation und Gaming

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  • Stephan Magnus
    Stephan Magnus    Premium Member   Group moderator
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    Grenzen des Wachstums
    Nach einem Artikel in "Scientific American" wird gerade in der System-Dynamics-Szene heftig diskutiert. Dort war der Klassiker "Die Grenzen des Wachstums" schwer durch den Kakao gezogen worden, weil die heutige Welt so wenig zu den damaligen Voraussagen passt. Die Szenarien des MIT-Team, dem die Aussagen des Buches zugrundeliegen, waren wohl die erste Simulation mit einem weltweiten Publikum und damit richtungsweisend für unsere Profession. Ich finde, die heutige Kritik greift zu kurz. Zum Einen sind Simulationen keine Voraussagen, zum Anderen glaube ich, dass die Welt heute auch deshalb so anders aussieht als dieses Szenarien, weil uns die Simulation manche Zusammenhänge erst klargemacht hat und wir vorher gehandelt haben.
  • Dr. Andreas Größler
    Dr. Andreas Größler    Group moderator
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    Re: Grenzen des Wachstums
    Das Interessante an dem Scientific-American-Artikel ist, dass er zwar "Die Grenzen des Wachstums" als Negativbeispiel heranzieht, dann aber selbst eine Philosphie bzgl. Simulationen entwickelt, die in System Dynamics schon seit 30 Jahren verfolgt wird...

    Die Simulationen sind tatsächlich in erster Linie nicht als Prognosen gedacht. Ob die in den "Grenzen des Wachstums" abgebildeten Szenarien allerdings wirklich so falsch sind, weiß ich nicht: negative Folgen und Kollaps treten nämlich in den Szenarien erst ab der Mitte des 21. Jahrhunderts auf...
  • Stephan Magnus
    Stephan Magnus    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Grenzen des Wachstums
    Die Simulationen sind tatsächlich in erster Linie nicht als Prognosen gedacht.
    Und wurden damals von den Autoren auch nicht als solche "verkauft". Aber viele Menschen fragen lieber Prognosen nach, weil sie eine trügerische Sicherheit vermitteln. Außerdem ist das bequemer als beständiges Lernen, z.B. mittels Simulation.

    >Ob die in den "Grenzen des Wachstums" abgebildeten Szenarien
    allerdings wirklich so falsch sind, weiß ich nicht: negative Folgen und Kollaps treten nämlich in den Szenarien erst ab der Mitte des 21. Jahrhunderts auf...
    Ich empfinde das ähnlich. Die mögliche wirtschaftliche Entwicklung Chinas nach dem Muster des Westens wurde ja in vielen späteren Prognosen zur Weltentwicklung als "Super-GAU" eingeschätzt. Und wenn ich mir im Moment anschaue, dass simpler Baustahl unbezahlbar ist, weil China den Weltmarkt leerkauft, kann man schon von Neuem über die Grenzen unserer Ressourcen nachdenken!
  • Stephan Magnus
    Stephan Magnus    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Grenzen des Wachstums
    Jetzt wurde "Grenzen des Wachstums" von einer amerikanischen Gesellschaft auch noch auf einer Liste der schädlichsten Bücher auf Platz 30 gewählt. Wir scheinen hier ziemlich verruchte Dinge zu tun . . .

    Konspirative Grüße

    Stephan Magnus
  • Anna Siemann
    Anna Siemann    Premium Member
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    Re^3: Grenzen des Wachstums
    Ein etwas verspäteter Kommentar meinerseits:
    Ich habe Dennis Meadows auf der ISAGA 2004 in München erlebt. Er hat dort einen Vortrag gehalten und sich auf seine Studien "Grenzen des Wachstum" und "Die neuen Grenzen des Wachstums" bezogen.
    Der Vortrag war hochspannend: er hat seine Simulation über die Kurven der tatsächlichen Ressourcenentwicklung gelegt und hat sehr wohl aufgezeigt, dass die Berechnungen stimmten.
    Ich selbst verstehe überhaupt nicht, wie jemand die Basiserkenntnisse von Meadows als "falsch" darstellen kann - es geht hier ja schließlich nicht um genaue Zahlen, sondern um Entwicklungstendenzen und Systemverhalten - und da liegt Meadows sehr richtig.

    Hier ein Zitat von Meadows von 2004:
    “In 1972, we presented the set of scenarios about the global future that were produced by our computer model. These showed sort of the gross features of global society out to the year 2100. On the basis of that we said that if policies weren’t drastically changed, the global community would overshoot its limits sometime in the early part of the twenty-first century, and that the most probable result would be collapse. Now thirty years later, we look back, we’ve redone the analysis and find that what we said in ’72 was essentially correct, except of course now we’ve lost thirty years.”

    link: http://www.globalpublicmedia.com/interviews/136