Social Media Club Hamburg
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Uwe Dahlheimer Premium MemberThe company name is only visible to registered members.VZ Netzwerke, ein Wiederbelebungsversuch mit falschem Druckpunkt!
VZ Netzwerke, ein Wiederbelebungsversuch mit falschem Druckpunkt!
Am 5. und 6. Dezember habe ich die Social Media Conference in Hamburg besucht, und einer der Vortragenden am ersten Konferenztag war Herr Diplom Medienwissenschaftler Stefan B. Müller von den VZ-Netzwerken und stellvertretender Vorsitzender im BVDW, FG Social Media.
Ja, die VZ-Netzwerke gibt es noch, auch wenn sich die User-Zahlen in Richtung „nicht mehr erwähnenswert“ bewegen.
Neuste Studien wie die von Meedia.de bestätigen eigentlich nur den seit Monaten anhaltenden Abwärtstrend dieser Plattformen. Das Medien-Portal beruft sich dabei auf die neusten Zahlen einer IVW-Studie, IVW ist die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. Demnach halbierten sich die VZ-Visits in den letzten 5 Monaten auf 83 Mio., im Juni hatten die VZ-Plattformen noch doppelt so viele Visits. Erschreckend ist auch die Einzelausweisung, bei der letzten Einzelausweisung im März 2010 verfügte StudiVZ allein über mehr als doppelt so viele Visits wie nun alle drei VZs zusammen.
Mit dem Minus von 14,2 Mio. Visits führen die VZ-Netzwerke das November-Absteiger-Ranking an.
Der Schwund an Visits und Usern ist den aus Berlin stammenden VZ-Portalen natürlich nicht entgangen, und dem Vortrag von Herrn Müller war zu entnehmen, dass die bisherigen VZ-Plattformen am 31. 3. 2012 abgeschaltet und ein Relaunch von VZ stattfinden wird.
Die vorgelegten Zahlen sahen alles andere als schlecht aus, schließlich seien die VZ-Netzwerke trotz aller Verluste immer noch der stärkste deutsche „Player“, was die Reichweite betrifft. Als Grundlage dieser Aussage diente die neue AGOF-Studie. AGOF steht für Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V., und die AGOF internet facts 08-2011, (durchschnittlicher Monat: Juni, Juli, August), Zielgruppe: 14 bis 34 Jahre, zeigte auf das Facebook mit einer Reichweite von 73 % auf Platz 1 rangiert.
Dahinter folgen die VZ-Netzwerke in ihrer Gesamtheit mit 33,2 %, vor wer-kennt-wen mit 15,4 %.
Nach der Darstellung aller Zahlen und Fakten durfte man gespannt sein, was für Neuerungen nach der „Wiederbelebung“ der VZ-Netzwerke die Visit`s und die User-Zahlen wieder nach oben treiben sollen. Die Kernaussage war: VZ – das Netzwerk für Deutschland.
Im Gegensatz zu Facebook möchten sich die Berliner als die Austauschplattform zu den Themen, die junge Menschen in Deutschland wirklich bewegen präsentieren. Ganz anders als Facebook, der virtuellen Plattform für jeden und alles. Die Zielgruppe ist klar definiert, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 29 Jahren. Eine Doppelnutzung von Facebook und den VZs soll es ermöglichen, für seine Freunde auf beiden Portalen da zu sein. Aufgeteilt werden die VZ-Netzwerke in 3 einzelne Portale, schülerVZ für Schüler unter sich, studiVZ zum Kennenlernen von Kommilitonen und freundeVZ zum Freunde finden und Interessen teilen. Eine extensive Möglichkeit der Profilgestaltung soll es ebenfalls geben, der Slide der zu sehen war erinnerte mich etwas an den Webhosting-Service von aubout me.
Die Profilgestaltung kann durch etliche Features ergänzt werden, angefangen von einem Infofeld über eine Pinnwand, Check-in Service, Vorschlag von lokalen Veranstaltungen, bis hin zum Upload von Fotos usw.
Gegen Ende der Präsentation wurden die „Sahnestücke“ von VZ präsentiert, z.B. die automatische Synchronisation der VZ Login Funktion auf der „Crazy Sexy Hammer“-Kampagne von Clearasil. Ein paar Cases wurden noch vorgestellt, wie die Sagen oder Wagen Kampagne in Kooperation mit Fanta und einem Dosenvoting für dieselbe Getränkemarke. Für so manchen 29 Jährigen sind diese Möglichkeiten sicherlich interessant, aber nur für so manchen. Was die etwas älteren jungen Erwachsenen auf VZ halten soll wurde leider nicht erläutert, vielleicht liegt noch kein passendes Konzept vor. Lassen wir uns überraschen.
Die Vorteile für den Unternehmer auf den VZ-Netzwerken vermehrt für sich zu werben, fanden auch noch eine Erwähnung; optimale Zielgruppenansprache, kaum Streuverluste der Message durch gruppenspezifische Positionierung.
Falls Sie sich jetzt fragen, was davon die anvisierte Zielgruppe dazu bewegen soll, einen Account auf den VZ-Netzwerken anzulegen – vielleicht sind es die zwei neuen Buttons oder auch Funktionen genannt, die dem VZ Nutzer zur Verfügung stehen:
• „Finde ich gut“-Funktion
• „Will ich haben“-Funktion
Diese neuen Funktionen lassen nur eine Aussage zu: Gefällt mir (Daumen hoch)
Bei dem Thema Datenschutz wurde versucht zu Punkten, in dem auf die Einhaltung des deutschen Datenschutzgesetzes sehr viel Wert gelegt wird. Das Ziel eines Engagements seitens der Unternehmer auf VZ wurde wie folgt definiert: Zielgruppenspezifische Werbung als Standard in Deutschland. In der Präsentation wurde häufig der Vergleich mit Facebook gesucht, statt die eigenen Stärken deutlicher hervor zu heben. Der Datenschutz ist eine Stärke von VZ, aber gibt es nicht mehr?
Inhaltlich lies der Vortrag für mich nur eine Erkenntnis zu: Es wird versucht den „Patienten“ VZ-Netzwerke zu reanimieren, allerdings mit dem falschen Druckpunkt.
Aus meiner früheren Tätigkeit als Rettungsassistent kann ich sagen, dass ein falscher Druckpunkt dazu führt, dass die Überlebenschancen des Patienten sehr gering sind.
Aber, ein Sprichwort sagt: Totgeglaubte leben länger!
- 15 Dec 2011, 4:40 pm
