Social Media Club Hamburg

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  • Lars Wehmeyer
    Lars Wehmeyer    Premium Member   Group moderator
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    Gruppen-Newsletter: Fünf Thesen zu Social Media über die man mal reden sollte

    Social Media sorgt nach wie vor für Diskussionsstoff und ist Antreiber kontroverser Diskussionen. Dieses zeigte unser Besuch bei der renommierten Digital-Agentur SinnerSchrader am Mittwoch in dieser Woche. Der SMCHH war bei ihr und ihrer Agenturtochter Haasenstein zu Gast, um anhand von fünf ausgewählten Thesen den Status Quo von Social Media in Deutschland festzuhalten und zu diskutieren.

    In diesem Nachbericht fassen wir die Thesen und die dahinter liegenden Inhalte kurz zusammen. Den vollständigen Bericht finden Sie auf unserer Webseite.

    SinnerSchrader, Haasenstein & Social Media

    Manuel Stolte, Head of Insight & Strategy, stellte zunächst SinnerSchrader näher vor. Die Digital-Agentur ist der Internetbranche spätestens durch die Next Conference, die jährlich von ihr ausgerichtet wird, ein Begriff. Die Full-Service Agentur informiert über E-Commerce-Lösungen von der Beratung über die Umsetzung bis zur Betreuung. Die inzwischen mehr als 400 Kollegen verteilen sich auf die Bereiche Beratung (25%), Kreation (25%) und Technik (50%).

    Ihre Agenturtochter Haasenstein wurde Anfang des Jahres gegründet und versteht sich selbst als „Kreativagentur, die in einer digitalen Welt Marken hilft ein Gesicht zu bekommen“. "Unser Motto lautet: 'Digital first, analog next' ", so Gero Quast, Leiter Beratung bei Haasenstein.

    5 Thesen zu "What the f*** is Social Media?"

    Im Anschluss an diese kurze Einführungsrunde wurde das Thema des Abends „What the f*** is Social Media“ aufgegriffen. Fünf Thesen dienten dazu Kontroverse zu schaffen und Impulse für einen konstruktiven Dialog unter den Anwesenden zu liefern. In aller Kürze:

    Zur Frage:

    Was ist Social Media?

    „Media“ sind die Menschen. „Social“ sind die Themen. „Social Networks“ sind die Beschleuniger (=Tools). Was Marken denken, was ihre Kunden wollen, und was die Kunden tatsächlich wollen, stimmt meist nicht überein. Hier klafft eine Lücke, die es zu schließen gilt.

    Zu den Thesen:

    #1 Deutschland ist ein Entwicklungsland.

    Deutschland liegt im internationalen Vergleich eher hinten. Es gibt weniger Zuspruch und Interaktivität. Die Gründe sind rein spekulativ, sicherlich aber vielfältig. Unter anderem werden „Zurückhaltung bei den Menschen“ und „schlechte Inhalte seitens der Marken“ genannt.

    #2 Facebook ist Kundenbindung.

    Es gibt drei Arten von Fans: (1) Der Fan als Schnäppchenjäger, (2) der Fan als wahren Fan und (3) der Fan als Jünger. Die hierfür genannten Beispiele lauteten (1) Deutsche Bahn, (2) Coca-Cola und (3) FC Bayern München. Der Schnäppchenjäger ist nicht auf Interaktion aus, sondern will den Deal. Der Fan definiert sich über die Marke und teilt sich innerhalb seines Netzwerks entsprechend mit. Der Jünger setzt sich intensiv mit der Marke auseinander und tauscht sich viel mit Gleichgesinnten aus. Hier ist die Interaktionsrate mit Abstand am Größten.

    #3 Inhalt ist König.

    Inhalte können den Menschen „packen“. Oftmals sind es Absurditäten und witzige, unterhaltende Elemente, die den Menschen ansprechen und ihn zur Aktion („Share“, „Like“) bewegen. Derlei Inhalte verbreiten sich von selbst. Hat eine Marke keine guten Inhalte, kann sie immer noch mit einem sehr guten Service punkten. Denn ein guter Service kann auch „Inhalt“ sein.

    #4 Das Ende der Marktforschung.

    Durch gezieltes Online-Monitoring über alle Kanäle einschließlich Mobile lassen sich Informationen über die eigenen Kunden gewinnen, die in Produktideen und inhalte-getriebene Kampagnen fließen können. Als Beispiel wurde die Fluggesellschaft „KLM“ mit ihrer „Surprise“-Kampagne eingebracht.

    #5 Social Media als Business Changer.

    Daten, die durch die öffentliche Nutzung von Social Media entstehen, können einer Marke helfen, ein Produkt zu veredeln. So sind schon diverse Produkte erfolgreich über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter entstanden, die teils von großen Firmen aufgegriffen wurden (Beispiel: iPod Nano als Armbanduhr / Apple). Eine Verknüpfung mit anderen Diensten, beispielsweise Amazon mit Facebook, kann das Online-Shoppen vereinfachen und so für ein besseres Einkaufserlebnis sorgen. Besonders dramatisch aber scheint die Entwicklung weg von der Unternehmens-Webseite hin zu Facebook-Brand-Pages zu sein. Starbucks.de hat beispielsweise auf der deutschen Webseite ca. 16.000 eindeutige Besucher pro Monat. Ihre komplementäre Facebook-Seite zählt jedoch bereits mehr als 300.000 Fans. Hieraus könnte sich für Unternehmen eine Verschiebung der Priorisierung ergeben.

    Unser Dank gilt dem Team von SinnerSchrader für die Gastgeberschaft und die interessanten Einblicke in ihr Wirken und Denken. Vielen Dank auch an alle Besucher für den gelungenen Abend.

    Mit diesem Event endet unser Veranstaltungsjahr 2011. Es hat viel Spaß gemacht. Wir bedanken uns bei allen Besuchern, Partnern, Sponsoren und Freunden des SMCHH. Wir freuen uns auf weitere spannende Veranstaltungen im nächsten Jahr!



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    Dieser Newsletter wurde von Moderator Lars Wehmeyer für die Gruppe "Social Media Club Hamburg" verfasst.

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  • Birger Hartung
    Birger Hartung    Group moderator
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    Re: Gruppen-Newsletter: Fünf Thesen zu Social Media über die man mal reden sollte
    Hallo Lars, vielen Dank für die Zusammenfassung. Meine zwei Cent dazu:

    #1 Deutschland ist ein Entwicklungsland. Social Media löst in Deutschland kein Problem. Marken lösen keine Probleme. Welchen Sinn machen dann Marken in Social Media?

    #2 Facebook ist Kundenbindung. Ich bin davon überzeugt, dass es noch viel mehr Arten von Kunden gibt. Und das diese den klassischen Kategorien nach Swoboda und anderen nicht mehr entsprechen. Vielleicht hat es sie nie gegeben?

    #3 Inhalt ist König. Sollte die deutsche Werbebranche jetzt Service und Kundenbindung entdecken?

    #4 Das Ende der Marktforschung. Ich denke, dass das Monitoring wie die Semantik ein ewiger Newcomer bleiben wird. Social Media wird mit steigender Erfahrung der Unternehmen dazu führen, dass die klassischen Modelle in der Marktforschungs aussortiert werden.

    #5 Social Media als Business Changer. Abseits vom Markt und vom Geld stehen große Veränderungen an. Bürger können sich jetzt unabhängig von Unternehmen, Organisation sowie Staat organisieren und weiterbilden. Nichts bleibt wie es war. Was für eine spannende Zeit! :)