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Florian Harkort Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Stakeholder vs. Shareholder Value
Zu der Diskussion um Stakeholder Value vs. Shareholder Value möchte ich ein nicht mehr ganz junges aber nicht weniger aktuelles Interview mit Bolko von Oetinger (BCG) aus dem brand eins 3/2004 vorstellen.
Wer sich intersiver mit dem Thema Stakeholder Management befassen möchte, sei wärmstens das Buch "Managing for Stakeholders" (2007) von R. Edward Freeman empfohlen. (Freeman ist quasi der Erfinder der Stakeholder Theorie.)
Das komplette Interview findet Ihr unter
http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=1333&u...
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„Es geht um Vertrauen“
Der Kapitalismus hat sich entwickelt wie ein Auto, das immer perfekter, immer bequemer, immer schneller geworden ist – nur die Bremstechnik ist noch von gestern. Deshalb droht er aus der Kurve zu fliegen. Der Strategieberater Bolko von Oetinger, denkt über neue Bremssysteme nach.
Text: Ralf Grauel Foto: Bettina Koller
Bolko von Oetinger ist jemand, der komplexe Sachverhalte im Plauderton erörtert. Das hat zwei Effekte. Das Thema wird verständlich. Aber man nimmt es auch ein bisschen weniger ernst.
Ein Phänomen, das sich leicht auf die Person überträgt. Aber Person und/oder Botschaft zu unterschätzen wäre ein Fehler.
Die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG) versteht sich als Strategieberatung. Die deutsche Niederlassung hat Bolko von Oetinger seit 1975 mit aufgebaut. Heute ist der 61-Jährige Senior Vice President und Director. Außerdem leitet er seit 1998 das BCG Strategie-Institut. Man könnte also sagen, Bolko von Oetinger ist Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines Wissenskonzerns, der pro Jahr weltweit mehr als eine Milliarde Dollar umsetzt und dessen Kernaufgabe es ist, für seine Kunden perspektivische Aussagen in unterschiedlich feiner Auflösung darüber zu treffen, wie sich Märkte entwickeln und wie man sich am besten darin verhält. Ein imposanter Job. Aber wie gesagt, Herr von Oetinger macht es einem nicht leicht.
Statt sich mit Benchmarking, Best Practices und Balanced Scorecard zu beschäftigen, durchforstet er die Arbeiten von Anthropologen, Architekten, Künstlern, Chemikern, Literaturwissenschaftlern, Neurologen oder Physikern. Die Ergebnisse stellt er in einer Galerie der Strategien aus, und bevor man ihn trifft, bekommt man ein kleines Buch geschickt. „Das Kula und weitere Geschenke der Strategie“ steht auf dem Cover, drinnen sind ein paar der Exponate beschrieben.
Das kleine Buch beginnt auf einer Inselgruppe im Westpazifik und erklärt den Brauch des Kula-Ringes. Jeder Ethnologe kennt dieses hoch ritualisierte Tauschsystem, das sich um die Weitergabe scheinbar wertloser Muscheln dreht, aber tatsächlich Handel und friedliche Beziehungen zwischen weit voneinander entfernt lebenden Inselvölkern sichert. Dann streift es den berühmten philosophischen Hippie-Roman „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten“, erklärt den Erfolg des Popstars Madonna, durchläuft die Hirnwindungen der Londoner Taxifahrer und endet bei der Entdeckung eines Koffers voller Notizen und voll geschriebener Kladden, die 130 Jahre lang der Öffentlichkeit vorenthalten wurden, weil sie belegen, dass ihr Urheber, der Physiker Isaac Newton, ein Alchemist und Theologe war und dessen bahnbrechende Arbeiten zur Physik lediglich Destillate einer großen, damals ketzerischen Welttheorie sind.
Was soll das? Das dünne Büchlein reicht nicht mal für die Dauer eines Vollbades. Doch von Oetinger erweist sich als Meister der Inspiration. Kaum hat man es aus der Hand gelegt, fliegen die Gedanken. Sollten wir nicht ein paar Dinge gründlich überdenken? So geht es irgendwie nicht weiter. Haben wir nicht was vergessen? Aber was?
Bolko von Oetinger beschäftigt sich nicht mit Kleinkram. Zurzeit beschäftigt ihn die Krise des Kapitalismus. Und er fragt sich, was unsere aktuelle Vertrauenskrise in die Politik mit der Enron-Pleite, der Globalisierung und dem Irak-Krieg zu tun haben.
brand eins: Herr von Oetinger, was ist größer, Ihre persönliche Langeweile über den Kapitalismus oder seine Krise?
von Oetinger: Langeweile habe ich niemals mit der Wirtschaft. Sie wird nur uninteressant, wo sie in Verwaltung übergeht und Dinge nur noch optimiert. Und Krise?Wahr ist: Wir befinden und in einem Prozess starker globaler Veränderung, in deren Zuge wir Gefahr laufen, ein paar Fehler zu begehen.
Weswegen Sie kürzlich einen Kongress zu multiplen Modernitäten veranstalteten, Titel: „Rettet den Kapitalismus!“
Ich mag den Kapitalismus, deswegen will ich ihn retten. Ihm ist nur etwas abhanden gekommen.
Wieso sollten wir den Kapitalismus retten?
Weil er wahrscheinlich von allen wirtschaftlichen Systemen, ähnlich wie das politische System der Demokratie, am besten geeignet ist, die Entfaltung des Menschen mit seinen persönlichen Freiheits- und Eigentumsrechten zu unterstützen. Es ist das beste Wirtschaftssystem, das die Menschheit bisher hervorgebracht hat.
[...]
Fortsetzung unter
http://www.brandeins.de/home/inhalt_detail.asp?id=1333&u...
- 08 Jun 2008, 12:41 pm
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