Space, ESA, NASA

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  • Robert Kluge
    Robert Kluge    Premium Member   Group moderator
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    Weltraum Müll
    Was uns erwartet, wenn es so weiter geht im Hochschießen von Raketen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Weltraumschrott

    Gefahr in der Umlaufbahn

    Als die Menschheit begann, den Weltraum zu erobern, machte sich niemand Gedanken darüber, dass jede gestartete Rakete Müll im Weltall hinterlässt. Inzwischen ist der Weltraumschrott, der die Erde umkreist, ein großes Problem sowohl für die Raumfahrt als auch für Wetter- und Fernmeldesatelliten.

    Alte Satelliten, abgesprengte Raketenstufen und sogar Werkzeuge rasen in der Umlaufbahn um die Erde herum. So groß das All sein mag, der Mensch ist nur in einem sehr begrenztem Radius um seinen Planeten unterwegs. Und hier sammelt sich der Müll an, der wegen der Anziehungskraft der Erde seine Umlaufbahn nicht verlassen kann. Mehr als 10.000 Objekte mit einer Größe von mehr als zehn Zentimetern sind von den einzelnen Weltraumbehörden erfasst und werden mit Teleskopen beobachtet. Das soll verhindern, dass Raketen, Raumschiffe oder Satelliten mit diesem Weltraumschrott kollidieren. Kleinere Teilchen allerdings können nicht geortet werden. Schätzungen zufolge sind es bis zu 150.000 Objekte unter zehn Zentimetern, die um die Erde rotieren. Zusammenstöße sind unvermeidlich. Die erste Kollision geschah im Juli 1996: Der französische Aufklärungssatellit "Cerise" wurde von einem Trümmerstück einer Ariane-Rakete beschädigt.

    Woher stammt der Weltraumschrott?
    Der Weltraumschrott, der von Fachleuten "Space Debris" (Weltraum-Schutt) genannt wird, stammt größtenteils von Explosionen. Wenn abgesprengte Raketenstufen, in denen sich noch Reste von Treibstoff befinden, mit anderen Teilchen zusammenstoßen, explodiert der Müll im All. Neue, kleinere Teilchen entstehen, die ebenfalls um die Erde kreisen, jedoch aufgrund ihrer geringen Größe nicht mehr geortet werden können. Dazu kommen ausgediente Satelliten oder Kleinteile, die sich beim Transport der Satelliten an ihren Bestimmungsort gelöst haben: Bolzen, Schrauben und andere Teile fliegen durchs All.

    Bis zu einem gewissen Grad kann sich der Weltraum selbst reinigen, denn nach und nach verlieren die Teilchen ihre Höhe und stürzen ab: Sobald sie in die Umlaufbahn der Erde eindringen, verglühen sie. Nur ein Bruchteil der Teilchen fällt auf die Erde, wo sie aber kaum größeren Schaden anrichten können. Allerdings nimmt der Schrott im Weltraum kontinuierlich zu, und zwar so schnell, dass die verglühenden und abstürzenden Teilchen kaum noch ins Gewicht fallen.

    Umweltschutzmaßnahmen für das All
    Der Weltraumschrott ließe sich theoretisch beseitigen. Wer die Umlaufbahn aufräumen will, müsste den Müll nur zurück zur Erde bringen. Die dafür erforderlichen Summen wären allerdings astronomisch hoch. Die einzige und beste Möglichkeit, das All sauber zu halten, ist also - wie auf der Erde auch - die Müllvermeidung.

    Zum einen müsste dafür gesorgt werden, dass es nicht mehr zu Explosionen im All kommt. Deswegen müsste man den restlichen Brennstoff ablassen, bevor man die Raketenstufen beim Starten absprengt. Anderer Schrott, wie ausgediente Satelliten, könnte auf den so genannten "Weltraumfriedhof" befördert werden. Dieser beginnt in Flughöhen von mehr als 36.000 Kilometern, die von der Raumfahrt zurzeit nicht benutzt werden. Was dort herumsaust, könnte neue Missionen nicht gefährden. Erdnähere Objekte müssten mit einem Antrieb ausgerüstet werden, der den "kontrollierten Rücksturz" ermöglicht, also den Absturz in die Erdatmosphäre, in der die Teile verglühen.

    Aber da es aber keine übergeordnete, internatioanle Weltraumbehörde gibt, beruhen alle Maßnahmen lediglich auf Zusagen der Raumfahrtnationen, nicht auf gesetzlichen Vorschriften. Und Zusagen werden bekanntlich gerne gebrochen, vor allem, wenn sie viel Geld kosten.

    Vorbeugungsmaßnahmen auf dem Boden

    Es muss also etwas getan werden, um zumindest der Zunahme an Weltraumschrott Einhalt zu gebieten. Denn trotz Werkzeugen wie Schilden oder hoch entwickelter Software wird sich die Situation im All nicht verbessern, es sei denn, es werden konzentrierte, koordinierte und systematische Schritte in Richtung Linderung des Risikos getan, Schritte, die heute klar verstanden sind. Zu viele Teile könnten zukünftig das All zu gefährlich und riskant und damit unbrauchbar machen. Doch etwa 75 Raketenstarts jährlich zeigen, wie sehr wir heutzutage auf das All angewiesen sind.

    Raumfahrtzeug-Betreiber müssen also absichtliche und unbeabsichtigte Zerstörungen und Explosionen ihrer All-Gefährten vermeiden, da diese die maßgebliche Quelle von nicht erfassbaren und damit tödlichen Trümmern sind. Eine einfache Möglichkeit ist es, verbleibenden Treibstoff von Raketen abzulassen oder zu verbrennen. Auch könnten bessere Batterien Explosionen vermeiden.

    Der Gedanke, die Umlaufbahnen freizuräumen, also mit einem Raumflugkörper die Weltraumtrümmer einzusammeln oder unschädlich zu machen, bleibt bis heute eine technische und ökonomische Herausforderung.

    Um also die Menge an Schrott zu verringern und damit die Sicherheit maßgeblich zu erhöhen, ist ein umfassendes weltweit akzeptiertes Rahmenwerk von Nöten. Der Bedarf zu diesem internationalen Verhaltenskodex wird immer anerkannter, nachdem individuelle Bemühungen einzelner Staaten zu wenig Erfolg führten, und die Zahl der Trümmerteilchen erheblich steigt. Das Inter-Agency Space Debris Commitee (etwa Agentur-übergreifendes Weltraumschrott-Komitee, IADC), zu dem die Raumfahrtagenturen von China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Ukraine, Großbritannien, der USA und Russland sowie die ESA gehören, hat 2002 Richtlinien zur Verminderung von Weltraumschrott erstellt. Damit werden Nutzer der Erdumlaufbahn verpflichtet, die kommerziell sehr wertvollen Zonen des niedrigen Erdorbits und der geostationären Umlaufbahnen zu schützen. Die in der Richtlinie enthaltenen Anforderungen beinhalten zum Beispiel eine Begrenzung von Müllentstehung während der normalen Operationszeit, das Verhindern von absichtlichen Raketen- oder Nutzlast-Zerstörungen sowie die korrekte Entsorgung von Raumfahrzeugen und Oberstufen. Typischerweise bewegt man diese in einen so genannten Friedhof-Orbit oder lässt sie kontrolliert in der Erdatmosphäre verglühen.
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