Space, ESA, NASA

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  • Robert Kluge
    Robert Kluge    Premium Member   Group moderator
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    Gruppen-Newsletter: Mission Phoenix
    Liebe Space-Debis-Freunde,

    langsam erkennt die Welt, daß im All um unseren Planeten der Weltraumschrott auch etwas wertvolles hat.

    Der nachfolgende Artikel aus Golem beschreibt diese doch recht gut:

    Die Forschungsagentur der US-Streitkräfte lässt einen Roboter entwickeln, der ausgediente Satelliten im All
    recyceln soll. Doch die meisten Erdbeobachter sind für eine solche Wiederverwertung gar nicht ausgelegt.


    BerlinGeht ein Satellit kaputt, muss er durch einen neuen ersetzt werden – ein teures Unterfangen. Dabei
    kreisen jede Menge Satelliten um die Erde, die nicht mehr in Betrieb sind, aber durchaus noch brauchbare
    Teile haben. Ließen sich diese wiederverwerten, könnte manch ein Satelliten-Neustart vermieden werden, so
    die Überlegung der Experten der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa). Die Forschungsagentur
    der US-Streitkräfte hat deshalb das Projekt Phoenix ins Leben gerufen.

    Ziel ist es, ein Weltraumreparaturfahrzeug zu entwickeln, das in den sogenannten Friedhofsorbit geschossen
    wird. Dieser liegt etwa 300 Kilometer über dem Orbit geostationärer Satelliten (GEO = Geostationary Earth
    Orbit) in 36.000 Kilometer Höhe. Hier werden ausgediente Satelliten geparkt, die in niedrigeren Umlaufbahnen
    zu einer Gefahr für andere Satelliten oder bemannte Raumfahrzeuge werden könnten.

    Das Darpa-Szenario sieht vor, Kleinsatelliten von bis zu 10 Kilogramm Gewicht als Zuladung mit einem anderen
    Raumtransport in den Orbit zu befördern. Der Reparatursatellit nimmt einen oder mehrere dieser Nanosatelliten
    an Bord und sucht einen passenden ausgedienten Satelliten, dessen Antenne noch einsatzfähig ist. Die
    Nanosatelliten werden daran befestigt, schließlich die Antenne vom ursprünglichen Satelliten entfernt –
    fertig ist der neue Satellit.

    Es gebe heute schon robotische Systeme, die es ermöglichten, einen medizinischen Eingriff aus vielen
    tausend Kilometern Entfernung vorzunehmen oder Bohrungen auf dem Tiefseeboden zu überwachen. Solche Systeme
    sollen, so die Vorstellung der Darpa, an die Bedingungen des Weltraums angepasst werden. Der Montagesatellit
    soll dabei nicht autonom agieren, sondern von der Erde aus ferngesteuert werden.

    Schwierigkeiten gibt es genug: Nicht nur, dass der Weltraumroboter Schwerelosigkeit, Vakuum und starker
    Strahlung widerstehen muss. „Satelliten im GEO sind nicht so konstruiert worden, um auseinandergebaut oder
    repariert zu werden. Da ist es nicht damit getan, einfach ein paar Schrauben und Muttern zu entfernen“,
    erklärt Phoenix-Projektleiter David Barnhart.

    Um Teile von einem Satelliten abzubauen, müssten bildgebende Verfahren und Robotik weiterentwickelt werden.
    Vor allem bedürfe es neuartiger Aktoren, um die gegossenen oder geschweißten Verbindungen zu lösen.
    Außerdem müsse eine Möglichkeit gefunden werden, wie der Reparaturroboter bei der Montage zwei Teile
    festhalten und sie dann zusammenfügen kann.

    Das Ganze soll dann von einem Menschen im Kontrollzentrum auf der Erde ferngesteuert werden. Das sei,
    vergleicht Barnhart, als versuche man, „eine Vielzahl von Legosteinen ferngesteuert zusammensetzen, die
    man nur durch ein Teleskop sieht.“

    Weltraumschrott stellt eine Bedrohung für Satelliten und andere Raumfahrzeuge in der Erdumlaufbahn dar.
    Verschiedene Projekte beschäftigen sich damit, das Problem in den Griff zu bekommen. Im Rahmen des vom
    Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen initiierten Projekts Inveritas
    etwa soll ein Satellit entwickelt werden, der Weltraumschrott einfängt und unschädlich macht.

    Durch Phoenix könnte zumindest ein Teil davon unschädlich gemacht werden, indem er wiederverwendet wird.
    Außerdem ließen sich dadurch die Kosten für den Bau und den Transport neuer Satelliten senken. „Wenn dieses
    Programm erfolgreich ist, wird aus dem Weltraum-Schrott ein Weltraum-Wertstoff“, resümiert Darpa-Chefin
    Regina Dugan.

    Viele Grüße

    R.Kluge

    --
    Dieser Newsletter wurde von Moderator Robert Kluge für die Gruppe "Weltraum, Space, ESA, NASA" verfasst.

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