Wirtschaftsfaktor Sprache

Wirtschaftsfaktor Sprache

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  • Susanne Rienecker
    Susanne Rienecker    Group moderator
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    Mein Steckenpferd ...
    ... heißt Rechtschreibung, wobei ich darunter nicht nur die Orthographie verstehe, sondern auch das rechte Schreiben. Als Wortschaffende im Bereich der Werbung ist der Wirtschaftsfaktor Sprache gewissermaßen mein Arbeitgeber.

    Umso mehr erstaunt mich, wie sorglos der Umgang mit dem geschriebenen Wort in den modernen, gesprächsähnlichen Kommunikationsformen ist, selbst hier in dieser Gruppe!

    Nicht immer erwische ich mein eigenes Dreckfuhlertuffelchen - das ist dann richtig ärgerlich ;-)

    Ich grüße dich, Leser dieses Beitrags und freue mich auf nette Kontakte und fruchtbaren Austausch!

    Susanne
    This post was modified on 18 Jun 2011 at 10:51 am.
  • Susanne Rienecker
    Susanne Rienecker    Group moderator
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    Re: Mein Steckenpferd ...
    Mein Steckenpferd ist ein Sammler. Zum Beispiel sammelt es Anreden und Grußformeln für E-Mails. Heute könnten zum letzten Mal in diesem Jahr "Frühlingsgrüße" die langweiligen "Freundlichen Grüße" ersetzen. Ab morgen sind dann "Sommerliche Grüße" angebracht - wo`s passt, natürlich!

    Ich helfe dem armen Tier, seine Fundstücke zu veröffentlichen:
    http://de-de.facebook.com/pages/Die-Rechtschreibhilfe/220820...
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  • Susanne Rienecker
    Susanne Rienecker    Group moderator
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    Re^2: Mein Steckenpferd ...
    Mich beschäftigt die Frage, ob es in sozialen Netzwerken statthaft ist, so zu schreiben, "wie einem der Schnabel gewachsen ist". Sollte man um der (vermeintlichen?) Authentizität willen auf eine allzu kritische Prüfung eines Beitrags vor dem Absenden verzichten?

    Aus meiner Sicht besteht auch in Blogs, E-Mails etc. die Kunst darin, schmackhaft, leicht verdaulich und dabei doch sättigend zu schreiben.

    Was mich also erstaunt ist, dass selbst in dieser Gruppe Beiträge erstellt werden, denen man schon an der mangelhaften Rechtschreibung ansieht, dass der Autor sich nicht GENUG Mühe gegeben hat.

    Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass ich Haarspalterei betreibe ;-)

    Susanne Rienecker
  • Philomena Erhard
    Philomena Erhard    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: Mein Steckenpferd ...
    aber hallo - hier geht es um "Sprache".... das geschriebene Wort ist doch nochmals eine ganz andere Sache. Die Sprache ist -hoffentlich- lebendig. Das geschriebene, in die Buch-staben gezwängte Wort ist tot. Erst wenn wir Menschen es dadurch, dass wir es sprechen oder denken, hauchen diesem erst wieder Leben ein. Stets ein neuer Schöpfungsakt.
    Da sollte wir uns nicht zuuu sehr auf Fehler konzentrieren. Wir wissen ja auch, wie schnell sich die Rechtschreibung ändern kann und wie oft sich diese auch schon geändert hat.
    Ich bin damals in die Gruppe gekommen, weil ich gerade der Wirtschaft lebendige und vor allem wahre (authentische) Sprache wünschte möchte. Ach was schreibe ich, der Wendung in diese Richtung unumgänglich ist.
    Gruß
    Philomena Erhard
  • Susanne Rienecker
    Susanne Rienecker    Group moderator
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    Re^4: Mein Steckenpferd ...
    Die Perspektive als "Sprechende" ist für mich als "Schreibende" natürlich sehr anregend. Es geht mir ja, wie bereits im ersten Beitrag ausgeführt, um viel mehr als die Rechtschreibung. Ich habe also ein bisschen nachgedacht:

    Ist das in Buchstaben gegossene Wort wirklich "tot"? Oder nur auf eine andere Weise lebendig? Das kurze Adjektiv trifft aus meiner Sicht nicht ins Schwarze.

    Ein Beispiel: Ich war kürzlich in Altbayern und entdeckte dort ein Wörterbuch des Bairischen, in dem die Existenz jedes Wortes mit schriftlichem Material (Zeitungen, Gedichte, Amtsblätter, Plakate, Segenssprüche, etc.) belegt wurde. Die geschriebene Sprache ist also ein Bewahrer! Man denke etwa an Latein ...

    Die ollen Römer sahen die Sache so: verba volant, scripta manent

    Und genau da liegt das Problem: Das Geschriebene bleibt, wird weitergeleitet, empfohlen, kopiert, mit allen Fehlern und inhaltlichen Schwächen. Jedem Leser vermittelt es ein Bild seines Urhebers. Und der hat keine Chance, zu reagieren, zu verbessern, den Ton anzupassen wie beim gesprochenen Wort.

    Schriftliche Grüße von Susanne
    This post was modified on 28 Jun 2011 at 09:30 pm.