Stockfotografie und Bildagenturen

Stockfotografie und Bildagenturen

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  • Martin Leissl
    Martin Leissl    Premium Member
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    Totengräber der freien Fotografen
    Liebe Kollegen,

    seit März ist der Jahreszeiten Verlag für die Fotobranche ein rotes Tuch. Seitdem legen alle Verlagsobjekte einen neuen Vertrag vor, der nicht nur Fotojournalisten entsetzt. Weil die Vertragsbedingungen ihre Rechte extrem beschneiden und mit großer Rücksichtslosigkeit durchgesetzt werden sollen, stößt die Verlagspolitik auf eine massive Protestwelle von Fotografen und Bildagenturen.
    So versucht der Jahreszeiten Verlag (kurz Jalag) sich das Eigentumsrecht an dem gelieferten Original-Bildmaterial anzueignen – und zwar an allen während eines Auftrages aufgenommenen Fotos. Mit Hilfe von Vertragsklauseln sollen die Fotoschaffenden auch gleich dem gesetzlich verbrieften Bestimmungsrecht über die Verwendung ihrer Fotos entledigt werden. Denn nur noch der Verlag könnte dann ausschließlich über die Nutzung entscheiden.
    Sollte ein Fotograf den Vertrag unterschreiben, bleibt ihm nichts mehr – auch nicht die Möglichkeit seine Arbeiten später als Archivfotos selbst zu vermarkten. In den Vertragsklauseln wird nämlich die kostenlose Nutzung der Bilder in allen Print- und Online-Objekten der Verlagsgruppe gesichert. Damit wären über Jahre hinweg unzählige Veröffentlichungen möglich, die nur mit einem kleinen Arbeitshonorar abgegolten werden, das lediglich die einmalige Nutzung abdeckt.
    Jeder Fotograf der angemessen für seine Arbeit honoriert und die Rechte an seinen Fotos behalten möchte sollte hier dagegen protestieren
    http://blog.freelens.com/appell/
    Die gesamte Pressemeldung von FreeLens, dem Verband der Fotojournalisten kann man unter http://blog.freelens.com/ sehen.

    Viele Grüsse

    Martin Leissl
    This post was modified on 16 Apr 2009 at 03:35 pm.
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  • Klaus Plaumann
    Klaus Plaumann
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    Re: Totengräber der freien Fotografen
    Das Thema findet man heute auch auf dem Foto-Blog http://www.bildwerk3.de. Auch der BVPA, (Bundesverband der Pressebildagenturen und Bildarchive) hat schon im vergangenen Monat in einem Schreiben an Hern Ganske vom Jahreszeiten-Verlag eine Stellungnahme dazu abgegeben. Denn auch für die im BVPA organisierten Bildagenturen, die Fotografenbilder nach Ablauf der Nutzungsfrist des Auftraggebers vermarkten, ist es ein Schlag ins Gesicht.
    Die gesamte Branche und die Fotografen stehen sowieso zur Zeit sehr unter Druck, denkt man an Microstock, Aboverkäufe und die derzeitige wirtschaftliche Situation.

    In photonews läuft von mir zur Zeit eine mehrteilige Serie über die Wandel des Bildermarktes in den letzten zwei Jahrzehnten. Das könnte auch für Fotografen von Interesse sein. In der Mai-Ausgabe ist mein Thema:

    Vom Dia zur Flatrate
    Der Wandel der Bilderbranche, Teil 3 – Die Portale, die neuen Preismodelle
    Ende des 20. Jahrhunderts kamen die Bildportale ins Spiel. Wer sich selbst keine aufwändige Website leisten konnte, wem das Marketing zu teuer war, fand hier Unterschlupf. Nachfolgend Informationen über Anbieter im deutschsprachigen Raum sowie ein Blick auf die neuen Preismodelle.


    Beste Grüße, KP