Stockfotografie und Bildagenturen

Stockfotografie und Bildagenturen

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  • Christian Strupp
    Christian Strupp
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    Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
    Hallo,

    die Microstocks fahren alle Verluste ein und dann kommt noch http://www.spiderpic.com
    Die Preisspirale wird sich noch schneller nach unten drehen und man fängt an zu hoffen, dass die Microstocks bald Vergangenheit sind.
    Und schon heute fehlt den Microstocks der Bildnachschub, weil es sich für die Profis nicht mehr lohnt und weil die Hobbyisten langsam merken, dass sie verscheissert werden. Oder weil das Finanzamt bei ihnen anklopft.

    Vielleicht dürfen wir bald erleben, wie das ganze Microstock-Gesocks den Bach runtergeht und Nutzungsrechte wieder angemessen bezahlt werden.

    Grüße
    Christian
  • Michael Wnuk
    Michael Wnuk    Premium Member
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    Re: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
    Hallo Herr Strupp! Hallo Xingmembers!

    Persönlich glaube ich auch, dass die Microsstockzene vor größeren Veränderungen steht. In den Jahren 2010 und 2011 wird es meiner Meinung nach gerade die mittelgroßen Microstock- und Stockagenturen treffen, die die allgemeine Motivpalette bedienen. Denn was nützt es einem Bildkäufer bei einer Agentur mit 2 Millionen Bilder angemeldet zu sein, wenn die Großen mittlerweile schon weit über 7 Millionen Bilder anbieten und die Bilder meist eh die gleichen sind??

    Von der Anbieterseite / Bildagenturen ist da wohl Prof. Porter zuzustimmen, wenn er immer wieder ausführt: In übersättigten Märkten überleben die Großen und die Spezialisten. Alles andere wird dazwischen früher oder später aufgerieben.

    Eine wirkliche Erholung für Fotografen bzw. der Preise für Lizenzen sehe ich persönlich aber leider nicht.

    Grund 1 – es gibt noch viele interne Archive, die früher oder später auf den Markt kommen werden!
    Verlage und Agenturen bauen ihre eigenen Bildbestände auf. Nach und nach werden Verantwortliche auf den Gedanken kommen, die aufgebauten internen Bildbestände zu Euros machen zu wollen.
    So wird es mehr Inhaber als ohnehin schon geben, die sich an Bildagenturen wenden, um über diese die stillen Lagerbestände an Fotos zu vermarkten (wie in letzten Zeiten einige Male passiert). Ergebnis: Weitere Fotowellen schwappen auf den Markt.

    Grund 2 – Die Abnehmerseite hat auch immer mehr zu kämpfen!
    Bei den klassischen großen Bildkäufern wird die Personaldecke auch immer dünner. Immer weniger Personen müssen für die „Bebilderung“ sorgen. D.h. auch, dass wenige Leute nicht zu vielen Fotografen Kontakt aufbauen und pflegen können. „Wenige“ Mitarbeiter in den Verlagen und Redaktionen werden zu „wenigen“ Agenturen Kontakt halten, die sich dann um den Rest kümmern.
    Ergebnis: Einzelne Fotografen werden es noch schwerer haben, zu diversen Käufergruppen durchzukommen.

    Grund 3 – Zeitalter Internet!
    Zur Zeit sieht es wohl wirklich so aus, dass die guten alten Printzeiten vorbei sind und auch nicht mehr wie bisher zurückkommen werden. Das Internet boomt weiter in sämtliche Lebensbereiche der Menschen hinein. Auf Automessen hat mittlerweile jeder Hersteller Autos mit permanenter Internetverbindung und wann die ersten Kameras mit permanenter Internetverbindung vorgestellt werden, ist nur noch eine Frage der Zeit.
    Was das für Veränderungen mit sich bringen wird, weiß keiner wohl richtig zu ergründen.
    Siehe auch: http://www.online-artikel.de/article/der-bildermarkt-in-tot-...

    Der Hauptgrund, warum ich nicht an eine Erholung bzw. Verbesserung der deutschen Fotografen auf lange Sicht glaube: weltweiter Wettbewerb.
    Adam Smith, der Begründer der Marktwirtschaft, hat ein Hauptziel ausgesprochen: weltweiter Wettbewerb. Dementsprechend werden die Verantwortlichen in der Politik in sämtlichen Ländern (Europa, Amerika, Asien usw.) handeln, um einen weltweiten Wettbewerb (mit wenigen Schutzfunktionen) durch Abkommen, Gesetze und Rahmenbedingungen zu ermöglichen.
    Speziell für die Fotografen wird das bedeuten, dass sie mit ihren Fotos in fünf Jahren nicht nur mit Microstockagenturen konkurrieren, sondern auch mit einem einzelnen Fotografen aus z.B. Guangzhou (China), der über seine eigene Webseite seine Fotos auch in Deutschland anbieten wird.

    Die Lösung von dem Ganzen?
    - Fotografen müssen mehr denn je mehrdimensional denken! Folgenden Bericht finde ich nach wie vor sehr gut: http://www.picturetom.com/2009/09/17/keine-zukunft-fuer-stoc...

    - Der Mix machts! Jede gute Altersvorsorge beinhaltet von jedem etwas vom Eigenheim bis zu Aktien. Fotografen, die morgen noch überleben wollen, müssen ebenfalls einen gesunden Portfoliomix aufbauen: Micro, Macro, Eigenvermarktung, Auftragsarbeit, Schulungen für Semis anbieten usw.
    Die Marktteilnehmer die sich dem Mix verwehren werden erst zu spät realisieren, dass die Mauer, durch die sie mit ihrem Kopf wollen, von zu vielen anderen Beteiligten gewollt, ausgebaut und gepflegt wird.

    - Lehren aus bisher passiertem Struktur / Gesellschaftswechsel ziehen
    (siehe z.B. Wechsel der Agrar zur Industriegesellschaft – interessante Rückschlüsse möglich!)
    Wir erleben gerade einen gewaltigen Umschwung. Wo das alles endet mag keiner zu sagen, nur „Schnelligkeit“ und „Flexibilität“ sind die Eigenschaften, die der aktive Marktteilnehmer von morgen umsetzen muss, wenn er weiterhin zu den aktiven gehören möchte.

    Wird es also ruhiger, einfacher und angenehmer für die Teilnehmer der Medienbranche? Ich glaube nicht.
    Ein paar mehr Teilnehmer der Microrevolution werden wohl in den kommenden Zeiten gefressen werden. Nur die nächste “Revolution“ mit der Umsetzung von Adam Smiths Wettbewerbstraum kündigt sich via Internet mehr und mehr an.

    Ich bin gespannt auf weitere Überlegungen und Ansätze von anderen Mitdenkern.

    Grüße
    Michael Wnuk
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  • Klaus Plaumann
    Klaus Plaumann
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    Re^3: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
    Diesen Artkel habe ich für redbox.de geschrieben- es geht auch um das Thema Fotografie im 21. Jahrhundert.., A
    Ich finde die Diskussionen hier übrigens sehr interessant, auch die unterschiedlichen Meinungen gefallen mir.


    Sind Fotos nichts mehr Wert? Bildagenturverband CEPIC setzt sich für Bildrechte ein


    Klaus Plaumann, Vizepräsident des europäischen Verbandes CEPIC, über den Verband und die Bekämpunfg des Google Book Settlement.

    Google mischt auf dem Bildermarkt mit. Die Bildprofis befürchten, dass die Riesenkrake Google bald auch noch die Bilderwelt umklammern wird. CEPIC, Centre of the Picture Industry, die europäische Institution der Bildagenturen, kämpft für die Bildrechte und den Wert der Bilder in der EU.
    Im Bereich der kommerziellen Stock-Fotografie haben sich die Zeiten geändert. Die Preise sind, ähnlich wie auf dem Lebensmittel-Markt, ständig gesunken, Bildagenturen verabschieden sich vom Markt, weil sie nicht mehr genug umsetzen. Denn der Konkurrenzdruck wird ständig größer, vornehmlich bestimmen heute die Marktführer Getty und Corbis die Richtung und das Preisniveau. Und die Discounter mit Microstock-Angeboten wie Fotolia oder Dreamstime gewinnen immer mehr Marktanteile. 125 Millionen Downloads bei Shutterstock seit der Gründung 2003 sprechen Bände. Sogar der 'Stern' hat schon ein iStock-Foto für ein paar Euro auf der Titelseite platziert.
    In Europa gibt es eine Institution, die sich um die Wirtschaftsinteressen und die Wahrung der Rechte von Bildarchiven und Bildagenturen kümmert: CEPIC, Centre of the Picture Industry. Der europäische Verband, 1993 vom damaligen Geschäftsführer der Bildagentur AKG, Justus Göpel, in Berlin gegründet und in Frankreich registriert, setzt sich aus Verbänden in den europäischen Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Holland, Portugal, Schweiz und Spanien zusammen.
    Hierzulande ist der deutsche Bildagenturverband BVPA bei der CEPIC vertreten, der seit 2009 auch den Vizepräsidenten stellt. Das CEPIC Büro wird von der Französin Sylvie Fodor, Executive Director, in Berlin geleitet.
    Insgesamt gehören über die nationalen Verbände mehr als tausend Bildagenturen dazu. Sie eint die gemeinsame Absicht, als die Stimme der Bildagenturen in Europa wahrgenommen zu werden, um gemeinsam für Ziele zu kämpfen, die alle Bildagenturen, alle Bildlieferanten, in allen Ländern betreffen.
    Der Schutz des Copyrights steht bei den Aktivitäten mit an erster Stelle. Bei dem heutigen Massenangebot auf dem Bildermarkt - und hier sprechen wir global von Milliarden Fotos in ungezählten Datenbanken, bei ganz unterschiedlichen Angebotsvarianten und Preisen - ist der Missbrauch der Verwendungen nicht zu unterschätzen. Und je mehr Amateure ihre Fotos bei Microstockagenturen unterbringen, je weniger wird der Wert eines Bildes vom Nutzer richtig bewertet. Dafür müssen die Firmen Sorge tragen, die von dem Einkommen aus den veröffentlichten Fotos ihre Geschäfte betreiben.
    Dazu kommt noch die kostenfreie Nutzung von verwaisten Bildern (Orphan works), die sich keinem Produzenten zuordnen lassen, und der Eingriff von Google in die Rechte der Bildinhaber, mit dem beabsichtigten Google Book Settlement. In Europa war die CEPIC aktiv an der Verhinderung dieser Vereinbarung beteiligt. Es ging dabei um die Rechte an Büchern, die auch mit Fotos ausgestattet sind, für die Google nur einen ganz geringen Beitrag zahlen wollte.
    Der EU-Medienkommissarin Vivian Reding wurde in Brüssel von der CEPIC-Präsidentin Christina Vaughan ein CEPIC-Statement überreicht. Dieses Papier wies eindeutig darauf hin, dass die Position der Bildagenturen und anderer betroffener Verbände wie etwa der Börsenverein des deutschen Buchhandels durch die Google-Aktion stark gefährdet sind. Mit den deutlichen Aktionen der CEPIC und den Gegenstimmen der US-Justiz wurde das Google-Ziel bisher verhindert. Sylvie Fodor war mehrfach mit Vorträgen über das Thema bei der EU in Brüssel aktiv daran beteiligt - und wird weiter dabei sein.
    Ein wichtiges Merkmal der CEPIC ist der jährliche Congress der in wechselnden europäischen Städten veranstaltet wird.
    2009 war es Dresden, in diesem Jahr wurde Dublin, The Wold Heritage City of Literature 2010, ausgewählt. Bei diesem Congress treffen sich bis zu tausend Profis aus der visuellen Kommunikationsbranche. Agenturbesitzer, Manager und Entrepeneure sind dabei, um Ideen auszutauschen und natürlich um Geschäfte zu machen in dem riesigen Branchen-Netzwerk. In diesem Jahr wird der Congress noch durch eine New Media Conference erweitert.
  • Klaus Plaumann
    Klaus Plaumann
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    Re^4: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
    HIER NOCH EINE INFO, die auch auf redbox.de veröffentlicht war.

    Um z.B.das Thema Microstock für alle Fotografen in Europa sichtbar und verständlicher zu machen, hat die CEPIC, neben dem jährlichen Congress zusätzlich eine NEW MEDIA Conference organisiert. Ich lade jeden Fotografen dazu herzlich ein- denn nirgendwo lässt sich dieses Geschäft besser verstehen, als auf dieser Conference. Wir haben die wichtigen Leute der Branche dazu eingeladen, es wird Diskussionen und Vorträge geben, aus denen man lernen kann, in welche Richtung sich das Geschäft bewegt, wie man damit Geld verdienen, welche Voraussetzungen man als Fotograf erfüllen kann.
    Ich habe mir einige der Sprecher und Referenten im letzten Oktober in New York bei der UGCX-Conference angehört und war davon sehr begeistert.
    Hier dazu einige Infos. Auf englisch ist auch detailiert alles auf http://www.cepic.org zu finden.

    Cepic New Media Conference
    Am Mittwoch, den 9. Juni 2010in Dublin, Irland

    Cepic, Centre Of The Picture Industry, ist die europäische Dachorganisation, die mit 10 Mitgliedsverbänden aus Europa, wie dem BVPA in Deutschland, zusammen mehr als Tausend Bildagenturen, Bild-und Pressebildarchive vertritt.
    Mit dem Cepic Congress, der jedes Jahr in einer europäischen Stadt veranstaltet wird, wurde das weltweit größte Netzwerk der Bilderindustrie geschaffen.
    Die ruhigen Zeiten in denen hohe Preise und Rights Managed-Fotos allein das Geschäft bestimmten, sind vorbei. Nach den Veränderungen durch Royalty Free kam Microstock dazu und ist nicht mehr wegzudenken, auch wenn das in Deutschland gern verdrängt wird. Auch Fotografen und Bildagenturen sind ein Teil des Wirschaftsgeschehens, an dem die Veränderungen nicht unbemerkt vorüberziehen. Jeder Fotograf kennt den Preisverfall und die unguten neuen Bedingungen für Auftragsfotografie, Reportagefotografie verschwand im Nirvana.
    Verdrängen und Ratlosigkeit hilft aber nicht weiter. Das neu gewählte CEPIC-Commitee nimmt die rasanten Veränderungen der Branche sehr ernst und gibt den Congress-Besuchern in diesem Jahr deswegen die Möglichkeit, sich bei den neuen Anbietern und Produzenten direkt zu informieren, um damit zu lernen, neue Ideen zu entwickeln und neue Wege zu finden, um weiterhin gute Geschäfte mit Fotos zu machen, auch wenn sie anders sind als früher. Das Cepic-Commitee hat auch die US-Fotografenverbandspräsidenten, den freelens-Geschäftsführer Lutz Fischmann und weitere Fotografenverbände nach Dublin eingeladen. Damit sie sich ein Bild von den Veränderungen und neuen Möglichkeiten machen können-und Gespräche zusammen führen können, um einen internationalen Austausch der Probleme, die in jedem Land der Welt ähnlich sind, zu ermöglich. Sie haben alle zugesagt.

    2010 bietet die CEPIC deswegen einen zweiten Event als Ergänzung zu dem etablierten Congress in Dublin an:

    Am 9. 6. 2010, von 9h – 18h, einen Tag bevor der offizielle Congress startet, gibt es eine New Media Conference .

    Willkommen sind, auf dieser Veranstaltung, neben den Bildagenturen und anderen Interessenten aus der Medienbranche, vor allem Fotografen, die Produzenten der Bilder, die von den Agenturen und Archiven vermarktet werden. Auf der Konferenz können sie von den führenden Fotografen des Microstock-Geschäftes z.B. erfahren, wie man auch damit erfolgreich sein kann.


    Die Cepic New Media Conference wird organisiert und moderiert von Lee Torrens, in der Bilderbranche etabliert mit seinem Blog Microstock Diaries und als Organisator von UGCX-Veranstaltungen in den USA.

    Bei dem Extra-Tag, mit Diskussionsrunden und Vorträgen von wichtigen Akteuren der Branche werden u.a. Themen wie Microstock, Metadaten, Video-Clips und der Nutzen von Social Media (Facebook, Xing, Twitter) als gute Möglichkeiten des Austausches untereinander angeboten. Wichtige Themen sind außerdem die Veränderungen und die Zukunft der Bilderindustrie. Die Einführungsrede an diesem Tag wird einer der weltweit erfolgreichsten Microstock-Fotografen halten: Yuri Arcurs.

    Klaus Plaumann, Vice President Cepic .

    Hier das geplante Pogramm:

    Ort: Dublin, Irland, Aviva-Stadium

    08:00 H - Registrierung & Frühstück
    09:00 H - Keynote Sprecher Yuri ARCURS
    09:50 H - IPTC Photo Metadata Conference
    11:30 H – „Making Millions with Microstock, one Euro at a time“
    (Sprecher : Lee TORRENS, Andres RODRIGUEZ, Tyler OLSON, Jonathan ROSS, Serban ENACHE)
    12:50 H - Mittagessen
    13:30 H – „Using New Media Tools to Get Business, not just more friends, followers and fans“ (Sprecher : Beate CHELETTE, Marko ONK)
    15:00 H - Stock Video : Where the Action Is ! (Sprecher : Andy GOETZE, Dittmar FROHMANN, Tom BENETT)
    16:30 H – „What's next ? How will the stock media business evolve „? (Ellen BOUGHN, Rahul PATHAK, Shannon FAGAN, Taylor DAVIDSON, Kelly THOMPSON
    18:00 H – Veranstaltungsende


    Der Eintrittspreis beträgt für Fotografen 190,-- Euro.
    Hier kann man sich anmelden:
    http://www.trippus.se/eventus/eventus_cat.asp?EventusCat_ID=...

    Günstige Möglichkeiten für die Hotel-Übernachtung in Dublin ab75,-- Euro findet man hier: http://www.cepic.org/congress/2010/where_to_stay
    Bei weiteren Fragen hier die Kontaktdaten:
    CEPIC, Centre of the Picture Industry,
Fritschestraße 22,
10585 Berlin Tel. 030.88 91 01-60
Fax 030.88 91 01-61
    http://www.cepic.org
  • Christian Strupp
    Christian Strupp
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    Re^4: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
    Hallo,

    Im Bereich der kommerziellen Stock-Fotografie haben sich die Zeiten geändert. Die Preise sind, ähnlich wie auf dem Lebensmittel-Markt, ständig gesunken,
    Die Preise im Stock-Fotografie-Bereich sind auf ein Zwanzigstel oder noch weniger zusammengeschnurrt.
    Das ist bei Lebensmitteln doch etwas weniger drastisch. Der Dreck, den man in die Wurst pressen kann, ist nicht beliebig vermehrbar, und die Bereitschaft von Hobby-Metzgern, ein Filetstück für 4 Cent zu verscherbeln, eher begrenzt.

    Und die Discounter mit Microstock-Angeboten wie Fotolia oder Dreamstime gewinnen immer mehr Marktanteile. 125 Millionen Downloads bei Shutterstock seit der Gründung 2003 sprechen Bände.
    Frau Schmidt, Sie sind doch Agentur-Profi und kennen sicher die nüchternen Zahlen hinter den Download-Millionen. Gibt es Microstocks, die Gewinne machen? Wie ist die Tendenz bei den Microstocks?

    Ich bin sehr gespannt auf Zahlen!

    Grüße
    Chr. Strupp
  • Michael Wnuk
    Michael Wnuk    Premium Member
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    Re^5: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
    Hallo Xingmembers!

    Ich denke mal, jeder Beteiligte in diesem Stream weiß, dass Bildagenturen seit jeher nur sehr spärlich Zahlen herausgeben. Das haben Bildagenturen in der Vergangenheit nicht getan und werden es auch in der Zukunft nicht tun.
    (Exkurs: Und die Zahlen, die zur Zeit bekannt werden bzw. bekannt gegeben werden müssen, zeigen auf, dass es die gesamte Bandbreite nicht einfach hat … siehe z.B. Action Press uvm.)
    Im ganzen bringt so eine Frage nach Zahlen den Verlauf dieses Austausches daher nicht wirklich weiter.

    Ich hoffe, dass dieser Stream nicht in einer gegenseitigen Schuldzuweisung endet wie leider viele vorherige Artikel in anderen Foren, sondern dahingehend verläuft, dass man ein Klima schafft, bei dem vielleicht mal mehrere Beteiligte von der Abnehmer und Anbieterseite (von Verlagen bis hin zu Bildagenturinhabern) gemeinsam überlegen können, was die „Internetrevolution“ und die sich anschließende Microstockrevolution, die JEDEN AKTEUR der Medienbranche betrifft, mit sich bringt.

    Grundlegende Dinge, die wir dabei meiner Meinung nach nicht mehr rückgängig machen können, sind:
    - Der „Bilder“markt ist ein Nachfragemarkt.
    - Das Internet hat vieles revolutioniert.
    - Das Internet wird weiterhin vieles revolutionieren.
    - Microstock ist ein fester Bestandteil des Bildermarktes geworden und kein kurzlebiges Phänomen.
    - Nicht nur die Anbieterseite steht vor gewaltigen Herausforderungen, sondern auch die Abnehmerseite.
    - Gerade im Internet ist es möglich, die Marktwirtschaft, wie sie Adam Smith sehen wollte, umzusetzen. D.h. für den einzelnen Anbieter in Deutschland: Das, was wir an Konkurrenzsituationen, Mircostocktrend, wirtschaftlichen Umwälzungen und Unsicherheiten erleben, ist nur der Anfang von weiteren gewaltigen Veränderungen.

    Grüße
    Michael Wnuk
    This post was modified on 18 May 2010 at 02:51 pm.
  • Christian Strupp
    Christian Strupp
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    Re^6: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
    Hallo,

    Ich denke mal, jeder Beteiligte in diesem Stream weiß, dass Bildagenturen seit jeher nur sehr spärlich Zahlen herausgeben. Wenn die Zahlen halbwegs präsentabel wären, würde man welche zu sehen bekommen.

    Grundlegende Dinge, die wir dabei meiner Meinung nach nicht mehr rückgängig machen können, sind:
    - Der „Bilder“markt ist ein Nachfragemarkt.
    Was meinen Sie mit "Nachfragemarkt"?
    Dass die Nachfrage größer ist als das Angebot?

    - Das Internet hat vieles revolutioniert. - Das Internet wird weiterhin vieles revolutionieren. Ja, das ist sicher schon einigen aufgefallen.

    - Microstock ist ein fester Bestandteil des Bildermarktes geworden und kein kurzlebiges Phänomen. Eben das bleibt abzuwarten. Ein Markt, auf dem kein Geld verdient wird, hat wenig Zukunft.

    - Nicht nur die Anbieterseite steht vor gewaltigen Herausforderungen, sondern auch die Abnehmerseite. ...
    Das, was wir an Konkurrenzsituationen, Mircostocktrend, wirtschaftlichen Umwälzungen und Unsicherheiten erleben, ist nur der Anfang von weiteren gewaltigen Veränderungen.
    Ja, das ist kaum zu übersehen.

    Spannend ist wirklich, was in 10 oder 20 Jahren aus den Printmedien werden wird. Wenn dann alle großen Zeitschriften ihre Redaktionen auflöst haben und nur noch Freie ("Blogger") schreiben, das Ganze nicht mehr auf Papier, sondern auf Playern á la iPad (nur besser und hoffentlich ohne Inhaltskontrolle durch den Hersteller) - und immer mehr Leuten egal ist, was für ein Dünnnsch*ss da geschrieben wird. Dann durchsucht eine Software den Text nach Schlüsselworten, wählt anhand der Schlüsselworte aus 140 Millionen Amateur-Bildchen ein "passendes" aus, packt das zum Text, die Agentur bekommt 8 Cent, der Fotograf 3 Cent, und keiner merkt, was er für einen Schwachsinn serviert bekommt.

    Das wird spannend...

    Grüße
    Chr. Strupp
    This post was modified on 18 May 2010 at 04:03 pm.
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  • Borg Enders
    Borg Enders
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    Re^7: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
    Hallo Herr Strupp,
    hier mal meine 5cent, wieso ich MicroStock für sinnvoll halte.

    Ich bin reiner Hobbyfotograf und bin sehr angetan von den Vermarktungsformen, die mir Mikrostock bietet.
    Ich habe als Hobbyfotograf hier ein Bild, dass mir inzwischen gut 150€ in 2 Jahren eingebracht hat. Dies finde ich schon ein sehr gutes Ergebnis und als Hobbyfotograf ist diese Platform genau mein Medium, um mit Fotos mein Hobby mit zu finanzieren.

    Für Profifotograf verstehe ich natürlich, dass Microstock ihnen nicht genug Profit abwirft. Aus meiner Sicht sollte ein Profifotograf sich aber auch zum Großteil über Auftragsgeschäft finanzieren und was spricht dann dagegen, dass sie die "Abfallprodukte" (Schnappschüsse nebenher, B-Klasse Fotos) über Fotoagenturen anbieten, um so noch den einen oder anderen Euro dazu zuverdienen.

    Microstock konkurriert doch in keinster Weise mit Auftragsgeschäft für Reportagen:
    - keiner findet in Microstock seine Hochzeits oder Bewerbungsfotos
    - keiner findet in Microstock Reiseaufnahmen, die genau eine Dokumentation untermauern oder hier einen fotogradischen roten Faden haben.

    Microstock bietet Fotos zur Webpagegestaltung, zur Illustration von Artikeln, wo nur einzelne Bilder benötigt werden und wo man sonst eher Archivaufnahmen verwendet hätte, als mal eben ein aktuelles Bild für wenige Euro zu kaufen.

    Ich persönlich denke Microstock ist eine wertvolle Bereicherung des Angebotportfolios.

    Zu den Umsätzen von Microstock-Agenturen, wenn ich nur meine Verkäufe auf einigen großen Portalen gegenüber den Hosting-Kosten für mein Bildmaterial betrachte, denke ich rentiert sich dies durchaus.

    MFG Borg Enders
    This post was modified on 18 May 2010 at 05:18 pm.