Stockfotografie und Bildagenturen
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Borg EndersThe company name is only visible to registered members.Re^9: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
Hallo Herr Oliver,
es tut mir sehr leid, dass sie dies so sehen.
Ich komme aus der Software-Branche und hier ist mit Open-Source genau der selbe, wenn nicht noch ein stärkerer Trend, zu beobachten.
Open-Source Programme konkurrieren mit kommerziellen Programmen und Programmierern....
Dies bedeutet aber in keinster Weise das ein Open-Source Programmierer einem guten professionellen Programmierer den Job raubt...
Es bedeutet lediglich, dass manch "Professioneller" plötzlich feststellt wie wenig professionell er ist, weil er von den Krummen am Kuchen-Rand lebt, anstelle sich ein richtiges Stück aus dem Kuchen zuschneiden.
Dies mag polemisch klingen, aber am Ende läuft doch alles auf eins raus:
"Survival of the fitest"...
und das funktioniert eigentlich recht gut...hiermit konnte selbst der Dodo lange überleben.
Also warten wir doch einfach ab, wer die Dodos sind und wer nicht...Die Zeit wird dies zeigen.
MFG Borg Enders
P.S.: Bezug nehmend auf ihr Zitat. Es scheint im ersten Moment zu passen. Aber der Unterschied ist doch im Gegensatz zum Schreiber, braucht ein Fotograf eine Ausstattung, die sich kein Hobbyfotograf leisten kann/wird.
Kein Hobbyfotograf kann konkurieren mit professionellen gut ausgeleuchteten Studieaufnahmen.
Hobbyfotografen zeigen teilweise gut gemachte Schnappschüsse, Schnappschüsse auf die kein professioneller Fotograf 2 Minuten verschwenden sollte...
Was sie wirklich aufregen sollten, sind nicht die kleinen Hobbyfotografen, sondern die Yuri Acurs dort draussen, die ihre professionellen Aufnahmen verramschen.
Fazit: Ohne Microstock hätte ich nie einen Cent mit fotografieren verdient. So habe ich in gut 2 Jahren 400€ verdient.
Wenn sie sich durch Fotografen, wie mich bedroht füllen, sollten sie sich nach einem neuem Job umschauen.
Und ich würde auch nie eine Fotoserie an z.Bsp. National Geographic für nichts geben, so dumm ist auch kein Hobbyfotograf.
This post was modified on 18 May 2010 at 11:22 pm.- 18 May 2010, 11:12 pm
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Christian StruppThe company name is only visible to registered members.Re^10: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
Hallo,
Aus meiner Sicht sollte ein Profifotograf sich aber auch zum Großteil über Auftragsgeschäft finanzieren Warum sollte er das? Es gab sehr viele Profis, die ausschließlich und gut von Stockfotografie gelebt haben, ein paar schaffen das immer noch.
und was spricht dann dagegen, dass sie die "Abfallprodukte" (Schnappschüsse nebenher, B-Klasse Fotos) über Fotoagenturen anbieten, um so noch den einen oder anderen Euro dazu zuverdienen. 1. gibt es Jobs, bei denen _darf_ man die Zweitschüsse nicht selbst verwerten, wegen Markenrechten, Personlichkeitsrechten und Nutzungsrechten des Kunden.
2. wenn Sie an einem Job richtig arbeiten, machen Sie keine "Schnappschüsse nebenher"
3. Meine "Abfallprodukte" und "B-Klasse-Fotos" werden gelöscht.
Microstock bietet Fotos zur Webpagegestaltung, zur Illustration von Artikeln, wo nur einzelne Bilder benötigt werden und wo man sonst eher Archivaufnahmen verwendet hätte, als mal eben ein aktuelles Bild für wenige Euro zu kaufen. Weiter oben wurde erwähnt, dass der "Stern" sogar für den Titel bei Microstocks einkauft.
Es kauft halt nicht nur der Drei-Mann-Handwerksbetrieb die Freundin von Yuri Acurs als Telefonistin für seine Homepage, sondern die Deutsche Bahn bekommt für 8,99 € einen Aufmacher für ihre Website.
Und da kann ich nur sagen: Wer einem Konzern ein Foto für so wenig Geld überlässt, hat kräftig die Kappe verbogen.
Dies bedeutet aber in keinster Weise das ein Open-Source Programmierer einem guten professionellen Programmierer den Job raubt...
Naja. Wenn mal genug Leute merken, dass man mit OpenOffice bestens ohne MS Office auskommen kann, wird das sogar bei MS Folgen haben.
Aber der Unterschied ist doch im Gegensatz zum Schreiber, braucht ein Fotograf eine Ausstattung, die sich kein Hobbyfotograf leisten kann/wird. Eben das hat sich geändert. Früher wurde man bei Bildagenturen schief angeschaut, wenn man mit einem 6x6 cm Dia gekommen ist, weil die lieber 6x9 oder besser 4x5 inches haben wollten. Das waren dann wirklich 30.000 DM für Fachkamera inkl. Optiken.
Heute kauft der Hobbyist eine D700 oder 5D und zwei 2,8er Optiken und liefert damit die gleiche technische, von den Agenturen akzeptierte Qualität wie der Profi mit der D3 oder der 1D.
Kein Hobbyfotograf kann konkurieren mit professionellen gut ausgeleuchteten Studieaufnahmen. Er kann aber heute mit einem Lichtzelt, drei Lampen und o.g. Kamera diesen ganzen Freisteller-Symbol-Kram liefern, für den man vor 15 Jahren eine Mittelformat oder Großformat und eine Studioblitzanlage gebraucht hat. Und jeder Schuss hat mit Polaroid vorweg und 3 Dias 4x5 inches 30 DM gekostet.
Was sie wirklich aufregen sollten, sind nicht die kleinen Hobbyfotografen, sondern die Yuri Acurs dort draussen, die ihre professionellen Aufnahmen verramschen. Acurs hat in einem Interview, bzw, es war eher ein PR-Beitrag, den der "Spiegel" hinternküssend ins Heft geschoben hat, gesagt, dass er wohl noch zwei oder drei Jahre von dieser Fotografie leben könne.
So habe ich in gut 2 Jahren 400€ verdient. Nein. Nicht verdient, sondern _umgesetzt_.
Das dürfte nicht mal den Wertverlust Ihrer Kamera decken.
Wenn sie sich durch Fotografen, wie mich bedroht füllen, sollten sie sich nach einem neuem Job umschauen. Kein Profi fühlt sich durch _einen_ Hobbyisten bedroht.
Wenn aber 1000 Hobbyisten, ihren Kapitaleinsatz und Zeitaufwand ignorierend, massenweise Bilder produzieren und für 1/20stel des Preises, den der Profi erlösen müsste, verscherbeln, bekommen ein paar Profis ein Problem.
Und ich würde auch nie eine Fotoserie an z.Bsp. National Geographic für nichts geben, so dumm ist auch kein Hobbyfotograf. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was hundertausende von Hobbyisten und Profis dafür tun würden, um für lau ein Bild im NG unterzubringen.
Und hunderttausende Hobbiysten freuen sich darüber, wenn Mineralölkonzerne, internationale Banken, weltweit tätige Verlage und sonstige Konzerne ihre Blümchenbilder, Windkraftanlagen, lachenden Kinder am Strand und Mohnblumenwiesen für 4,99€ in den Geschäftsbericht oder das Editorial packen.
Das ist schon komisch: Wenn man zu seinem hobbygärtnernden Nachbarn rüber ginge und dem sagte: "He, Du bekommst 4,99€, wenn Du mir auch den Rasen mähst!", würde der einen wahrscheinlich mit dem Rasenmäher überfahren. Hobbyfotografen finden das toll.
Gute Nacht.
Chr. Strupp
This post was modified on 19 May 2010 at 12:15 am.- 19 May 2010, 12:10 am
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Borg EndersThe company name is only visible to registered members.Re^12: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
Abschliessend:
ich habe 400€ verdient. Als Hobbyfotograf hat meine Kamera keinen Wertverlust, den ich dagegen aufrechne, es ist ein Hobby-Artikel. Ich investiere in dieses Hobby und finanziere einige dieser Kosten über diese Bilder.
Die wenigsten meiner Bilder sind auf einem Niveau, dass ich die über Stockfotografie verkaufen könnte und unter Strich lohnt sich Stockfotografie für mich nicht, ich habe aber sehr gute verdienste über Microstock. Vergleiche zw. PantherMedia (low-level Stockfotografie und Fotolia haben bei mir schon vor Jahren gezeigt, dass die höhere Verkaufsanzahl die niedrigen Einnahmen pro Verkauf mehr als aufgewogen haben.)
Eine Amateur-Ausrüstung kostet im Schnitt 1000-1500€ (z.Bsp EOS-450D mit 1-2 Objektiven). Eine Profiausrüstung fängt bei 5000€ an. Hier ist immer noch ein großer qualitativer Unterschied.
Ich würde auch alles tun ein Bild im NG zu platzieren, aber keine Bilderserie, die ich speziell mit viel Aufwand gemacht habe.
- 19 May 2010, 2:37 pm
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Michael Wnuk Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^13: Frisst die Revolution bald ihre Kinder?
Hallo Zusammen!
Dieser Stream wird immer vielfältiger und interessanter.
Ich fand den Bericht „Re 8“ von Herrn Hennig sehr interessant. Ein etwas älterer Mann, anscheinend aus den USA, regt sich über die Entwicklung in der Medienbranche auf.
Das unterstreicht natürlich, dass die gegenwärtigen Umwälzungen wirklich weltweit ablaufen und „alle“ Menschen, also nicht nur die in Deutschland, stark herausfordern.
Zitat von Hr. Strupp: „Eben das bleibt abzuwarten. Ein Markt, auf dem kein Geld verdient wird, hat wenig Zukunft.“
Dieser Punkt ist gegenwärtig wirklich sehr interessant. Der Goldrausch auf dem Bildermarkt ist vorbei und man kann wirklich gespannt sein, wer so alles in 2010 – 2012 übrig bleibt und wer in ein anderes „Goldschürftal“ weiterziehen wird.
- Die großen Microstocks werden u. U. weiterhin genug verdienen, um am Laufen zu bleiben bzw. vielleicht noch mehr Zulauf haben (!?)
- Die Geldgeber der mittelgroßen Bildagenturen (Kapitalgesellschaften) werden sich anderweitig umsehen, um das Geld gewinnbringender zu investieren.
(Zu berücksichtigen wären natürlich das Anschließen von mittleren Agenturen in Suchnetzen wie Fotofinder, Apis usw.)
Es fällt ebenfalls in Fotografenforen wie Relota auf, dass nicht wenige „Hobby“fotografen berichten, dass ihre Einnahmen gerade bei mittelgroßen Allgemeinanbietern gegenwärtig stärker rückläufig sind.
- Die Kleinen werden sich wohl aufgrund geringer Fixkostenblöcke und einer größeren Flexibilität einfach je nach Projektumfang anpassen.
Als Ergebnis ist aber wohl dennoch für den größten Teil einzelner Fotografen festzuhalten, dass die Situation der Verdienstmöglichkeiten sich auch in Zukunft nicht gerade verbessern wird.
Zitat von Hr. Strupp: „Spannend ist wirklich, was in 10 oder 20 Jahren aus den Printmedien werden wird. Wenn dann alle großen Zeitschriften ihre Redaktionen aufgelöst haben und nur noch Freie ("Blogger") schreiben … und keiner merkt, was er für einen Schwachsinn serviert bekommt.“
Da steckt einiges drin, was aber als eine verständliche „Reaktion“ von dem normalen Durchschnittsmenschen auf die gewaltige Kommunikations- und Informationsexplosion der letzten Jahre zurückzuführen ist. Handy und Internet brachten so große Veränderungen für die Menschen mit sich, dass der Durchschnittsbürger mit einer nie dagewesenen Informationsflut überrollt wurde / wird. Da ist es verständlich, dass wir unsere Tiefgründigkeit der letzten Jahre in den Medien nicht mehr halten können.
Das Stichwort: Verflachung und Emotionalisierung der Berichterstattung wird immer realer. Und so wird man sich wohl noch häufiger als ohnehin abends in den Hauptnachrichten Berichte über eine Tigergeburt in einem taiwanischen Zoo (den wirklich gar keiner in Deutschland kennt) ansehen müssen und die Frage stellen: Schön emotional … aber was haben solche Themen in den Hauptnachrichten zu suchen?
Auch gilt es einzugestehen, dass nicht wenige der bisherigen Einnahmemöglichkeiten für professionelle Fotografen mehr und mehr wegbrechen. Da ist es dann schon ein Unterschied, ob jemand sein Hobby mitfinanziert oder versucht davon zu leben.
Da sich vieles ins Internet verlagert, reicht dabei auch häufiger eine geringere Qualität, da die Qualitätsansprüche für Monitorbilder oder Thumbnails bei weitem nicht so hoch sind wie für Prints.
Auch wenn so einige Kinder gefressen werden, wird der einzelne Teilnehmer nicht darum herumkommen, anzufangen, Medienwelt, Bildermarkt und Fotografie komplett neu denken und angehen zu müssen.
Microstock ist dabei in meinen Augen nicht die Hauptgefahr, sondern eher die Trägheit des Einzelnen, das Gewohnte nicht verändern zu wollen und zu meinen, man könnte sich dem weltweiten Wettbewerb und den Folgen des sich immer mehr ausbreitendem Internets schon irgendwie entziehen.
Was man aber trotz aller Schwierigkeiten als Selbstständiger, Freelancer bzw. Akteur der Medienbranche auch zugegeben muss:
- trotz schwieriger Zeiten haben die europäischen Teilnehmer der Medienbranche mit die weltweit beste Ausgangsposition, die kommenden schwierigen Zeiten zu meistern!
- Wir haben ein stabiles politisches System (im Vergleich zu anderen Teilen der Welt)
- Wir haben Absicherungen, von denen ein Großteil der Weltbevölkerung nur träumen kann.
- Wir haben mit die besten technischen Voraussetzungen, die selbst dem einzelnen Fotografen (Selbstständigen - Freelancer) völlig neue Möglichkeiten eröffnen.
Ich bemerke vermehrt in Gesprächen, dass diese guten Voraussetzungen fast gar nicht mehr gesehen werden und man sich lieber darauf konzentriert, das Negative zu betonen.
Wenn der Einzelne es nicht versteht bzw. den Willen hat, so einen Steilpass (der guten Ausgangsposition) anzunehmen und zu verwerten … sollte er erst gar nicht aufs Spielfeld auflaufen.
Nur eins steht fest, die Weltmeisterschaft wird kommen, egal ob der einzelne Lust zum Spielen hat oder nicht. Und spätestens dann wird bei den Akteuren ziemlich schnell klar werden, ob man die vorherige Zeit genutzt hat, sich fit zu halten und seine Techniken zu verbessern. Bei unserer Ausgangssituation, mit Einsatz, einem angemessenen Anteil an Glück und Zufall stehen für einen Mitspieler bei dieser und den kommenden WM’s immer noch die Chancen nicht schlecht, dass das Runde ins Eckige geht.
Grüße
Michael Wnuk
- 21 May 2010, 11:38 am
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