Storage Solutions

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  • Achim Grosser
    Achim Grosser    Premium Member   Group moderator
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    Geben CAS Hersteller zu ein Energiepoblem zu haben?
    Wertes Forum,

    mit Interesse lese ich auf einer Pressemeldung, das ein Storage Anbieter Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz seiner Maschinen anbietet.
    Anscheinend ist der Energieverbrauch der Storages ein Thema dem sich die Hersteller ernsthaft widmen.

    Frage an das Forum:
    - Wie sehen Sie den Energieverbrauch im Verhältnis zur Nutzung der verwalteten Daten, vielleicht in Sicht auf die Langzeitarchivierung von unstrukturierten Dateien?

    Bin auf Ihre Antworten gspannt!

    Grüße aus der sonnigen Pfalz!

    A. Grosser
  • Norbert Plasczyk
    Norbert Plasczyk    Premium Member
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    Re: Geben CAS Hersteller zu ein Energiepoblem zu haben?
    Hallo Herr Grosser,

    Wenn man davon ausgeht, das eine ordnende Hand, die eine Ausuferung der chaotische Vorgehensweise
    für die Archivierung von Daten und Inhalten nicht mehr in Erscheinung treten wird, so wird dieses
    Problem nur mit intelligenten Techniken zu lösen sein.

    Das Thema ständige wachsende Datenflut, Regularien, die eine Archivierung aller für
    geschäftliche und rechtlich relevante Vorgänge zur Folge hat und die technischen Möglichkeiten, wie
    so etwas in der Praxis erfolgen soll und das Thema Energiekosten, CO2 usw. stürzt uns in ein
    Dilemma.

    Ruhende Medien, so wie sie bisher traditionell benutzt worden sind (Tape, WORM, EO, CD, DVD, BlueRay usw.) verbrauchen recht wenig Energie, da diese nicht ständig bewegt werden müssen.

    Diese Formate und Formfaktoren ändern sich erfahrungsgemäß in Maßstäben für Archivierung recht geringen Zeiträumen, so dass in absehbaren Intervallen (5-10 Jahre???) die Daten auf neue, moderne Medien gebracht werden müssen. Diese Verfahren sind nicht immer trivial und nicht leicht zu beherrschen.
    Auch die Kontrolle der Datenintegrität gestaltet sich bei ruhenden Medien schwierig und das Auffrischen
    von Bandarchiven ist sicherlich auch mit hohen technischen und organisatorischen Aufwänden beaufschlagt.
    Tape, WORM, EO sind nicht wirklich Commodity Medien und daher nicht unbedingt preisgünstig, nicht zu vergessen die dafür benötigten Schreib- und Lesegeräte und Robotiken.

    Diese technischen Problematiken sind bei diskbasierenden CAS-Systemen wesentlich geringer. Es ist
    Commodity Technik. S-ATA besipielsweise ist recht preisgünstig. Die MTBF ist mittlerweile recht hoch, RAID-Schutz verbessert die Wahrscheinlichkeiten von hardwarebedingten Datenverlusten. Auf dem CAS-Softwarelayer werden Daten zusätzlich intelligent mit Fingerprint signierten Kopien über die darunterliegende Storageplattform verteilt.
    Die Integrität der Infrastruktur und der Daten kann leicht, permanent und durchgängig durch ausgereifte
    Verfahren (disk scrubbing) sichergestellt werden.

    Aber Platten brauchen dafür permanent Energie und erzeugen Wärme, die abgeführt werden muss.
    Für die Lösung dieser Probleme sehe ich folgende Möglichkeiten.

    1.) abschalten nicht oder wenig benutzter Plattenspindeln
    dafür könnte in Zukunft die so genannte MAID-Technologie eingesetzt werden.

    Wikipedia beschreibt die Funktion von MAID wie folgt:
    "Ein Massive Array Of Idle Disks (abgekürzt MAID) ist ein Disk Array, in dem einzelne Festplatten abgeschaltet werden, wenn diese nicht benötigt werden. Dies hat den Vorteil, dass der Energieverbrauch(und somit auch die Wärmeabgabe) erheblich sinkt. Typische Einsatzbereiche sind Anwendungen, die Daten auf einen begrenzten Bereich schreiben und danach nur selten lesen wie etwa Virtual Tape Libraries oder Systeme für Elektronische Archivierung"


    2.) Deduplikation
    Dieser Ansatz verfolgt die Vermeidung der mehrfachen Archivierung von ähnlichen Elementen. Stichwort:
    Attachments
    Durch intelligente Technologie könnte hier auch einiges an benötigten Speichervolumen eingespart werden.

    Dieses sind einige Ansätze, die mittelfristig in Produkten zu sehen sein wird.
    In Zukunft werden möglicherweise andere Technologien wie z.B. holographische Systeme andere
    Möglichkeiten erschliessen, die den Commodity-Ansatz mit dem Energiesparansatz in Einklang
    bringen könnten.

    Norbert Plasczyk
  • Achim Grosser
    Achim Grosser    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Geben CAS Hersteller zu ein Energiepoblem zu haben?
    Hallo Herr Plasczyk,

    inzwischen ist ettliche Zeit ins Land gegangen. Sie haben mir meine Argumente im Vertrieb dargestellt, genauso argumentiere ich auch. Bzw. argumentierte ich auch, denn mehr als ein Missionieren scheint das derzeit nicht zu sein. Die geneigte Kundschaft scheint tatsächlich ihre "Strategie" der Langzeitarchivierung an Quartalszahlen und Shareholder Value zu orientieren. Immer wieder bekomme ich gesagt, Plattenplatz kostet doch nix, Herr Grosser, wenn's klemmt kaufen wir noch Platten dazu. Ich habe das Missionieren für meinen Teil aufgegeben. Wer von mir eine DR550 oder eine Celera haben will, bekommt die auch, am besten gespiegelt vor Ort und redundant an einem anderen aufgestellt.
    Fraglich ist nur wie diese "Entscheider" in Zukunft dastehen, wenn die Energiekosten sich verdoppeln und Ökosteuern für Energieverbrauch entsprechend angehoben werden.

    Bei der Langzeitarchivierung zählt die Weitsicht, gerade bei den aktuellen Beschlüssen: Persönliche Identifikationsnummer für jeden Einwohner, aufbewahrt und nachvollziehbar bis x Jahre nach seinem Tod, Archivierungspflicht für jeden Telc-Dienstleister von Mails für einen bestimmten Zeitraum.
    Vor allem Staatliche Stellen werden hier in die Pflicht genommen, wir dürfen aber davon ausgehen, dass die Toll-Collect Spezialisten auch hier wieder mit Mio.-Subventionen aus der öffentlichen Hand rechnen können.

    Ich bin gespannt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Achim Grosser