Strukturwandel Schweiz

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  • Raffael A. Grassi
    Raffael A. Grassi    Premium Member   Group moderator
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    Lieber Herr Walter,

    Mit Interesse habe ich auf der Web-Seite des Schweizerbauern vernommen, wie erleichtert Sie über das Scheitern der Doha Runde sind.

    Details können hier nachgelesen werden: http://www.schweizerbauer.ch/htmls/artikel_17360.html

    Bei aller Rücksicht auf Ihre Klientel komme ich nicht darum herum, zu erwähnen, dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung zu den Verlierern gehört. Jeder Job, der an der Export & Dienstleistungs Industrie hängt, hat mit diesem Ausgang der WTO Gesprächen an Stabilität eingebüsst - jener Stabilität, die Sie seit Jahren für die Schweizer Bauern fordern - die am Subventionsnapf des Staates hängen.

    Wäre es nicht langsam an der Zeit, Ihren Mitgliedern zu erklären, dass sie sich auf härtere Zeiten einstellen müssen, wenn sie sich nicht dem Markt anpassen? Wäre es nicht an der Zeit, die Bauern auf den notwendigen Wandel vorzubereiten, für die der Bundesrat und wohl auch eine Mehrheit der Schweizer Bürger bereit wäre, nochmals zu investieren? Wäre es nicht endlich angebracht, Ihren Mitglieder die Fakten über den Unsinn der Agrarsubventionen zu erklären? Wäre es nicht an der Zeit, den längt notwendigen Strukturwandel in Angriff zu nehmen und die Schweizer Bauern auf eine Zeit vorzubereiten, wo sie im globalen Wettbewerb stehen und sich in erfolgreichen Nischen bewähren müssen? Wäre es nicht an der Zeit, den Goodwil der Schweizer Bevölkerung nicht länger zu strapazieren, die diesen Subventions-Unsinn seit Jahren über Ihre Steuern finanziert?

    Ich bin mir bewusst, dass dies alles happige Vorwürfe an Ihre Adresse sind. Aber Sie sind der Präsident des Bauernverbandes und tragen somit die Verantwortung für Ihre Mitglieder. Als Mitglied im Bauernverband hätte ich Mühe, mich von einem Würdenträger vertreten zu lassen, der mir nicht schonungslos alle Vor- und Nachteile meiner Situation aufzeigt. Sie beschützen Ihre Mitglieder auf eine verantwortungslose Weise - anstatt Ihnen zu sagen, dass ihnen vielleicht noch ein paar Jahre bleiben, sich dem Wandel hinzugeben - oder durch den Wandel eliminiert zu werden.

    Ich fordere Sie hiermit auf, Ihren Mitgliedern endlich die ganze Wahrheit zu erzählen. Das sind Sie als Präsident Ihren Mitgliedern schuldig. Wenn Sie weiterhin auf der Welle der Ignoranz reiten, wird sie eines Tages der Strukturwandel hinwegfegen...und Ihre Mitglieder gleich mit. Soweit muss es nicht kommen...es ist noch Zeit, sich anzupassen...Nutzen Sie die Gelegenheit, oder stellen Sie Ihr Amt zu Gunsten eines Mannes mit Visionen und Überzeugunskraft zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüssen

    Raffael Grassi, Strukturwandel Schweiz

    Zur Ihrer Verfügung:
    Das offizielle Dossier des SECO's zum Strukturwandel: http://www.seco.admin.ch/dokumentation/publikation/00004/000...
  • Pascal Merz
    Pascal Merz    Premium Member   Group moderator
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    Der offene Brief ist voll und ganz zutreffend..... Letztlich bleibt die Frage wie lange die Schweiz und andere Industriestaaten ihre Landwirtschaft noch schützen können ohne den Wohlstand in viel wichtigeren Wirtschaftsbereichen nicht zu gefährden. Wichtig scheint mir diesbezüglich auch noch die ethische Komponente zu sein, dass ein Abbau der landwirtschaftlichen Zollschranken für die Drittweltstaaten gegenüber den Industriestaaten endlich faire Wettbewerbungsbedingungen und neue Absatzchancen schaffen würde.