Strukturwandel Schweiz

Strukturwandel Schweiz

Posts 11-20 of 20
  • Raffael A. Grassi
    Raffael A. Grassi    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    @Frau Jakopic,

    Ich muss ein paar Zeilen zu Ihrem Statement loswerden...

    Silvija Jakopič schrieb:
    Die grosse unternehmerische Freiheit hätte jeder Bauer jetzt schon, aber sie nutzt ihm nichts. Es sei denn jeder Bauer ist Selbstvermarkter, wie jedes andere Handwerk auch.
    Hier bin ich mit Ihnen nicht einverstanden. Jeder Bauer hat doch die Möglichkeit, sich zu überlegen, was er produzieren könnte. Dabei fängt man ganz hinten an - beim Kunden...also was verlangt der Markt und kann ich bei den Preisen, die der Markt bereit ist zu bezahlen, meine Produktionskosten decken - letztlich davon leben. Mehr kann man eigentlich von einem Unternehmer nicht verlangen...aber es ist viel einfacher, zu schauen, wo kriege ich am meisten Subventionen - und das produziere ich dann. Das kann doch nicht wirklich ihr ernst sein, oder?

    Silvija Jakopič schrieb:
    Ein bäuerlicher Familienbetrieb kann nie ein Unternehmen sein und deshalb auf dem Markt auch nicht unternehmerisch auftreten.
    Das Video von Frau Chemam, ich erlaube es mir, es an dieser Stelle hier einzubauen, beweist das Gegenteil. Wer nachdenkt, mit der Natur produziert und nicht gegen sie, hat Erfolg und findet seine Abnehmer...

    Der Agrar-Rebell (aus Österreich):
    http://www.secret.tv/artikel2395462/Der_AgrarRebell

    Silvija Jakopič schrieb:
    Agrarfabriken, ist dass denn überhaupt erstrebens wert. Wenn ein Land, auch in Zukunft gesund essen will, muss es seine Bauern erhalten.
    Die Bauern werden ein Auskommen haben, wenn sie lernen zu produzieren, wonach der Markt verlangt. Sie müssen auch lernen, den Vertrieb mit zu beeinflussen - denn dort versickern heute auch viele Agrar Subventions-Millionen, von denen die Bauern nie was sehen. Ein Unternehmer schliesst seine Umwelt in die Planung mit ein.

    Silvija Jakopič schrieb:
    Ich denke der Staat muss lenkend und gerecht eingreifen, auch mit Subvensionen. Und diese Subvensionen haben auf keinen Fall was mit Almosen zutun.
    Die Aufgabe des Staates ist es, faire Rahmenbedingungen für alle zu schaffen. Landwirtschaftliche Produkte müssen einen Mindeststandard an Qualität erfüllen, damit sie verkauft werden dürfen. Die Konsumenten werden Ihr Urteil durch Kauf oder Nichtkauf fällen. Den Produzenten Geld zu geben, um sie künstlich am Leben zu erhalten, erachte ich nicht als hilfreiche Massnahme, jemanden in die Selbständigkeit zu begleiten.
  • Silvija Jakopič
    Silvija Jakopič
    The company name is only visible to registered members.
    Hallo Herr Grassi

    Raffael A. Grassi schrieb:
    Hier bin ich mit Ihnen nicht einverstanden. Jeder Bauer hat doch die Möglichkeit, sich zu überlegen, was er produzieren könnte. Dabei fängt man ganz hinten an - beim Kunden...also was verlangt der Markt und kann ich bei den Preisen, die der Markt bereit ist zu bezahlen, meine Produktionskosten decken - letztlich davon leben. Mehr kann man eigentlich von einem Unternehmer nicht verlangen...aber es ist viel einfacher, zu schauen, wo kriege ich am meisten Subventionen - und das produziere ich dann. Das kann doch nicht wirklich ihr ernst sein, oder?
    Die Bauern haben seit jeher für sich selbst und das Land die Nahrungsmittel produziert. Sie haben niemals und auch bis heute nicht am Markt vorbeiproduziert. "Alles was der Bauer produziert", wurde immer gebraucht, wird gebraucht und wird auch in Zukunft noch gebraucht werden. Aber bei der Masse der Bauern, und bei den relativ kleinen Berieben im Gegensatz zur Industrie, kann in dem Fall nicht rein unternehmerisch gedacht werden. Der Umgamg mit Tieren ist ein weiterer Faktor. Mit Tieren kann man nicht umgehen wie mit einem Sack Zement. Woher soll der einzeln Bauer den wissen das er diesen Monat mal zuviel Milch produziert, und am nächsten vieleicht zuwenig. Er kann nicht schnell mal die Kühe in die Ecke stellen, und sagen diese Woche produzieren wir nichts.
    Bei den Bauern muss der Staat lenken eingreifen. Die grossen Handelketten kaufen nicht bei 80.000 Bauern, die kaufen bei Grosskonzernen. Nur mit Marktwirtschaft lässt sich das Problem nicht lösen. Wie soll ein Bergbauer da noch mithalten können. Er produziert aber die beste Milch und das beste Fleisch. Und wenn Ihr das in Zukunft noch haben wollt, müsst Ihr auf Eure Bauern achten.

    Die Aufgabe des Staates ist es, faire Rahmenbedingungen für alle zu schaffen. Landwirtschaftliche Produkte müssen einen Mindeststandard an Qualität erfüllen, damit sie verkauft werden dürfen.
    Dass sehe ich auch so

    Schöne Grüsse Silvija
  • Raffael A. Grassi
    Raffael A. Grassi    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    @Silvija Jakopič,

    Silvija Jakopič schrieb:
    Die Bauern haben seit jeher für sich selbst und das Land die Nahrungsmittel produziert. Sie haben niemals und auch bis heute nicht am Markt vorbeiproduziert. "Alles was der Bauer produziert", wurde immer gebraucht, wird gebraucht und wird auch in Zukunft noch gebraucht werden.
    Dann erklären Sie mir mal, weshalb jedes Jahr im Wallis Tonnen von Tomaten in die Rhone geschmissen werden? Gibt es dafür denn Abnehmer oder macht man das nur aus reiner Blödelei? Und woher kommen die Milch- und Butterberge, die hier seit Jahrzehnten angehäuft wurden. Fakt ist doch, dass mit der Kostenstruktur der Schweizer Bauern auf dem Weltmarkt erst dann was absetzbar wird, wenn es zu dramatischen, globalen Versorgungsengpässen kommt - vorher ist das eine reine Illusion.

    Bei den Bergbauern bin ich Ihrer Meinung - diese haben einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Marktteilnehmern...aber der Agrar-Rebell zeigt es ja schön auf - es funktioniert - auch ohne Subventionen...vor allem deshalb, weil er sich gute Marktnischen gesucht hat.

    Sie müssen mich einfach mit Fakten überzeugen...
  • Silvija Jakopič
    Silvija Jakopič
    The company name is only visible to registered members.
    Raffael A. Grassi schrieb:
    Dann erklären Sie mir mal, weshalb jedes Jahr im Wallis Tonnen von Tomaten in die Rhone geschmissen werden?
    Hallo Herr Grassi

    Die Landwirtschaft in der Schweiz wird auf Grund der geografischen Lage nie zum Weltmarktpreis produzieren können. Wenn Sie sich nur daran orientieren, dann wäre besser die Baueren geben auf. Da müssen Sie sich schon entscheiden Herr Grassi.
    Dass Lebensmittel der Rhone landen, liegt doch nur an der falschen Politik. Der Agrar-Rebell ist für mich kein Beispiel das die Lösung bringt, das ist ein Einzelfall. Es gibt nicht soviel gute Marktnischen sodass jeder Bauer ein Agrar-Rebell sein könnte.
    Ich würde mich freuen wenn sich hier ein landwirtschaftlicher Fachmann zu Wort melden würde. Es wäre sicher sehr interessant.

    Schöne Grüsse Silvija
  • User photo
    Frei Martin
    The company name is only visible to registered members.
    Sehr geehrte Herr Grassi

    Mit Interesse habe Ihre Ausführungen betreffend Bedürfnisse der Landwirtschaft gelesen. Ich möchte auf einzelne Punkte eingehen.

    2. Sie schreiben, dass der Markt und die Produzenten meilenweit voneinander entfernt sind.
    Vor gut 10 Jahren hätte ich Ihnen recht geben, in den letzen Jahr wurde aber der staatlich kontrollierte Absatz, immer mehr von Privaten Organisationen oder Firmen übernommen. Z.b. Milchwirtschaft, die Milchkontigente werden spätestens 2009 aufgehoben, die Bauern müssen Ihren Abnehmer selber suchen und es gibt keine garantieren Absatz mehr. Diese Entwicklung ist auch in anderen Bereichen sichtbar.
    Die meisten Bauern wissen genau, was der Markt verlangt.

    3. Was wird produziert, was der Markt nicht verlangt?

    4. Betreffend Inovationen hat sich die Landwirtschaft in den letzen Jahren massiv gewandelt. Ich könnte Ihnen hunderte Beispiele von Innovationen aus der Landwirtschaft vorstellen.

    Das grundlegende Problem sehe ich in der Schweizer Agrarpolitik. Man will qualitativhochstende Produkte, die umweltbewusst produziert werden, am besten noch von einer Bergbauernfamilie und schlussendlich sollen diese Produkt zum Weltmarktpreis auf dem Ladentisch liegen.
    Wie soll das gehen?

    Aus zeitlichen Gründen, muss ich meine Ausführungen beenden.
    Freundliche Grüsse
  • Gabriele Weiss
    Gabriele Weiss
    The company name is only visible to registered members.
    Einen lieben Tag,,,,,

    Der mächtigste Staat auf Erden ist der ,der den Bürgern am meissten Freiheit und Selbstverantwortung gibt.
    Auch ich habe in meinem Beruf schon zahlreiche Landwirte begleitet und stelle ,wie überall eines fest ;

    Die Begrenzung leigt bei den festen unsinnigen Strukturen der Staatswesen, in einem Fokus der Geldkuh der weltweiten Lobbys.

    Wir sind in meinen Augen das Land ,dass in seiner Infrastruktur die optimalste Möglichkeit besitzt , ein integratives spiraldynamisches Strukturwesen in Gang zu bringen.

    Alles ist da ,ausser die spiraldynamische Bewegung .
    Die Pole sind in der Landes fahne gegeben : Rot der Sakrale teil im Boden , Weiss die Krone ,Fehlend nun die Dynamik und Bewegung der Pole aus der die Ganze ÖKO-ÖKO resultiert.

    @ noch etwas persönliches :

    Kennt jemand Landwirte und Vereinigungen ,die Landwirtschaftsgeräte zu verkaufen haben für den afrikanischen Kontinent. ? Mein Mann ist Unternehmer für afrikanische Staaten .

    Danke für Resonanz
    Ihre G.Chemam
  • Reto Donatz
    Reto Donatz    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    So viel ich weiss ist das nicht nur ein schweizerisches Problem. Alle Staaten subventionieren ihre Landwirtschaft massivst auch z.B. die USA und Japan.
    Die Landwirtschaft ist anscheinend der Grund wieso die WTO-Verhandlungen scheitern.

    Wäre es nicht so, dass unsere Berglandwirte bessere Chancen hätten, wenn der Agrarhandel frei wäre. Dann würden die heute billigen mit Chemie und weiss was noch aufgepäppelten Lebensmittel nicht mehr so billig sein.

    Nur wer wirft den ersten Stein, äh Freihandelsvertrag?

    Gruss
    Reto Donatz
  • Reto Donatz
    Reto Donatz    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Liebe Frau Chemam

    Sie sprechen für mich leider Chinesisch. Nichts gegen Chinesisch. Ich verstehe ihre Sprache einfach nicht.

    Können Sie ihre Sprache auf das Niveau eines einfachen Städters bringen, der in der Dienstleistung arbeitet.

    Ich danke Ihnen herzlichst

    Reto Donatz
  • Roland Hauser
    Roland Hauser    Premium Member
    The company name is only visible to registered members.
    Die Meinung, dass Bauern bereits heute über unternehmerische Freiheiten verfügen, teile ich überhaupt nicht. Richtig wäre viel eher: die Bauern sind aufgrund von Subventionen und Direktzahlungen verkappte Bundesangestellte. Durch Gesetze ohne Ende und die Bindungen an Grossabnehmer und Molkereien, ist es unseren Bauern beinahe nicht möglich, wirklich als Unternehmer aufzutreten.

    Tragisch ist auch, dass es den Schweizer Landwirten nicht oder nur in Ausnahmefällen erlaubt ist, das bäuerliche Gewerbe so umzugestalten, dass beispielsweise Ferien auf dem Bauernhof möglich sind und so Zusatzeinnahmen generiert werden können. Schauen wir hingegen nach Oesterreich oder Deutschland, so sehen wir gefestigte Strukturen, wo dies bereits seit Jahrzehnten möglich ist.

    In meinen Augen muss das Ziel ganz eindeutig in die Richtung gehen, dass den Bauern mehr unternehmerische Freiheit zugestanden wird, und die Bundesbeiträge durch unternehmerischen Ideenreichtum und Innovationen ersetzt werden können. Ich hoffe, dass wir dies noch erleben können.

    Herzlichst,
    Roland Hauser
    This post was modified on 08 Feb 2008 at 11:03 am.
  • Gabriele Weiss
    Gabriele Weiss
    The company name is only visible to registered members.
    http://www.deutschlandnetz.de/modules/news/article.php?story...

    Wär doch schön für alli so ganz ohni Nitrat und Pestizide.

    G.C