Success trotz Handicap
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Robert Nestelbacher(not a XING member)was bedeutet für Euch das Attribut "Behinderung"
wer darf es über einen anderen sagen?
ist es gesund, wenn ich mich selbst als "behindert" sehe?
ist man ein Edel-Behinderter, wenn die Behinderung nicht offensichtlich also unsichtbar ist?
haben es sichtbar oder unsichtbar "Behinderte" leichter?
ist Behindertensport DIE Kompensation?
welchen Schutz sollen behinderte Mennschen genießen?
was bedeutet politische und sprachliche Korrektness?
wie steht es um das Verhältnis Pflege und persönliche Assistenz?
Wer ist kompetent in Fragen von Entscheidungen?
Verderben Nichtbehinderte Entscheidungsträger sofort jede selbstbestimmt leben Ideologie?
Ist der Kamp um "Antidiskriminierung" nach mentalen Gesetzmäßigkeiten nicht verrückt?
Welche Einstellung, welches Bewusstsein ist notwendig, damit Gleichstellung und Chancengleichheit möglich wird?
was kann man durch Gesetze und Verordnungen lösen und was erfordert behutsame Maßnahmen der Bewusstseinsbildung?
Sind Kämpfer und Forderungen angesagt oder Aktivisten mit welchem Druck? mit welcher Energie?
wenn wer was dazu sagen möchte, und ein neues Thema eröffnet haben wir sicher für einige Zeit genug "Stoff"
auf einen spannenden Dialog freut sich
Robert
- 01 Nov 2007, 4:59 pm
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Robert Nestelbacher(not a XING member)Re^2: was bedeutet für Euch das Attribut "Behinderung"
Irgendwie empfinde ich das alles als großen Widerspruch.........
Da bemühen wir uns politisch und ideologisch um Gleichstellung und dann fällt uns nichts besseres ein, als auf körperlichen Einschränkungen herumzureiten und die möglichst zu betonen.
Ich glaube dass wir in unserer individuellen Verschiedenheit unsere dahinterliegende Gleichartigkeit als einzigartige lebendige menschliche Wesen sehen sollten.
Menschen sind in ihren Erscheinungsformen und Fähigkeiten nun mal nicht gleich. Ich verstehe nicht wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat, sie wären es in dieser materiellen Welt.
JedeR ist absolut einzigartig. In dem was er/sie kann oder eben nicht kann.
Anders schaut es schon wieder beim Selbstwert aus. Doch da entzieht sich offensichtlich alles dem Messbaren.......
Was bedeutet es für den Tiroler Schilehrer, der plötzlich nach einem Unfall nicht mehr Schifahren kann, und was bedeutet derselbe Verlust für einen Südseeinsulaner.
das zeigt genau den Punkt, dass man weder Verluste noch Leistungen vom Menschen entkoppelt beurteilen darf.
Wiir sind gefordert, den Menschen und seine individuellen Leistungen individuell (an-)zu(-)erkennen.
Andererseits sind wir genötigt, uns als Gruppen mit Rechten aufgrund von Normen und Standards darzustellen und uns in Schemata pressen zu lassen und sind dann auch stolz darauf, wenn wir uns trotz Behinderung von der Norm abheben und einen gewissen Marktwert zugesprochen bekommen.
Eine Gewissensfrage:
Was willst (virtuelles) Du lieber sein?
ein erfolgreicher "Behinderter" oder ein erfolgloser "Normaler" und wer definiert den Unterschied?
ist ein niedriger IQ schon eine Behinderung? oder erst gekoppelt mit einem sichtbaren körperlichen Defizit?
was ist eine größere Behinderung?
der niedrige IQ? die mangelnde Bildung? die Abhängigkeit von einem Rollstuhl oder sonst was? eine geografisch oder kulturell ungünstige Situation?
erfolgreich zu sein, ist ein Gefühl, das man/frau - meiner Meinung nach - nur selbst haben kann.
ob man mit seinem persönlichen Erfolgsgefühl (auch trotz einer vom Mittelwert nach unten abweichenden körperlichen Verfassung) auch gutes Geld in unserer Gesellschafft lukrieren kann........... das ist eine ganz andere Frage.
mfG
Robert Nestelbacher
- 01 Nov 2007, 7:20 pm
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Robert Nestelbacher(not a XING member)Re^4: was bedeutet für Euch das Attribut "Behinderung"
Fühle mich jetzt sehr behindert, weil ich nicht zitieren kann. ;-)
Aber Scherz beiseite,.......
Ich würde die einzelnen Punkte gerne thematisch trennen.
Diesen Themenmischmasch so fortzuführen erscheint mir nicht als sinnvoll.
lg, Robert
- 01 Nov 2007, 8:20 pm
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Robert Nestelbacher(not a XING member)Re^6: was bedeutet für Euch das Attribut "Behinderung"
Hallo!
Ich finde es "normal", "anders" zu sein. Es geht darum wie die Gesellschaft mit uns umgeht. Es ist aber unsere Sicht der Dinge, die uns die Menschen in unserer Umwelt zurückspiegeln werden.
Sehen wir uns selber als "normal" so wie wir eben sind, ....... wir kriegen es gespiegelt
Sehen wir uns selber als "behindert" ....... wir kriegen es gespiegelt
Sehen wir uns selber als "etwas ganz besonderes, außergewönliches" ....... wir kriegen es gespiegelt
wir erschaffen mit unserer Energie, unserer Einstellung, unseren Gedanken unser Bild das wir von der Welt und vor allem von uns selbst haben.
entscheiden wir uns, unsere Behinderung als Drama erleben zu wollen, als massiven Verlust der Lebensqualität, so wird es sein.
entscheiden wir uns unsere Behinderung mit heiterer Gelassenheit nicht so wichtig zu nehmen, und uns darauf zu konzentrieren, was wir gut können, so wird es sein.
die Umwelt reagiert natürlich auf diese Energien etwas träger, aber der Tendenz nach wird sie sich genau so manifestieren.
lg, Robert
- 01 Nov 2007, 10:21 pm
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Robert Nestelbacher(not a XING member)Re^2: was bedeutet für Euch das Attribut "Behinderung"
das mit dem Sport ist so eine Sache........
was ist zum Beispiel von einem Menschen, der eine Querschnittlähmung zu "verdauen" hat zu halten, der zB sich mit den Armen zu Trainingszwecken am Stiegengeländer über verschiedenste Teppen hocharbeitet.........
ist noch kein Leistungssport, aber tut er seiner Gesundheit was Gutes?
was ist davon zu halten, wenn sich jemand mit einem Rolli Treppen und Hügel raufquält und sich und seinen Körper damit in kurzer Zeit auf diese Weise rasch weiter schädigt, dass er auch einfachste Dinge nicht mehr bewältigt.......
was ist von jemandem zu halten, der riesig stolz auf die Tätigkeiten ist, die er selber machen kann, aber sonst an keinem Leben mehr teilnimmt...... Beruf, Gesellschaft, etc.
Nun ich maße mir nicht an, zu befinden welches Modell, welches Konzept für irgend jemanden das bessere ist.
das ist eine Entscheidung die jeder für sich treffen muss.
aber ich fände es toll, wenn in der Reha auch einmal über die Konsequenzen übertriebener sportlicher Aktivitäten oder übertriebenen Selbständigkeitswahnes diskutiert würde.
Selbstbestimmt über sein Leben entscheiden können => ein hundertprozentiges JA!
als hauptsächliches Rehaziel zu definieren: möglicht alle Aufgaben des Lebens höchstpersönlich erledigen zu können mit Konzentration der ganzen Kraft auf die körperliche Leistungsfähigkeit.......
......halte ich in der heutigen Zeit gelinde gesagt für einen leichten Anachronismus.
das mag für sich jeder halten wie er es will - die (doch eher einseitigen) Ansätze unserer Reha - Fachleute halte ich zumindest für individuell hinterfragenswert.
Könnte es sein, dass der Ausdruck "Fachleute" daher kommt, dass diese meist in Schubladen denken?
;-)
- 02 Nov 2007, 1:42 pm
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