Success trotz Handicap
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Margarete Katharina Bollinger(not a XING member)alltag
JA!!!!
der alltag einers behinderten menschen ist anders.
nun bin ich seit 11 jahren *eingeschränkt* und seit 4 jahren 50% behindert.
er ist mühevoller, der alltag.
er kostet enorme körperliche und auch mentale energien.
an manchen tagen bedeutet *den müll* zu entsorgen ein drama.
auch in meinem freundeskreis gibt es probleme...... ausgerechnet eine (vermeintliche???) lieblingsfreundin seit vieeeeeeeeeeelen jahren, nimmt keinerlei rücksicht..... im gegenteil, manchmal habe ich den eindruck, dass es ihr ego puscht, wenn ich als behinderter mensch enorme anstrengungen auf mich nehme.... um mit ihr zeit verbringen zu können.
oder..... dass ich mich immer wieder entschuldigen muss, weshalb manche dinge einfach *nicht gehen*
oder die absichtliche diskriminierung unserer ehemaligen sozialamt mistbiene, die keine einzige information freiwillig rausrückte..... zb das berühmte *G* im behinderenausweis.....
dieses *g* im nachhinein zu bekommen ist ein drama.
obwohl ich genau das bin.... gehbehindert.
nun neige ich nicht zur resignation und/oder melancholie......sondern eher zur renitenz...... was offenbar eine der todsünden eines *lästigen* behinderten ist.......
kennt ihr auch..... das eine oder andere??
kathy
This post was modified on 09 Jul 2006 at 12:18 pm.- 09 Jul 2006, 12:17 pm
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Margarete Katharina Bollinger(not a XING member)Re^2: alltag
Nicole Schauerte schrieb:
Hallo Kathy,
der Alltag im Leben eines körperlich eingeschränkten Menschen hört sich doch fast nach einem perfekten Arbeitstitel an, findest du nicht?
absolut. wir sollten ein buch schreiben. :)
Vornweg, so ganz verallgemeinern würde ich es nicht, dass der Alltag bei jedem schwer ist. Ich finde es ist wie bei jedem Menschenkind auf Erden heut mal ein Auf und Morgen ein Ab.
ich möchte gar nicht verallgemeinern.... ich berichte nur aus meiner situation heraus....
an manchen tagen geht es mir so gut, dass ich *bäume ausreissen* könnte.
und an manchen kann ich kaum einen cappu kochen... weil ich nicht vor dem herd stehen kann. ich habe emmi becher-cappu aus dem kühlregal entdeckt :)
Die pure Herangehensweise, den Alltag zu "bewältigen", kann einem im Grunde schon den Alltag erschweren oder einen am Ende sogar herunterziehen. Es ist logisch, dass die Dinge - die einem vorher, z.B. vor einem Unfall oder allgemein als "nichtbehinderter" Mensch, als selbstverständlich erschienen - auf einmal einen riesen Aufwand mit sich bringen oder gar unmöglich zu schaffen sind.
ja..... aber ich neige weder zur resignation, noch zum aufgeben.
wenn, dann kriege ich fürchterlich schlechte laune, die ich gegen mich selbst richte..
Ich höre es so oft von Fremden , oder Menschen die ich gerade kennenlerne.. "Mensch, mal ehrlich - so wie du lebst, könnte ich es nicht. Ich würd mich eher erschießen. Wie schaffst du dass nur?". Ja gut, die Muskelkraft im Laufe seines Lebens so step by step zu verlieren, ist nicht grade dass, was man sich als Laufbahn oder Lebensziel erhoft, aber es ist mein Leben und ich komme gut damit zu recht.
das kenne ich. meist mit gutgemeinten aber strunzhummeldummen ratschlägen, was ich gefälligst zu ändern hätte.
zb meine bücher wegwerfen.... weil sich der staub drauf sammelt und ich den nicht immer entfernen kann.
Ich finde mein Leben nicht komplizierter als das der anderen. Man lernt zu organisieren, zu arangieren und Spaß an dem zu haben, was man erreicht und was das Leben einem bietet.
ohja.... ich habe gelernt, was dankbarkeit ist.... schon für kleinigkeiten.
Wie du merkst Kathy, gehe ich hier nicht auf die Details ein - wo mein Leben durch die Hilfe anderer lieber Menschen sich bedingt. Weil das mein Alltag ist und ich es als so natürlich empfinde, wie das schlafen gehen und das atmen. Es ist einfach da. Ob der Müll heute oder morgen rausgebracht wird ist am Ende Wurst. So lange du dich und deine Ziele Schritt für Schritt erfüllst. Und an manchen Tagen klappt es halt nicht so, wie geplant... Passiert jedem, kein Beinbruch.
meine lieben menschen sind peu a peu alle weggezogen.
irgendwie... habe ich da momentan ein höllisches defizit.
müllanekdote:
ich habe meine mülltüte vor meiner wohnungstüre deponiert... ,(fest zugebunden...) weil ich an diesem tag einfach nicht *über die treppen* kam. ich wohne *gaaaaaanz hinten* niemand muss hier vorbei....als eine beschwerde darüber eintrudelte.
alle meine nachbarn wissen ob meiner behinderung.... aber keiner kam auf die idee.... zu fragen.... mitzunehmen.... usw.
Eins solltest du allerdings schnell erfahren haben, Menschen mit Handicap bekommen nicht(s) bzw. nicht immer etwas geschenkt. Man muss mehr um seine Rechte und um seine Pflichten kämpfen, als es oftmals nötig ist. Aber das macht dich am Ende stärker, glaub mir.
liebe nicole... ich wurde mit 14 waise. ich habe in meinem ganzen leben noch nie etwas geschenkt bekommen. das will ich auch gar nicht.
ich WILL nur nicht noch zusätzlich benachteiligt werden.
so habe ich gelernt....mich zu wehren.
pfui!
wie kann sie nur???
Deine Freundin - nun ja, solche "Freunde" gibt es oft. Rede mit Ihr, ob Sie dich braucht um zu sehen, wie toll Ihr Leben doch ist. Ihr werden die Augen vor Empörung rausfallen. Aber wenn du diesen Gedanken schon lange hegst und dieser dich sicherlich belastest, solltest du einfach mal drüber nachdenken - ob so eine Art von Freundschaft überhaupt eine ist. Es gibt so viele Menschen, die vielleicht ebenso deine Hobbies teilen und die nicht so einen Affentanz mit dir veranstalten würden. Du musst es nur zu lassen.
ich habe sie schon mehrfach in frage gestellt.... wortwörtlich.
diese freundin zb versucht auch immer wieder...... wenn ich ihr neue menschen vorstelle.... sich in den vordergrund zu spielen und mich ganz subtil *schlecht* dastehen zulassen. (das kann sie so gut, dass mir schlicht manchmal die worte fehlten)
schlechter als sie.....
DAS habe ich mir verbeten. anfangs war sie beleidigt.... aber inzwischen scheint sie sich daran zu halten.
Ich wünsche dir viel Erfolg.
ich danke dir....auch dir... erfolg und ein tägliches highlight.
Alles Liebe, Nicole!
lieben gruss
kathy
- 21 Jul 2006, 4:27 pm
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Margarete Katharina Bollinger(not a XING member)Re: Hilfestellungen im Alltag
Steffen Prey schrieb:
Hallo Kathy,
hallo steffen.....
ich würde Dir aus meiner Erfahrung heraus gerne ein paar Lösungsmöglichkeiten an die Hand geben, die mir persönlich sehr geholfen haben. Ich kann Dir nur raten, Dir in Deiner Gegend einen Anwalt für Sozialrecht zu suchen. Falls Du nicht über das notwendige Einkommen verfügen solltest, frage Ihn, ob er auf der Basis von sogenannten Beratungsscheinen Arbeitet. Diese Scheine gibt es in der Regel anstandslos bei jedem Amtsgericht. Übergebe dem Anwalt komplett alle Streitigkeiten mit den Ämtern. Dein Anwalt hat ganz andere Möglichkeiten als Du sie hast und kann in Deinem Sinne agieren.
ich bin beim VDK und werde demnächst dieses *elende* *G* beantragen lassen..... notfalls mit dem vdk anwalt.
aber..... noch muss ich warten, da ich momentan den führerschein mache..... und befürchte, dass mir das *g* irgendwelche auflagen bescheren könnte.
Die zweite Möglichkeit: Mache eine sogenannte schriftliche Eingabe beim Petitionsausschuss des deutschen Bundestages. Da kann sich jeder hinwenden, der Ärger mit Ämtern und Behörden hat und meint, schlecht behandelt zu werden. Eine solche Eingabe kannst Du sogar per E-Mail einreichen. Die Sache wird dann geprüft und es werden dabei sogar oft positive Einzelfallentscheidungen getroffen. Wenn Du möchtest, helfe ich Dir bei der Formulierung.
*lächel* die sozialamtsmistbiene hatte hier im ort den namen *sozialamtsqueen*.... wenn das nicht aussagekräftig ist...aber sie ist inzwischen in rente...und die nachfolgerin warf mit einen skeptischen blick zu, als ich den *g* antag holte.
ausgerechnet an diesem tag konnte ich laufen*wie ein junges reh*. na vielleicht nicht ganz. aber ich machte keinen sofort sichtbaren gebehindert eindruck.
danke für dein angebot......
Dein Alltag und das soziale Umfeld
Ich stelle mal eine ganz praktische Frage: Frage doch einfach einen Deiner Nachbarn, ob er Dir deinen Müll mit herausbringt, wenn es Dir an bestimmten Tagen schwer fällt. Es ist für keinen Menschen eine Schande, wenn er gewisse Dinge teilweise nicht selbst erledigt.
ich bin ein sehr stolzer mensch, der ungern bettelt.
und leider kommt hier niemand mehr freiwillig auf die idee....
eine exnachbarin hat mich manchmal mitgenommen, damit ich einkaufen konnte.
irgendwann war sie so deutlich angenervt... weil es immer *dauerte*.... dass ich sie nicht mehr fragte...... und sie wich mir aus.
Wichtig ist es nur, dass man delegieren kann und nette Menschen um sich herum hat. Die gegenseitige Achtung vor einander ist dabei wie in fast allen Bereichen des Lebens sehr wichtig. Das gilt sicherlich auch für sogenannte Freunde. Wenn Du persönlich das Gefühl hast, dass kein Respekt mehr da ist, dann suche das Gespräch und beende die Kontakte, wenn sie Dir nicht gut tun.
daran arbeite ich schon.
einen kontakt habe ich nach fast 30 jahren abgebrochen.
und der zweite wird wohl folgen... demnächst.
ich sehe einfach nicht ein..... noch *zusätzlich* benachteilig zu werden.
Grundsätzlich ist es jedoch völlig legitim, wenn sich ein Mensch auf der Suche nach den Antworten auf die Fragen: „Wer bin ich“, „Was kann ich“ und „Wo möchte ich hin“ an anderen Menschen orientiert.
das ist etwas das mir immer fremd war....ich wusste schon als kind, wer und was ich war... damals noch völlig unbehindert.. was ich konnte und was nicht.... was ich erreichen kann und will.
besonders gut wusste ich immer... was ich nicht will.
bevormundung..... abhängigkeit zb..
Mir
selbst geht es übrigens nicht anders. Wenn ich auf einen Menschen treffe, dem es offenbar schlechter geht als mir geht es mir kurzzeitig auch besser. Aber nicht aus Überheblichkeit, sondern weil mir einmal mehr das bewusst wird, was ich als mein ganz persönliches Glück erachte. Wenn ich mir auf der anderen Seite jemanden als Vorbild nehme und mich durch ihn motiviert fühle, gewisse Dinge zu erreichen, findet ja auch niemand etwas dabei.
wenn ich das erlebe.... denke ich mir auch...... wie gut geht es mir im vergleich zu diesem menschen.
aber es veranlasst mich niemals dazu, diesen menschen absichtlich zu überfordern.....und/oder ihn durch gezielte ausgrenzung auch noch zu bestrafen.
Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und freue mich, wenn ich Dir helfen kann und konnte.
danke...... es tut mir gut, hier *verständnis* zu finden... und menschen, die wissen..... *wovon* ich schreibe...
Herzliche Grüße,
Steffen
lieben gruss zurück
kathy
- 21 Jul 2006, 4:50 pm
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Margarete Katharina Bollinger(not a XING member)Re^3: Hilfestellungen im Alltag
Steffen Prey schrieb:
Hier die allgemeine Definition des Bettelns:
Bettler sind Menschen, die ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise aus Almosen, milden Gaben anderer bestreiten. Meistens wird um Geld gebettelt. Dieses dient in Großstädten bei Obdachlosen häufig zum Kauf von Alkohol und anderen Drogen.
Quelle: Wikipedia
Du betteltst sicherlich nicht!
man kann auch um einen *gefallen* bitten...... wohl wissend, dass der andere es ungern tut.... weil immer wieder bewiesen. das ist für mich auch betteln.....
Ich denke aber mitterweile, dass Du Dich mit Deiner Situation gut arangiert hast und Deinen Weg findest. Überspitzt gesagt, gibt es im Wesentlichen zweiMöglichkeiten:
ja...... das stimmt sicher.... und ich neige auch nicht zum klagen. kam es so rüber?
eigentlich erhoffte ich mir hier ein wenig austausch..... menschliche erfahrungsberichte....und schilderungen, wie *man* mit einer bestimmten situation umgeht.
Entweder klagen oder Hilfe annehmen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln. Behinderte haben jedenfalls oft eine besondere Rolle. Manche Menschen mögen und brauchen das auch.
besondere rolle?
keinesfalls...... ich kriege nur eine stinkwut, wenn mir menschen, die ob meiner *einschränkungen* wissen.... wissentlich und rücksichtslos zusätzlich das leben erschweren...... im körperlichen sinn.
- 21 Jul 2006, 7:31 pm
