Success trotz Handicap

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  • Michael Gebhard
    Michael Gebhard
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    Sprache und Behinderung
    Zur Zeit ist in der Schweiz bezüglich Gleichstellung eine Aktion am Laufen, dass die Sprache nach behindertendiskriminerenden Ausdrücken abklappert und ersetzt bzw. streichen soll. Wunderschöne Wörter wie "Mongoloide" oder "Invalide" sollen endgültig aus dem deutschen (zumindest dem schweizerischen...) Sprachschatz verschwinden.

    Wie haltet ihrs mit der Sprache? Habt ihr auch Ausdrücke, die ihr diskriminierend findet und bessere Ausdrücke dafür? Ich finde es stossend, dass sogar amtliche Stellen diskriminierende Ausdrücke verwendet. Unsere Sozialversicherung heisst sogar "Invalidenversicherung" (IV). Wen wunderts noch, dass in den Berichten der IV oft von Invaliden die Rede ist?
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  • Robert Nestelbacher
    Robert Nestelbacher
    (not a XING member)
    Re^2: Sprache und Behinderung
    Ich glaube, dass Sprache schon sehr wichtig ist........

    nur wie überall - den Takt und das Gefühl wie man miteinander umgeht kann man nicht durch Erlass verordnen.

    Ich glaube, dass das Fordern von Richtlinien zwar manchmal notwendig und sinnvoll sein kann, in den meisten Fällen (vor allem im persönlichen und zwischenmenschlichen Bereich) mehr Barrieren aufwirft als abbaut.......

    Ich glaube wir sollten manchmal damit anfangen auch die Menschen, die nicht perfekt (auch sprachlich) mit Handikaps - welcher Art auch immer - umgehen können, zu akzeptieren und nicht gleich zu verurteilen.

    was meint Ihr?

    das hätte Signalwirkung!

    zeigen wir doch den "armen Nichtbehinderten" wie man besser miteinander auskommt!

    R.N.
  • Markus Lemcke
    Markus Lemcke    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: Sprache und Behinderung
    Meine Schwester(sie hat keine Behinderung) hat heute morgen meine Geschäftswebseite gelesen und gemeint, ich müsse das Wort "taub" unbedingt durch "gehörlos" ersetzen. Betroffene würden mir das übel nehmen.
    Ich habe es geändert, konnte aber nicht so ganz nachempfinden warum das wort "taub" so schlimm ist.

    Manchmal ist es wirklich auch ne Frage der Sichtweise!
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  • Marcus Link
    Marcus Link
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    Re^5: Sprache und Behinderung
    ich bin zwanzig jahre im geschäft und habe schon häufiger solche diskussionen im internet verfolgt. ein vorteil, ich kann die dinge aus zwei perspektiven sehen, davor war ich über 20 jahre "fußgänger".

    im moment ein ganz normaler prozeß, das gewisse worte aus dem "mittelalter" im sprachgebrauch der staatsverwaltungen an die heutige zeit angepasst werden müssen. die sind ja im moment mehr mit sich selbst beschäftigt, um den "amtsschimmel" aus ihren fluren zu vertreiben, da die alte verwaltungsstruktur nicht mehr tragbar war.

    und was für mich im eigentlichen die bremse an eventuellen umbenennungen ist, zum einen, wer bestimmt eigentlich, was "diskriminierende ausdrücke" sind? und zum anderen bereitet das finden eines neuen wortes so große probleme, man mag ja allen gerecht werden und jede schmerzgrenze ist anders; also wird das noch dauern.

    was noch in diesem beitrag aufkommt, im sprachgebrauch, wenn ein "fußgänger" zu einem rollifahrer "spazieren gehen" sagt, resultiert aus berührungsängsten.

    zum einen machen sich zu viele "fußgänger" einen kopf, wie gehe ich auf den behinderten zu oder was sag ich und die behinderten selbst legen zuviel auf die goldwaage. ich weiß, nicht alle, aber wem der schuh passt, ................ reine beobachtungswerte.

    und zu der kinokasse; der schwerbehindertenausweis ist halt einfach mal die legitimation für den nachlass beim eintritt. hat man ihn nicht, kein bonus, der rest ist kulanz. ich hätte es mit nem lächeln versucht.
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    Re^7: Sprache und Behinderung
    das kommt auf die sicht der dinge an, ich finde den ausdruck gefesselt sehr passend und irgendwie bin ich ein "hilfloser krüppel".

    aus deiner argumentation heraus entnehme ich, dass du mit deiner behinderung wohl selbstständig bist und kaum hilfen brauchst um den alltag zu bewältigen. der rollstuhl ist kein ständiger begleiter und ich denke du legst auch großen wert darauf.

    ich fühle mich schon an den rollstuhl gefesselt. zwar nicht mit gewalt, aber rein mußte ich irgendwie trotzdem und nun bilden der rollstuhl und ich im alltag eine einheit.

    und dann ist da noch der große bereich "hilfslosigkeit spüren", es gibt viele behinderungen oder schwere erkrankungen die keine selbstständigkeit mehr zu lassen und einen zwangsweise in abhängigkeit von anderen menschen drängen. hilfslosigkeit spüren ist in vielen behinderungen einfach fakt.

    wie gesagt, es ist die sicht der dinge und um aufs thema sprache zurückzukommen, vielleicht sollte man anstatt gefessellt, an den rollstuhl gebunden sagen. dies wär vielleicht ne´softere variante mit gleichem sinn. andere vorschläge?
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