Swabian Network

Swabian Network

Posts 1-10 of 32
  • User photo
    Frank-Uwe Wunsch
    (not a XING member)
    Taten fehlen...
    - Rekordverdienst in der Vermittlung von Altersvorsorgeverträgen?
    - Fehlt - nicht nur in der Finanzbranche - die friedliche Revolution noch?
    - Sind aktuelle Protokollierungsvorschriften ungenügend?
    - Anreiz zum Verdienst darf sich nicht durch hohe Courtagen definieren lassen!
    - Zehn Prozent Wissen und 90 Prozent Verkauf; handelt danach die Brache?

    Rekordverdienst in der Vermittlung von Altersvorsorgeverträgen?

    Ist es zu rechtfertigen, dass ein Finanzberater für eine Vermittlung eines z. B. versicherungsförmigen Altersvorsorgevertrages mit über 20.000 Euro (die vom Vertragswert Abgezogen werden) courtagiert wird, weil er vermittelt hat und dabei, wenn überhaupt, nur einige wenige Anbieter/Angebote verglichen hat?

    Sollte es nicht so laufen, dass ein Finanzberater ein echter Berater ist, der den Markt, die Anbieter und „Produkte“ jeder Assetklasse (Anlageklasse) kennt, weil er sich täglich intensiv damit auseinandersetzt?

    Ist es nicht so, das ein Finanzberater durch richtige Einschätzung der Marktlage in der Lage sein sollte, zumindest makroökonomische Entwicklungen, eigenverantwortlich treffsicher prognostizieren zu können?

    Die derzeitigen Regelungen für die Branche gehen nicht weit genug. Es bedarf einer hoch transparenten und stringenten sowie verbraucherfreundlichen echten Reform!

    Fehlt - nicht nur in der Finanzbranche - die friedliche Revolution noch?

    Wer beratend tätig ist, muss für seine Aussagen in vollem Umfang haften. Alle getroffenen Aussagen müssen in einem Protokoll ausführlich aufgeführt sein. Das gilt auch für durchgeführte Vergleiche, die, wenn beispielsweise vom Klienten gewünscht, einzeln als Anlage dem Protokoll beiliegen sollten. Verantwortungsbewusste Berater arbeiten nicht zuletzt aus dem Selbstverständnis zur Profession genau so. Sie stellen für ihre umfassenden Recherchen und Vergleiche auch nur in Rechnung, was tatsächlich als Beratungs-, Recherche- und Vergleichsaufwand entstanden ist. Ähnlich wie Handwerker, die den zeitlichen Aufwand und das benötigte Material in Rechnung stellen.

    Sämtliche sog. Vertriebskosten (dazu zählen auch Provisionen) werden gegenwärtig vom Investitionsbetrag des Zeichners in Abzug gebracht. Auch die in der Branche beliebten Folgecourtagen, die beispielsweise bei Lebens- oder Rentenversicherungen anfallen können, sind im Grunde nicht hinnehmbar. Nach der Beratung erfolgt die angemessene Honorierung und dann sollte Schluss sein.

    Soll der Kunde direkt an den Berater zahlen? Oder sollte er wählen können? Zwei Gedanken dazu.
    Die erste Möglichkeit: Konzerne (Anbieter von Finanzdienstleistungs“produkten“) müssen flexibel dahingehend reagieren, als sie dem Berater nur den entstandenen Beratungsaufwand erstatten dürfen. Festgesetzte (Provisions-) Prozentgrößen sollten generell verworfen werden. Um Missbrauch zu verhindern, kommt es sehr darauf an, über die Dokumentation der Beratung den tatsächlichen Aufwand in Stunden unmissverständlich festzuhalten. Dazu bedarf es einer standardisierten Beratungsdokumentation, die jede Beratungsarbeit festhält. Unter den Beratern entstünde so ein Wettbewerb. Keiner will zu teuer sein aber muss echte Qualität bieten, für die er in Haftung steht, um vom Markt angenommen zu werden. Die Verbraucher würde es freuen. Mit dieser Variante fallen weniger (Vertriebs-) Kosten beim Anbieter an, die den Vertrag des Klienten dann auch nicht übergebühr belasten. Beide (Anbieter und Zeichner) partizipieren von dieser Variante.

    Die zweite Möglichkeit: Durch vertriebskostenfreie Tarife erstattet der Klient direkt das Honorar an den Berater.

    In beiden Fällen kann das Beratungshonorar steuerlich abgesetzt werden. Richtlinien (im Protokoll hervorgehoben darzustellen) zur Beratungskostenhöhe, wie man sie beispielsweise bei Rechtsanwälten oder Steuerberatern kennt, helfen den Klienten bei der Orientierung zum in Rechnung gestellten Beratungskostenanteil.

    Sind aktuelle Protokollierungsvorschriften ungenügend?

    Persönlich kann ich mich nur dann im Spiegel betrachten, wenn ich bedarfsgerecht berate, die mit einer Investition verbundenen Sicherheits-/Risikobefindlichkeiten ausführlich erklärt und dokumentiert habe, der potenzielle Investor diese verstanden hat und im Zuge meiner täglichen Marktbeobachtung eine realistische Aussage zu kurz-, mittel- und langfristigen Entwicklungen treffen kann. Ich komme letzterer Aufgabe über meine Kapitalmarktberichte und aktuellen E Mails nach, die Klienten kostenfrei erhalten.

    Anreiz zum Verdienst darf sich nicht an der Courtagehöhe fest machen lassen!

    Insbesondere die Branche betreffend ist weder dem Berater noch dem Klienten damit gedient, wenn der Anreiz für einen Beruf nur über das zu verdienende Geld definiert wird. Der Anreiz muss in erster Linie in der Arbeit (fachlich) selbst gefunden werden. Es sollte einen Berater in seiner Tätigkeit als Finanzfachmann bestätigen, wenn er sich nach intensiver Auseinandersetzung mit den auf die hoch komplexen Märkte - u. a. durch Wissen und Verstehen korrelativer Zusammenhänge - einwirkenden Einflüsse, von eingeschlagenen Strategien lukrativ partizipieren kann. Hier sehe ich auch ein Tätigkeitsfeld eines Finanzberaters, in dem er sich beweisen können muss.

    Ein Finanzberater ist authentisch, wenn keine Abhängigkeit zur Vermittlung provisionslastiger Produkte besteht. Der Klient muss stets objektiv, unabhängig, ehrlich und umfassend beraten werde. Mir ist deshalb auch unverständlich, dass sich Verkäufer in diesem Metier aufhalten (dürfen). Andererseits werden Finanzprodukte als Ware angeboten. Eine nur schwer nachvollziehbare Philosophie, sehen sich jene ausgesetzt, deren Bestreben es ist Klienten in finanziellen Belangen mit zehn Prozent Wissen aber 90 Prozent „Verkauf“ zu beglücken, wie es von nicht wenigen sog. Vertriebsstrukturverantwortlichen der Branche „gelehrt“ wird. Zehn Prozent Wissen und 90 Prozent Verkauf? Die Umkehrung der Zahlen (90 Prozent Wissen/zehn Prozent Verkauf) träfe die erforderliche Gewichtung schon ehr.

    Abschließend darf ich auf George Orwell (1903-1950) hinweisen, der einmal sagte: „In einer Welt universeller Täuschung ist das Aussprechen von Wahrheit ein revolutionärer Akt.“

    Mit den besten Grüßen

    Frank-Uwe Wunsch
    E Mail: info@vbf-online.de
    Internet: http://www.vbf-online.de
  • Heinz D. Trost
    Heinz D. Trost    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Re: Taten fehlen...
    ...un was isch'd doah Schwäbisch drah?

    Au ja, i woiß:
    "Schaffa, schbara, Heisle baua,-
    d' Katz vrkaufa, selbr mausa ..."
  • Post visible to registered members
  • User photo
    Bernd Oswald
    (not a XING member)
    Re^3: Taten fehlen...
    Ha des beruhigt mi jetzt au wieder, dass i ned dr oinzig be, wo sofill wia gar nix von dem alefänzige Soich kabbiert hot.

    Du liabs Herrgöttle vo Biberach, wie hend di d' Mucka verschissa...
  • Post visible to registered members
  • User photo
    Bernd Oswald
    (not a XING member)
    Re^5: Taten fehlen...
    Ha joh,

    alefänzig kummt aus dem südbadisch-alemannischen und bedeutet so viel wie widerwärtig oder widerspenstig,
    ebbes halt wo ned so oifach wie g'ölt nab rutscht.
    Alefänzig ist sehr vielschichtig und recht universell zu verwenden.

    "S Maidli ischd heut wieder emol alefänzig" bedeutet etwa so viel wie "Meine Frau/Freundin/Tochter zickt mal wieder rum"

    Oder "Bass uff, d' Zenzi isch alefänzig bim melche" = Achtung, die Kuh schlägt aus beim melken"

    alefänzige Griass
    Bernd
  • Heinz D. Trost
    Heinz D. Trost    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Re^6: Taten fehlen...
    Hano, s' war hald au wieadr bloß so an Hoißlufdofaschlupfr ...

    Na lossa mr hald dr lieab Herrgot an guada Mah sei Fellefell: "D' Sonn' scheint schau!"
  • Post visible to registered members
  • Post visible to registered members
  • User photo
    Bernd Oswald
    (not a XING member)
    Re^9: Taten fehlen...
    Hallole Katrin,

    ibbr Geld schwätzt mr ned, Geld losst mr wechsla!
    :o)

    liabs Griassle
    Bernd