Tauchen

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  • Andreas Reiter
    Andreas Reiter
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    Neuerlicher Haiangriff in Sharm El Sheikh / diesmal auf eine Schwimmerin
    http://www.apa.at/site/News/Topnews_4/Deutsche_beim_Baden_im...

    http://www.orf.at/stories/2029197/2029196/

    Im Orf Artikel findet man folgenden interessanten Hinweis:

    Von Viehkadavern angelockt?
    Da die Hochsee-Weißflossenhaie für gewöhnlich im offenen Meer jagen, vermuteten die Behörden, der Hai könnte durch Schafkadaver angezogen worden sein, die von einem Viehtransporter ins Meer geworfen worden waren. Der Umweltexperte Magdi al-Alwani erklärte, der Hai könnte durch die Überfischung seiner natürlichen Jagdgründe in Küstennähe getrieben worden sein.


    Mein Beileid an die Hinterbliebenen!

    Andreas
    This post was modified on 05 Dec 2010 at 04:41 pm.
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  • Andreas Reiter
    Andreas Reiter
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    Re^2: Neuerlicher Haiangriff in Sharm El Sheikh / diesmal auf eine Schwimmerin
    Diesen Artikel von Leo Ochsenbauer (http://www.nullzeit.at) möchte ich gerne der Community zur Verfügung stellen!

    Ich tauche schon seit 20 Jahren in allen Ozeanen dieser Erde aber das Video der Russen ( Link weiter unten) wirkt auch auf mich sehr erschreckend und beängstigend..... Was tun die Ägypter nicht alles um den Tourismus anzukurbeln :-( Sehr traurig....

    Nachdenkliche Grüße
    Andreas (IDSA - SCUBA Commercial Diver)

    **********************************************************************************************************************
    Wie bereits berichtet, kam es in der Vorwoche zu vier schweren Verletzungen durch Haiangriffe in der Region des Touristenortes Sharm El Sheikh auf der ägyptischen Sinaihalbinsel. Anfangs versuchten die lokalen Behörden noch, die Situation zu verheimlichen. Als dies nicht mehr gelang, wurde die Schuld an den Haiangriffen auf einen einzigen Hai geschoben (was damals schon keiner geglaubt hat).

    Nachdem die Badestrände und Riffs für zwei Tage gesperrt wurden, hat man einen (harmlosen) Weißspitzenriffhai gefangen (Größe: rund 1,5 Meter) und diesem die Schuld an den Angriffen gegeben. Dass laut Augenzeugenberichten (und sogar durch Videos belegt) die vorangegangenen Attacken durch Weißspitzenhochseehaie (Longimanus) von rund 3 Meter Größe passiert sind, hat die Behörden nicht weiter gestört. Die Touristen konnten auf einfache Art und Weise beruhigt werden.

    >Es traf ja "nur" Russen
    Als logische Konsequenz (der böse böse Übeltäter, ein wahrer Killerhai) konnte gefasst werden. Da die vier Opfer davor noch dazu "nur" russische Touristen waren (und diese bei niemanden vor Ort besonders beliebt sind), gab man sich mit dieser Erklärung zufrieden. Die (ägyptische Tourismus-)Welt war wieder in Ordnung.

    Bis es am Sonntag, 5.12., wieder zu einem Unfall kam - diesmal erwischte es eine 70jährige Touristin aus Deutschland. Das Chaos war perfekt. Nicht nur, dass die Schwimmerin diesmal keine Russin war, nein, noch schlimmer, sie wurde im flachen Wasser direkt vor dem Hotel attackiert und starb aufgrund der schwerwiegenden Verletzungen an Armen und Beinen.

    Nun hatten die ägyptische Regierung, das Tourismusministerium, die CDWS (Chamber of Diving and Water Sport) und alle anderen Behörden ein echtes Problem. Die Konsequenz: Die Strände wurden sofort wieder gesperrt. Und ein Statement? Natürlich nicht - wie kann man denn auch erwarten, dass es eine offizielle Stellungnahme gibt. Wo kämen wir denn da hin...

    >HEPCA warnt - doch umsonst
    Einzig Amr Ali, der Direktor der ägyptischen Naturschutzbehörde HEPCA - schon in der Vergangenheit dafür bekannt, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen - äußert sich zu den Vorfällen: "Jetzt wird man sicher anfangen, alle möglichen Haie aus dem Meer zu fischen, um "den Schuldigen" zu finden. Aber das kann nicht die Lösung sein. Wir haben jetzt schon Probleme damit, dass aufgrund von illegaler Fischerei die Haibestände der Region massiv schwinden."

    In einem Facebook-Eintrag äußert er sich auch in der vergangenen Woche zu den offiziell präsentierten "Killer-Haien" und meinte sinngemäß, dass die Welt wohl nun für die Regierung wieder in Ordnung sei - doch das wahre Problem damit wohl kaum aus der Welt geschafft wurde. Der Tod der deutschen Touristin gibt ihm leider Recht.

    >Tauchtourismus geht weiter - Badetourismus wieder gesperrt
    Vor Ort erfuhr nullzeit.at auch, dass mittlerweile (heute Dienstag, 7.12.) die Tauchboote wieder ausfahren dürfen und Tauchen von den Booten aus wieder erlaubt ist. Wo kämen wir denn auch hin, wenn Einnahmen aus dem Tourismus auf einmal schwinden würden. Das wäre doch unmöglich hinzunehmen....

    Und als Fazit der ganzen Geschichte werden Gerüchte gestreut (es wären illegal Schafskadaver von einem Frachter entsorgt worden, und deswegen gäbe es jetzt diese Haiattacken), die an Skurrilität nicht zu überbieten sind. Das wahre Problem wird aber nicht aufgegriffen. Das liegt darin, dass seit Jahren für die Tourismusindustrie Haie in Ägypten angeködert werden. Dies ist zwar offiziell verboten, dennoch wird es immer wieder geduldet.

    Jeder vor Ort weiß das, dagegen getan wird allerdings nichts. Internationale Haischutzorganisationen, wie etwa auch Sharkproject, warnen seit Jahren vergeblich davor, dass es demnächst zu einem Problem kommen könnte. Jetzt ist das Problem da und keiner trägt die Schuld daran.

    Wie es vor Ort tatsächlich zugeht - wie Touristen (Schnorchler, Badegäste) an die Longimani herangeführt werden, kann man sich in diesem (russischen) Video zu Gemüte führen. Dass bis dato nicht mehr passiert ist, verwundert dabei umso mehr... Jeder möge sich sein eigenes Urteil bilden.

    >> Russische Badegäste und Haie http://www.youtube.com/watch?v=Z-fPCbUPZPY

    >Plankton und die Haie
    Ein weiterer Grund für die derzeitige Häufung der Unfälle liegt an den momentan vorherrschenden Strömungen. Plankton wird in die flachen Küstengewässer getrieben, die Fischschwärme folgen dem Plankton und Haie wiederum den Fischen. Dass aber mittlerweile tausende Badegäste mitten in den Fischschwärmen ihrem Hobby frönen, können die Haie natürlich nicht wissen. Sehr wohl aber wissen die Behörden von den Haischwärmen...

    In Florida etwa werden Strände regelmäßig gesperrt, wenn es planktonbedingt zu einer Häufung von Haischwärmen kommt. In Ägypten? Unmöglich... dann kämen ja keine Touristen mehr, wenn es da Haie im Wasser gibt. Achso, ja klar, das ist ja nur ein einziger Killerhai, der dort sein Unwesen treibt. Und bis man den "einen" gefunden hat, fängt man eben alle möglichen Haie raus. Irgendwann werden die Unfälle schon aufhören, weil dann hat man genau den richtigen Hai getötet...

    >Das Haischlachten hat begonnen
    Es gibt mittlerweile unzählige Bilder, die von Haitötungen in Ägypten gemacht wurden. Die Regierung versucht alles, um das Erscheinen dieser Bilder zu verhindern. Im Zeitalter von Facebook und Online-Magazinen tun sie sich damit allerdings schwer. Das Titelbild dieser Story wurde am 3. Dezember von Maurizio Mao Casella gemacht - die Regierung hat versucht, die Veröffentlichung zu verhindern. HEPCA-Direktor Amr Ali meint dazu auf seiner Facebook-Seite am 3. Dezember launig: "So, jetzt haben sie den Hai endlich gefangen und dieser hat auch schon gestanden...". Einzig die Behörden glauben noch, dass ihnen die Allgemeinheit diesen Blödsinn des einen Killer-Hais abkauft.

    Momentan, und da sind sich alle einig, werden Haie en masse vor Ägypten getötet. Die Tourismusindustrie geht vor dem Leben der größten Räuber der Meere, die für den Erhalt des Ökosystems Meer aber lebensnotwendig sind. Selbst Warnungen renommierter lokaler Naturschutzbehörden, wie der HEPCA, prallen an den Verantwortlichen ab.

    Man darf gespannt sein, wie die Geschichte weitergeht. Und sag dann keiner, es wurde vorher nicht gewarnt.

    Wie uns mittlerweile auch von einem Bekannten, der gerade auf Tauchurlaub am Sinai weilt, berichtet wurde, geht die Scheinheiligkeit vor Ort sogar so weit, dass man versucht, auch die Taucher zu beruhigen. So ist das Tauchen von Booten aus zwar wieder erlaubt, allerdings nur außerhalb der Gebiete, in denen es zu den Vorfällen kam. Wie meint unser Freund Rainer Seitz dazu so schön: "Tauchen ist südlich der Naama Bay und Nördlich von Tiran erlaubt... der oder die Haie werden schon wissen wo sie schwimmen dürfen und wo nicht." Dem können wir nun wirklich nichts hinzufügen....

    [Bericht: Leo Ochsenbauer, nullzeit.at]
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  • Christian Göttsche
    Christian Göttsche
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    Re^4: Neuerlicher Haiangriff in Sharm El Sheikh / diesmal auf eine Schwimmerin
    Mich würde ja mal interessieren ob irgendjemand mal auf die Idee kommt in Badesachen irgendwo in der Steppe vor ein Rudel Löwen zu treten um sie mit 50 cm Abstand zu filmen.

    Ach neeee, DAS würde ja keiner machen. Es ist ja schließlich bekannt, dass Löwen Raubtiere sind. Und solchen Raubtieren kann man sich ja nicht ohne Schutz nähern. Da wäre es ja klar, dass man sofort angeriffen und gefressen wird...

    (Ich hab ja selbst Respekt vor meinem Schmusekater, wenn er lange nichts hatte und ich eine Dose seines Lieblingskatzenfutters aufmache ;-))) )

    Aber ein Fisch, der 375 Millionen Jahren der Evolution hinter sich gebracht hat und zwar mit JAGEN würde doch nie einen Menschen als Beute ansehen. Gott, wie unlogisch dieser Gedanke! Und wie überraschend, dass sich so ein Tier mal zur Wehr setzt, wenn er von zig Tauchern und Schnorchlern quasi schon bedrängt wird. (Und im Hintergrund besagte Lieblingskatzenfutter-Dose quasi ins Meer geschüttet wird..)
    This post was modified on 08 Dec 2010 at 03:52 pm.
  • Rainer Hopf
    Rainer Hopf
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    Re^5: Neuerlicher Haiangriff in Sharm El Sheikh / diesmal auf eine Schwimmerin
    Ich war die Tage als der Unfall passiert ist in Sharm. Was da in den Medien ausgeschlachtet wird ist an Sensationsgier nicht mehr zu überbieten. Muß allerdings sagen soviele Haie wie in der einen Woche habe ich noch nie in Sharm gesehen. (Selbst 2x einen Longimanus am Yolanda-Shark Reef) Auch die Wassertemperatur mit bis zu 28 Grad war wie in der Badewanne. Die echte Wahrheit werden wir bzgl des Unfalls wohl nie erfahren. Auch sind die Maßnahmen der CDWS in meinen Augen nicht nachvollziehbar. Bin eigentlich froh das wir ins Wasser durften - was das mit mindestens 50 gelogten Tauchgängen zu tun hat ist mir nicht begreiflich. Hoffe das ein paar Menschen dort unten mal das Denken bezüglich der Umweltverschmutzung anfangen. Wobei in einen Dritte Welt Land andere Prioritäten an erster Stelle stehen. Auch kann ich die Rolle der CDWS nicht so wirklich einornen. Obwohl unsere Haibegegnungen gemeldet wurde, keinerlei Reaktion auf das Ganze ??? Ich denke die halten den Ball so lange flach wie möglich und hoffen das nichts mehr passiert. Über die Folgen für die Haie falls nochmals was passieren sollte mag ich gar nicht nachdenken
  • Christian Göttsche
    Christian Göttsche
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    Re^6: Neuerlicher Haiangriff in Sharm El Sheikh / diesmal auf eine Schwimmerin
    Ich schätze, die würden pures Gift ins Meer kippen und alle Haie mit Dynamit jagen bis sämtliches Leben ausgelöscht ist, nur um für den Moment die Touristen zu halten.

    Leider ist es in den Ländern ja so, dass sie genau von diesen Touristen leben und wenn die Wegbleiben.... Tja, das ist wie ein in die Enge getriebenes Tier. Irgendwann setzt der pure Überlebensdrang ein und es wird "ALLES" unternommen, nur um für den Moment zu überleben.

    Und wenn man sieht, wie selbst die modernen Industrieländer die Nachhaltigkeit ihres Handelns ignorieren, wie soll dann so ein armes Land das besser hinbekommen? Letzendlich denkt dann doch jede Generation nur an sich und was danach kommt ...... *seufz* ... Und "Bild" & co. stürzen sich dann wie die Haie auf solche Nachrichten ;-)

    Arme Haie... (also ich meine die Tiere damit .. nicht die "Bild")
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  • Christian Göttsche
    Christian Göttsche
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    Re^8: Neuerlicher Haiangriff in Sharm El Sheikh / diesmal auf eine Schwimmerin
    Leider leider überrascht mich das kein bischen.

    Eine der vielen Gründe, warum ich Ägypten als Urlaubs-/Tauchziel gänzlich boykottiere. Auch wenn ich zu gerne die bunte Unterwasserwelt mal live gesehen hätte. Und natürlich sind viele andere Länder auch nicht besser.

    Und die Auswirkungen meines Boykotts gehen ja auch nur so weit, dass gerade mal meine Freunde dieses Registrieren. Da hatte ja selbst Don Quijote ne größere Chance was zu bewegen ;-)
  • Michael Stock    (思明史)
    Michael Stock (思明史)    Premium Member
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    Re^9: Neuerlicher Haiangriff in Sharm El Sheikh / diesmal auf eine Schwimmerin
    Hai@all,

    genau darum geht es .....

    Menschen zu sensibilisieren und nicht um das Geschehene aus(ab)zuschlachten.

    Nachhaltiger Artenschutz und die Erhaltung unseres maritimen Ökosystems und nicht die Rechtfertigung als tollwütiger Hund in einer Wanne "Egypt Stew" herumzuschwimmen.

    Ich kenne niemanden, der Nachts betrunken und im Nebel über eine viel befahrende Autobahn läuft.

    Nachdenklicher Gruß

    Michael