Telecommunication Business

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  • Frank-Peter Jost
    Frank-Peter Jost
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    UMA versus IMS
    Hallo Zusammen,

    gerade eben stoße ich auf die interessante UMA- Diskussion. Gern möchte ich mal my-2-pence dazu geben:

    Technologisch, wie ja allseits bekannt hebt UMA auf die nicht lizenzpflichtigen Frequenzen im Spektrum ab. Der über diesen access 'eingesammelte' Traffic wird über den UMC (UMA network controller) - der wie ein BSS im 2G system agiert - auf das A-Interface abgebildet und letztendlich in ein MSC (2G oder NGN) eingekoppelt.

    Und genau da liegt m.E. auch schon die Limitierung des Erfolges/BC von UMA mit Blick auf die Zukunft. Aus end-subscriber Sicht bekommt dieser über FMC- Services (fixed-mobile-convergence) basierend auf einem IMS (IP multimedia system) genau denselben Service angeboten. Darüberhinaus werden mit FMC weiter, homogenisierte Daten-Services access network agnostic möglich. Also Dienste, die sich aus end- subscriber Sicht als vorhanden 'anfühlen' ohne das dieser wissen muss, wo welche access technology mit welcher Bandbreite hinterlegt ist.

    Ein potentieller MVNO wird wahrscheinlich mit einem minimal IMS (HLR/HSS, evtl. Prepaid server) starten, vorausgesetzt er findet den 'passenden' MVNE (MVNO enabler). Auf Basis dieses Mini- IMS systems kann er nun FMC- Services in voller Breite anbieten (eben auch VoIP over WLAN). Der Weg in die Zukunft ist auf Basis eines IMS einfacher auszugestalten als noch zusätzlich ein MSC/MSC-Server in das MVNO- Netz zu integrieren.

    Wird ein Operator (der eine Spektrum- Lizens hat) zusätzlich auf UMS setzten? Wohl eher nicht. Er könnte damit zwar evtl. Engpässe in der inhouse- Versorgung von Unternehmen z.Bsp. beseitigen. Aber um den Preis zusätzliches Equipment einführen zu müssen ... First tier Operatoren sehen IMS eher als die System- Architektur der Zukunft an.

    Ich sehe den BC für UMA eher für Operatoren im tier 2 oder 3, die keine oder nur eingeschränkte lizensierte Sprektren haben, aber Infra- Struktur aufbauen wollen.

    Gruß,
    Peter Jost
  • Alexander Janssen
    Alexander Janssen    Premium Member   Group moderator
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    Re: UMA versus IMS
    Hi,

    späte Antwort, weil ich auch neu hier bin; ich machs kurz. Hier meine persönliche Meinung zum Thema.

    Nehmen wir an, dass IMS als drittes 3G Standbein die Vorbereitung ist für eine 4G/5G/xG Technik ist, kann man unterstellen, dass CS komplett stirbt und nur PS (mit QoS Erweiterungen) übrig bleibt.
    Was bleibt dann vom klassischen Me übrig? Ein SIP-Phone. Und die Layer 1/2 - nun, ob WiFi, UTRAN oder Buschtrommeln übrigbleibt, ist eigentlich egal.

    Der Mehrwert liegt im Paradigmenwechsel - die PS/CS Konvergenz - am Schluss letztendlich das UE zum SIP Client zu degradieren!
    Hat man CS auf PS erst einmal reduziert, ist die MN/FN Konvergenz rein akademisch weil ein technischer Unterschied nicht mehr vorhanden - da im FN bereits die entsprechende digitale Infrastruktur vorhanden ist.

    Wer braucht denn schon ein HLR, wenn sich das HSS an einem bestehenden Radius bedienen kann?
    Wer braucht denn schon eine MSC, wenn ein IP-Router die Arbeit machen kann?
    Wozu Node-B oder BSC, wenn es ein WiFi-Accesspoint auch tut?

    Ich stimme dir also zu: Ein MVNO wird mit einem IMS seinen Dienst anbieten können, egal was der MVNE für eine Zugangstechnik anbietet. Um dann noch so richtig reinzuhauen, baut er sich ein MobileCentrix darüber um Funktionalitäten klassischer grosser Nebenstellenanlagen über die dann schon "klassische" SIP Telefonie zu propfen.

    Meine zwei Eurocent,
    Alex.

    P.S.: Kurze Frage, bin neu hier... Ist hier nicht eigentlich Englisch die Verkehrssprache?
  • Frank-Peter Jost
    Frank-Peter Jost
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    Re^2: UMA versus IMS

    Hi Alexander, hi all,

    zum mittleren Teil Deines Beitrages: klar könnte man theoretisch dengesamten access auf WiFi/WiMAx reduzieren und per SIP client in ein FN Core einkoppeln, welches per Radium mit dem HSS redet und sich so Mobility besorgt. Aber: es ist nun mal GERAN und UTRAN ausgerollt und der Invest eben noch lange nicht abgeschrieben. So wirde es wohl oder übel auf eine Migration der Technologien herauslaufen - oder eben FMC.

    Zum letzten Teil Deines Beitrages: Ein Paradigmenwechsel würde vorallem den Debitels und Talklines gut zu Gesicht stehen, wenn sie in Zukunft noch am konvergenten Markt partizipieren wollen.

    Ich gebe Dir völlig Recht, mit einer IMS/FMC- Architektur wären die SPs in der Lage zum MVNO zu konvertierenn und per MobileCentrex sogar noch das B2B- Segment zu adressieren, an welches sie im Moment gar nicht herankommen ...

    Gruß,
    Peter Jost

    PS: Ich spreche kein Englisch (quatsch, aber es waren eben viele Beiträge in Deutsch ...)
  • Alexander Janssen
    Alexander Janssen    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: UMA versus IMS
    Hallo alle miteinander,

    Frank-Peter Jost wrote:
    [...]
    Aber: es ist nun mal GERAN und UTRAN ausgerollt und der Invest eben noch lange nicht abgeschrieben. So wirde es wohl oder übel auf eine Migration der Technologien herauslaufen - oder eben FMC.

    das ist allerdings wahr.

    Zum letzten Teil Deines Beitrages: Ein Paradigmenwechsel würde vorallem den Debitels und Talklines gut zu Gesicht stehen, wenn sie in Zukunft noch am konvergenten Markt partizipieren wollen.
    Nunja, wie schauts denn technisch heute bei solchen Providern aus? Sie betreiben ein eigenes IN mit den entsprechenden Mehrwertdiensten (Number Translation, Prepaid Service, VPN...) - und hängen am Backbone der MNOs/Carrier.
    Ob da nun SCP oder CSCF draufsteht ist an der Stelle ja nur von der Signalisierung abhängig (SS7 vs. SIP).

    Gewinnen die dadurch einen Mehrwert? Bin zu wenig Kaufmann, um das zu beurteilen. Aber ich glaube ganz fest dran, dass es da hingehen wird. Entsprechende Trials laufen ja schon beinahe überall.

    Ich gebe Dir völlig Recht, mit einer IMS/FMC- Architektur wären die SPs in der Lage zum MVNO zu konvertierenn und per MobileCentrex sogar noch das B2B- Segment zu adressieren, an welches sie im Moment gar nicht herankommen ...
    Ja!

    Nun sind wir vom eigentlich Thema UMA vs. IMS irgendwie abgekommen; ich würde das Thema nicht "UMA vs. IMS" sondern eher "UMA + IMS" nennen. UMA als UTRAN Ergänzung kann *mit* (oder auch ohne) IMS wohl schon Sinn machen. Mein kleines persönliches Beispiel wäre dort die Verfügbare Bandbreite an lokalen Brennpunkten zu erhöhen, wo der Aufbau von neuen Basisstationen finanzieller Overkill wären - beispielsweise in meinem Büro, wo man von Glück sagen kann, wenn man eine freie Leitung zum telefonieren bekommt...

    Deine Idee aus deinem ersten Posting weitergesponnen: Ein potentieller MVNO könnte an solchen Brennpunkten selber mit UMA Equippment herkommen, zusätzlich auf der UTRAN Welle seines MVNE mitsurfen. Dann stellt sich als Business Case nur noch die Frage: Kann man das als MVNO billiger machen und gibt es dafür einen Markt? Wenn sich der Traffic, der innerhalb eines Brennpunktes ist, entkoppeln lässt, kann man sich sogar eventuelle Zahlungen an den MVNE sparen, weil der Traffic nicht durch deren Leitungen/MSCen läuft...

    Und *DANN* kommen die MobileCentrix Features ins Spiel - auf dem IN/IMS des MVNO.

    Es kommen spannende Zeiten auf uns zu und ich freu mich drauf!

    Gruß,
    Peter Jost

    Gruss, Alex Janßen.

    PS: Ich spreche kein Englisch (quatsch, aber es waren eben viele Beiträge in Deutsch ...)
    Ich werd nicht den ersten Stein werfen ;-) In diesem Sinne.. noch ein schönes Wochenende!