Technical Building Equipment, ventilation, electro-mechanical engineering, HVAC
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Thorsten KuhrtThe company name is only visible to registered members.BACnet als "Allheilmittel" in der Gebäudeautomation?
Im Laufe der lezten 30 Jahre gab es mehrere Versuche die Kommunikationsprotokolle der einzelnen Hersteller von DDC-Automationsstationen miteinander "sprechen" zu lassen.
So gab es in den 80er Jahren den FND (FirmenNeutraler Datenbus). Ein Protokoll mit dem es möglich war, auf der Managementebene zwei oder mehr verschiedene Firmen kommunikationstechnisch miteinander zu verbinden. Der Nachteil war jedoch, dass die Hardware sehr kostenintensiv war und die daraus resultierenden Werte einen eher niedrigen Informationsstand gaben. So wurde dieses Protokoll sehr selten eingesetzt.
Zum Ende der 80er Jahren begann ein Protokoll aus Übersee sich seinen Weg nach Europa zu bahnen. Die Anforderungen an dieses Protokoll wurden von Nutzern, Planern und Herstellern in gemeinsamen Gesprächen festgelegt und niedergeschrieben. Zu dieser Zeit erkannte die Firma Staefa Control System die Zukunftsorientierung dieses Protokolls und nutzte als erster Hersteller BACnet als Kommunikationsplattform für die Reglerserie DESIGO30.
Der Anfang war gemacht und immer mehr Hersteller zogen nach. Derzeit haben fast alle grossen Hersteller von Automationssystemen eine BACnet-Lösung in ihrem Portfolio. Und der Siegeszug von BACnet geht weiter: Hersteller von Kältemaschinen, Brandmeldeanlagen, usw., zogen nach und präsentierten ebenfalls ihre Lösungen.
Aber warum? Die Antwot ist nicht leicht zu finden. Eine Liegenschaft, einmal ausgerüstet mit einem Hersteller X war nicht mehr durch einen anderen Hersteller Y angreifbar. Für den Hersteller X eine gute Sache aber für den Betreiber/Bauherrn? Der Betreiber war zufrieden, solange es keine Probleme mit dem Hersteller gab. Aber diese Probleme können kommen: Der Betreiber begibt sich in die Hände eines Herstellers und ist diesem gnadenlos ausgeliefert, wenn es um Updates, Migration oder um den Preis geht.
An dieser Stelle kommen dann die anderen Hersteller ins Spiel. Sie erhalten mit BACnet die Möglichkeit dem Betreiber ihre eigenen Produkte anzubieten und eine Möglichkeit, diese auch auf einer Gebäudeleittechnik darzustellen. Somit gibt es einen fairen Wettbewerb, der dem Bauherrn hilft.
Es gibt also durch BACnet für den Bauherrn/Betreiber den Vorteil, sich auch mit anderen Herstellern zu beschäftigen, wenn sich eine Unzufriedenheit mit dem eingebauten System einstellt. Diese Unzufriedenheit könnte z.B. der Preis oder die Leistung sein.
Für die Hersteller gibt es durch BACnet die Möglichkeit, ihre eigene Leistungsfähikeit unter Beweis zu stellen und dem Bauherrn eine preisgünstige Lösung zu präsentieren.
Aber ist BACnet jetzt das "Allheilmittel" in der Gebäudeautomation?
Nehmen wir einmal an, in einer grossen öffentlichen Liegenschaft ist Hersteller X eingebaut. Ein Gebäude ist sanierungsbedürftig und die erforderlichen Leistungen werden aussgeschrieben. Gemäss VOB ist es erforderlich, alle Leistungen neutral auszuschreiben. Wenn die Massnahme einen bestimmten Wert übersteigt, sogar EU-weit. Wie kann sich also ein Betreiber, der sehr zufrieden mit seiner eingebauten Gebäudetechnik ist, sicher sein, dass er mit dem Hersteller X weiterbauen kann? Gar nicht!
In einer öffentlichen Ausschreibung entscheidet der Preis. Alle Leistungen, für die es einen Wettbewerb geben kann, werden ausgeschrieben. Lediglich die Positionen, für die es nur einen Hersteller geben kann, werden direkt vergeben. Somit gibt es den Wettbewerb für rund 90% der Gesamtleistung MSR-Technik. An diesen 90% sind natürlich viele andere Hersteller interessiert und es gibt ein "Hauen und Stechen" zwischen den Anbietern.
Der leidtragende in diesem Fall ist der Betreiber. Er muss sich bei einer Vergabe an einen anderen Hersteller zum einen mit einer neuen Technik auseinandersetzen und seine Techniker neu schulen, zum anderen sind viele Gespräche mit dem neuen Hersteller erforderlich um die ursprünglichen Benutzeraddressen und anderen Besonderheiten der Liegenschaft berücksichtigen zu können. Diese Leistungen stehen in keinem LV und können somit auch preislich nicht berücksichtigt werden
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Hier ist also eine Aufgabenstellung an die Fachplaner oder Ingenieurbüros erforderlich. Eine präzise Beschreibung der Liegenschaft mit all ihren Eigenarten ist ein Muss für die Planer. Eine sehr aufwendige Arbeit, aber nur damit kann auch zukünftig verhindert werden, dass BACnet als Protokoll der Zukunft missbraucht wird.
- 20 Jan 2008, 11:32 am
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Jürgen LangsteinThe company name is only visible to registered members.Re: BACnet als "Allheilmittel" in der Gebäudeautomation?
BACnet ist sicherlich kein Allheilmittel. In der Diskussion sollten wir jedoch nocht ganz vergessen, das BACnet auch technologisch einige Fortschritte gebracht hat.
Wenn der Betreiber nur Nachteile hätte, verwundert mich, das Betreiber die treibende Kraft bei der Entwicklung des FND als auch von BACnet waren.
Auslöser war sicher die weit verbreitete Mentalität, Betreiber von einzelnen Produkten abhänig zu machen, um im Servicegeschäft anschließend wettbewerbslos bald jeden Preis verlangen zu können. Ich kenne keinen
Betreiber, der sich freiwillig einem neuen Produkt zugewand hat, wenn das alte problemlos lief und dabei Preis und Leistung in einem annehmbaren Verhältnis standen.
Letztendlich ist der FND daran gescheitert, das er nicht alle in einer Liegenschaft notwendigen Funktionalitäten gehabt hat. Historischen Arfzeichnungen und Zeitplanfunktionalitäten beispielweise wären erst in der Version 2.0 zur Verfügung gestanden.
Die meisten Hersteller sind erst auf den Zug BACnet aufgesprungen, als absehbar war, das an BACnet kein Weg vorbeiführt.
Nochmal kurz zusammengefasst die entscheidenden Vorteile des BACnet gegenüber anderen Gebäudeautomationsprotokollen:
- Es ist Lizenzfrei. Nicht nur der Standard darf ohne Lizenzkosten verwendet werden, es gibt auch gute Netzwerk-Analyse-Tools, die kostenfrei zu bekommen sind. Damit ist es jedem Betreiber oder seinem Bevollmächtigten möglich die Funktionalität seiner erworbenen Anlage zu prüfen.
- Es gibt Funktionalitäten, die die Datenkommunikation zwischen Automationsstationen und einer Gebäudeleittechnik automatisiert aufbauen. Das spart nicht nur Aufwand (und damit Kosten) es verhindert auch versteckte Fehler.
- Im Protokoll sind nicht nur der Datenaustausch und die Alarmbehandlung beschrieben, sondern auch Datenspeicherung (Historisierung) und Zeitplanfunktionalitäten. Darüber hinaus ist auch die Datensicherung geregelt.
- Zutrittskontrolle, Videoüberwachung, EMA und BMA-Anlagen sind ebenfalls intergrierbar.
- Umfangreiche, standardisierte Objekte machen viel, aber nicht alle projektspezifischen Vereinbarungen unnötig.
Damit soll nicht gesagt werden, dass BACnet schon vollkommen ist. Eine Weiterentwicklung (Standardisierung)wäre vor allem im Bereich der Programmierung wünschenswert.
Daraus ergeben sich auch in Bezug auf Energieeinsparung und effizentes Betreiben Möglichkeiten die ohne BACnet nicht, oder nur mit unvertretbar hohem Aufwand möglich waren.
- 04 Jul 2008, 8:35 pm
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Ralf HasselbachThe company name is only visible to registered members.Re: BACnet als "Allheilmittel" in der Gebäudeautomation?
BACnet ist ein Allheilmittel für den Arbeitsmarkt seriöser Planer der Gebäudeautomation. BACnet ist ein Baukasten für den kundigen Planer. Mit Hilfe dieses Baukastens lassen sich komplexe Probleme mit den Produkten unterschiedlicher Hersteller realisieren.
Es fehlen nur die Bauherren, die gute GA-Planer einsetzen!
Wir brauchen wieder Nährboden für Fachleute, die mit BACnet und/oder LonMark virtuos umgehen können.
Erfreulich ist der zurzeit erfolgreiche Trend zu normgerechten Produkten.
Nur das BTL-Logo von 2008 ist aussagekräftig.
Der Wunsch nach offener Gebäudeautomation könnte 2009 in Erfüllung gehen!
Viele Grüsse
Ralf Hasselbach
- 20 Aug 2008, 12:11 am
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Bernd MurschelThe company name is only visible to registered members.Re^2: BACnet als "Allheilmittel" in der Gebäudeautomation?
In meinen sieben Jahren in der Gebäudautomation habe ich vieles mit Bacnet gemacht. Doch als allheilmittel würde ich es nicht ansehen. Zumahl es einfacherer und bessere Wege gibt. Ich will hier nur mal das Stichwort LON nennen. Bacnet ist dann sehr gut wenn es darum geht verschiedene Unterstationen mit einander und dem Leitrechner zu vernetzten auch dann wenn es darum geht das die verschiedenen Anbieter miteinander Kommunizieren sollen. Da eben eine genormte Schnittstelle zur verfügung steht. Aber für alles andere würde ich aufgrund der Entwicklungen in den letzten Jahren auf LON zurückgreifen. Da dies mir flexibler und einfacher zu Programmieren erscheint. ZUdem gibt es sehr viel mehr Endgeräte die sich dafür Eignen
- 23 Sep 2008, 1:32 pm
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Thorsten KuhrtThe company name is only visible to registered members.Re^3: BACnet als "Allheilmittel" in der Gebäudeautomation?
Ganz sicher ist LON keine Alternative für BACnet, da es sich hierbei um ein Protokoll für die Feldebene handelt und eben nicht -wie BACnet- um eines für Automations- oder Managementebene.
Zahlreiche Eigenschaften, wie z.B. Zeitschalten, Trends oder Alarming können mit LON nur properietär gelöst werden.
Ausserdem sind die genannten zahlreichen Endgeräte mit LON-Chip teurer als herkömmliche Fühler, Ventile o.ä.. Das gleiche gilt für die Wieder-Inbetriebnahme bei defekten Geräten.
Die EN (EN ISO 16484-5) hat sich klar ausgesprochen für BACnet auf der Management- und Automationsebene und für LON auf der Feldebene. Wie die Umsetzung aussieht und welche Geräte dort eingesetzt werden, bleibt dem Bauherrn, Betreiber oder Planer überlassen.
Wenn ein Bauherr aber einen wirklich Wettbewerb haben will, kann er für die Mangament-/Automationsebene nur auf BAcnet setzen.
- 06 Nov 2008, 11:30 am
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