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Hallo miteinander,
im Bereich der Klima- und Kältetechnik stehen durch das Verwendungsverbot von Kältemittel R22 als Frischware im Service ab 01.01.2010 interessante Zeiten bevor.
Wer hat bereits (Langzeit-) Erfahrungen im Bereich von Umrüstungen von Kälteanlagen (Qo>30kW) von R22 auf z.B. R422D ?
schöne Grüße
Gerald Hermanseder

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Gerald Hermanseder Premium Member
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Sehr geehrter Herr Hermanseder,
sowie ich die Kälte- Klimabranche kenne sind bisher nur sehr wenige Erfahrungen mit diesem Ersatzkältemittel vorhanden. Es wird doch lieber erst alles ausgesessen bis wirklich nichts mehr geht. Allerdings stellt sich mir die Frage warum ein solches Ersatzkältemittel hinsichtich bestehender Fördermittel der BAFA bzw. des BMU für Neuanlagen bzw. modernisierte Anlagen überhaupt in Betracht gezogen werden. Es ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß alte R22 - Anlagen mit einer meist doch sehr unzureichenden Effizienz am Leben zu erhalten. Natürlich stehen immer auch Investitionskosten für den Betreiber im Raum, ich denke aber im Moment ist es unsere Pflicht als Facheute der Kälte - Klimabranche auch den Endkunden über Energieeinsparung, Ozonzertsörungspotential und dem Ende von R22 als Frischware in Kenntniss zu setzen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, das in einigen Bereichen lieber mit einem Bußgeld gerechnet wird als in Neuanlagen zu investieren, aber ist das noch zeitgemäß?
Wir sollten den Tatsachen ins Augen schauen, dass wir an zeitgemäßen Neuanlagen mit R404, el. E-Ventilen, Wärmerückgewinnung, FU etc. nicht vorbeikommen werden. Wenn nicht freiwillig, dann wird uns der Gesetzgeber mit einer neuen Gesetzeskeule á la Skandinavien gewaltig in die Quere kommen. Die ersten Anzeichen sind meines Erachtens durch das Förderprogramm gesetzt.
Bitte verstehen Sie meinen Beitrag nicht als persönliche Kritik, sondern vielmehr als eine Anregung unsere Branche etwas aufzuwecken.
Mit freundliche Grüßen aus dem Süden der Republik.

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Thorsten Schäfer
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Guten Tag Herr Schäfer,
vielen Dank für Ihren Kommentar, den ich keineswegs als Kritik wahrnehme sondern sehr beführworte. Unser Unternehmen ist langjährig im Bereich der Industrie- und Gewerbekältetechnik als Errichter von energieeffizienten Kälteanlagen am Markt bekannt.
Dazu zählen unzählige Kälteanlagen mit R717 (NH3), Propan, FU und EC geregelte Verdichter und Lüftermotore, usw.
Es ergibt sich jedoch die Situation, dass bei manchen Projekten die Umrüstung auf z.B. R422D (auch kein R407C oder R404A) als einzig realisierbare Alternative für den Anlagenbetrieber in Frage kommt.
Genau für diese Fälle würde mich interessieren, wie die derzeitigen (technischen) Erfahrungen mit umgerüsteten Kälteanlagen sind.
schöne Grüße
Gerald Hermanseder

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Gerald Hermanseder Premium Member
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Guten Tag Hr. Hermanseder ,
Die Erfahrung hat gezeigt das bei den ersten Umstellung einige Punkte besonders zu betrachten sind.
Bei der Umstellung ist penibelst darauf zu achten, das alle Dichtungen auf Elastomer Basis ausgetauscht werden müssen. (Schraderventileinsätze, MV-Dichtringe) Zudem ist bei Sauggasgekühlten Verdichtern die Wahrscheinlichkeit sehr hoch das die Dürchführung am Motorklemmbrett Undicht wird, dies kann jedoch auch erst nach einigen Tagen auftreten. Eine technische Mittleilung sollte an die Servicemonteure weitergeleitet werden (Motorklemmbrett nachziehen). Zum anderen muss die Überhitzung der Thermostatischen Expansionsventile angepasst werden.
In manchen Fällen ist die Ölrückführung nicht mehr ausreichend bei Nutzung von Mineralöl. Insebesondere bei langen Saugleitungen / Höhenunterschied. Dies stellt man aber auch erst nach einer gewissen Betriebszeit der Anlage fest.
Bei der Kalkulation für die Umrüstung einer Alt-Anlage sollte umbedingt ein zeitversetzter Kontrolltermin nach Durchführung der Umstellung eingeplant werden. Zudem wird der Zeitaufwand häufig unterschätzt, gerade die justierung der korrekten Überhitzung ist sehr Zeitintensiv.
Weiterer Punkt: Im Klima und Pluskühlbereich ergeben sich Leistungsverluste, wenn die Anlage bereits knapp ausgelegt ist sollte von einer Umrüstung abgeraten werden.
Best regards,
Kevin Nowak

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Kevin Nowak
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Guten Tag Miteinander,
erst einmal vielen Dank an Herrn Nowak für den Hinweis mit dem Motorklemmbrett. Daran hätte ich bis datto nicht gedacht.
Wir haben mittlerweile 2 größere Umrüstprojekte abgewickelt. Das eine bertrifft 2 Stück BITZER 6J-33.2Y von R22 auf R422D, das andere 2 Kaltwassersätze mit BITZER - Schraubenverdichter ebenfalls von R22 auf R422D.
Bis datto sind keine Komplikationen (im speziellen Undichtheiten) aufgetreten. Bei beiden Projekten ist jedoch neben der zu erwartenden niedrigeren Druckgastemperatur ein starker Pulsationsanstieg in der Druckleitung der Verdichter eingetreten. Hier sind Massnahmen wie z.B Einbau eines Schwingungsdämpfers oder Austasuch der ersten Leistungsstücke auf Stahlleitungen zu empfehlen. Wie allgemein bekannt verträgt sich Pulsation mit Kupferleitung nicht sonderlich lange.
Wie sehen Sie die Problematik ?

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Gerald Hermanseder Premium Member
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Guten Tag Herr Hermanseder,
Zur Ihrem Problem daß ich sich hier nicht Richtig verstehe da die ZAHLEN DATEN FAKTEN fehlen.
Möchte ich nur anregen hier auf das Expansionsventil zuachten.
Es ist empfehleswert nur speziell für diesen Zweck entwickelte Expansionsventile einzusetzen, die in Abhängigkeit von Heissgasaustritt arbeiten. Sollwert 100/110°c. Der Temperaturfühler muss an der Heissgasleitutung ca. 10-20 cm nach dem Absperrventil montiert werden. Zur Montage ist die Kontaktstelle gründlich zu reinigen und mit Wärmeleitpaste zu versehen. Der Fühler muss mit entsprechenden Klammern befestigt werden, um thermische Expansion aufzufangen. Um Gasblasen in der Flüssigkeit zu Vermeiden,
sollte der Abgang an einer waagerechten Rohrleitung liegen und zunächst nach unten führen.
Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen und verbleibe
Mfg
Jürgen Stich

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Jürgen Stich Premium Member
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