Technical Building Equipment, ventilation, electro-mechanical engineering, HVAC

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  • Frank Kaiser
    Frank Kaiser    Premium Member   Group moderator
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    Betriebstemperatur für Warmwassernetz einer Sportstätte
    Hallo zusammen!

    Folgender Fall beschäftigt mich zurzeit:

    Sportstätte; Technikraum am einen Ende des Gebäudes, Duschen am anderen Ende (ca.30m entfernt); Leitungsvolumen mit Sicherheit über 3ltr.! Im Technikraum direkt beim Warmwasserbereiter soll ein Zentralthermostat eingesetzt werden. Ab diesem wird dann eine ca. 30m lange Versorgungsleitung entspr.Querschnitts bis in Richtung WW-Verteilung verlegt. Aus baulichen Gründen kann anscheinend keine Ringleitung verlegt werden...

    Nach DVGW W551 handelt es sich hierbei alleine schon deshalb um eine Großanlage, weil es sich um eine öffentliche Einrichtung handelt und zusätzlich die 3ltr.Regel überschritten wird. Das bedeutet: 60°C sind auf dem Leitungsnetz für mindestens 16 Std. zu gewährleisten (24h - max.8Std.Unterbrechung). Dies sollte meiner Ansicht auch beim Einbau des Verbrühungschutzes berücksichtigt werden, der aber jetzt noch welche Rolle spielt??? Dort wo er jetzt eingebaut ist, hat er keinerlei Funktion. Wollte man die 60°C bis zur Einbindung der Zirkulation gewährleisten, würde eine ganze Weile vergehen, bis das abgemischte Wasser an der Zapfstelle ankäme!

    Kürzer: Wenn ich den ganzen Strang auf 60°C halten muss, dann verbrühen sich vorher mehrere Personen, bevor die reduzierte Temperatur an der Zapfstelle ankommt. Wo ist dann noch ein Sinn in dem Verbrühungsschutz zu sehen?

    Der Verantwortliche weigert sich partout, sich an die Vorgabe zum korrekten Betrieb der Warmwasseranlage einer öffentlichen Einrichtung zu halten! Wie würden Sie hier reagieren??

    Viele Grüße

    Frank Kaiser
  • Arnd Bürschgens
    Arnd Bürschgens    Premium Member
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    Re: Betriebstemperatur für Warmwassernetz einer Sportstätte
    Hallo Herr Kollege,

    wir haben im W551 ganz bewusst und gezielt die Vorgaben gemacht, die Sie hier sehr richtig wiedergeben. Nach EN806 muß andererseits auch der Verbrühschutz gewährleistet sein. Das ist z.B. möglich, indem das Warmwasernetz durch adäquate Zirkulation bis unmittelbar vor die Zapfstelle auf 60/55°C gehalten wird und dann über verbrühsichere Entnahmearmaturen die Entnahmetemperatur begrenzt wird.
    Bitte beachten Sie hierbei aber auch, dass zum Zweck der Beprobung, und dieser Pflicht unterliegt Ihr Betreiber garantiert, an den representativen Entnahmestellen Wasser mit einer Temperatur von 60°C entnommen werden kann, d.h. Sie müssen den Verbrühschutz "umgehen" können zum Zweck der Probenahme.
    Hier bieten sich zentrale Mischarmaturen an, die gruppenweise für zwei oder drei Entnahmestellen die Temperatur regulieren. Solche thermischen Mischventile (z.B. Honeywell TM200) können manuell auf eine Mischwasser-Temperatur von 60°C eingestellt werden, so dass eine ordnungsgemäße Beprobung möglich ist. In jedem Fall ist auch hinter diesen Mischventilen die 3-Liter-Regel einzuhalten!
    Bei weiteren Fragen zu diesem Thema können Sie mich gerne ansprechen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Arnd Bürschgens
  • Frank Kaiser
    Frank Kaiser    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Betriebstemperatur für Warmwassernetz einer Sportstätte
    Auch einen herzlichen Gruß aus einem Stau bei Rohr (an der A6)!

    Viele Dank für Ihre fachlich fundierte Stellungsnahme! VG Frank Kaiser
  • Klaus Koppel
    Klaus Koppel    Premium Member   Group moderator
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    Re: Betriebstemperatur für Warmwassernetz einer Sportstätte
    Hallo Herr Kaiser,
    eine weitere Antwort kommt vielleicht etwas spät.
    Zur Einregulierung der Warmwasserleitungen, um die Temperaturen von 58°Can allen Zapfstellen zu gewährleisten, können auch in die Leitungen Einregluierungsventile für die Zirkulation eingebaut werden.
    siehe hierzu die Unterlagen oder den Film z.B.

    http://www.kemper-olpe.de/khs_film_trinkwasser_warm-de-1_87_...

    Zu Beachten ist vielleicht auch noch, dass die Kaltwassertemperatur nicht die 25°C überschreiten und auch hier keine Stagnation stattfinden darf. Dies muss auch in jedenfall Gewährleístet sein.

    Dies wird in der Zukunft, bzw. ist schon ein großes Problem, dass dem Kunden und den Montagefirmen zu vermitteln und umzusetzen.
    Wünsche noch einen schönen Tag.
    Viele Grüße K.Koppel
  • Jörn Baumann
    Jörn Baumann    Premium Member
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    Re^2: Betriebstemperatur für Warmwassernetz einer Sportstätte
    Ich möchte den letzten Absatz des Herrn Koppel, nur noch einmal bestätigen.

    Herr Kaiser,ist den das Trinkwassersystem schon in Betrieb genommen worden?

    Gruß jb
  • Arnd Bürschgens
    Arnd Bürschgens    Premium Member
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    Re^3: Betriebstemperatur für Warmwassernetz einer Sportstätte
    Regulierventile im Warmwasserbereich sollten aber doch gängige Regel der Technik und damit Standard sein...
    Die Kaltwasser-Zirkulation über Venturi-Strömungsteiler mit doppelter Leitungsführung auch im Kaltwasser-Bereich und entsprechend erhöhtem Planungs- und Installationsaufwand, die zudem auch nur von einem einzigen Hersteller propagiert und vertrieben wird, zu beurteilen, soll jedem Fachmann selbst überlassen bleiben.
    Provokant könnte man nun allerdings fragen, ob die erheblichen Mehrkosten für ein solches System wirklich gerechtfertig sind, wenn die hygienischen Forderungen im KW auch durch einen bestimmungsgemäßen Betrieb realisierbar sind, d.h. ggf. auch durch Spülprotokolle oder endständige Spülung allein. Die Personal- und Wasserkosten einer regelmäßigen Entnahme sollten hier in Relation gesetzt werden zu den Kosten für ein solches System.
  • Jörn Baumann
    Jörn Baumann    Premium Member
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    Re^4: Betriebstemperatur für Warmwassernetz einer Sportstätte
    Die Umsetzung zu einem funktionierenden bestimmungsgemäßen Betrieb setzt zwingend eine angepasste Installation voraus. Und die ist in der Planung selten zu finden. Die alleinige Verwendung der Spüloption, führt ohne weitere Maßnahmen zu einem nicht vermittelbaren Wasserverbrauch. Desweiteren ist es immer noch ein unkontrolliertes System, solange dem Betreiber nicht die notwendigen Instrumente für die Überwachung gestellt werden. Ein Lösungsansatz wäre das VITA.konzept.