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  • KK Projekt 3: "Bringen Sie es auf den Punkt" 04.11.2009, 02:34

    Liebe Toastmaster,

    Im Rahmen des Handbuchs "Kompetente Kommunikation" steht demnächst meine Rede zum Projekt 3 an:
    "Bringen Sie es auf den Punkt"

    Nach dem Studieren des entsprechenden Kapitels im Handbuch sind bei mir noch einige Fragezeichen verblieben. Mit diesem Artikel würde ich gerne eine Diskussion über die Inhalte des Kapitels "Bringen Sie es auf den Punkt" eröffnen.

    ----------------------
    Es kommt mir vor, als würde der Abschnitt "Die allgemeine Absicht" in der Luft hängen. Man solle zwar die allgemeine Absicht der Rede im Raster "Informieren / Überzeugen / Unterhalten / Inspirieren" einordnen. Es wird jedoch nicht deutlich, wie man diese Einordnung verwertet.

    Zwar heißt es in der Einleitung

    Sobald Sie Ihre Absicht kennen, sind alle die Rede betreffenden
    Entscheidungen - ... - leicht zu treffen, weil Sie sie nach ihrer
    Nützlichkeit beim Erreichen Ihrer Absicht bewerten werden.

    Die Verwertung der Absicht-Kenntnis wird im späteren Kapiteltext jedoch nur anhand der bestimmten, nicht anhand der allgemeinen Absicht verdeutlicht. Es stellt sich für mich daher die Frage:

    1. Wie mache ich die Kenntnis der allgemeinen Absicht bei der Vorbereitung meiner Rede nutzbar?

    ----------------------
    Mit der Einordnung der von mir geplanten allgemeinen Absicht in das vorgeschlagene Raster tue ich mir schwer:

    Ich möchte mit meiner Rede dem Publikum eine neue Perspektive, Erkenntnis, einen Aha-Effekt vermitteln. Dafür muss ich den Zuhörer zwar informieren, aber nicht um der Information willen. Der Zuhörer soll am Ende der Rede denken/sagen "Wow, Sachen gibt's, die gibt's gar nicht!" Oder wie der spitzohrige Spock: "Faszinierend!"

    Ist das vielleicht eher Unterhaltung? Oder gar Inspiration?

    Im Text heißt es
    "Die *meisten* Reden fallen in eine von vier Kategorien allgemeiner Absichten."

    Wenn die Rede nun aber nicht zu den *meisten* gehört und somit sich nicht in eine der vier vorgegebenen Kategorien einreihen lässt, welchen Sinn hat es dann, einzeln die Kriterien "Die allgemeine Absicht der Rede war klar" und "Die bestimmte Absicht der Rede war klar" bewerten zu lassen?

    Die Frage lässt sich sogar radikalisieren:

    2. Ist es überhaupt möglich, dass die allgemeine Absicht unklar bleibt, wenn die bestimmte Absicht klar ist?

    ----------------------

    Ich freue mich auf Eure Anregungen!

    Viele Grüße,
    Paul
  • Re: KK Projekt 3: "Bringen Sie es auf den Punkt" 04.11.2009, 08:04

    Paul - alle Achtung für das genauer Studium des Projektes.

    Hand auf Herz: Du kennst es genauer als ich, und ich bin der VP ed der Rheinredner - d.h ich müsste es auswendig kennen :/

    Ich geben meiner Gang immer den Rat die Beschreibung der Projekte als Guidelines zu betrachten. Alle Tipps und Hinweise nützen nichts, wenn der Redner sich mit ihnen nicht wohl fühlt. Ich rate sogar ganz deutlich davon ab, sich in ein vorgegebenes Korsett zu zwängen, vor allem wenn es zwickt. Die TM Projekte sind gut, sehr gut sogar. Aber sie können nicht den Ansprüchen und Bedürfnissen mehrerer hunderttausend Menschen gerecht werden. Daher: Mut zur Unschärfe.

    Mein Rate an Dich: Finde eine Lösung mit der *Du* Dich wohl fühlst. Alles andere funktioniert nicht. Lieber 50% Projektabdeckung und 100% Leidenschaft bei der Rede als anders herum.

    Wünsche Dir viel Spaß und Erfolg. Toll zu sehen, welches Tempo Du hier vorlegst. Scheint Dir zu gefallen :)

    Viele Grüße auch an die andere Hälfte der GmbH

    Thomas
  • Re: KK Projekt 3: "Bringen Sie es auf den Punkt" 04.11.2009, 13:27

    Lieber Paul,

    Ich finde es schön, dass du dich mit den Redeprojekten so intensiv auseinandersetzt und schließe mich Thomas` Meinung an: Lieber 50% Redeprojektabdeckung und dafür 100% Leidenschaft als anders herum.

    Da ich meine 3. Rede nächste Woche halten werde, habe ich mich bereits inhaltlich mit dem Thema auseinandergesetzt und selbstverständlich auch das Handbuch gelesen. Die jeweiligen Bezüge zur ALLGEMEINEN ABSICHT fand ich dabei auch irritierend. Es fällt schwer, gewisse Themen in die vier beschriebenen Raster einzuordnen. Daher mein Tipp: Suche dir ein Thema, wo du die Masse nicht nur bewegen und begeistern willst, sondern entweder praktische Tipps vermittlen möchtest, die eindeutig als NUTZEN zu erkennen sind, oder versuche, das Publikum zu einer ganz bestimmten HANDLUNG zu ANIMIEREN, indem du es von einem SACHVERHALT ÜBERZEUGST.

    Ich gehe davon aus, dass es deinerseits gerade eine kleine Blockade gibt, weil du bereits ein bestimmtes Thema im Kopf hast, dass du gerne umsetzen möchtest. Doch würde ein "Aha-Effekt" nicht auch gut zu einem der nächsten Redeprojekte passen?

    Viele Grüße,
    Stefanie
  • "Verzetteln Sie sich nicht!" 06.11.2009, 00:20

    Ganz Eurer Meinung!
    Lieber 50% Redeprojektabdeckung und dafür 100% Leidenschaft als anders herum!

    Und sogar noch viel radikaler: Redeprojektabdeckung? Welche Abdeckung? Ich hab was zu sagen! Ich will beim Publikum was bewirken! Was kümmert mich schon, was im Handbuch steht?!

    Deswegen werde ich mein anvisiertes Thema nicht dem Handbuch zuliebe auf ein späteres Projekt verschieben. ;-) Und eben deswegen sind wir genau beim Kapitel 3, das im Deutschen lieber die Überschrift "Verzetteln Sie sich nicht!" oder "Schweifen Sie nicht ab!" tragen sollte! ;-)

    Denn ich lese aus dem Kapiteltext raus:

    Ihre Rede muss eine Absicht verfolgen.
    ...
    Manchmal können Sie versucht sein abzuschweifen.
    Achten Sie darauf, dass Sie nur die wichtigsten Punkte
    und die unterstützenden Fakten und Gedanken miteinbringen,
    die direkt zu Ihrer bestimmten Redeabsicht beitragen.

    Damit kann ich sehr gut was anfangen. Der Rest... nehmen wir ihn mal nicht zu wörtlich! - Dazu ist er meiner Meinung nach zu ungenau. Aber lassen wir uns doch mal vom Rest anregen! Denn schlecht ist er ja nicht.

    -------------------------------------

    Jede (freiwillig gehaltene) Rede wurzelt in der Absicht des Redners, beim Zuhörer etwas bestimmtes zu bewirken. Anders kann ich es mir gar nicht vorstellen. (Bin ich zu eingeschränkt?)

    Damit sind wir - die Redner - schon mal von Anfang an mit einer *bestimmten* Absicht bestückt. Nun kann es natürlich sein, dass wir bei der Vorbereitung feststellen, dass die Absicht in der uns eingeräumten Redezeit nicht verwirklichbar ist. (Passiert mir regelmäßig.) Also heißt es: beschneiden! So weit sagt das auch das Manual im Klartext:

    Angenommen, Sie planen eine informative Rede
    über die Renovierung eines Hauses zu halten.
    Das ist eine sehr breit gefasste Absicht
    und Sie werden wahrscheinlich Schwierigkeiten haben,
    das Thema in einer Rede von fünf bis sieben Minuten
    - ... - entsprechend zu behandeln.

    Das ist trivial.

    -------------------------------------

    Der Rest dagegen... ist zwar unschlüssig, aber interessant bis anregend.
    Suchen wir gemeinsam nach Trüffeln?
    Oder bringen wir einfach eigene mit?
    ;-)

    -------------------------------------

    Wenn Sie die Rede schreiben,Schreiben? - Na meinetwegen. :-)

    machen Sie dem Publikum Ihre Absicht klar.
    Das Publikum möchte wissen, worüber Sie sprechen werden;
    daher sollte der Anfang Ihrer Rede dies in aller Deutlichkeit
    vermitteln.

    Aha! Soll in meinen Augen heißen:

    Seien Sie ein guter Reiseführer! Zeigen Sie Ihrer Reisegruppe zuerst auf der Karte, was das Ziel der Reise sein wird, bevor Sie zur Reise aufbrechen!

    Steht ganz in "Tradition" des Kapitels 2 "Gliedern Sie Ihre Rede!":

    Zeigen Sie Ihrer Reisegruppe zuerst die Reiseroute auf der Karte, bevor Sie zur Reise aufbrechen!

    Nur hätte ich die Kapitel anders herum angeordnet:
    Im ersten (Lern)Schritt das Ziel auf der Karte zeigen!
    Im zweiten (Lern)Schritt die Route zum Ziel auf der Karte zeigen!

    -------------------------------------

    So viel für diesen Schreibausbruch. Auf die allgemeinen Absichten komme ich noch zurück - meine Schwäche für zu lange Spannungsbögen ;-) -, freue mich in der Zwischenzeit jedoch über Eure Anregungen!

    Viele Grüße,
    Paul
  • Re: "Verzetteln Sie sich nicht!" 06.11.2009, 23:57

    Hi Paul,

    Wenn du deine Rede vorbereitest, denk bitte an deinen Redebewerter! Der Bewerter soll erkennen können, dass es bei deiner Rede um eine 3. Rede handelt und nicht etwa eine 2. oder 5. oder 9. oder sonstige Rede. Nur so kann der Bewerter dir das Feedback geben, ob du das Prinzip Allgemeine Absicht/Bestimmte Absicht gemeistert hast. Wenn deine allgemeine Absicht nicht zu den 4 Typen gehört, die im Handbuch aufglistet sind, dann bitte sei dir im Klaren darüber, dass deine Rede trotzdem eine allgemeine Absicht hat.

    Vielleicht ist es deine allgemeine Absicht, das Publikum zu begeistern. Dann soll dein Auftritt, die Struktur deiner Rede, die Wortwahl usw. die Idee "Begeisterung" verkörpern und nicht etwa wie eine Grabrede wirken. Die Einleitung deiner Rede soll dies deutlich machen: "Liebes Publikum, ich möchte Euch eine so faszinierende Idee verbreiten, dass ihr völlig begeistert sein werdet". Dann kann dein Bewerter sagen: "Super, Paul, wie du deine allgemeine Absicht so deutlich zum Ausdruck gebracht hast". Wenn du auch z.B. im Hauptteil deiner Rede passende Superlative und kraftvolle Wörter verwendest, kann dein Bewerter kommentieren, dass die allgemeine Absicht (Begeisterung) durch die ganze Rede zu erkennen war.

    Es ist eine Frage, wie genau du nach den Vorlagen vorgehen möchtest. Falls du dein Redethema nicht ins Korsett der 3. Rede zwängen kannst, dann lockere die Regeln entsprechend, und sage dies deinem Bewerter vor deiner Rede. Aber dann bitte überlegen, ob deine Rede wirklich noch eine 3. Rede ist! :-)

    Viele Grüße,
    Chris
  • Re: KK Projekt 3: "Bringen Sie es auf den Punkt" 08.11.2009, 21:40

    Lieber Paul,

    was soll mit diesem Redeprojekt trainiert werden? Eine Rede zu halten, die eine bestimmt Botschaft rüberbringen soll! Wichtig für die Vorbereitung sind die unter der Headline „Die bestimmte Absicht“ gemachten Aussagen im Handbuch. Dort heißt es auch: „Die bestimmt Absicht ist ein einziger Satz, der aussagt, was Sie mit der Rede zu erreichen hoffen.“
    Was willst Du uns also sagen und wo ist der Nutzen für den Zuhörer?
    Der Nutzen und Deine Aussage kann beispielsweise humorvoll sein. Dann würde in der allgemeinen Absicht der unterhaltende Aspekt vorrangig sein.
    Die allgemeine Absicht ergibt sich aus meiner Sicht aus der Zielsetzung der Rede, also der bestimmten Absicht. Es geht bei dem Redeprojekt 3 sehr stark um den Inhalt und die Botschaft Deiner Aussagen. Lies Dir bitte die Punkte unter der Headline „Ihre Aufgabe“ durch – diese Aussagen definieren sehr gut das Redeprojekt.
    Und nun viel Erfolg. Ich hoffe, wir sehen uns am kommenden Donnerstag zum Pecha-Kucha-Abend. Dann können wir gern nochmals darüber sprechen.

    Einen guten Start in die Woche und
    beste Grüße

    Andreas Schrieder
  • KK Projekt 3: Jede Rede ist eine dritte Rede! - Theorie 09.11.2009, 11:37

    Liebe Toastmaster,

    Liebe Thomas, Stefanie, Chris und Andreas, - Vielen Dank für Eure Anregungen. Aus jedem Eurer Artikel habe ich Ideen und Denkrichtungen mitgenommen. Mittlerweile bin ich zu der Ansicht gekommen, dass - trotz der etwas mißlungenen Formulierung und Strukturierung des dritten Kapitels - es das HERZSTÜCK des KK-Programms darstellt.

    Im dritten Kapitel ist das FUNDAMENT des KK-Programms geschickt versteckt, denn
    JEDE Projektrede - selbst der Eisbrecher - ist zugleich eine Rede nach Projekt 3!

    Sogar jede beliebige Rede - ob nach einem der Projekte oder nicht - ist eine Rede nach Projekt 3!

    Ich möchte diesen Standpunkt erläutern, indem ich den Inhalt des dritten Kapitels etwas umformuliere und umstrukturiere: ich gliedere den Inhalt des Kapitels in einen "theoretischen" und einen "praktischen" Teil.

    ----- das Theorie-Fundament ---------

    * Grundregel: Baue jede Rede konsequent aus der beabsichtigten Redewirkung auf!

    Nachdem Sie Ihre bestimmte Absicht aufgeschriebenLassen wir "aufgeschrieben" = "festgelegt" sein.
    haben, können Sie über die Hauptpunkte entscheiden,
    die Sie anführen möchten,
    über die Fakten und Gedanken, die die Hauptpunkte
    am besten unterstützen und über den bestmöglichen
    Aufbau der Rede.

    * Best Practices

    Das, was ein Redner mit seiner Rede beim Publikum bewirken möchte, heiße abgekürzt "die bestimmte Absicht". Es gibt unzählige verschiedene bestimmte Absichten: während ein Redner sein Publikum befähigen möchte, den richtigen Unternehmer für die Renovierung eines Hauses zu finden, möchte ein anderer Redner sein Publikum - den Stadtrat - dazu bewegen, den Bau eines Kunstzentrums zu bewilligen.

    Wegen der Vielfalt und der Einzigartigkeit der bestimmten Absichten ist jede Rede ein Einzelfall. Dennoch lassen sich die bestimmten Absichten in Gruppen/Kategorien zusammenfassen: für jede Gruppe/Kategorie lassen sich bewährte Hinweise angeben. Damit kann ein Redner die Erfahrung anderer Redner für sich nutzbar machen, um seine einzigartige bestimmte Absicht möglichst wirksam zu verwirklichen.

    Abgekürzt heiße eine Gruppe/Kategorie von ähnlichen bestimmten Absichten "allgemeine Absicht". Die meisten bestimmten Absichten fallen in mindestens eine der Kategorien "Informieren", "Überzeugen", "Unterhalten", "Inspirieren". Prüfen Sie, ob die bestimmte Rede Ihrer geplanten Rede nicht auch in eine dieser Kategorien fällt.

    Es würde den Umfang eines einzelnen Kapitels sprengen, die für die jeweiligen Kategorien bewährten Hinweise aufzuführen. Mit der Kategorie "Überzeugen" werden Sie sich im Kapitel "Projekt 9: Kraftvoll überzeugen", mit der Kategorie "Inspirieren" im Kapitel "Projekt 10: Inspirieren Sie Ihr Publikum" beschäftigen. Den Kategorien "Informieren", "Unterhalten" und "Überzeugen" sind sogar eigene Handbücher gewidmet:
    "Reden zu Informationsvermittlung (226B)",
    "Der unterhaltsame Redner (226A)" und
    "Überzeugende Reden (226I)".

    ----

    Für Zwecke dieses Projektes reicht es aus, dass Sie sich die Grundregel der "Ableitung aus der bestimmten Absicht" vergegenwärtigen und zur Kenntnis nehmen, dass sich bestimmte Absichten zu Kategorien - allgemeinen Absichten - zusammenfassen lassen, von denen "Informieren", "Überzeugen", "Unterhalten" und "Inspirieren" die gängigsten sind.

    ----------------------------------------------------

    [Fortsetzung im nächsten Artikel]
    Dieser Artikel wurde am 09.11.2009 um 12:19 Uhr geändert.
  • KK Projekt 3: Jede Rede ist eine dritte Rede! - Praxis 09.11.2009, 12:06

    Für die meisten bestimmten Absichten - unabhängig ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten allgemeinen Absicht - lassen sich folgende Hinweise geben:

    --------- Praxis -----------------------

    1. Ziel: Vergegenwärtigen Sie sich Ihre bestimmte Absicht aus der Sicht des Publikums!

    Wenn Sie Ihre bestimmte Absicht sich aus der Sicht des Publikums vergegenwärtigen, wird es Ihnen leichter fallen, einen Aufbau Ihrer Rede zu finden, der Sie die gewünschte Wirkung beim Publikum erzielen lässt.


    2. Umfang: Achten Sie darauf, dass Ihre bestimmte Absicht innerhalb der vorgegeben Redezeit erreichbar bleibt!

    Sollten Sie feststellen, dass die von Ihnen ursprünglich beabsichtigte Wirkung beim Publikum innerhalb der vorgegeben Redezeit sich voraussichtlich nicht erreichen lässt, müssen Sie sich mit weniger zufrieden geben: prüfen Sie, ob Sie Ihre bestimmte Absicht nicht einschränken können!


    3. Präsentation - Ziel: Für das Erreichen Ihrer bestimmten Absicht wird es meistens förderlich sein, wenn Sie Ihre bestimmte Absicht dem Publikum gleich am Anfang Ihrer Rede mitteilen!

    Sagen Sie dem Publikum gleich am Anfang, worauf Sie am Ende hinaus wollen. Das wird dem Publikum helfen, Ihre Ausführungen diesem Ziel unterzuordnen und Ihre Rede besser zu verstehen.


    4. Präsentation - Weg: Für das Erreichen Ihrer bestimmten Absicht wird es meistens förderlich sein, wenn Sie Ihren "Redeweg" zum Ziel dem Publikum am Anfang Ihrer Rede vorskizzieren!

    Beachten Sie dabei die Hinweise aus dem Kapitel 2!

    ===================================================

    So viel zu meinem aktuellen Verständnis des Kapitels 3.

    Fühlt Euch frei, Einsprüche zu erheben, Kritik, Anregungen und Ergänzungen zu äußern!!!

    Die Praxis-Punkte habe ich bewußt ohne Beispiele und relativ abstrakt gehalten: eine gute Gelegenheit, sie von anderen Diskutierwilligen vertiefen und ergänzen zu lassen. Würde mich freuen.

    Viele Grüße,
    Paul
    Dieser Artikel wurde am 09.11.2009 um 12:11 Uhr geändert.
  • Re: KK Projekt 3: Jede Rede ist eine dritte Rede! - Praxis 10.11.2009, 08:51

    Grüß Dich, Paul,

    Du hast den richtigen Weg gefunden, um dieses Redeprojekt erfolgreich durchzuführen! Gratuliere.

    Viel Glück und Erfolg bei Deiner Rede

    Andreas
  • KK Projekt 3: Jede Rede ist eine dritte Rede! - Beispiel "Eisbrecher" 11.11.2009, 08:51

    Hallo Andreas,
    Hallo andere Toastmaster,

    In der Tat! Mit ein wenig Am-Kapiteltext-Rumbasteln habe ich eine Interpretation des Projekts 3 gefunden - oder sollte ich besser "herausgesucht" sagen? - , die sich in meinen Augen widerspruchsfrei und konsequent ins KK-Programm einzufügen scheint.

    Ich frage mich allerdings, ob es für das Kapitel nicht andere KK-Programm-kompatible Interpretationen oder zumindest Teilaspekte gibt, die ich vernachlässigt habe. Vielleicht habe ich vom Kapiteltext ausgehend auch nichts vernachlässigt, aber einer der Leser möchte die Diskussion trotzdem um einen passenden Aspekt bereichern?

    Nur zu! :-)

    ----------------------

    Wie ich oben bereits geschrieben habe, ist jede Rede eine dritte Rede, weil jede Rede eine bestimmte Absicht verfolgt. Insbesondere jeder Eisbrecher.

    Die bestimmte Absicht des Eisbrechers ist es, "das Eis zu brechen", also die emotionale Distanz zum Publikum zu verringern bzw. zu überwinden. Um diese Wirkung beim Publikum zu erzielen, werden viele Eisbrecher-Reden unterhaltend sein - denn was bringt das Eis schneller zum Schmelzen als ein Schmunzeln?

    In seinen unterhaltenden Teilen ist ein Eisbrecher unterhaltsam, in seinen informativen - informativ. Manch ein Eisbrecher wird sogar überzeugende oder sogar inspirierende Anteile enthalten. Dennoch gehört die bestimmte Absicht des Eisbrechers weder zur Klasse der informativen, überzeugenden, unterhaltsamen noch inspirierenden Reden. Vielmehr würde ich die Eisbrecher-Reden zur Kategorie der "Annäherungsreden" zählen: Vorstellungen, Anfreundungen, Flirten... Diese Kategorie hätte meiner Meinung nach ein eigenes Handbuch verdient. ;-)

    ----------------------

    Am 29. Oktober habe ich im Rhetorik-Club Frankfurt die deutsch-sprachige Eisbrecher-Rede von Peter Smith gehört, einem Mitglied aus dem englisch-sprachigen Esprit de Corps. Diese Rede lässt sich als ein exzellentes Beispiel für die Umsetzung der praktischen Hinweise gleich mehrerer KK-Handbuch-Kapitel anführen:

    1. Die Rede hat über die Person des Redners erzählt.

    Kapitel 1:
    Der beste Weg mit Ihrer Redepraxis zu beginnen
    besteht darin, über ein vertrautes Thema zu sprechen:
    über Ihre Person.

    2. Der Titel der Rede "Warum bin ich hier?" hat die bestimmte Absicht vorweg offenbart.

    Kapitel 3:
    Das Publikum möchte wissen,
    worüber Sie sprechen werden;
    daher sollte der Anfang Ihrer Rede
    dies in aller Deutlichkeit vermitteln.

    3. Die Rede war - und darin besteht die Exzellenz - wiederum durch den (abgewandelten) Titel gegliedert:

    * Warum bin ich hier - in Deutschland?
    * Warum bin ich hier - bei Toastmasters?
    * Warum bin ich hier - an diesem Abend im Rhetorik-Club Frankfurt?

    Das bemerkenswerte Kunststück dieser Rede besteht nicht nur in der titel-bezogenen, sondern in der Zoom-In-Gliederung.

    Kapitel 2:
    Wählen Sie eine Gliederungsform,
    die es dem Zuhörer ermöglicht,
    Ihrem Redethema mühelos zu folgen

    ----------------------

    Wem fallen weitere (reale oder fiktive) Beispiele für Reden ein, die mehreren KK-Projekten auf bemerkenswerte Weise gerecht werden?

    In den Meetings sind wir durch und durch mit der Praxis beschäftigt. Für die Vorbereitung gibt es das Mentoring. Wäre schön, wenn wir im Forum etwas in der Art von Gruppenmentoring hinkriegen könnten.

    Viele Grüße,
    Paul
    Dieser Artikel wurde am 11.11.2009 um 08:56 Uhr geändert.
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