Translation Memory Systeme - digitales Übersetzungsmanagement

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  • Tanja Damato
    Tanja Damato    Premium Member   Group moderator
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    Diskussionsgrundlage: Maschinelle Übersetzung - Chancen? Risiken? Alternativen? Erfahrungen?
    Maschinelle Übersetzung - Chancen, Risiken, Alternativen

    Zum maschinellen Übersetzen lässt sich grundsätzlich feststellen: es lohnt sich, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und für die jeweiligen Bedürfnisse bzw. Übersetzungsprojekte auszuloten, welche Einsatzmöglichkeiten sich durch entsprechende Computerprogramme bieten. Selbstverständlich sollte man sich für anspruchsvollere Übersetzungen nicht auf die verschiedenen im Internet angebotenen Freeware-Programme, etwa bei Yahoo! oder Google verlassen. Deren Qualität ist meistens nicht geeignet, um wichtige, möglicherweise sicherheitsrelevante Dokumente exakt und mit dem entsprechenden sprachlichen Niveau zu übersetzen. Daneben existieren jedoch auch etwas professionellere Systeme verschiedener Anbieter, die im Regelfall auf Basis zweisprachiger Wörterbücher sowie verschiedener Module und Funktionen für Grammatikregeln die Texte analysieren und in die Zielsprache übertragen. Deren Methoden für Analyse und Übersetzung unterscheiden sich oft jedoch erheblich. Allerdings gibt es bis heute weltweit keine Software, die gute Übersetzungen vollkommen ohne die Kooperation mit einem ausgebildeten Fachübersetzer erstellen kann. Je komplexer Ihre Ausgangstexte und Dokumentationen sind, umso wichtiger ist es, dass ein kompetenter Human-Übersetzer damit betraut wird. Dass sich dieser in seiner Arbeit ebenfalls verschiedener Softwareprogramme bedient, ist heute unerlässlich. Der weltweite Bedarf an mehrsprachigen Übersetzungen wächst täglich, zudem kommen ständig weitere, oftmals sehr komplizierte Zielsprachen hinzu. Die gegenwärtige Datenmenge wäre allein durch menschliche Übersetzer niemals zu bewältigen.

    Wichtiger als die Frage nach der richtigen Übersetzungssoftware ist also die Frage, wie sich die Arbeit des Fachübersetzers und der Einsatz professioneller Computerprogramme optimal ergänzen können. Hinsichtlich der maschinellen Übersetzung gibt es die Möglichkeit der Human-Aided Machine Translation (HAMT). Dabei unterstützt der menschliche Übersetzer die Software gerade bei mehrdeutigen oder schwierig zu übersetzenden Konstruktionen, entweder, indem er diverse Bausteine selbst übersetzt, oder, indem er beispielsweise lange, verschachtelte Sätze in kürzere unterteilt. Zudem kann das Programm den Benutzer auffordern, aus einer Liste die gewünschte Wortbedeutung auszuwählen. Weit wichtiger und wesentlich häufiger nachgefragt ist allerdings der Einsatz so genannter Translation Memory Systeme (TMS) oder Computer Aided Translation Tools (CAT-Tools), die nicht im engeren Sinne zum Bereich der maschinellen Übersetzung zu zählen sind. Hier übernimmt der Human-Übersetzer den eigentlichen Übersetzungsprozess und wird durch die Software (inkl. hochkomplexer Terminologie-Datenbanken) etwa durch ein automatisches Nachschlagen der fachspezifischen Terminologie oder die Wiederverwertung bereits übersetzter Bausteine unterstützt. So können die zu übersetzenden Textteile bestmöglich verringert werden. Die Qualität der Zieltexte ist durch eine einheitliche Terminologie ebenfalls gesichert.

    Zusammenfassend bedeutet dies, dass professionelle Übersetzungen grundsätzlich einem erfahrenen menschlichen Übersetzer anvertraut werden sollten. Zwar kann die maschinelle Übersetzung erheblich dazu beitragen, große Datenmengen zu bewältigen, jedoch ist der Aufwand zur Qualitätssicherung im Nachhinein wesentlich höher. Maschinell vorübersetzte Texte müssen vielfach umfassend geprüft, korrigiert oder sogar vollkommen umgeschrieben werden. Somit empfiehlt es sich, direkt einen (im Übrigen umfassend EDV-geschulten) Fachübersetzer einzuschalten, der mithilfe von CAT-Tools wesentlich effizienter und qualitativ hochwertiger arbeiten kann. Oder etwas nicht?

    Welche Chancen sollten wir nicht verpassen?
    Welche Risiken berücksichtigen?
    Welche Alternativen kennen?

    Und welche Erfahrungen haben Sie schon damit gemacht?
  • Anton Kramm
    Anton Kramm    Premium Member
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    Re: Diskussionsgrundlage: Maschinelle Übersetzung - Chancen? Risiken? Alternativen? Erfahrungen?
    Ich möchte mich gerne an der Diskussion beteiligen und die tolle Darstellung um die Sicht eines Anwenders / Kunden zw. eines Verantwortlichen für ein weltweites Intranet/Portal eines Großkonzerns erweitern.
    Ihre Diskussionsgrundlage stellt aus meiner Sicht die Themen aus Sicht des Übersetzers schon sehr treffend dar
    Einige Probleme und Anwendungsfälle aus oben dargestellter Kundensicht:
    Klassifizierung von Informationen:
    die Informationsflut in einem Großkonzern und die unterschiedlichen Zielgruppen der Konsumenten dieser Informationen bedürfen einer Klassifizierung und darauf aufbauend auch unterschiedliche Wege der Übersetzung.
    Klasse 1: Masseninformationen intern
    - weltweite Information intern als Kommunikationskanal. Volumen ca. 100.000 websites die mind. in 3 Sprachen zur Verfügung gestellt werden müssen. Hier finde ich maschinelle Übersetzung sehr zielführend und auch nötig, da dies bei tagesaktuellen Informationen sonst nicht zu leisten ist. Aber auch dabei ist der durchgängige Prozess vom Contentmanagementsystem des Urhebers über die Translation zur Publizierung im Portal sicherzustellen.
    - schnelle Übersicht über den Inhalt einer Mail oder Präsentation im täglichen Arbeitsablauf. Hier kann maschinelle Übersetzung als Service sehr wertvolle Dienste leisten.
    - Präsentationen, Textdokumente, Exceltabellen für weltweite Projektarbeit oder interne Benutzerhandbücher bei outsourcing
    Hierzu auch ein Praxisbeispiel:
    3000 deutsche Handbücher für den Systembetrieb von Anwendungen müssen binnen 4 Wochen für ein englischsprachiges Supportteam zur Verfügung stehen. Das geht aus meiner Sicht nur mit Qualitätsabstrichen und maschineller Übersetzung, wobei das aber voll und ganz seinen Zweck erfüllt.
    Klasse 2:
    - Unternehmensinformationen: sicher nur unter Einbindung eines Linguisten als Qualitätssicherer maschinell vorübersetzt und Weiterleitung von Orginal und Vorübersetzung. Qualitätsverbesserung kann durch die Verwendung von Translationmemory Systemen und Terminologiedatenbanken wirklich auf bis zu 95% gesteigert werden. Freigabe durch den Linguisten zusammen mit der Unternehmenskommunikation.
    - technische Dokumentationen, hier zunächst sicher Linguist, mit Pflege TM und Terminologie, da bei vielen Produktenim Lebenszyklus nur kleinere Änderungen anfallen kann danach sicher schon ein gutes Ergebnis durch maschinelle Übersetzung erreicht werden
    Klasse 3:
    - Aussenauftritt einer Firma im Web bzw. Verträge. Hier sicher nur Linguist mit technischer Unterstützung.

    Soweit meine Kundensicht der Dinge.
    Zu Ihren Fragen und Diskussionsanregungen:
    Qualitativ hochwertiger sicherlich, effizienter auch nach Rückmeldung einer kompletten Linguistischen Abteilung eines Großkonzerns sehe ich nicht, da das Volumen zu groß ist und wirklich sehr viel Aufwand investiert werden muss, um z.B. Präsentationen nachzuformatieren. Die Präsentationen enthalten oft sehr wenig Text, der auch einfach gestrikt ist bzw. nur aus Einzelwörtern in komplexen Grafiken besteht. Hier ist maschinelle Übersetzung unter Beibehaltung der Formatierungen sicher effektiver.

    Das Mix an Lösungen und der durchgängige Medienbruch freie Prozess sind aus meiner Sicht die Chance. Meine Erfahrungen finden Sie oben dargestellt.
    Eine weitere Anregung von meiner Seite. Würden Sie es nicht als sinnvoll erachten Ihre beiden tollen Diskussionsgrundlagen zusammenzulegen ?

    Schönes Wochenende und ich hoffe auf angeregte Diskussionen

    VG

    Anton Kramm
  • Ilona Kromer
    Ilona Kromer    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Diskussionsgrundlage: Maschinelle Übersetzung - Chancen? Risiken? Alternativen? Erfahrungen?
    Hallo,

    hier noch ein Artikel für "Einsteiger" zu Translation Memory und Maschineller Übersetzung:

    http://www.competence-site.de/produktkommunikation/Die-Verbi...

    Viele Grüße, Ilona Kromer