Translation Memory Systeme - digitales Übersetzungsmanagement

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  • Tanja Damato
    Tanja Damato    Premium Member   Group moderator
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    Diskussionsgrundlage: Trends im Übersetzungsmanagement
    Trends im Übersetzungsmanagement

    Übersetzungen werden immer komplexer, die Herausforderungen an den Übersetzer zunehmend größer und vielfältiger. Wenn heutzutage Dokumentationen für Kunden auf den internationalen Märkten mehrsprachig übersetzt werden sollen, stellt dies nicht nur einen rein sprachlichen, sondern vielmehr einen größeren logistischen Aufwand für den Übersetzungsdienstleister dar. Die eigentliche Übersetzung ist nur noch einer von mehreren Schritten im gesamten Prozessmanagement, zu dem u.a. Software-Lokalisierung und rechtliche Harmonisierung der Zieltexte, professionelle Qualitätssicherung und DTP bzw. Publikation gehören.

    Die Branche bewegt sich weg von der reinen Übersetzung hin zu einem umfassenden Informationsmanagement. Ausgebildete Übersetzer haben neben ihrer fachlichen Qualität heute eine professionelle EDV-Schulung hinter sich, kennen sich mit den Unterschieden der internationalen Rechtssysteme aus und müssen zudem Fachkompetenz im jeweiligen Bereich der Dokumentation aufweisen. Meistens sind an einem Übersetzungsprojekt auch noch mehrere Mitarbeiter beteiligt - Redakteure, Übersetzer, externe Fachleute, Softwarespezialisten und Lektoren. Dies erfordert eine intelligente Prozesssteuerung seitens des Projektmanagers, um alle Kompetenzen optimal in den Workflow zu integrieren und Effizienzverluste so gut wie möglich zu vermeiden. Er hat einerseits die Rolle eines vielfältig geprüften Informationsmanagers und ist gleichzeitig für die Organisation und Steuerung aller Projektbeteiligten verantwortlich.

    Um den Dienstleister bei dieser Fülle von Herausforderungen zu unterstützen, wird der gesamte Arbeitsablauf bis zur Veröffentlichung der übersetzten und layoutierten Dokumentationen heute zunehmend von Systemen und Softwareanwendungen beeinflusst. Wichtig ist für einen professionellen Übersetzungsdienstleister, dass er alle verfügbaren Dateiformate und Redaktionssysteme verwenden und damit barrierefreie Transfers in die entsprechenden Übersetzungssysteme gewährleisten kann. Diese Translation Memory Systeme wie Trados oder across sind keine Übersetzungsprogramme im eigentlichen Sinne, sondern Terminologie-Datenbanken mit den entsprechenden Anwendungsfunktionen, die eine Wiederverwertung bereits übersetzter Textbausteine ermöglichen und damit einen einheitlichen und konsistenten Sprachgebrauch sicherstellen. Darüber hinaus ist es für die Qualitätssicherung geboten, ein professionelles Lektorat durchzuführen. Webbasierte Anwendungen sparen in diesem Zusammenhang teure Lizenzkosten und schaffen eine größere Transparenz für den Auftraggeber. Falls vorhanden kann zudem ein Feedback-System zu Einsatz kommen, das eine zuverlässige Dokumentation und Speicherung des im Prozess hinzugewonnenen Wissens ermöglicht.

    Die Komplexität und damit die hohen Ansprüche an das Projektmanagement wurden bereits beschrieben. Ein eigenes Verwaltungssystem des Dienstleisters, etwa unter Lotus Notes oder im bspw. Across, ist dafür enorm hilfreich. Die gesamte Unternehmenskommunikation kann auf diese Weise erleichtert werden, sämtliches vorhandenes Wissen steht für laufende und zukünftige Projekte zugriffsbereit. Der gezielte und planbare Einsatz aller zur Verfügung stehenden Informationen, des unternehmensinternen Wissens ist damit eine ganz entscheidende Grundlage für professionelle Prozesse im Übersetzungsmanagement - weit mehr als die reine sprachliche Kompetenz des Übersetzers.