Translation Memory Systeme - digitales Übersetzungsmanagement

Translation Memory Systeme - digitales Übersetzungsmanagement

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  • Tanja Damato
    Tanja Damato    Premium Member   Group moderator
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    Entwicklung: Open Source Translation Memory System
    Nachfolgend zur Erinnerung die Problemstellung aus heutiger Sicht:

    Übersetzungen müssen heute in großer Anzahl und in vielen Sprachen geleistet werden. Durch die zunehmende internationale Verflechtung von Wissen, technologischer Entwicklung und Wirtschaft, durch immer kürzere Produktzyklen und neue Richtlinien für den Absatz von Produkten auf dem internationalen Markt (Bsp. Maschinenrichtlinie, Produkthaftungsgesetze) steigt das Übersetzungsvolumen in Deutschland und in der Welt ständig. Der Zeit- und Kostenfaktor für die Erbringung der Leistung wird zunehmend entscheidender.Um die stetig ansteigende Menge an Übersetzungen zu bewältigen, sind effiziente und intelligente Werkzeuge zur Unterstützung des Übersetzungsprozesses erforderlich, um bei der mehrsprachigen Dokumentationsproduktion Kosten und Zeit im Rahmen zu halten und zudem weiterhin qualitativ hochwertige Ergebnisse zu gewährleisten.
    Hier haben sich Translation Memory (TM) Systeme bewährt. Die zwei herausragenden Vorteile von Translation Memory-Technologie sind zum einen die Möglichkeit der Wiederverwendbarkeit von bereits gefertigten Übersetzungen, zum anderen die Sicherstellung der Konsistenz von Fachterminologie, die mit übersetzungsbegleitend angezeigten Fachtermini und Konsistenzprüfungswerkzeugen bewerkstelligt werden kann.

    Wenn auftrags- und anwendungsbedingt mehr als ein TM-System angeschafft werden muss, sind die Kosten oft immens. Ein besonders kritischer Punkt dabei ist, dass Fachübersetzer aufgrund Ihrer Kompetenz und „Bedienung“ eines bestimmten TM-Systems eingesetzt werden und erst in zweiter Linie aufgrund ihrer fachsprachlichen bzw. fachspezifischen Kenntnisse. Für die Bearbeitung von Dokumentationen ist der Wechsel von einem System zu einem anderen mit großen Klimmzügen und dem Einsatz von detailliertem IT-Wissen verbunden, das nur Unternehmen mit entsprechender IT-Mannschaft bieten können.

    Es besteht wohl kein Interesse seitens der Translation Memory-Hersteller, Standards gemeinsam voranzutreiben.

    Wie sehen Sie diese Entwicklung?
    Gibt es Statements der Translation Memory-Hersteller?
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  • Anja Schröder-Hagenbruch
    Anja Schröder-Hagenbruch    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Entwicklung: Open Source Translation Memory System
    Hallo,

    als Übersetzerin und zugleich Translation Engineer, in dessen Position ich mich tagtäglich den Herausforderungen stellen muss, die mit den unterschiedlichsten Dateiformaten und der Aufbereitung der diversen Dateien für Translation-Memory-Systeme sowie den Fragen und Problemen unserer Übersetzer einhergehen, kann ich nur sagen: Ja, es besteht durchaus auch unsererseits ein Interesse an gemeinsamen Standards.

    Auch wir bei KERN haben auftrags-, kunden- und anwendungsbedingt mehrere Translation-Memory-Systeme im Einsatz. Wir setzen zwar in der Regel für einen Kunden stets dasselbe System ein, ggf. kann aber bei bestimmten Dokumentationsarten oder Dateiformaten auch ein Systemwechsel – vielleicht nur einmalig, vielleicht auch dauerhaft – von Vorteil sein. Immerhin gibt es bei den namhaften TM-Systemen die Standardaustauschformate TMX für Translation-Memory-Datenbanken und TBX für Terminologiedatenbanken, die einen Austausch der TMs und kundenspezifisch angelegten Fachwortbestände ermöglichen. Eine unzureichende Datenaufbereitung kann aber selbst hier hin und wieder zu Datenverlusten führen.

    Herr Ertl, Sie schrieben:

    und was die qualität der übersetzungen durch autom.systeme betrifft, darüber möchte ich
    nicht unbedingt diskutieren. interlineare übersetzung ist keine brauchbare übersetzung.
    übrigens: ich kann mich noch gut an mein erstes computer-gebrauchsanweisungs-handbuch erinnern, dessen anleitung vom chinesischen ins englische und dann ins deutsche übersetzt wurde:
    stiefeln sie ihren computer mit der stiefeldiskette.

    Meinen Sie mit "Übersetzungen durch autom. Systeme“ tatsächlich Translation-Memory-Systeme oder aber Systeme zur Maschinellen Übersetzung?
    Über die Qualität maschineller Übersetzungen, bei denen der Übersetzungsprozess selbständig durch ein Computerprogramm durchgeführt wird, lässt sich in der Tat streiten (obwohl sich natürlich auch diese Systeme weiterentwickeln).
    Die Grundidee von Translation-Memory-Systemen ist jedoch, dass bereits von einem menschlichen Übersetzer übersetzte Textsegmente nicht wiederholt übersetzt werden müssen, wenn sie bereits in gleicher oder ähnlicher Form vorliegen. Die bereits existierende Übersetzung kann vom Übersetzer übernommen (und natürlich ggf. auch verändert/aktualisiert/korrigiert) werden. Liegt noch keine Übersetzung zur vorliegenden Übersetzungseinheit vor, wird die Datenbank durch ein zielsprachiges Äquivalent erweitert oder aktualisiert. Somit ist ein Translation Memory eigentlich nichts anderes als eine Gedächtnis-Erweiterung für den Übersetzer, die die stilistische und terminologische Konsistenz von Übersetzungen innerhalb eines Textes und textübergreifend gewährleisten soll. Klar ist, dass die von einem Translation Memory vorgeschlagenen Übersetzungen nur so gut sein können wie die vom menschlichen Übersetzer zuvor im TMS angefertigten Übersetzungen. Ihr Computer-Gebrauchsanweisungs-Handbuch wurde also entweder von einem Maschinellen Übersetzungssystem oder aber von einem schlechten menschlichen Übersetzer (vielleicht unter Verwendung eines TMS) übersetzt.
    EinTMS bleibt aber dennoch ein äußerst nützliches Tool zur Unterstützung des Übersetzungsprozesses.

    Mit den besten vorweihnachtlichen Grüßen
    Anja Hagenbruch
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