Translation Memory Systeme - digitales Übersetzungsmanagement

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  • Hans Pich
    Hans Pich    Premium Member   Group moderator
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    Qualitätssicherung in Multi-Vendor-Szenarien
    Hallo,

    ich würde gerne ein neues Thema vorschlagen, dass mich im Moment beschäftigt.

    Seit einiger Zeit haben wir vermehrt Anfragen, wo sich Auftraggeber wünschen, dass mehrere Übersetzungsdienstleister gemeinsam, nebeneinander oder ergänzend tätig werden.

    Dies stellt natürlich eine ganze Reihe unterschiedlicher Anforderungen an die beteiligten Unternehmen (auch an den Auftraggeber).

    Hier interessiert mich nun, inwiefern es möglich oder überhaupt erforderlich ist eine spezifische Strategie zur Qualitätssicherung zu entwickeln.

    Folgende Fragen interessieren mich besonders:

    Welche Auswirkungen hat es, wenn jeder Dienstleister mit seinem eigenen Translation Memory arbeitet und die Inhalte dann einfach periodisch in die jeweils anderen Translation Memorys importiert werden. Gibt es hier Erfahrungen?

    Ich vermute, dass die Qualität der Translation Memorys sehr stark von dem Vorhandensein einer verbindlichen Terminologie und vielleicht auch von verbindlichen Style Guide abhängen wird und von den Prozessen, die hier auch zwischen den Dienstleistern im Bereich der Qualitätssicherung implementiert werden.

    Welche technologischen Unterstützungen gibt es oder wären wünschenswert um in einem solchen Szenario die Qualität hoch zu halten.

    Und wie ist das eigentlich mit der Gewährleistung, bei falschen oder schlechten (inkonsistenten) Übersetzungen in den Translation Memorys.

    Vielleicht haben ja einige der hier vertretenen Auftraggeber hilfreiche Erfahrungen gesammelt?

    Viele Grüße aus Berlin

    Hans Pich
  • Ursula Derx
    Ursula Derx    Premium Member   Group moderator
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    Re: Qualitätssicherung in Multi-Vendor-Szenarien
    Ich habe schon mal in solchen Projekten gearbeitet. Ein Austausch der TMs ist dabei nie zustande gekommen. Wir konnten lediglich Terminologie-Listen austauschen, die auch der Kunde zur Genehmigung bekommen hat. Das fand ich äußerst hilfreich.

    Die erwähnten Styleguides wären sicherlich sehr wünschenswert, das muss nur einer tun. Kann man das vom Kunden einfordern?
  • Beate Petersen
    Beate Petersen
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    Re^2: Qualitätssicherung in Multi-Vendor-Szenarien
    Aus Sicht eines Vendors käme es meiner Meinung nach auf die Aufsetzung des Szenarios an, ob es sich als aufwändig oder machbar gestaltet.

    Auf jeden Fall wären ein verbindlicher umfangreicher Styleguide sowie umfangreiche und eindeutige Terminologievorgaben unerlässlich. Der regelmäßige Austausch der Translation Memory-Inhalte wäre wünschenswert, sofern die Qualität aller am Szenario beteiligten Vendoren stimmt. Hierzu wären Spotchecks durch einen übergeordneten fachlich und sprachlich kompetenten Koordinator erforderlich.

    Bei einer hohen Austauschfrequenz der TMs bei Großprojekten wird die Verwaltungsseite relativ aufwändig. Hierfür müsste es auf jeden Fall einen genau definierten Prozess geben. Als Lösung für ein gemeinsames Tool wäre SDL Trados 2009 (Studio) denkbar, das diverse Ausgangsformate sowohl an Source-Dokumenten als auch TM-Formaten verarbeiten kann, wobei es auf die Tools ankäme, die von den anderen beteiligten Vendoren genutzt werden, ob diese Formate verarbeitet werden können.

    Was die Gewährleistungsfrage angeht, müsste der für diese Art von Projekten unerlässliche Koordinator die Übersetzungen mit eindeutigen Vendor-IDs in das Translation Memory einspeisen und bei sich eine Master-Kopie sowohl des TMs als auch der Lieferungen der einzelnen Vendoren in einer eindeutigen Ablagestruktur führen, damit die Nachverfolgbarkeit gewährleistet ist.

    Das ist das, was mir spontan dazu einfällt.