Übersetzer-Lounge
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Andreas Rodemann Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Terminologie vom Kunden
Hallo liebe Kollegen,
wenn euch ein Kunde Terminologie zur Verfügung stellt, wie geht ihr damit um, wenn eurer Meinung nach Fehler enthalten sind?
a) Ihr unternehmt gar nichts, Kunde ist König, wer die Musik bestellt und bezahlt, darf sich auch die Titel wünschen.
b) Ihr fragt nach, wenn der Kunde den vermeintlichen Fehler als gewünschte Übersetzung bestätigt ("alles schon 47mal mit anderen Übersetzern geklärt"), dann übernehmt ihr das auch so.
c) Ihr versucht den Kunden davon zu überzeugen, dass seine Übersetzung falsch ist und nur eure die richtige sein kann.
Gruß
Andreas
- 29 Mar 2010, 1:54 pm
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Stefan MargiesThe company name is only visible to registered members.Re: Terminologie vom Kunden
Hallo Andreas!
Ich beschreibe das mal aus Sicht eines Kunden.
Den meisten Kunden ist bewusst, das sich frueher oder spaeter Fehler in die firmeneigene Terminologie einschleichen. Aber das bdeutet ja eigentlich nichts anderes, als das es erlaubt ist einen eigenen Term zu erfinden. Richtig oder falsch ist dann meistens sekundaer.
Ich wuerde den Kunden aber darauf hinweisen, denn vielleicht kann es bei Korrespondenz zu kritischen Situationen aufgrund mangelnder interkultureller Kompetenz kommen.
Damit bleibt dein Arbeitsplatz, der von Lokalisierern und Terminologiehuetern erhalten :-)
Gruss,
Stefan
- 29 Mar 2010, 2:11 pm
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Olga Horn Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re: Terminologie vom Kunden
Ich spreche den Kunden auf jeden Fall an. Und dann kommt es auf seine Reaktion an und darauf, wie gravierend der Fehler ist. Es ist wichtig, dem Kunden zu verdeutlichen, was für Konsequenzen der Fehler haben könnte. Aber wenn er dann immer noch auf der alten Variante besteht, kann ich damit leben ;)
LG
Olga
- 29 Mar 2010, 2:26 pm
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Andreas Rodemann Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^2: Terminologie vom Kunden
Danke schonmal für eure Antworten.
Also bis jetzt seid ihr euch ja einig: Auf jeden Fall nachfragen, ggf. auch über Folgen aufklären, wenn die vom Kunden gewünschte Übersetzung genommen wird. Ist ja auch logisch, ist schließlich unsere Aufgabe, dem Kunden mitzuteilen, dass er evtl. einen anderen Effekt erzielt, als gewünscht. Und wenn der Kunde partout nicht auf euren Vorschlag eingehen will, dann ist es eben so. Oder gibt es jemanden, der dann entgegen den Wünschen des Kunden trotzdem die eigene Übersetzung wählt? Wie vehement vertretet ihr eure Meinung?
Gruß
Andreas
- 29 Mar 2010, 2:58 pm
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Stefan MargiesThe company name is only visible to registered members.Re^3: Terminologie vom Kunden
Frage ich mal anders herum:
Inwieweit bist Du als Uebersetzer fuer den Werk haftbar? Ist die Haftung Teil des Vertrages?
Wenn Du beides mit Ja beantwortest, solltest Du Deinen Argumenten Nachdruck verleihen oder auf eine Aenderung des Vertrages bestehen. Im Streitfall moechte ich nicht beweisen muessen, das der Kunde "fachgerecht" auf Fehler bestanden hat.
Gruss,
Stefan
- 29 Mar 2010, 3:15 pm
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Andreas Rodemann Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^4: Terminologie vom Kunden
Hallo Stefan,
danke, interessanter Aspekt. Ich glaub in so einem Fall wäre es, wenn der Kunde auf seinen Begriff besteht, hilfreich um einen Dreizeiler zu bitten "Ich habe die Hinweise zu ... zur Kenntnis genommen, bestehe aber auf ... und verzichte diesbezüglich auf alle Ansprüche." oder so ähnlich.
Gruß
Andreas
- 29 Mar 2010, 3:24 pm
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Stefan MargiesThe company name is only visible to registered members.Re^5: Terminologie vom Kunden
Hallo Andreas!
Klingt plausibel, aber sind hier nicht auch Experten, die vorwiegend im technischen Bereich uebersetzen?
Ich will mich hier nicht zuweit aus dem Fenster haengen mit gefuehlten Pseudowissen. Im Rahmen von persoenlichen Recherchen habe ich mich mit CE und Produkthaftung beschaeftigt. Da ist ein Uebersetzer eigentlich genauso gefordert wie der Ersteller in der Muttersprache. Dafuer gibt es ja auch extra Versicherungen im Bereich technische Dokumentation.
Handelt es sich bei DIr denn um einen im weitesten Sinne technischen Text?
Prosa ist ja wohl unkritisch :-)))
Gruss
Stefan
- 29 Mar 2010, 3:32 pm
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Andreas Rodemann Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^6: Terminologie vom Kunden
Hallo Stefan,
meine Frage ist momentan eher akademischer Natur, sprich es hängt kein aktueller Fall dahinter.
Ich hatte nur vor ein paar Tagen hier die "10 Wichtigsten Hinweise" gepostet, mit einem Kommentar meinerseits. Das ganze habe ich aus einer anderen Gruppe übernommen, dort auch meinen Kommentar geschrieben. Und nun diskutiere ich das grade mit einer anderen Übersetzerin und wir sind entweder unterschiedlicher Meinung oder ich bin nicht in der Lage, ihr meinen Punkt verständlich zu machen. Es geht halt um den Punkt, ob ich den Kunden gewähren lasse, wenn er es will, oder nicht. Ich hab die gute Frau mal hierher eingeladen, da können wir das dann fachbezogen ausdiskutieren.
Ob es jetzt spezielle Versicherungen für technische Übersetzungen gibt, bin ich überfragt, aber es gibt allgemeine Betriebshaftpflicht- bzw. Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherungen, auch welche, die extra, oder auch, auf Übersetzer zugeschnitten sind. Natürlich ist dies ein wichtiges Thema.. Und von der Haftungsseite habe ich das noch gar nicht betrachtet. Andererseits dürfte es mit der Beweislage gar nicht so schwierig sein, denn immerhin habe ich ja eine Terminologieliste bekommen. Dann wäre nur noch streitig, ob ich den Kunden auf den vermeintlichen Fehler hingewiesen habe, oder nicht - da gilt dann die alte Regel "wer schreibt, der bleibt". :-)
Gruß
Andreas
- 29 Mar 2010, 3:55 pm
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