Trotz zahlreicher Ermahnungen besorgter Mütter, wie: "Vergiss den Helm nicht": Bevor Kinder zu Freunden radeln schlägt der Nachwuchs häufig alle Bedenken in den Wind und begibt sich ohne den bewährten Kopfschutz in den Straßenverkehr. Doch was in manchen Situationen Leben rettet, kann in anderen tödlich sein. Wie das Fachjournal Rechtsmedizin berichtet, hat das besonders gewissenhafte Tragen des Fahrradhelms, beispielsweise auf dem Spielplatz, bereits zwei Kinder das Leben gekostet.

Helme können sich im Klettergerüst verhaken

Wenn sich der Helm in den Maschen eines Klettergerüsts verhakt, kann er das Kind strangulieren und schließlich erwürgen. Ein vierjähriger Junge aus Hessen erlitt ein ähnliches Schicksal in einem "Seilzirkus", als sich sein Helm in einer Masche verhakte, berichtet das Fachblatt Medical Tribune. Passanten entdeckten das leblose Kind, doch es war schon zu spät. Die Untersuchung des Falls ergab, dass sowohl das Gerüst, als auch der Kopfschutz in einwandfreiem Zustand waren und den aktuellen Sicherheitsstandards entsprachen.

Experten fordern mehr Aufklärungsarbeit

Experten sehen das Problem vor allem in der mangelhaften Aufklärung von Eltern. Zu viele Eltern glauben, dass der Fahrradhelm den Kopf des Kindes, auch in anderen Situationen als beim Radfahren, optimal schützen kann. Doch dieses Fehlurteil kann tragisch enden. Die Experten fordern deshalb verstärkte Aufklärung. Zum Beispiel könne schon beim Kauf des Helms darauf hingewiesen werden, dass er ausschließlich für das Fahrradfahren geeignet sei. Außerdem könnten Warnschilder auf Spielplätzen angebracht werden, die auch Kinder darauf hinweisen, dass ein Helm dort nichts zu suchen hat, raten die Experten des Fachjournals Rechtsmedizin.