Gruppe: Leben und Arbeiten in den USA

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  • Und mal wieder ein paar Zahlen zu den Arbeitsvisa 30.10.2009, 09:28

    Jurist bin ich ja eigentlich aus einer tiefen Abneigung gegen Mathematik geworden, aber dennoch sind manche Zahlen einfach faszinierend. Zahlen bringen auch besonders gut Licht in das tiefe Dunkel der geheimnisvollen Welt der amerikanischen Arbeitsvisa.

    Immer noch scheint ja der Traum vom Auswandern in die USA recht oft geträumt zu werden, und immer noch haben viele Interessenten kein besonderes Verständnis vom Prozess einer Einwanderung mit Arbeitsvisum (employment based green card).

    Vor kurzem habe ich ja schon einmal interessante Zahlen aus der Statistik dazu veröffentlicht, hier noch einmal ein paar highlights, die mir heute zufällig auf den Schreibtisch geraten sind. Sie zeigen einige ganz interessante Trends:

    Wie die meisten vermutlich wissen, brauchen viele Antragsteller auf eine "employment based green card" zuerst einmal eine "labor certification", in der im Prinzip nachgewiesen werden muss, dass ein Bewerber einen bestimmten Bildungsgrad hat, dieser für die gewünschte Position notwendig ist, der Arbeitgeber keinen geeigneten inländischen Kandidaten für die Stelle gefunden hat und er gewillt und in der Lage ist, mindestens den branchenüblichen Lohn zu zahlen.

    Dieser Prozess wird vom Arbeitsministerium geleitet, das auch der Herausgeber der folgenden Zahlen ist:

    Im 1. Quartal 2007/2008 wurden 49,205 solche "labor certifications" ausgestellt.

    63% der Bewerber arbeiteten bereits in den USA mit einem H1-B Visum. In meinem vorangegangenen Artikel hatte ich ja schon gezeigt, dass die allermeisten Bewerber für eine green card bereits in den USA mit einem anderen Visum tätig sind.

    Interessant ist, wo die meisten Bewerber unterkommen: 27,912 Bewerber, also mehr als die Hälfte, bewarben sich auf jobs in nur 5 Bundesstaaten, wobei Californien allein 11,835, also fast ein Viertel aller Bewerbungen sah. Die Zahlen im einzelnen:

    Californien: 11,835
    New York: 5,049
    New Jersey: 4,503
    Texas: 3,816
    Florida: 2,709
    Diese fünf Bundesstaaten sind generell die klassischen Einwandererstaaten der letzten Jahre. Interessant ist dabei, dass bestimmte Staaten mit den "alten, klassischen" Industrien nicht führend sind, z.B. Pennsylvania, Ohio, Illinois oder auch Washington State.

    Die Bewerber kamen aus 179 Staaten, wobei auch hier ganz klare Spitzenreiter zu erkennen sind:

    Mehr als ein Viertel der Bewerber kamen aus Indien (16,569), gefolgt von Mexico (3,444), China (3,328), Süd Korea (3,119), Philippinen (2,995), Canada (2,539), Grossbritannien (913), Pakistan (887), Taiwan (821) und Ecuador (811). Wieder bestätigt sich, dass die Arbeitsvisa zum grossen Teil an asiatische Bewerber gehen, wobei Indien weit vorn an der Spitze liegt. Unter den europäischen Bewerbern haben wie immer die englischen Muttersprachler die Nase vorn.

    Noch interessanter ist es, zu sehen, welche Berufe die Bewerber hatten:

    Computer Software Ingenieure waren die Spitzenreiter mit 8,861, gefolgt von
    Computer System Analysten (3,137)
    Köche (1,820)
    Elektroingenieure (1,798)
    Market Research Analysts (970)
    Computer Programmierer (902)
    Finanzanalysten (707)
    Maschinenbauingenieure (702)
    Computer und Informationssystemmanagern (648)

    Computer-Geeks machten also mehr als ein Viertel aller Bewerber aus.

    Den knapp 50,000 genehmigten Vorverfahren stehen etwas mehr als 10,000 abgelehnte gegenüber, d.h. etwa 16% werden abgelehnt. Das sind recht gute Zahlen die zeigen, dass die Arbeitgeber sich Mühe gegeben haben.

    Genug der Zahlenspiele. Ich wünsche allen Bewerbern viel Glück.
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  • Re^2: Und mal wieder ein paar Zahlen zu den Arbeitsvisa 03.11.2009, 00:43

    Vor ein paar Jahren gab es mal einen kleinen Boom in Colorado. Nachdem man die recht hohe Lebensqualitaet entdeckt hatte, die im Bereich zwischen Denver und Boulder, aber auch in Colorado Springs existiert, wollte jeder nach CO. Letztens ist es wohl ruhiger geworden, die Immobilienpreise stiegen wie ueberall im boom-Westen an und die Arbeitsplaetze sind nicht mehr so ueppig entstanden.

    CO ist aber sicherlich immer noch eine attraktive Gegend wenn man einen Job findet.

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