Webhosting
Posts 1-2 of 2
-
Thomas Wittbecker Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Was darf Webhosting kosten, wenn es mal ein wenig mehr Traffic macht?
Liebe Kollegen,
wir beschäftigen uns hauptsächlich mit dem Hosting von größeren Plattformen. Nun habe ich mal eine Frage in die Runde was das Pricing angeht. Im normalen Webhosting oder Serverhosting sind die Preise ja gut vergleichbar, je nach Qualität und Leistung. Bei Outsourcing Themen kalkuliert man ein Projekt auf Basis von Manntagen, ist so oder so jedesmal anders.
Jetzt habe ich aber mal so einen speziellen Fall.
Portal mit Standardtechnologie LAMP
Standardloadbalancing auf 4 Server
Soweit nichts wildes, alles standard.
Aber mit Traffic von bis zu 40 TB im Monat und Peaks bis zu 300 - 400 Mbit. Die Server machen das mit, aber ansonsten ist das netztechnisch schon ein wenig gebastel.
Wie würdet ihr soetwas bepreisen? Mir fehlt das Gefühl ob wir in solch einem Fall weit über dem Marktpreis oder drunter liegen.
Vielen Dank
Thomas Wittbecker
This post was modified on 13 Feb 2007 at 02:22 pm.- 13 Feb 2007, 2:21 pm
-
Hans-Peter Brill Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: Was darf Webhosting kosten, wenn es mal ein wenig mehr Traffic macht?
Hallo Herr Wittbecker,
Ihre Anfrage ist zwar schon geraume Zeit her, aber vielleicht interessiert eine Antwort immer noch:
Ihre Frage:
Portal mit Standardtechnologie LAMP
Standardloadbalancing auf 4 Server
Soweit nichts wildes, alles standard.
Aber mit Traffic von bis zu 40 TB im Monat und Peaks bis zu 300 - 400 Mbit. Die Server machen das mit, aber ansonsten ist das netztechnisch schon ein wenig gebastel.
Wie würdet ihr soetwas bepreisen? Mir fehlt das Gefühl ob wir in solch einem Fall weit über dem Marktpreis oder drunter liegen.
. . . interpretiere ich so:
Bezüglich der Bepreisung der Hardware, Software, Implementierungs- und Betriebsleistung haben Sie keine offenen Punkte. Ihre Frage bezieht sich ausschließlich auf den Traffic.
Die Beantwortung der Frage basiert extrem auf den zu grunde liegenden Qualitätsanforderungen. Bei geringen Qualitätsanforderungen (wir reden hier lapidar immer von Trash-Traffic) ist die Leistung sicherlich zu einem relativ niedrigen Preis zu haben (üblicherweise etwa €2/mbps, also ca. €800/Monat rein für den Traffic). Sobald die Anforderungen an die Qualität steigen, steigt auch (mitunter massiv) der Preis für diesen Traffic. Auf höchstem Qualitätsniveau sind hier Angebotspreise (je nach Anbieter) bis zu €20.000,-/Monat zu finden. Noch etwas höher fallen die Kosten aus, wenn aus Verfügbarkeitsgründen auf zwei Traffic-Anbieter zurückgegriffen wird.
Die Qualität richtet sich nach den folgenden Aspekten:
1.) Verfügbarkeit (Redundanz)
Ist die Anbindung seitens des Traffic-Anbieters redundant ausgelegt?
Hat der Traffic-Anbieter ab der Hosting-Plattform alles redundant ausgelegt?
Beispiel:
Hoster bekommt zwei (Gigabit-) Ports seitens des Traffic-Anbieters zur Verfügung gestellt (selbstverständlich von verschiedenen Routern bzw. Switchen). Der Traffic Anbieter hat in seinem Netz für lückenlose Redundanz gesorgt. Diese sollte mindestens umfassen:
- 2 getrennt operierende Core-Router
- doppelte Hausanbindung des Hosting-Standorts
Ideralerweise würde man die beiden Traffic-Ports sogar von zwei getrennten Anbietern abnehmen und dabei darauf achten, dass der eine dabei nicht auf den anderen als technische Basis zurückgreift.
2.) Belastbarkeit
Überbuchung ist seitens aller Traffic-Anbieter absolut üblich - anders wären die Marktpreise auch kaum zu erklären. Wenn ein Hoster allerdings Peak-Anforderungen genau dann erwartet, wenn auch die anderen Kunden seines Netzanbieters ihre Peeks haben, dann führt diese Überbuchung des Netzanbieters allerdings dazu, dass Aussagen über Peeringkapazitäten des Anbieters stark zu relativieren sind. Insbesondere bedürfen diese Aspekte einer gesonderten Betrachtung:
- steht die Bandbreite am DECIX zur Verfügung?
(Bandbreite und Peering-Vereinbarung des Netzanbieters in Relation zu dessen übrigen verkauften Bandbreiten)
- Bandbreite zur DTAG
(DTAG peer nicht in nennswertem Umfang am DECIX, daher private Peerings mitd er DTAG erforderlich, falls das Gros des Traffics von dort erwartet wird)
- Bandbreite der Trans-Atlantik-Leitungen (üblicherweise Peering in New York)
- gesonderte Betrachtung übriger regionen (insbesondere Fern-Ost, wenn signifikanter Traffic von dort erwartet wird) - hier gibt es massive Qualiutätsunterschiede!
Gerade die Realisierung nachhaltig belastbarer Peak-Leistung ist extrem teuer. Deshalb kann eine Preisaussage nicht pauschal erfolgen. Auch die Art der Realisierung ist völlig unterschiedlich, abhängig davon, welches Qualitslevel und welches Pricing wirklich erreicht werden soll.
CTG hat Berater zu diesen Themen und bietet Kunden auch Tests bzgl. der Belastbarkeit und Zuverlässigkeit von bereitgestellten Netzverbindungen (Ports) an. Gerne bringen wir unsere Erfahrungen in entsprechenden Projekten ein.
- 12 Nov 2007, 11:51 am
