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  • René Oelke
    René Oelke    Premium Member
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    Re^8: Rechenzentrum / Webhoster mit flexibler Stromabrechnung
    Sven Kellputt schrieb:
    Hi,
     
    also geht es im Prinzip doch nur um das schlechte Gewissen?

    Nein, geht es nicht. So denken viele, die entsprechende Vorurteile haben und nicht nachvollziehen können, warum man sich für solche Dinge einsetzt.

    Sven Kellputt schrieb:
    Also nichts für ungut, aber ich kenne dort sicherlich einige deutlich bessere Lösungen um "was für die Umwelt" zu tun, als sich krampfhaft darauf zu versteifen "Öko-Strom" im RZ zu publishen.
    Sehr gut, dann immer dran bleiben am Umweltschutz. Und mit verkrampfen hat das nichts zu tun.

    Sven Kellputt schrieb:
    Wer dies als Auswahlkriterium für ein RZ nimmt, hat meiner Meinung nur ein sehr schwammiges Halbwissen über die gesamte Thematik.
    Der Hieb ging hoffentlich nicht in meine Richtung. Nen bisserl sachlich sollte man schon bleiben. Und mit der Thematik kenne ich mich schon ein wenig aus. Soviel Grundverständnis sollte man voraussetzen. Dass der Strom grundsätzlich nur durch die Leitung kommt, die der regionale Stromversorger gelegt hat, ist mir klar. Dass der Strom zunächst auch vom regionalen Versorger kommt, ist mir auch klar. Nur verdient er nicht mehr daran. Er bekommt lediglich eine Art "Leitungs- oder Verwaltungsgebühr" (per Gesetzt festgelegt). Die steckt meist aber schon im Preis des alternativen Stromversorgers drin und wird von diesem an den regionalen Versorger abgeführt. Der Endkunde (also in diesem Fall das Rechenzentrum) bekommt seine Rechnung vom alternativen Versorger und zahlt diesem auch die Rechnung direkt. Der regionale Versorger schaut in die Röhre und sieht anhand des Stromzählers, wieviel Umsatz ihm entgangen ist.

    Das ist übrigens ein ähnliches Prinzip, wie man es von der sogenannten Telekomleitung für Telefon und DSL kennt. Hier kommt auch keiner auf die Idee und sagt, dass das alles Mumpitz ist, weil im Endeffekt nur die Telekom verdient und nicht Alice, Arcor oder wie sie alle heißen. Die Telekom bekommt nur eine gesetzlich festgelegte Gebühr, die auch nur die Kosten deckt. Gewinne kann man damit schwer erwirtschaften.

    Bis Rechenzentren wirklich mal vollkommen zu 100% über regenerative Energiequellen versorgt werden können, werden wir sicherlich alle schon Greise sein......
    Denke ich nicht. Google ist auf dem besten Wege, reale Szenarien umzusetzen. Die Rechenzentren von Google sollen zukünftig alle direkt mit Ökostrom versorgt werden. Je nach Standort wird dann ein Solar-, Windanlagen- oder Wasserkraftfeld gebaut bzw. angeschlossen.

    PS: Man kann übrigens auch auf Dieselgeneratoren für Notfälle verzichten, wenn man die richtige Technik einsetzt. Die ist zugegebenermaßen noch recht aufwendig und teuer, aber zumindest schon mal machbar.
  • Sven Kellputt
    Sven Kellputt    Premium Member   Group moderator
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    Re^9: Rechenzentrum / Webhoster mit flexibler Stromabrechnung
    Hi,

    das Problem ist, dass viele dieses Grundverständnis eben nicht haben. Die gehen wirklich davon aus, dass der Strom, der dann aus der "Steckdose" kommt, Öko-Strom ist.
    Das ist aber vermutlich mehr ein Problem der Werbepolitik der entsprechenden Provider.

    Zum Thema Google-RZs. Man kann private RZs eines der der Zeit erfolgreichsten Unternehmen (wo also das nötige Kleingeld da ist) der Welt nicht auf Deutschland projezieren.
    Nicht nur, dass die meisten RZs in Deutschland deutlich größer sind, sondern fehlen in Deutschland selbstredend auch die finanziellen Mittel. Die meisten RZ-Betreiber haben so schon genug zu knabbern, als das diese auch nur ansatzweise das nötige Kleingeld übrig hätten um sich auf eine komplett unabhängige Öko-Strom-Versorgung umzustellen.

    Daher werden wir in Deutschland wohl doch noch eine Weile warten müssen, bis es soweit ist.

    Gruß

    Sven Kellputt
  • René Oelke
    René Oelke    Premium Member
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    Re^10: Rechenzentrum / Webhoster mit flexibler Stromabrechnung
    Sven Kellputt schrieb:
    das Problem ist, dass viele dieses Grundverständnis eben nicht haben. Die gehen wirklich davon aus, dass der Strom, der dann aus der "Steckdose" kommt, Öko-Strom ist.
    Das ist aber nicht Thema dieser Diskussion. Und außerdem lesen diese Vielen, die dieses Grundverständnis angeblich nicht haben, auch gar nicht hier mit. Ich gehe davon aus, dass sehr viele, wenn nicht sogar alle in dieser Gruppe wissen "wie der Hase läuft". Von daher ging Deine Unterstellung an die falsche Adresse. Ich persönlich kenne keinen Einzigen, im Familien-, Bekannten- und Freundkreis, der derart über Ökostrom denkt. Vielleicht liegt es doch an persönlichen Erfahrungen Deinerseits.

    Nicht nur, dass die meisten RZs in Deutschland deutlich größer sind, sondern fehlen in Deutschland selbstredend auch die finanziellen Mittel. Die meisten RZ-Betreiber haben so schon genug zu knabbern, als das diese auch nur ansatzweise das nötige Kleingeld übrig hätten um sich auf eine komplett unabhängige Öko-Strom-Versorgung umzustellen.
    Ich weiß jetzt nicht genau, was Deine Vorstellung von einem Google-RZ (Data Centre) ist. Sie scheint definitiv falsch zu sein. Gerüchte behaupten, dass Google zwischen 500.000 und 1 Mio. Server hat, die auf mehrere Dutzend RZs verteilt sind. Ich finde das schon recht beachtlich. Wie groß die Dinger im einzelnen sind, wird Dir die Suchmaschine und das Geoportal Deiner Wahl sagen. Manchmal findet man auch Bilder bei Flickr, Picasa usw.

    Davon abgesehen versorgt Google nicht nur die RZs mit Ökostrom, sondern auch alle dazugehörenden Gebäude. Der gesamte Goolgeplex (http://maps.google.de/maps?f=d&saddr=&daddr=&hl=...) soll komplett mit Ökostrom versorgt werden. Man spricht von ca. 1,6 Megawatt, die eine Solarstromanlage erzeugt. Hier noch zwei interessante Links zum Thema Google-RZs und Ökostrom: "Google plant schwimmendes Rechenzentrum" (http://www.golem.de/0809/62296.html) und "Google will ins Energiegeschäft" (http://www.golem.de/0711/56224.html).

    Gerade weil ein RZ-Betreiber kein Geld hat, sollte er sich schleunigst nach alternativer Strombeschaffung und effizientem Stromverbrauch umschauen. Denn der Strom ist einer der Hauptkostenfaktoren in einem RZ. Und wie wir alle wissen, wird Strom nicht billiger, im Gegenteil. Neue Krisen, knappe Rohstoffe usw. sorgen für permanenten Preisanstieg. Wer sich hiervon rechtzeitig lösen kann, hat in Zukunft die besseren Chancen. Dass das kurzfrisitig einen gewissen Kostenaufwand bedeutet, ist klar. Aber langfristig spart man jede Menge Geld.
  • Thomas Wittbecker
    Thomas Wittbecker    Premium Member
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    Re^11: Rechenzentrum / Webhoster mit flexibler Stromabrechnung
    Das Problem bei der Ökostromversorgung liegt einfach in der Größenordnung. Unser RZ Betreiber E-Shelter hat einen mtl. Stromverbrauch von etwa der Stadt Würzburg. Die Zuleitungen kommen von zwei Überlandtrassen. Welcher Ökostromanbieter kann dann ein entsprechendes Kompensationsangebot machen? Er müsste ja die gleiche Menge Strom in das betroffene Netz einspeisen. Bei UnternehmensRZs ist das was anderes, die sind auf einen Kunden zugeschnitten, da kann man durch Standortauswahl schon eine Menge erreichen. Aber RZ Anbieter, die viele Kunden bedienen müssen, werden sich da schwer tun.

    Gruß
    Thomas Wittbecker
  • Sven Kellputt
    Sven Kellputt    Premium Member   Group moderator
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    Re^12: Rechenzentrum / Webhoster mit flexibler Stromabrechnung
    Hi,

    Vorsorge und _jetzt handeln_ ist ja sicherlich richtig und auch notwendig, gar keine Frage, nur wie soll sich ein normales Rechenzentrum (nehmen wir z.B. das Global-Switch, oder meinetwegen auch die Avaya/Tenovis Databurg), mal eben eine komplett rein ökologische und selbstständige Stromversorgung finanzieren?

    Man kann weltweit operierende, milliarden umsetzende Konzerne nicht mit den normalen Rechenzentren bei uns vergleichen. Nur weil Google das kann, kann das hier in Deutschland (oder vermutlich auch in vielen anderen Teilen der Welt) sich noch lang keiner leisten.
    Ein weiterer Punkt, der sicherlich nicht unwichtig ist; Beim Bau der bei uns ansässigen Rechenzentren wurde i.d.R. nichts derartiges berücksichtigt, um mal eben z.B. Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern zu implementieren usw. Es würde also hohe Umbaukosten mit sich bringen.
    Diese Kosten hat Google vermutlich mitunter auch nicht, da deren RZs sicherlich nicht so alt sind, wie einige der Unsrigen und in der Planung direkt solche Maßnahmen berücksichtigt wurden.

    Langfristig muss es sicherlich dahin gehen, nur wird es in jedem Fall länger dauern, als man es aktuell bei Google sieht.

    Gruß

    Sven
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