Die Weinfreunde mit Esprit
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Andreas Nagel Premium MemberThe company name is only visible to registered members.GUTE WEINE, SCHLECHTE ZEITEN...;-)
In diesen unruhigen Zeiten, kann man
sich eigentlich nur an den Genuss
halten.
Dem huldigte ich nun letzte Woche,
zwar eher dekadent exzessiv, aber
man muss ja schliesslich ein
Gegengewicht zur "Finanzgrosswetterlage"
bilden...
"Italienisch spontan" kam die Einladung
am Mittag eines Weinfreundes für den Abend,
beginnend mit den Worten:"...ich hab einen
_______ 07 offen...". Mein Beruf bringt es
mit sich, dass ich "spontan" grundsätzlich
nicht mag, jedoch gibt es ausserordentliche
Ausnahmen, sodass es kurz nach 20.00Uhr zu
einem "konspirativen Treffen" zu Dritt kam,
Hauptgrund trug den etwas seltsamen Namen
G-Max...
Die Flasche war bereits einige Tage (3/4) offen,
aber das tat diesem Weinmonument keinen Abbruch,
unglaubliche tiefe, aber nicht zu übertrieben
Dichte, typische Kellernase, Ähnlichkeiten zur
Abtserde sind extrem, im Mund verflüssigte Seide,
eine atemberaubende Eleganz und Balance, burgundische
Finesse, alle Komponenten scheinen ineinander zu
greifen wie ein Uhrwerk, ein Kunstwerk von Wein
wie es wahrscheinlich im trockenen Bereich noch nie
in die Flasche kam, schon in diesem Stadium
nahe der Perfektion, dürfte sich bis zur Trinkreife
auch wohl voll bis dahin entwickeln...
Nicht minder spannend, der Lagenjahrgangsvergleich
des Morsteins von Keller und Wittmann 2004, ebenfalls
3/4 Tage zuvor geöffnet.
Auch hier wieder diese typische "Kellernase" und auch
hier wieder der Beweis, grosse Weine brauchen keine
"lauten Töne" es ist stets die "Harmonie des Ganzen".
Wenn man etwas bekritteln will, so wäre es der minimal
fehlende Druck, was aber wohl auf die ordentliche
"Luftdosis" zurückzuführen ist, dafür zieht einen der
Wein mit seiner phänomenalen Länge in seinen Bann...
Etwas schlanker, aber ebenfalls ganz klar Wittmann
zuordenbar (früher gelesen), zeigt sich der Flightpartner.
Hier bekräftigt sich aber auch der Eindruck von
anderen Jahrgängen, der Wein wirkt "hintenraus" etwas
diffus und unfokussiert, sowie minimal alkoholisch.
Mich überzeugt das Reifeverhalten nicht wirklich,
zumindest stellen sich für mich in dieser Hinsicht immer
wieder einige Fragezeichen, weshalb ich dazu übergegangen
bin, einfach jung zu trinken...
Beendet wurde der Abend schliesslich mit 2 Rotweinen,
einem 93 Pontet Canet, ebenfalls "langzeitgeöffnet",
welcher sich erstaunlich frisch und rüstig präsentierte,
womit man, zumindest ich, nicht wirklich rechnen konnte,
rustikal und "etwas knöchrig", aber ein ungemeiner
Trinkspass, sowie ein 05 Maugey, welcher jedem Weinfreund
ans Herz gelegt ist, sicher mit nichts und niemanden
aus diesem Jahrgang vergleichbar, aber mit allen
positiven Jahrgangsattributen ausgestattet. Das verlängerte
Fasslager macht aus diesem Wein, zumindest im Moment,
eine richtige "Droge"...
Phänomenales PLV.
- 01 Oct 2008, 1:57 pm
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Andreas Nagel Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re: GUTE WEINE, SCHLECHTE ZEITEN...;-)
Am Samstag ging es "sportlich" weiter,
die SG Magnum Darmstadt 2008 stand an,
wobei der Ehren halber gesagt werden
muss, SG steht nicht für Spielgemeinschaft ,
sondern für Schluckgemeinschaft...
Jeder bringt eine oder mehrere Magnums mit und schon
hat meine eine formidable Probe zusammen die
ungefähr so aussah:
Meine beginnende "Altersweisheit" (ab 40 wird
der Schwabe klug!), der noch zu "hintermichbringenden"
nächtlichen Heimfahrt mit dem Zug oder der tags darauf
folgenden Verkostung im Kloster Eberbach, oder
allem zusammen, geschuldet, hielt ich mich beim
88 Jahrgangsprudler von Bollinger, dem reifen 03 Mandelgarten
von Christmann, dem 05 Sauvignon Blanc von Stachel und
dem famosen 05 Frühlingsplätzchen Spätlese trocken von
Emrich-Schönleber extremst zurück, dazu kam noch eine
im Hintergrund stehende, ehrfurchtseinflösende Batterie von Grossflaschen die aufgereiht auf ihre Bestimmung wartete...
1 Flight
95 Branaire Ducru machte den Anfang, rotbeerige
Frucht in der Nase, offener wie ich eigentlich
gedacht hätte, kräftige aber angenehme Säure, kompakt
am Gaumen, aber hier noch unentwickelt und jung,
wenn die Nase das hält was sie verspricht, dürfte sich
dieser Wein um den besten Platz in den Neunzigern
dieses Weingutes "bewerben", gefällt mir deutlich besser
wie 96...
91+P.
Erwartungsgemäss "offen wie ein Scheunentor", deutlich
"wärmere" Frucht, viel Nougat, voll entwickelt und reif,
"ordentlich" Holz und einer Ornellaiaähnlichkeit
"bis zum abwinken", der 95 La Gomerie.
Mit mehr Fett (und dementsprechend besser integriertem
Holz) wäre das ein ganz grosser Wein, allerdings
ist das schon Jammern auf hohem Niveau...
92P.
This post was modified on 01 Oct 2008 at 03:26 pm.- 01 Oct 2008, 2:19 pm
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Andreas Nagel Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^2: GUTE WEINE, SCHLECHTE ZEITEN...;-)
Als Zugabe zu diesem Flight gab
es noch einen 95 de Fieuzal, der
infolge der spontanen Neugier, undekantiert
war, und somit erstmal die komplette
"Klaviatur des Kuhstalls" spielte,
dass war einfach nur tierisch...
Jedoch wird dann doch aus so manchem
hässlichen Entlein, ein schöner Schwan,
wenn er denn nur genügend Sauerstoff bekommt,
so auch in diesem Fall, man konnte den
Wein förmlich die Luft einziehen hören,
sodass er mit der Zeit mehr und mehr Konturen
und Länge bekam, sowie das Weidevieh aus der
Nase verschwand.
Leider war nun das Glas leer,
aber der kommt...!
90P+.
2 Flight
Als einzigster Burgunder, gab es den
90 Charmes Chambertin von Raphet solo.
Zugängliche Frucht, knackige junge Säure,
rustikale Art aber unglaublich viel Tiefgang
und Finesse (so liebe ich Burgunder, nicht
dieses überholzte Sägewerkswasser, was man
heute als modern erachtet!), beginnende
Trinkreife...
93P.
3 Flight
Ein kleiner Abstecher nach Italien war fällig,
97 Boscarelli überzeugte mit einer schönen
Schokonase und nahezu integrierter Säure, wirkt
am Gaumen aber noch etwas komprimiert, dürfte
bei voller Trinkreife noch für ein bis zwei
Punkte gut sein...
90+P.
Flightpartner war der 97 Le Stanze von Poliziano.
Sehr reife Frucht trifft auf unentwickelte Tanninstrukur,
ob das gutgeht und irgendwann harmonisch wird
vermag ich nicht zu sagen, zugegeben mit der Zeit
wurde es im Glas etwas besser, gewisse Zweifel habe
ich aber trotzdem, ob man hier in diesem
"Jahrhundertjahrgang" nicht einfach zuviel gewollt
hat...
This post was modified on 01 Oct 2008 at 04:30 pm.- 01 Oct 2008, 3:26 pm
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Andreas Nagel Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^3: GUTE WEINE, SCHLECHTE ZEITEN...;-)
Eigentlich zum Hauptgang gedacht,
raubte die zur Kaninchenkeule gereichte
Rotweinjus dem 94 Pichon Baron sämtlich
vorhandene Frucht, plastisch ungefähr
so vorzustellen, als ziehe man seine/n
Liebste/Liebsten aus und darunter erscheint
lediglich ein Skelett...
Deutlich besser präsentierte er sich danach solo
hinterher, schöne Pauillacaromatik, ordentlicher
mittlerer Druck, sollte in vergleichbarer
Eintel jetzt gut trinkreif sein, diese Magnum
dürfte bis zur "absoluten" Trinkreife noch
etwas Zeit benötigen...
90+P.
4. Flight
Und wenn wir schon mal beim "gnädigen" Herrn
Baron waren, gab es hinterher gleich nochmals
"Baron satt". Hier hätte sich eigentlich ein
"Wein des Abends" versteckt haben können,
aber erstens kommt es anders...
Zuerst kam aber erneut ein wenig Kuhstall "aus dem
Glas ge(k)rochen", wirkte aber insgesamt harmonisch,
sodass dies nicht weiter störte, schöner Trinkfluss
mit mittlerer Länge, typischer Jahrgangsvertreter.
88 Pichon Baron 91P.
Erahnen konnte man das reife Jahr beim Baron 89,
deutlich ausgereifteres Lesegut, wahrnehmbar durch die
"wärmere Nase". Das war aber leider fast schon alles an
Herrlichkeit. Am Gaumen sehr unsauber, um nicht zu
sagen konfus. Ob fehlerhafte Flasche oder total
reduktive Flasche lässt sich nicht wirklich sagen,
auf jeden Fall super schade um diesen potentiellen
ganz grossen Wein...
This post was modified on 02 Oct 2008 at 10:41 am.- 01 Oct 2008, 4:30 pm
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Andreas Nagel Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^4: GUTE WEINE, SCHLECHTE ZEITEN...;-)
5 Flight
Es gibt Gemeinsamkeiten zwischen
82 und 90 Comtesse! Glaubt Ihr nicht?
Und ob, denn ganz offensichtlich gibt
es unterschiedliche Füllungen,
okay die Jahreszahl auf dem Etikett ist
bei 90 immer "gleich dick", soviel hat
man anscheinend in der Zwischenzeit "gelernt"...
Diese Magnum 90 zumindest ging eher in Richtung
der Parkerbewertung, wobei sicher aber nicht ganz so
tief, irgendwo in den mittleren Achzigern,
aber es existieren auch Flaschen die sich locker
in den beginnenden Neunzigern befinden...
Anders kann ich mir zumindest diese grossen
Unterschiede nicht erklären.
Dafür machte (mal wieder) der 90 Citran unglaublichen
Spass. Hier stimmt einfach alles, in diesem Format
voll auf dem Punkt, so quasi auf der Spitze des Speeres,
vollreif, wunderschöne Harmonie und Balance,
riesengrosser "kleiner Wein".
92P.
6 Flight
90 Sociando
Die Flasche hatte keinen optimalen Füllstand,
Korken war komplett durchgeweicht. Ein Problem
(schlechte Korkqualität?) das auch einige
Eintel betraf. Welche Auswirkungen das auf den
Flascheninhalt hatte ist schwer zu sagen, ich
empfand sie aber als zu jung und reduktiv,
oxidative oder Alterstöne waren nicht zu erkennen,
sodass sie aller Wahrscheinlichkeit nach trotz
aller Widrigkeiten wohl zu früh dem "Schlachtbeil"
zum Opfer fiel...
Lustigerweise hatte ich mich zu Beginn mit unserem
OrgaChef "Dottore" noch über den "erblühenden" Jahrgang
83 unterhalten, da wollte der La Mission gleichen
Jahres wohl das seinige dazutun, mein Wein des Abends!
Deutliche Jodnase, sehr jung am Gaumen, tolle Länge.
Wird mit jeder Minute im Glas besser und runder,
dass ist ganz gross...!
95 (in Grossformaten mit einem +)P.
Danach war leider Zeit mich zu verabschieden,
ich musste noch auf meinen Zug zurück.
Danke für diesen äusserst gelungenen Abend an
alle Mittrinker und besonders an unseren
"Dottore"!
Da einige Forumsmitglieder ebenfalls dabei
waren, wäre es lieb, wenn Ihr hier die folgenden
Flaschen posten könntet, denn der Flaschentisch
war ja maximal zur Hälfte leer...
This post was modified on 02 Oct 2008 at 01:39 pm.- 02 Oct 2008, 10:41 am
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Andreas Nagel Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^5: GUTE WEINE, SCHLECHTE ZEITEN...;-)
Am Sonntag Nachmittag ging es dann
per Busshuttle ins Kloster Eberbach.
Die Grossen Gewächse 2007, bis auf
wenige Ausnahme wie Keller, Dönnhoff, u.a.
waren angetreten...
Zumindest die äusseren Umstände waren
perfekt, herrlicher Altweibersommer im Rheingau,
angenehme Temperaturen. Schon kurz nach der
Eröffnung um 13.00Uhr waren die ehrwürdigen
Klosterhallen bestens gefüllt, ein Durchkommen
war teilweise gar nicht so einfach, was für
einen solchen Event sicher nicht optimal ist.
Ich will nun aber nicht zu mäkeln anfangen,
mich auch nicht über die Weintemperaturen
beschweren, entweder waren sie deutlich zu warm,
oder deutlich zu kalt, da mir die Schwierigkeit
das alles perfekt zu lösen bewusst sind, schön
wäre es wenigstens wenn man daran arbeiten würde,
denn das alles ist eigentlich schon von den
Vorjahren bekannt. Doch zu den Weinen...
This post was modified on 02 Oct 2008 at 02:20 pm.- 02 Oct 2008, 1:39 pm
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Andreas Nagel Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^6: GUTE WEINE, SCHLECHTE ZEITEN...;-)
Battenfeld Spaniers Frauenberg war bespw.
so ein Opfer, viel zu warm und keinerlei
Luftkontakt des Weines, wenn dieses Muster
mein Erstkontakt gewesen wäre und ich nicht
wüsste was er eigentlich ins Glas bringen
kann, hätte ich ihn genauso schnell vergessen,
wie ich ihn ausgespuckt habe...
Künstlers Hölle präsentierte sich, wie eigentlich
immer zu dieser Zeit, extrem unentwickelt und
unfertig. Potential allerdings ohne Ende...
Ähnlich schwierig probierte sich Weils Gräfenberg,
aber wer 06 letztes Jahr zu dieser Zeit probiert
hat weiss ein Lied davon zu singen, inzwischen
ist daraus ein wunderschöner, wenn auch etwas schnell
reifender Wein geworden, da ist es mir um den
Jahrgang 07 nicht bang, das wird schon...
Wittmanns Morstein
Auf die Entwicklung bin ich bereits ganz zu
Beginn bereits eingegangen, auch 07 präsentiert
sich in diesem Stadium wieder genial gut,
glockenklare Frucht, knackige perfekt integrierte
Säure, sehr viel Spiel, unglaubliche Länge,
eigentlich der Prototyp eines Rieslings...
Müller Hamm Mandelstein
Nun, ich mag keine Mandeln, vielleicht liegt es daran,
dass ich mit diesem Wein einfach nicht zurecht komme,
wirkt auf mich irgendwie wie aus einer anderen, vergangenen
Zeit.Irgendwie unsauber, wenngleich
er auf der anderen Seite auch nicht fehlerhaft ist.
Vielleicht kann mir ja jemand hier helfen, warum ich
so Probleme mit diesem Wein habe...?
This post was modified on 02 Oct 2008 at 03:12 pm.- 02 Oct 2008, 2:20 pm
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Andreas Nagel Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^7: GUTE WEINE, SCHLECHTE ZEITEN...;-)
Schloss Johannisberg Silberlack
Zumindest nicht mein Wein, sehr
modern und sehr reif, will sagen
restsüss und breit, dass man auf
"Kartoffeläckern in Rheinhessen"
charakteristische Weine machen kann,
ist inzwischen ja bewiesen, dass
man aber im Rheingau einen Wein,
ohne jeden Bezug zur Erde auf der er wächst
produziert, kann und will ich nicht
verstehen. Um nicht falsch verstanden
zu werden, der Wein ist nicht schlecht,
mir fehlt einzig seine Seele (lasse mir
aber gerne "helfen", sollte es einen
"Dolmetscher" fürs "Verständnis" geben)...
Nicht wirklich neu, Schäfer-Fröhlichs genial
homogene GG Kollektion. Am "schwächsten" empfand
ich noch die Kupfergruppe, die sich relativ
zugänglich zeigte, nur ist da für mich zuviel
Restzucker "im Spiel". Nichtsdestotrotz sind wir
aber hier punktemässig trotzdem schon in den
beginnenden Neunzigern. Um die Krone sehe ich
den Halenberg und das Felseneck "kämpfen", mit
leichten Vorteilen für zweiteren, liegt aber
vielleicht daran, dass der Halenberg noch
verhaltener entwickelt ist (punktemässig beide in
den mittleren Neunzigern)...
Mächtig aufgeholt hat Wagner-Stempels Heerkretz,
hatte ich bisher den Höllberg einen Tick besser
gesehen, überrollte er ihn bei diesem Vergleich
förmlich. Unglaublich komplex mit sehr schöner Länge,
auch ihn sehe ich inzwischen in den mittleren Neunzigern.
Den Höllberg mit seinem sehr reifen Körper, ein
wirklich mächtiges Teil, aber mit fein verwobener
knackiger Säure, so 2 Punkte tiefer.
- 02 Oct 2008, 3:12 pm
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Andreas Nagel Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^8: GUTE WEINE, SCHLECHTE ZEITEN...;-)
Ich hoffe ich langweile euch
nicht langsam? Es kommen noch
ein paar Eindrücke...
Müller-Catoirs Breumel
Auch für ihn kommt diese
Probe fast immer zu früh,
aber bei ihm bin ich mir
absolut sicher, er wird mit
nahezu jedem grossen Wein aus diesem
Jahrang mithalten können...
Ebenfalls schwierig und unfertig,
Laibles Plauelrain, sicher einer der
unmodernsten grossen Weine aus
diesem Jahrgang. Reines Potentialtrinken.
Ich bin kein grosser Christmann Fan,
die Weine sind mir eigentlich immer zu brav
und "gebügelt", wenngleich ich natürlich
zugeben muss, die Weine haben grundsätzlich
durchgängig durch die Kollektion eine
eigene und persönliche Weingutsstilistik.
Der Reiterpfad war mir etwas zu banal,
deutlich stoffiger mit schönem Spiel der
Mandelgarten, der dürfte schon relativ jung
Spass machen. Darüber trohnt ein Idig, der
alles was ich vorher aus dieser Lage
getrunken habe in den Schatten stellt, oder
besser ausgedrückt, stellen wird, denn der
Gaumen ist bis jetzt noch sehr verhalten
entwickelt. Doch seine Nase macht mich da
ganz sicher, eine unglaubliche Tiefe,
komplex und verspielt, einfach nur genial...
- 02 Oct 2008, 3:36 pm
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Andreas Nagel Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^9: GUTE WEINE, SCHLECHTE ZEITEN...;-)
Auch Mosbacher überzeugt mich
nur selten, aber 2007 ist halt manches
anders, der Kieselberg ist
mir zu mächtig und unbalanciert, auch
das Freundstück ist sehr reif gelesen,
wirkt aber deutlich fokussierter.
Noch eine Stufe darüber würde ich
das Ungeheuer sehen, allerdings an
diesem Tag chancenlos gegen einen
fulminanten Pechstein. Nahezu perfekte
Nase, burgundische Cremigkeit ohne
den Riesling zu verleugnen, am
Gaumen natürlich auch hier noch sehr
jung und unentwickelt, aber es ist alles
da für eine grandiose Zukunft. Dieser
Wein hat mich richtiggehend "geflasht",
ich habe es ja schon an anderer Stelle
erwähnt, ich musste ihn viermal probieren
um es glauben zu können...
Heute Abend kommt übrigens die Nachprobe dran,
ich bin gespannt wie ein Flitzebogen...
Danach setzte ich mich noch eine Stunde
vor die Klosterkirche und hörte von aussen
den Chorälen zu, ich hörte quasi die Englein
singen...
Fazit: Es gibt die ganz grossen Weine in diesem
Jahrgang, da beisst für mich keine Maus den
Faden ab, aber natürlich gibt es auch Schatten,
und auch das ist zweifelsohne unbestritten...
Kleiner Nachtrag:
Nach all den jungen Weinen, abends
dann noch einen 88 Lagrange, "aus der Reihe
gut antrinkbar", ein Bordeauxklassiker und
Meister der Finesse...
Am Folgetag gab es natürlich auch noch etwas
zu trinken, einen Wein der schon länger auf
der "Wiedervorlageliste" steht und von
dem die Degunotiz von Weinfreund Tony nicht
zu Potte kommt (alles muss man selber trinken),
99 Haut Brion. Quasi als Belohnung für die
"harte vergangene Woche". Was soll ich als
"Abhängiger dieses Weingutes" schreiben,
immer noch sehr sehr jung, aber nicht vernagelt,
quasi der Gegentwurf zum Lauthals Mouton,
faszinierende Tiefe und Komplexität, mächtiger
Druck am Gaumen, eben einfach genialer
grosser Sport...
So und jetzt ist Schluss, bevor mein Account
gesperrt wird.
Grüsse
P.S. In 2 Wochen steht die nächste fette Probe
in Freiburg an, wenn alles klappt und ich wirklich
dabei sein kann werde ich wieder 3 Sätze darüber
schreiben..
- 02 Oct 2008, 5:01 pm
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