Die Weinfreunde mit Esprit

Die Weinfreunde mit Esprit

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  • David Bucher
    David Bucher    Premium Member
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    Languedoc 14.-17.3.10
    Mit meinem Lieferanten (Schleichwerbung: http://www.cavino.ch und http://www.chateaux-carton.ch) durfte ich einige Produzenten besuchen. Alles kleine Weingüter in der sonst eher auf Masse bedachten Region Languedoc und deren Sub-Regionen, welche häufig wieder eigene klimatische Terroirs haben. Falls Preise angegeben sind, beziehen sich diese auf CHF Endverkaufspreise. Mit einem EUR-Kurs von 1.50 kommt man auf die Detailpreise ab Produzent (kein Transport, höhere MWSt in Frankreich).

    Les vignerons de Puimission
    Eine der vielen Genossenschaften. Drei Angestellte produzieren 1.5 Mio. Liter Wein. Das Meiste geht im Tanklaster zur "Veredelung" zum Gestehungspreis von 35 Eurocents weg. Die qualitativ höherwertigen Weine sind trinkbar und noch immer im günstigen Segment. Preis-Leistung finde ich o.k. Den Sauvignon gibts im 5-Liter für 40.-, den Viognier im 3 lt neu für 38.-. Cavino bezahlt das Doppelte des üblichen, damit der Betrieb zu mehr Qualität motiviert wird.

    Les Chemins de Bassac
    Übernommen von Sohn und Schwiegertochter in der Nachfolge. Dies geschah direkt in die Irak-Krise, in welcher das Gut fast konkurs ging. Militärisch aufgereihte Reben, welche von einem Berufsmusiker/Teilzeitwinzer mitbetreut werden. Bioweingut mit Flaschen- und einem Boxwein. Als Exot wird ein Pinot produziert, aber die Weissen mit Roussanne, usw. gefallen mir besser. Die roten Lokalsorten sind ebenfalls erwähnenswert.

    Domaine Bourdic
    Zwei CH-Aussteiger, ein Musiklehrer mit Partnerin. Leider wird das Musikfestival auf der Domäne nicht mehr durchgeführt. Dafür ist hoffentlich die Qualität der Weine gestiegen. Die ersten drei Jahre wurde Wochenende für Wochenende die Liegenschaft bewohnbar gemacht. Die Einrichtung zum Keltern fehlte gänzlich, da die Trauben an die Genossenschaft gingen. Mir gefielen der Tempranillo, Octagone und Zappa. Alle in einem guten Preis, finde ich.

    Chateau Maris
    Biodynamisches Weingut im Top-Segment. Sehr feine Produkte zu einem eher hohen Preis (der es aber Wert ist). Die Besitzer sind Investmentbanker und wissen wohl, wie man rechnet... Gerade wird ein neues Kellereigebäude aus rein natürlichen Rohstoffen und natürlicher Kühlung/Isolation mit einem Degustationsraum in einer 800-jährigen Kapelle (Ruine) erstellt.

    Domaine de Ravanès
    Nicht besucht, der Besitzer ist grad in der Karibik. Trotzdem Erwähnenswert, finde ich. Von dort kommt eine Bag-in-Box, bei welcher der identische Flaschenwein um 50.- die Flasche kostet. Dafür muss man wohl einiges an Offenheit mitbringen ein so tolles Produkt in eine noch nicht überall akzeptierte Verpackung zu bringen.

    Gil Morrot
    Gil ist ein guter Kollege von Ravanès. Irgendwann hat er sich in einer kargen Gegend einen Weinberg angeschafft. Als Forscher für Geschmackswahrnemung weiss er, auf was es bei einem Wein ankommt. Der "Spinner" assembliert jeweils drei Jahrgänge zusammen und verkauft diese als "vin de pays", da diese Methode in den AOC-Bestimmungen nicht vorkommt. Pro Jahr gelangen jeweils ca. 2'900 Flaschen in den Verkauf. Wahnsinnswein, allerdings halt auch um 60 Franken/40 Euro.

    La Grange des Quatres sous
    Zu diesen Produkten habe ich den Zugang nicht so gefunden. Gemäss zwei Mitreisenden tue ich der Dame unrecht. Die Weine wurden kurz vorher abgefüllt und waren allenfalls noch nicht so beruhigt. Vielleicht gefallen mir die ein nächstes mal. Auch diese Domäne wird nachhaltig biologisch bewirtschaftet. Im "geheimen" wird eine autochtone Wallisersorte, Marsanne, angebaut.

    Domaine du Poujol
    Ein "coup de coeur" aus der Bag-In-Box. Der Pico und auch die meisten Roten aus der Flasche haben mir ebenfalls gut gefallen. Preise sind o.k. Die Domäne befindet sich gerade in der Umstellung auf Biodynamisch. Erworben von der ehemaligen Finanzchefin eines grossen Ami-Weinguts und einem englischen Winzer. Man darf dort auch mal ein paar Krebse vom Vorabend mit an die Degu bringen, der Chef isst mit ;-)

    Chateau Laqirou
    Weingut der Familie Musik Hug. Erika Hug wollte wohl nebst Instrumentenverkauf noch etwas für das Gemüt tun. Auch dürfen sich befreundete Musiker zur Inspiration, Üben und Komponieren auf die Domäne zurückziehen. Der Roxanne (nach dem Sting-Song) benannt ist zu empfehlen. Ansonsten halt schon fast etwas in Richtung Kommerz. Der Rote aus der BiB ist super für Vereins-Grillfeste o.ä.

    Domaine des Schistes
    Tolle Weine, welche schon wieder eher am oberen Ende der Preis-Skala sind. Le Bosc, Les Terrasses und der Weisse sind i.O. der Maury ist mit einem Portwein zu vergleichen und muss nicht an einem Abend geleert werden. Die Träubelchen für den Maury werden am Stock getrocknet und ergeben ein Wahnsinnsprodukt. Etliche der Rebstöcke sind Methusalems mit einem Alter von 80 Jahren oder älter. Dementsprechend klein ist auch die Produktion.

    David
    This post was modified on 24 Mar 2010 at 08:02 am.