Gesellschaft und Systemtheorie

Gesellschaft und Systemtheorie

SOZIOLOGIE UND SYSTEMTHEORIE

Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft ist immer noch aus meiner Sicht ein unbefriedigend begriffenes Basisthema soziologischer Theorie. Diese Situation spiegelt sich auch in der aktuellen politischen Theorie und Praxis.

Dominierend sind in der Soziologie immer noch im weitesten Sinne handlungstheoretisch-individualistische Ansätze, die mit einem liberalistischen Menschen- und Gesellschaftsbild korrelieren.

Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Systeme und der damit verbundenen Entwertung der marxistischen Gesellschaftstheorie, stellt nur die Systemtheorie Luhmann's eine Alternative zu den individualistischen Ansätzen dar.
Sie hat sich mittlerweile zu einer Art Begriffs-Kult entwickelt, OHNE wie beabsichtigt tatsächlich zu integrieren.
Viele behaupten m.E. zu Recht , daß es sich eher um eine Philosophie sozialer Systeme handelt als um eine soziologische Theorie.


Luhmann's Systemtheorie hat anfänglich eine notwendige und sinnvolle Relativierung bewirkt. Ihre Kultivierung führt allerdings m.E. unbeabsichtigt mittlerweile teilweise zu einer Art Relativismus bis hin zu einem fatalistischem Nihilismus.

Zielgruppe diese Forums sind Menschen, die sich konsequent mit soziologischen Grundlagen-Fragen und Systemtheorie beschäftigen, sei es im wissenschaftlichen Bereich und/oder beim Versuch, sie anzuwenden als Berater/Coach/Therapeut, und die eventuell gleichzeitig berechtigte Kritik und Weiterentwicklung für möglich bzw. nötig halten.

Gruppenmitglieder können von ihrer Faszination und ihren Schwierigkeiten im Umgang mit Systemtheorie und Soziologie berichten, um konstruktiv-kritisch Grenzen und Möglichkeiten vor allen Dingen Luhmann'scher Systemtheorie, die entscheidend für die gesellschaftliche Verbreitung war und ist, zu beleuchten.

Es geht also um Erfassung von angemessener Komplexität des Verhältnisses von Systemtheorie und gesellschaftlichen Realitäten bei gleichzeitigem Versuch sie adäquat zu reduzieren in Bezug auf zu lösende praktische Probleme in verschiedenen Bereichen.

Ich möchte auf diesem Wege Gespräche über sinnvolle, relativierende Perspektiven z.B. der soziologischen Systemtheorie führen. Vielleicht können wir auch Momente einer soziologischen Theorie im engeren Sinne skizzieren, um die m.E. verheerenden gesellschaftlichen Wirkungen der Systemtheorie in Richtung "Relativismus/Nihilismus" zu relativieren.

Als Soziologe, der bei Luhmann persönlich und engagiert studiert hat (als Luhmann noch als "Exot" galt), als Gestalttherapeut und als Dozent/Lehrbeauftragter an einer Hochschule beschäftige ich mich täglich mit dem Thema und möchte auf diesem Weg, meinen Austausch mit Anderen systematisieren.

In diesem Sinne freue ich mich über Jeden, der etwas zu dem Thema beitragen möchte, systematisch oder persönliche Erfahrungen betreffend.

Deshalb bitte keine Scheu vor dem teilweise abschreckenden Jargon, wir werden auch Begriffe klären und setzen die Beherrschung einschlägiger Begrifflichkeit NICHT voraus. Es geht nicht um Exegese.
Denken und Schreiben/Reden sind nicht immer gleichwertig bei manchen Autoren.

Deshalb ist HIER eigenständiges Denken ohne Rücksicht auf Verluste gern gesehen.

Gerhard A. Schwartz

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