Die Zinswende Europas beginnt im Norden

Die Zinswende in Europa wird - so scheint es - im hohen Norden beginnen. Im
sechstgrössten Ölförderland der Welt hat die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise
beileibe nicht so schlimm gewütet wie im Rest des Kontinents. Nur gut drei Prozent der
Norweger sind arbeitslos, der Immobilienmarkt boomt wieder und der zuletzt wieder
kräftig gestiegene Ölpreis spült frisches Geld in die Kassen. Notenbankgouverneur
Svein Gjedrem machte bereits vor gut einem Monat klar, dass er schnell höhere Zinsen
anpeilt. Mit dieser Aussage überraschte er damals die Märkte, die erst im zweiten
Quartal 2010 eine geldpolitische Straffung im Land der Fjorde auf dem Zettel hatten.
Dass sich die norwegische Wirtschaft nun rascher erholt als von vielen Experten
vorhergesagt kommt Gjedrem gelegen und heizt zugleich Spekulationen über eine
rasche Rückkehr der Geldpolitik in das Fahrwasser vor Ausbruch der Krise an.

Quelle: http://norwegen.ahk.de