Wissensmanagement

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  • Peter Lehmacher
    Peter Lehmacher
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    Re^16: Definition von Wissensmanagement - ein Votum für einfache und klare Aussagen
    Hallo Herr Kaschek,

    da bin ich aber jetzt in eine akademische Diskurs-Falle geraten!
    Um es kurz zu machen:

    die vorgeschlagene Formulierung diente lediglich als Skizze zur
    Orientierung im praktischen Umgang mit Wissen. Sie versucht,
    die wesentlichen Phänomene, die wir mit Wissen verbinden mit möglichst
    wenig Worten auszudrücken. Zu diesen Phänomenen gehört auch das alltägliche "Mirakel",
    dass aus einem Haufen ungeordneter Informationen plötzlich -
    nur durch eine veränderte "Fragestellung" - Wissen wird.

    Für eine philosophisch-weltanschauliche Diskussion eignet sie sich meine Formulierung nicht.

    Ich halte sie aber aufgrund meiner alltäglichen Erfahrungen
    für nützlicher (nicht wahrer!) - z.B. als die von ihnen genannte Standarddefinition,
    deren Begriffe "Begründung" und "Glaube" im Alltag weit schwerer zu fassen sind,
    als die Begriffe "Frage" und "Information".
    Über die Praktikabilität diskutiere ich gerne weiter, möchte mich aber aus der
    Grundlagendiskussion zu einzelnen Begriffen verabschieden.

    Ich bin allerdings an Beispielen aus dem Alltag gegen meine These interessiert:
    ...gibt es Wissen, das nicht aus gespeicherten oder irgendwie physisch definierten
    Informationen abgeleitet werden kann - das einfach da ist?
    ...gibt es im Alltag Wissen, das nicht auf Informationen (im Sinne von Mitteilungen,
    Bildern, Texten oder Daten) beruht?
    ...gibt es Wissen, das sich nicht in einer Frage-Antwort-Beziehung darstellen lässt?
    ...gibt es praktische Beispiele für Wissen, das ungeprüft existiert?


    Mit besten Grüßen

    Peter Lehmacher
    This post was modified on 19 May 2008 at 05:31 pm.
  • Roland Kaschek
    Roland Kaschek
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    Re^17: Definition von Wissensmanagement - ein Votum für einfache und klare Aussagen
    Hallo Herr Lehmacher,

    lassen wir mal dahingestellt akademische Fallen, das dahineingeraten, und aehnliches.

    Sie fragen, ob es ungeprueftes Wissen geben kann. Ich bin der Ansicht, dass es das geben muss, damit man ueberhaupt zu geprueftem Wissen kommen kann. (Was ich meine ist also, dass der Begriff Wissen knonsistent nur dann zu rekonstruieren ist wenn man ihn methodisch in sich selbst reflexiv fasst.) Schliesslich ist doch auch ein Wissen darum vonneten wie, wann, und zu welchem Zweck Wissen zu pruefen sei. Alle Begruendungsdiskurse fangen irgendwo an und koennen dort doch nur auf andere Diskusre oder ungeprueftes Wissen zurueckgreifen.

    Das ist m.M. nach aber kein wirkliches Problem, weil man, wenn es noetig ist so viele Begruendungsdiskurse von der benoetigten Art fuehren kann wie erforderlich sind um zu dem begruendeten Wissen zu kommen, dass man benoetigt. Allerdings, Wissen ist und bleibt relativ zu solchen Diskursen und damit bestaetigt sich was schon in der Antike gesagt wurde. Wir wissen, dass wir nichts wissen.

    Uebrigens hab ich nicht vogeschlagen die Definition von Wissen als begruendeter wahrer Glaube im Wissensmanagement zu verwenden. Es ging mir lediglich darum darauf aufmerksam zu machen, dass der Bergriff des Wissens problematisch ist sobald man aus Nutzungsdiskursen heraus und in Begruendungsdiskurse hineintritt. Daher bin ich nach wie vor der Ansicht, dass die am ehesten erfolgversprechende Loesung die ist Wissemnsmanagement und Wissen axiomatisch oder wie man auch gesagt hat implizit einzufuehren. Wie ich schon sagte setzt uns das in die Lage offen zu lassen was Wissen ist und trotzdem sinnvoll damit zu operieren weil wir festeghlegt haben womit es in welchen Beziehungen steht.

    Ich schliesse hier den Kreis zu meiner frueheren Bemerkung, dass ein konkretes Wissen ein durch Abstraktion bestimmte Struktur, ein Begriff oder ein Begriffsnetz oder so was ist und man bei der Verwendung dieses Abstraktums nicht vergessen sollte zu welchem Zweck es geschaffen wurde. Selbst wenn es diesen Zweck erfuellt braucht es andere Zwecke keineswegs zu erfuellen.

    Gruss, Roland Kaschek.