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Oliver Sefrin Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Literatur in Bewegung: Argentinien auf der Buchmesse
Argentinien hat 2010 Grund zu feiern: Das südamerikanische Land begeht den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Und in Frankfurt am Main ist es in diesem Jahr vom 6. bis zum 10. Oktober Ehrengast auf der weltgrößten Buchmesse. Die Besucher erwartet ein spannendes Gastland. Argentiniens Literaturszene gilt momentan als die vermutlich lebendigste in ganz Lateinamerika und hat literarische Talente wie Eduardo Belgrano Rawson, Martín Kohan, Claudia Piñeiro und César Aira hervorgebracht.
In Deutschland ist Literatur aus Argentinien derzeit so präsent wie lange nicht mehr – und gibt dem intensiven kulturellen Austausch neue Impulse. Neue erfolgreiche Autoren wie Pablo Ramos zeigen großes Interesse an Deutschland. Ramos war 2009/2010 Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD und lebte in der Zeit in der deutschen Hauptstadt. Sein erster großer Roman „Der Ursprung der Traurigkeit“ erscheint im angesehenen Suhrkamp-Verlag – und wurde mit Unterstützung der „Gesellschaft Litprom zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika“ ins Deutsche übersetzt. Der Verein, der vom Auswärtigen Amt mitfinanziert wird, hat in den vergangenen Jahren verstärkt Übersetzungen argentinischer Autoren gefördert.
Ramos ist einer von rund 50 argentinischen Autoren, die im Oktober nach Frankfurt zur Buchmesse kommen und damit Argentiniens Auftritt unter dem Motto „Cultura en Movimiento – Kultur in Bewegung“ mit Lesungen bereichern. Herzstück des Argentinienprogramms auf der Buchmesse ist der Gastland-Pavillon. Gestaltet im Stil eines Labyrinths, greift er ein literarisches Motiv auf, das an die international bekannten argentinischen Schriftsteller Jorge Luis Borges (1899–1986) und Julio Cortázar (1914–1984) erinnert.
Nach Cortázars Roman „Rayuela“ – einem der wichtigsten lateinamerikanischen Romane des 20. Jahrhunderts – ist das vom Goethe-Institut und dem Netzwerk der Literaturhäuser initiierte Stadtschreiber-Projekt benannt. Von Mai bis Mitte Oktober 2010 lernen fünf deutschsprachige Autoren und fünf argentinische Autoren das jeweils andere Land kennen. Zu den Stadtschreibern aus Argentinien gehören unter anderem die renommierten Autoren Alan Pauls und Pablo de Santis und ein Grenzgänger: Ariel Magnus, 1975 in Buenos Aires geboren, lebte von 1999 bis 2005 in Deutschland und studierte an der Humboldt-Universität Berlin. Im Mai erschien sein dritter Roman „Ein Chinese auf dem Fahrrad“ – und erhielt viel Lob für seine „erfrischenden und komischen Dialoge und Sprachspiele“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung).
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- 01 Oct 2010, 5:43 pm
