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Oliver Sefrin Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Provozierende Kunst: Liam Gillick in Bonn
Mit seiner radikalen Konzeptkunst eckt der Brite Liam Gillick immer wieder an. Seinem Ruf, einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart und prominentesten Vertreter der „Young British Artists“ zu sein, hat das indes nicht geschadet. Für große Diskussionen unter deutschen Kunstkritikern sorgte der 45 Jahre alte Gillick 2009, als er ausgewählt wurde, den Deutschen Pavillon bei der 53. Biennale in Venedig zu gestalten. Der Brite präsentierte einen umstrittenen Gegenentwurf zur Architektur des Ausstellungsgebäudes: Seine Installation „Wie würden Sie sich verhalten? Eine Küchenkatze spricht“ zeigte eine nüchterne, naturfarbene „Frankfurter Küche“ – der Urtyp der Einbauküche –, auf der eine ausgestopfte, Englisch sprechende Katze saß.
Wer Gillicks Beitrag, der auf das Bauhaus und verwandte Design-Richtungen anspielte, nicht auf der Biennale in Venedig sehen konnte, hat jetzt in Bonn Gelegenheit die Rückkehr der „Küche mit Katze“ zu erleben. Vom 1. April bis 8. August widmet die Bundeskunsthalle Liam Gillick erstmals in Deutschland eine umfangreiche Einzelausstellung, die die Entwicklung seines Werkes anhand wichtiger Werkgruppen und Themen darstellt. Unter dem Titel „Ein langer Spaziergang - Zwei kurze Stege“ bilden rund 60 Kunstwerke – kleine Arbeiten auf Papier und große Skulpturen aus fast zwei Jahrzehnten – eine theoretische und sinnliche Plattform, auf der Stringenz, Kontinuität und Schönheit des Werkes erfahrbar werden - so kündigt das Bonner Kunstmuseum die Ausstellung an.
„Es geht darum, Liam Gillicks Vision einer Kunst, die sich ohne den Umweg über die Sprache an das Denken des Betrachters wendet und zugleich neue Bilder und eine neue Formensprache für unser Jahrhundert schafft, einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen“, sagt der Intendant der Bundeskunsthalle, Robert Fleck. Der Konzeptkünstler selbst sieht die Schau als „Ausstellung mit retrospektiver Qualität, die eine Anzahl von Schlüsselinstallationen aus den letzten zehn Jahren versammelt.“ In Bonn will Gillick auch beweisen, dass sein Küchen-Kunstwerk unabhängig vom deutschen Biennale-Pavillon in Venedig funktioniert. Mit einer feinen Veränderung jedoch: Die Katze soll wieder sprechen – diesmal aber auf Deutsch.
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- 01 Apr 2010, 5:06 pm
