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Eine Studie des Instituts für Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen liefert den Beweis, dass die räumliche Nähe von Kreditnehmer und Kreditgeber vertrauensbildend ist und Krisen verhindern hilft. Dr. Stefan Gärtner stützt in seiner Untersuchung die Ansicht, dass Unternehmen, die Kredite benötigen, bei Banken am besten bedient werden, die eine regionale Verortung nachweisen (Sparkassen, Genossenschaftsbanken). Grundthese der Untersuchung: Regional eigenständige Finanzdienstleister haben eine wichtige volkswirtschaftliche Bedeutung
und wirken in Krisenzeiten auf dem heimischen Markt stabilisierend
(
www.iat.eu/forschung-aktuell/2009/fa2009-08.pdf).
Quelle: Zukunftsletter 10/2009
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Die Wirtschaftskrise hat gezeigt, wie anfällig Institutionen und Strukturen sind, viele Firmenchefs sind verunsichert. Das spielt Unternehmensberatern, Denkfabriken und Zukunftsforschern in die Hände
Im Jahr 2023 wird Industriespionage überholt sein und das Horten von Herrschaftswissen strafbar. 2023 werden Gesetze rund um den Globus Regierungen, Organisationen und Firmen zwingen, alle Informationen offenzulegen: Verträge, Gehälter, Bilanzen, Programmiercodes, Rezepturen, Formeln. 2023 wird totale Transparenz die Norm sein und nicht nur ein Marketing-Gag.
So zumindest steht es in einer der jüngsten Ausgaben der "Mind Bullets" - "Gedankengeschosse". Das ist ein fiktiver Nachrichtendienst für die Zukunft, den die britisch-südafrikanische Beratungsagentur und Denkfabrik Future World an Interessierte verschickt. In Zeiten der Krise hat die Zukunft Konjunktur. Nachdem Unternehmen infolge der Rezession ihre Budgets für Beraterverträge zunächst zurückschraubten oder allenfalls in kurzfristiges Krisenmanagement investierten, besetzen jetzt mehr und mehr Consulting-Firmen, Denkfabriken, PR-Agenturen und Wissenschaftler das Thema Zukunft. Der Grund: "Das alte System ist in der Krise zerbrochen", sagt Wolfgang Grulke, Gründer und Präsident von Future World. "Der Weg zurück ist versperrt - und die Zukunft der einzige Ort, der verblieben ist."
Nachdem die Wirtschaftskrise gezeigt hat, wie anfällig und instabil zuvor als grundsolide eingestufte Firmen und Institutionen sind, wächst anscheinend das Bedürfnis, nach vorn zu schauen - und die Offenheit, neu zu denken. Vor einigen Jahren sei das Thema noch belächelt worden, erinnert sich Annette Heuser, Leiterin der Bertelsmann-Stiftung in Washington D.C.. "Mittlerweile ist die Zukunft ein Markt", sagt Heuser, "ein boomendes Thema, das Politik, Wirtschaft und Universitäten sehr ernst nehmen."
Wer in der Consulting-Branche etwas auf sich hält, setzt das Thema Zukunft auf seine Agenda. Die deutsche Beraterfirma Roland Berger beispielsweise startete ein "Trend Compendium 2030", in dem sie die Zukunft in 21 Jahren ins Visier nimmt: Religion, Demografie, Migration, Medien. Die Unternehmensberatung McKinsey hat auf ihrer Homepage ein Forum eingerichtet: In "What matters" äußern sich Publizisten, Wissenschaftler und Manager kontrovers zu den Themen der Zukunft: erneuerbare Energien, Klimawandel, Biotechnologie, Gesundheitswesen und immer wieder: Information.
Der US-Zukunftsforscher Bruce Bueno de Mesquita tourt derzeit mit seinem Bestseller "The Predictionieer's Game" ("Das Spiel des Weissagers") - durch die USA. Selten hatte er so viel Zulauf wie jetzt. Der Politologe nutzt die Spieltheorie. Wird der Iran die Atombombe entwickeln? Wie wird die Wall Street reguliert werden, welche Firmen werden fusionieren, wachsen oder zusammenbrechen?
Bei Future World will man nicht die Zukunft voraussagen und keine Erfolgsquoten messen. Auch hat die Agentur nicht den Ehrgeiz, Zukunftsthemen zu besetzen. Sie sieht es als ihre Aufgabe, Firmen zu helfen, ihr Denken radikal zu ändern. "Strategie heißt für uns nicht, was man in der Zukunft tun soll", sagt Grulke. "Sondern was man heute tut, um seine Zukunft zu wählen." Harmony Gold in Südafrika, einer der weltgrößten Goldförderer, hat den Rat beherzigt: Der Vorstandschef setzte ein 20-köpfiges "Team für das Geschäft von morgen" ein. Dessen Mitglieder tun nichts anderes, als Strategien für die Zukunft zu entwickeln.
Future World war ursprünglich eine Abteilung des Computerriesen IBM in Südafrika - und Wolfgang Grulke ein Angestellter. 1987 kaufte Grulke Future World und baute es zu einem Netzwerk aus Unternehmern, Managern, Bankern, Forschern und Publizisten aus. "Mich hat schon immer die praktische Seite der Zukunft interessiert", sagt Grulke. "Von der Quantenphysik bis zum Internet." Der Future-World-Gründer ist gebürtiger Deutscher aus dem Ruhrgebiet. Er war zehn, als seine Eltern nach Johannesburg auswanderten. Heute lebt er in England, hat aber noch einen deutschen Pass. 22 Jahre nach der Gründung umspannt die Kundenliste den Globus. Unter den Klienten sind Bayer, British Airways, BP, Deutsche Bank, Hewlett Packard, IBM, Microsoft, KPMG, Lufthansa, McDonald's und T-Mobile.
Nach einem Einbruch der Aufträge zu Beginn der Krise zieht das Geschäft seit Jahresmitte wieder an. Andere Consulting-Agenturen vermelden ähnliches. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater erwartet für die Branche 2009 drei Prozent Wachstum - sie könnte zum Krisengewinner werden. "Ich bin sicher: 2010 wird unser bestes Jahr", sagt Anton Musgrave, CEO von Future World und ein Ex-Unternehmensanwalt in Kapstadt.
Musgrave hält vor einer Gruppe internationaler Wirtschaftsprüfer eine Rede in Frankfurt. Er spricht von Nano-Technologie, Teleportation und von einer neuen Form der Kommunikation. "In weniger als zehn Jahren wird der gesamte Planet über Mobiltelefone vernetzt sein, die Ärmsten und die Reichsten." Der größte Konkurrent des Fast-Food-Giganten McDonald's sei in Südafrika nach dessen eigener Aussage nicht Burger King, sondern der Mobilfunkkonzern Vodafone: "Weil arme Kids in Soweto lieber auf eine Mahlzeit verzichten statt auf einen Anruf."
Eine der kraftvollsten Neuerungen werde der Eintritt der Net-Generation in den Arbeitsmarkt sein, sagt Musgrave. Sie pflege "hundertmal mehr Beziehungen zu anderen Menschen als wir". Quanten-Beziehungen nennt Future World diese neue Form globaler Interaktion. "Vor allem aber sind die Kinder der Net-Generation in der Lage, viele Dinge gleichzeitig zu tun, und zwar völlig unangestrengt", sagt Musgrave. Die Fähigkeit zum total vernetzten Multi-Tasking werde die Net-Generation in die Welt der Firmen tragen. "Dann wird es absurd sein, Twitter, Facebook oder deren Nachfolger vom Arbeitsplatz zu verbannen. Weil soziale Netzwerke zu Instrumenten des Marktes geworden sind."
Ebenso absurd werde es sein, bei einem Vortrag das Publikum aufzufordern, Blackberrys und iPhones auszuschalten. "Da würden wir die Leute von ihren vitalen Funktionen abschneiden." Er macht eine Pause, beobachtet die teils verblüfften, teils verärgerten Gesichter. Einige der Teilnehmer lachen, andere schütteln den Kopf. Musgrave ist zufrieden. "Wenn meine Bemerkungen nicht weh tun und keinen Protest hervorrufen, dann habe ich meinen Job nicht gut gemacht."
Die Zukunft mag ihr Geschäft sein, und sie mögen das hohe Lied auf vernetzte Kommunikation und offene Information singen. Doch privat widmen sich die Köpfe von Future World lieber stillen Dingen. Grulke beschäftigt sich mit vergangenen Erdzeitaltern, fährt in die Wüste und sammelt Fossile. Anton Musgrave hat eine Hütte im Buschland von Südafrika, wo es weder Handy-Empfang gibt noch Strom, noch fließendes Wasser. "Ich liebe es, unvernetzt zu leben", sagt Grulke. "Aber das wird in 20, 30 Jahren ein Luxus sein, für den Menschen sehr viel Geld bezahlen werden."
Aus: welt-Online Von Katja Ridderbusch 12. November 2009, 04:00 Uhr
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Re: P2P-Kreditbörsen gut erklärt
Claus Lehmann, 21 Nov 2009, 3:45 pm
Lehren aus der Finanzkrise: Räumliche Nähe als stabilisierender Faktor
Axel Liebetrau, 19 Nov 2009, 9:51 pm
Fachtagung: Risikomanagement als Chance / 03.12.09 / Frankfurt a.M.
Kathrin Bramkamp, 18 Nov 2009, 3:45 pm
Re: Guten Tag, ich bin die Neue... ;-)
Thomas Weber, 18 Nov 2009, 08:51 am
:zukunftsinstitut | Aktuelles
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