XING Community Zurich (Switzerland)

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  • Andreas Beranek
    Andreas Beranek    Premium Member   Group moderator
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    Was weiß *Merkel, was wir nicht wissen ?.
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    Wir befinden uns inmitten einer enormen Weltwirtschaftskrise, über deren Ausmaße wir alle nur spekulieren können. Eins aber ist sicher: es wird weitaus härter werden, als wir alle annehmen.

    Wenn Sie sich die einschlägigen Börsenkanäle anschauen und dort die Finanzexperten und Bankenvorstände sprechen hören, seien Sie vorsichtig-, dies ist alles nur Geschwätz. Vor allem, wenn darüber gesprochen wird, dass es wieder aufwärts geht und dass man jetzt schon in Aktien oder anderen Anlageformen investieren sollte. Es wird zwischendurch immer wieder Erholungsphasen geben, diese gilt es auszunutzen. Handeln Sie nach dem Sprichwort: "Greifen Sie nie nach einem fallenden Messer".


    Die Staatsverschuldung in Amerika beträgt mittlerweile mehr als $ 10 Billionen und steigt monatlich, wie am 11.3 gemeldet wird, rekordverdächtig an. Die Verschuldung in Amerika beträgt somit mehr als 300% des Bruttosozialproduktes. Mit einem Satz: Amerika ist pleite. Aus der Deflation in die Hyperinflation,- die Frage ist, wie man sich dagegen wappnet.

    Die US-Arbeitslosenquote beträgt mittlerweile 8,1% (ist aber extrem geschönt, tatsächlich sind es mehr als 16%). Monatlich gehen mehr als 650.000 Jobs in den USA verloren. Das ist der höchste Stellenabbau seit 35 Jahren. Die Zahl wird weiter steigen, wie hoch wird die Arbeitslosenzahl nach der Krise sein?

    Bei der Anhörung des Finanzausschusses im US-Kongress stellte ein Senator die Frage, ob der Dollar zu Grabe getragen werden soll oder ob eine Ankoppelung an Gold erfolgen wird. Ben Bernanke antwortete mit "Nein" beim Dollar, beim Gold war die Antwort nicht eindeutig.

    Am 18.3. verkündet die US-Notenbank FED den Ankauf von US-Staatsanleihen auf. Hiermit sollen mehr als 300 Milliarden USD in die Wirtschaft gepumpt werden. Die Fed erklärte sich außerdem bereit, den Ankauf fauler Hypothekenkredite auf dem US-Finanzmarkt, auf 750 Milliarden USD, auszuweiten. Finanziert wird diese Hilfe durch die Notenpresse. Dies ist eine weitere Chance Ihr Vermögen zu vermehren wenn Sie jetzt die richtigen Schritte einleiten!

    Im Februar beschleunigt sich die Bankenkrise in den USA. Es werden gleich 5 Banken geschlossen, die Sherman County Bank in Nebraska, die Riverside State Bank “of the Gulf coast in Florida, die Corn Belt Bank and Trust Company, die "Savings Bank" in Nevada sowie die "Heritage Community Bank" in Illinois. Noch nie sind in so kurzer Zeit so viele Banken in den USA Pleite gegangen.

    Am 27.2. wird die Citi-Bank zum Teil verstaatlicht. Die Aktie Stand vor weniger als einem Jahr noch bei ca. 20 Euro, jetzt bei ca. 1,15 Euro.

    Der Dow-Jones schließt am 2.3. auf einem 12-Jahres-Tief! Möchten Sie wissen wie weit es noch nach unten geht? Lassen Sie sich nicht täuschen wenn es zwischendurch nach oben geht!

    Japan meldet im Februar die schlimmste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Japan ist ein exportorientiertes Land, genau wie Deutschland. Was kommt da wohl noch auf uns zu?

    In Europa sieht es ähnlich düster aus. Island und Rumänien sind pleite, Ungarn, Lettland, die Ukraine und Dänemark wurden gerettet, was nichts anderes bedeutet als pleite zu sein. Die Atommacht Pakistan ist total pleite und wird vom IWF unterstützt. Die Türkei und Lettland erhalten ebenfalls vom IWF Finanzspritzen von mehreren Milliarden Dollar.

    In GB wird die "Royal Bank of Scotland" im Januar 2009 verstaatlicht. Dort gehen 20.000 Arbeitsplätze verloren und mehr als 27 Milliarden Euro werden in den Sand gesetzt. Im März folgt die "Lloyds", der Staat übernimmt 65% dieser Bank. Großbritannien stellt eine staatliche Versicherung für faule Kredite von mehr als 560 Milliarden Euro zur Verfügung, damit steht dem Staat eine Hyperinflation bevor.

    Zurzeit verlieren mehr als 40.000 Menschen in Großbritannien wöchentlich ihre Arbeit. GB ist damit erledigt. Wird es in Deutschland ähnlich düster zugehen?

    In Spanien wurde ähnlich wie in Amerika eine riesige Immobilien- Blase aufgebauscht. Der Knall wird noch im Jahr 2009 erfolgen. Die Immobilienpreise in Dubai befinden sich im freien Fall und sind schon um mehr als 45% eingebrochen. In den USA sind seit 2006 die Preise ebenfalls um mehr als 42% eingebrochen. Die Talfahrt ist noch nicht zu Ende. Wo wird Sie enden?

    In Deutschland schlummern ebenfalls noch mehr als 2 Billionen Euro in irgendwelchen Anlageformen, die irgendwann zu Tage treten werden. Eine "Bad Bank" wird lediglich die Hyperinflation in Gang setzen.


    Die Bundeskanzlerin Merkel hat Mitte Januar 2009, bei einer Abendveranstaltung der Privatbank Metzler in Frankfurt, vor einer Pleite des Staates gewarnt. Was weiß Merkel, was wir nicht wissen?

    Der Bund nimmt im Jahr 2009 insgesamt mehr als 50 Milliarden Euro an neuen Schulden auf. Damit steigt die Bundesschuld in diesem Jahr auf die Rekordmarke von 1 Billion Euro. Wer soll das bezahlen?

    Die weltweite Autoindustrie ist voll von der Wirtschaftskrise erfasst worden. Es werden zweistellige Umsatzrückgänge gemeldet. Mehr und mehr Kurzarbeit wird angekündigt und die ersten Entlassungen stehen bevor.
    General Motors ist pleite. Die Regierung ist nicht bereit, weitere Milliarden für das tote Unternehmen locker zu machen. Saab, eine Firma aus der GM Gruppe ist ebenfalls insolvent. Was geschieht mit Opel? Es stehen immerhin 25.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel!

    Viele Autozulieferer melden Konkurs an oder fahren Ihre Produktion drastisch zurück. Jeder zweite Zulieferer wird die Krise definitiv nicht überleben.

    Der Markt für deutsche LKW ist im Februar fast zum Stillstand gekommen. Es wurden 95% weniger LKW aus dem Ausland bestellt. Erst wird es Kurzarbeit geben dann werden wohl einige Arbeitsplätze verloren gehen!

    Der Modellbahnhersteller und Traditionsbetrieb Märklin hat am 4. Februar Insolvenz-Antrag gestellt und das, obwohl im Jahr 2008 Gewinne geschrieben wurden. Trauriges Deutschland! Am 9.Februar meldet Schiesser (Wäschehersteller seit 1875) Insolvenz an, weitere 2300 Menschen werden arbeitslos.

    Der DAX rutscht immer weiter ab, 15 der 30 Index-Werte haben in 12 Monaten mehr als die Hälfte an Wert verloren, 28 befinden sich zweistellig im Minus. Auch wenn es zwischendurch immer mal ein paar Prozente nach oben geht, wir befinden uns in einem Bärenmarkt, der Absturz erfolgt unaufhörlich!

    Im März sind die ersten Auswirkungen des Exporteinbruchs festzustellen. Besonders betroffen sind die Maschinenbauer, die sich auf Massenentlassungen einstellen.

    Siemens meldet Kurzarbeit für 7000 Mitarbeiter. Nun erfasst die Krise langsam die deutschen Industriekonzerne.

    Der Chemie-Gigant BASF meldet am 26.2. einen Abbau von 1500 Arbeitsplätzen. Mal sehen ob das schon alles war.

    Der Reifenhersteller Conti beschließt am 11.3. zwei seiner Werke zu schließen. Keine Sorge, es gehen ja nur 1900 Arbeitsplätze verloren.

    Deutsche Banken haben mehr als 21 Milliarden Dollar in Island versenkt. Die KFW (Kreditanstalt für Wertvernichtung) steht mit 800 Millionen am Pranger. Die Bayern LB soll mit 1,5 Milliarden besonders tief verstrickt sein. Zu den weiteren Wertvernichtern gehören auch die WestLB, Commerzbank, HSH Nordbank und die Deka (Sparkassen Fonds).

    Die Hypo Real Estate erweist sich als Fass ohne Boden. Nach Stützungsaktionen von über 100 Milliarden Euro wird im Februar nochmals eine Hilfe von 20 Milliarden beantragt. Wer will noch mehr wer hat noch nicht?

    Spanien hatte mittlerweile eine Arbeitslosenquote von mehr als 16%, allein im Jahr 2008 gingen 1 Million Arbeitsplätze verloren. Im Januar und Februar beschleunigt sich die Talfahrt, es gehen mehr als 400.000 Arbeitsplätze verloren. Wie wird es in Deutschland am Ende des Jahres 2009 aussehen? Die Schweiz meldet im Februar einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 3,3%, die Arbeitslosenquote für Ausländer ist doppelt so hoch, die Jugendarbeitslosigkeit wächst um 11% auf 3,9%.

    Die Schweizer Großbank UBS meldet im Februar einen Jahresverlust für das abgelaufene Jahr von 19,7 Milliarden Franken, arme, reiche Schweiz. Der Credit Suisse scheint es auch nicht besser zu ergehen.

    Österreich meldet am 13.Februar ein Schrumpfen der Wirtschaft für das abgelaufene Jahr und eine kontinuierliche Verschlechterung von Monat zu Monat. Der UK Telegraph meldet am 15.2., dass Österreich aufgrund der hohen Kredite in Osteuropa der Bankrott droht.

    Das Gleiche gilt für die Schweizer. Es wurden zu viele Kredite nach Rumänien und andere Ostblock Staaten vergeben. Man kann nur hoffen, dass die IWF dort eingreift, um die Schweiz und Österreich zu retten.

    Die Weltbank meldet im Dezember, dass es zur schlimmsten Wirtschaftskrise seit der großen Depression vor 80 Jahren kommen wird.

    Die Abwärts Spirale scheint langsam Fahrt aufzunehmen. Die Frage ist, wann es Ihren Job erfassen wird -wenn Sie nicht schon längst betroffen sind. Haben Sie schon ihr Vermögen abgesichert?

    Andreas Beranek
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  • Richard Müller
    Richard Müller    Premium Member
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    Re: Was weiß *Merkel, was wir nicht wissen ?.
    Hallo Herr Beranek

    Sie haben ja richtig viel Material zusammengetragen. Die kompakte Präsentation ist eindrücklich und nach der Lektüre fragte ich mich, ob ich mich jetzt gleich aufhängen soll oder mich für den Leidensweg entscheide, der vermutlich mit dem Hungertod endet.

    Wir müssen alle der Realität in das zur Zeit hässliche Antlitz sehen, doch noch ist nicht aller Tage Abend. Alle wesentlichen Mechanismen, die unsere Zivilisation ausmachen, laufen noch. Und zumindest in Zentraleuropa jammern wir auf sehr hohem Niveau.

    Die Wut auf die hochkriminellen Bankster bringt die vernichteten Billionen nicht zurück, doch ich denke, wir sind stark genug, unsere Existenz in den Trümmern der globalen Finanzmärkte zu sichern. Natürlich müssen wir kürzer treten und können uns manchen Luxus nicht mehr leisten. Zum Beispiel das ungebremste Wachstum der Gutmenschenindustrie auf Kosten der Steuerzahler. Ebenso können wir die Abzockerei, die in den letzten Jahren gesellschaftsfähig wurde, nicht mehr hinnehmen. Damit meine ich nicht nur die Bezüge von Managern und Bankern sondern auch die 'Geiz ist geil' Mentalität, die dazu führt, dass Leistung generell nicht mehr honoriert wird und jeder nach einer billigen Masche sucht, um schnell an viel Geld zu kommen. Zum Beispiel als Akteur in einer der unsäglichen Casting Shows.

    Das Thema ist natürlich mit diesem Beitrag bei weitem nicht ausgeleuchtet. Ich wollte nur sagen, die Ärmel hochkrempeln und Leistung bringen ist gescheiter als den Zusammenbruch vorherzusagen, um dann nur noch tatenlos auf sein Eintreten zu warten.

    Beste Grüsse
    Richard Müller
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  • Ulrich Biele
    Ulrich Biele
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    Re^4: Was weiß *Merkel, was wir nicht wissen ?.
    Wo ist das ganze Geld geblieben? Es war ja mal da und wurde für etwas bezahlt ===> Irgendjemand hat das Geld.
    Es ist eine Illusion zu glauben, diese grün oder bunt bedruckten Scheinchen seien Geld. Dollars und Euronen sind Zahlungsversprechen, die nicht durch reale Werte gedeckt sind. Das rächt sich jetzt.

    In Gold We Trust.
  • Andreas Beranek
    Andreas Beranek    Premium Member   Group moderator
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    Re^5: Was weiß *Merkel, was wir nicht wissen ?.
    Guten Morgen @all,

    Ja,ich frage mich auch < WER hat das Geld UND vorallen wenn kein Geld mehr da ist Brauchen wir doch nicht soviele Banken > man sollte sie schliessen und nicht mit *Galgenbrot füttern.

    Salü
    A.B.
  • Andreas Beranek
    Andreas Beranek    Premium Member   Group moderator
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    Re^6: Was weiß *Merkel, was wir nicht wissen ?.
    @ Herr Augustin,

    no comment,
    man kann es natürlich weiter durch die *Rosa Brille sehen ............... Unwissenheit schützt vor Strafe nicht !

    A.B.

    PS.: die Daten sind aus der Wirtschaft UND Fact > was Sie sagen haben "sie" dem Volk 4 Jahre vorgegaukelt !
  • Richard Müller
    Richard Müller    Premium Member
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    Re^4: Was weiß *Merkel, was wir nicht wissen ?.
    @ Rainer Fischer

    Danke für die Blumen, ich fühle mich schon nicht mehr so alleine :-)

    @ Kai Ackermann

    Schwierige Frage! Ich versuche trotzdem mal, ein paar verständliche Antworten zu geben.

    Also, das Geld ist tatsächlich zu einem grossen Teil ins Nirwana verschwunden. Natürlich sind auch etliche Milliarden bei Immobilienmaklern, Börsenhändlern, Bankern und weiteren Profiteuren hängen geblieben. Unbekannt ist allerdings, wieviel denen unter dem Strich geblieben ist, da sie vermutlich ihre Gewinne zu einem grossen Teil wieder investiert haben und nun möglicherweise auch auf dem Trockenen sitzen. Und die Fixkosten von sieben Villen und drei Luxusyachten sind auch nicht zu unterschätzen ;-)

    Jetzt aber der Reihe nach:

    Nach dem Platzen der Internetblase an den Weltbörsen (ca. 2001) wurde vor allem in den USA der Leitzins sehr tief gehalten. Die Banken konnten also sehr günstig an Geld kommen, um damit Geschäfte zu machen. Das liessen sie sich nicht zwei mal sagen und drückten fast gewaltsam Hypothekarkredite in den Markt. Wer eine Hypothek wollte, bekam sie ohne weitere Prüfungen. Wer keine wollte, dem wurde sie buchstäblich aufgeschwatzt. Und das System begann zu funktionieren. Die Häuserpreise stiegen rasant, weil ja jeder ein Haus finanzieren konnte. Konsumverrückt, wie die Amerikaner nun mal sind, konnten sie dank der weiter steigenden Immobilienpreise auch nach dem Hauskauf laufend die Hypotheken erhöhen und bei stetig steigendem Schuldenberg Konsumgüter kaufen oder die Zinsen für ihre Hypotheken begleichen. Die stolzen Hausbesitzer konnten sich nicht vorstellen, dass der Spass irgendwann zu Ende geht und sie dann Kreditschulden haben, in die ihr Haus, realistisch gesehen, fünf mal reinpassen wird.
    Die Banken haben das Spiel auf ihre eigene Weise gespielt. Um immer mehr Kredite vergeben zu können, haben sie die bereits vergebenen Kredite als sogenannt 'hypothekargesicherte' Wertpapiere an der Börse verkauft. Aus den Einnahmen konnten sie dann weitere Hypotheken in den boomenden Immobilienmarkt drücken. Die Käufer der hypothekargesicherten Wertpapiere waren häufig wiederum Banken, die diese Papiere mit anderen Wertpapieren zu sogenannten strukturierten Produkten vermengten und wieder an die Börse brachten. Was in diesen Produkten drin war, interessierte nicht wirklich, weil sie an der Börse boomten, im Wert stiegen und allenfalls noch festverzinslich waren. Wohlverstanden zu einem Zins, der so hoch war, dass die Banken billiges Geld aufnehmen konnten um solche Papiere in rauhen Mengen zu kaufen. Alleine die Zinsdifferenz versprach Reichtum. Als Sahnehäubchen gab es dazu noch täglich steigende Börsenkurse, weil jeder solche Papiere haben wollte. Um das Risiko scheinbar tief zu halten, versicherten die Banken ihre Wertpapiere und die Versicherungen verkauften nur zu gerne entsprechende Versicherungsverträge, die einen Teil der möglichen Verluste hätten auffangen sollen. Den Berechnungen wurde immer eine relativ günstige Entwicklung zugrunde gelegt.
    Alles wunderbar, aber nur bis Juni 2007. Dann konnten die ersten Hausbesitzer ihre Zinsen nicht mehr bezahlen und neue Kredite gab es dafür auch nicht mehr, weil ganz einfach die Immobilienpreise inzwischen so hoch waren, dass der Markt nicht mehr laufen konnte.
    Danach ging alles ganz schnell. Die ganze Maschinerie kam zum erliegen. Der Handelswert der Immobilien zerfiel, die Schulden nicht, doch kaum einer konnte seine Zinsen noch bezahlen. Die Leute verloren ihre Häuser, doch den Banken nützte das auch nichts, weil für die enteigneten Häuser keine Käufer mehr zu finden waren. Damit sanken die Kurse der Wertpapiere, in denen die nun wertlosen Hypotheken steckten, ins bodenlose. Egal ob die Papiere noch einen Wert haben oder nicht, sie können nicht verkauft werden und sind daher erst mal als wertlos einzustufen. Die Versicherungen (z.B. AIG) wurden zur Kasse gebeten und mussten einen Schaden decken, den sie für unmöglich gehalten hatten. Trotzdem verloren auch die Banken, denn sie konnten ja nicht das gesamte Risiko versichern und mussten den Rest selbst tragen.
    Um die Verluste aus dem Immobiliengeschäft aufzufangen und liquide zu bleiben, mussten die Banken nun auch alle anderen Wertpapiere an der Börse notfallmässig verkaufen. Zum Beispiel die Aktien. Und wenn alle verkaufen, sinkt der Preis. So verschwindet Geld im Nirwana. Angenommen, von einer Aktiengesellschaft gibt es 100 Mio Aktien und jede hat am Tag X einen Wert von 100 Franken, dann ist die Firma 10 Milliarden Franken wert. Wenn nun 1000 Aktien an der Börse für 90 Franken verkauft werden (weil keiner mehr bezahlen wollte), wird der Aktienkurs mit 90 Franken neu festgelegt und die Firma hat nur noch einen Wert von 9 Milliarden Franken. Obwohl also nur ein Geschäft von 90'000 Franken gemacht wurde, ist der Wert der Firma um 1 Millarde Franken gesunken. Wer hat die Milliarde? Keiner!
    So schlägt dann die Finanzkrise auf die Realwirtschaft durch. Die Firmen sind an der Börse nicht mehr viel wert und damit bekommen sie auch pötzlich viel weniger Kredit, um neue Vorhaben zu finanzieren. Die Banken haben sowieso kein Geld mehr und wenn noch was da ist, gibt man es nicht weg. Vielleicht braucht man es ja selbst noch, weil keiner weiss, wie viel Verlust mit den noch vorhanden Wertpapieren in Zukunft eingefahren wird.
    Ja, auch wenn es beinahe unfassbar ist, die grenzenlose Gier und Dummheit der Banken hat tatsächlich ein paar tausend Milliarden Dollars fast oder ganz vernichtet. Ein Teil dieses Geldes kann mit etwas Glück wieder auferstehen, wenn die Krise einen Boden findet und die Kurse für Wertpapiere an den Börsen steigen. Viele Aktien und andere Wertpapiere werden nämlich aktuell zu Kursen gehandelt, die einzig von der Annahme bestimmt werden, dass alles noch schlimmer wird. Und wenn wir alle fest daran glauben, kommt es auch noch schlimmer. Aber nicht für ewig, genau so wenig wie die Immoblienpreise in den USA ewig stiegen, obwohl viele fest daran glaubten.

    Der Tipp von Jona Jakob : >> Mit Blick auf eine Hyperinflation wäre es sinnvoll, richtig Schulden zu haben.<< ist nicht schlecht. Zumindest nicht, wenn man die Schulden in US$ hat. Nur leider, nicht mal auf dieses Horrorszenario kann man sich getrost verlassen...

    Beste Grüsse
    Richard Müller