Alfred Fuhr
M.A.
Einzelunternehmer(The company name is only visible to registered members)
- 60318 Frankfurt am Main
- Germany
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Sign up for freePersonal information
- Haves
- Edit Communication&Leadership, Beobachtung sozialer Praktiken, Habitat und Habitus Analysen für Projektmanagement, praxisanalytische Beobachtung, methodische Herstellung von Beobachtbarkeit von Unternehmenskommunikation mit ihren Kunden, Orientierungswissen und Beratung von Führungskräften, großes Netzwerk, Kundenidentifizierung, Agile Methods, Anwendungsberatung, Strenght of the weak ties, Coaching von Impression Management, Trend Scouting, Erstellung von Studien, Vertriebsoptimierung, Expertise zum Verhalten der automobilen Gesellschaft, Innovationsberatung, Fahrerschulung Modul 5 EU- Berufskraftfahrer Omnibus (Buspilot), Verbandskommunikation, Themenmanagement, Issues Management, Krisenkommunikation, Recherche, Expertise Verkehr, Mobilität und Verkehrssicherheit, nationales und internationales Netzwerk, Wissenschaftskommunikation, Big Data, Mentoring
- Wants
- Edit Kontakte zu Mobilitätsdienstleistern, Car- Sharing, Busunternehmen, Stadtverwaltungen, Logistikunternehmen, Wirtschaftsverbänden, IHK, Personalern, Marketing, verantwortlichen, Verkaufsleitern, Kontakte zu Print, Hörfunk, Internet und Fernsehredaktionen, Kontakte zu PR Agenturen, Kontakte zu Investoren, Kontakte zu Stiftungen, Kontakte zu Messen und Veranstaltern, Kontakte zu Absolventen von Soziologie Studiengängen.
Professional experience
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Jan 2011
- present
(2 years, 5 months)
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(The company name is only visible to registered members)
Industry: Management Consulting, Verkehr, Tourismus, PR, Verbände
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Jan 2011
- present
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Feb 1998
- Dec 2010
(12 years, 11 months)
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Wissenschaftskommunikation, Verkehrssoziologie
AvD- Automobilclub von Deutschland- Institut für Verkehrssoziologie, http://www.avd.de
Industry: Information Services
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Feb 1998
- Dec 2010
-
- 1991 - 1995
-
Industry: Marketing & Advertising
- Employment status
- Freelancer
Educational background
- Jun 2010 - Jun 2012
-
Quadriga Hochschule Berlin
Communication & Leadership, Master
Soziologische Ableitung und Grundlagen der Abenteuer der Kommunikation in Echtzeitmassenmedien, Leadership,Strategie, Issues Management, Erfolgsmessung, internationale Kommunikation, Verbandskommunikation,
- 1983 - 1990
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Justus Liebig - Universität Gießen
Soziologie, M.A.
Zivilisationstheorie(Norbert Elias) - Theorie des Kommunikativen Handelns Soziologie devianten Verhaltens Sportsoziologie und Fußballfan- Verhalten Wissenschaftstheorie Lehrforschung über Soziologie der Geschichte der Studenten der Universität Gießen von 1918-1933
- Languages
- German, English (Good knowledge), French (Good knowledge)
Contact details
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- Birth/Maiden name
- Philipp
About me
Was mich antreibt. Was das Fuhrwerk bewegt.
Ein inzwischen leider verstorbener Unternehmer, Herr Peter Rogge, mit dessen Beratungsfirma "Nestor" ich 2008 noch zusammen arbeiten durfte, er hat als passionierter Zeichner "Möbius" meinen Antrieb, meine Arbeit mit und an technischen Innovationen und ihren Risikofeststellungen der automobilen Gesellschaft in einen Comic gepackt. Seinem Mut seine Erfahrung, die Vorbedingung dafür ist die eigene Persönlichkeit, das Alter zum Alleinstellungsmerkmal einer Beratung zu machen, um den demografischen Wandel und seine Folgen zu gestalten, diesem Zuspruch verdanke ich sehr viel.
Das Fuhrwerk, Bureau für Kundensoziologie der automobilen Gesellschaft, Frankfurt am Main, ist ein Einzelunternehmen. Gefördert vom Frankfurter Gründerfonds und der Bürgschaftsbank Hessen.
Das Unternehmen wird als Partner des Gründernetzwerkes Frankfurt von der Frankfurter Sparkasse betreut.

Ich möchte mit Hilfe der Kundensoziologie, mit Communication& Leadership Sie und ihr Unternehmen und ihren Verband durch die Abenteuer der parasozialen Kommunikation führen!
"Das Problem besteht nicht darin, daß es zu wenig Öffentlichkeit gibt: Es gibt zu viele unkoordinierte, diffuse, komplexe, im Fluß befindliche Öffentlichkeiten, deren Integration in einer Ganzheit wenig aussichtsreich erscheinen will." (Harald Wenzel)
Im November 2011 habe ich darum Fuhrwerk, das Bureau für die Kundensoziologie der automobilen Gesellschaft, Rhein- Main gegründet.
Anfangs war es nur ein Gefühl, eine Häufung von Zufällen, die mich 2007 stutzig werden ließen. Als Soziologe machte ich mich daran mittels einer exemplarischen Empirie von Telefonanrufen, Zeitungsmeldungen, Gedächtnisprotokollen dem Phänomen der Internetrevolution nach zu gehen. Bald schon konnte ich durch nackte Zahlen, z.B. anhand des Rückganges von allgemeiner Festnetz- Telefonkommunikation, aus der Beobachtung meines persönlichen Telefonierverhaltens erkennen, dass sich etwas GRUNDLEGEND änderte. Eine große gesellschaftliche Veränderung, die überlagert von einer Krise meiner Arbeit ist, aber die ich körperlich bemerkte, die mich erschütterte.
Schon seit 2001 mit dem Auftauchen der Suchmaschine Google in meinem Alltag in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit war hier eine neue Zeit und eine neue Zeitrechnung angebrochen. Und es gab auf einmal mehr Platz im Büro.
Im Büro verschwand der große Handapparat, wenn man ein Thema recherchierte lieferte dies Google. Und das Wort vom Netzwerken, von Facebook und Twitter machte die Runde, ohne dass es aber zu einer neuen Funktion, oder gar einer neuen offiziellen Berufsaufgabe wurde Facebook zu bedienen, oder zu twittern. Es wurden weiterhin E- mail Verteiler angelegt, gefaxt, und versucht " nachzu telefonieren" wenn man keinen Erfolg hatte...
Was ich ebenfalls bemerkte war, dass meine Generation, die in den sechziger Jahren geborenen Baby Boomer nun immer stärker in Führungsverantwortung gelangten. Sie führten aber anders. Und es gab für uns ganz andere Herausforderungen dabei. Die Chefs, unter denen wir gelernt und gedient hatten, sie waren ratlos. Was passierte hier? Unsere Generation, wir waren eher eine Generation von Zaungästen, wir beobachten erst einmal und dann handeln wir. Ich hatte immer ein wenig das Gefühl, dass ich mich verkleidete, wenn ich den Managerkampfanzug anzog. Da stimmte etwas nicht, und es war nicht nur die Kleidung, sondern auch im Kopf gingen einige Dinge nicht mehr zusammen zu denken.
Erst seit kurzer Zeit, etwa 2009 ist die Forschung diesem Generationen Phänomen auf der Spur, es liegt daran, dass wir die Baby Boomer zum einen in der Mehrheit sind, doch abgesehen von diesem demografischen Wandel, sind wir an unseren Mustern deutlich erkennbar, meist noch auf der Flucht vor uns selbst. Das liegt u. a. daran, dass wir die Kinder von Kriegskindern, also "Kriegsenkel" sind.
„Man hat noch nicht über die Anthropologie der deutschen Nachkriegsgesellschaft nachgedacht. Aber wer sie zu beschreiben versuchte, der müsste von der massenhaften Elementarerfahrung von Obdachlosigkeit und Flucht ausgehen. Ist sie nicht einbetoniert in der sichtbaren Oberfläche dieser Gesellschaft? In den Hunderttausenden Eigenheimen, in ihrer peniblen Reinlichkeit, ihrer heimatlosen, frostig anmutenden Gleichförmigkeit und ihrer überheizten Wohnzimmern? In den Fußgängerzonen und Einkaufszentren, in der geschrubbten Ordentlichkeit, Befestigtkeit und Solidität der Lebensumstände? (…) Das Gefühl für die Heimat stand, jedenfalls in den Dichtungen der Menschheit, immer neben der Erinnerung an Flucht und Entwurzelung. Warum sollte das ausgerechnet heute anders sein?“
Gustav Seibt: „Jenseits des Aufrechnens. Die Deutschen, der Luftkrieg und die Vertreibung“, Süddeutsche Zeitung 2007; Zitat in: Andreas Krosssert: „Kalte Heimat“, S. 14
Warum sind wir aber so anders anders als unsere Chefs? Weil wir toleranter und weniger autoritär erzogen wurden? Weil wir es besser haben, als Sie? Weil wir eine bessere Bildung, mehr Empathie, soft skills haben?
Einen Fingerzeig darauf, warum das alles stimmt, aber auch gar nicht, gibt das folgende Gespräch, dass die Autorin Birgit Weidt mit Sabine Bode geführt hat.
Sabine Bode ist Autorin des Buches „Kriegsenkel – die Erben der vergessenen Generation“, Klett-Cotta, 2009.

Inwiefern übertrug sich die nicht aufgearbeitete Vergangenheit der Eltern auf die Kinder?
Bode: Das lief nicht bewusst ab und deshalb muss deutlich werden, dass es bei diesem Thema auch nicht um Schuld oder um Beschuldigung geht. Die von mir befragten Kriegsenkel leiden durchweg an einem Mangel an Emotionalität von Seiten der Mutter und/oder des Vaters. Der Satz, den ich immer wieder hörte, lautete: Ich kann meine Eltern emotional nicht erreichen.’ Auffällig häufig war von Müttern die Rede, die wenig körperliche Nähe zulassen konnten. Diese haben es selbst nie erfahren. Sie wussten nicht, was es heißt, getröstet zu werden, denn sie waren von ihren eigenen Eltern mit ihren Ängsten und Nöten im Krieg alleingelassen worden. Das übertrugen sie später auf ihre Kinder, denn, selbst Eltern geworden, empfanden sie es wohl so, dass all die normalen Probleme von Kindheit und Pubertät doch nichts gegen die Schrecken waren, die sie einst selbst erlebt hatten. Aber man muss sich klar machen: Den meisten Eltern war überhaupt nicht bewusst, dass sie diese Nachwirkungen des Krieges in sich trugen. Das Besondere bei den Kriegskindern ist ja: Hier handelt es sich um eine große Gruppe von Menschen, die in der Kindheit verheerende Erfahrungen machte, aber über Jahrzehnte in der Mehrzahl eben nicht das Gefühl hatte, etwas besonders Schlimmes erlebt zu haben. Denn es fehlte ihnen der emotionale Zugang zu diesen Erfahrungen und damit auch der Zugang zu den wichtigsten Prägungen. Dennoch wurden sie davon gesteuert.
Was wäre Ihre Botschaft an die Kriegsenkel?
Bode: Es müsste das Ziel sein, die eigenen Eltern besser zu verstehen und sich gleichzeitig auch endlich von ihnen abgrenzen zu können. Im Prinzip geht es darum, zwischen unguter Fürsorge und angemessener Unterstützung zu unterschieden. Die Kriegsenkel sollten sich nicht länger darum bemühen, ihre Eltern emotional zu erreichen, sondern die Beziehung so zu akzeptieren wie sie ist. Ich glaube nicht, dass solche Eltern sich nach mehr Nähe sehnen.Stattdessen ist es für die Kriegsenkel Zeit, sich selbst wesentliche Fragen zu stellen: Will ich beruflich noch einmal Gas geben? Will ich noch eine Familie gründen? Das setzt voraus, dass man sich gedanklich von den Eltern lösen kann, dass es nicht länger solch einen Unruhefaktor im Leben gibt, unter dem Motto: Ich muss die Mutter wieder anrufen, oder hoffentlich war der Vater beim Arzt, er sorgt so schlecht für sich. Es ist wichtig, sich so etwas bewusst zu machen. Es ist ein großer Unterschied, ob man etwas automatisch tut, weil es eben immer schon so war, oder ob man sich altersgerecht abgrenzt, indem man bei sich wahrnimmt: Es ist eine Belastung, wenn man die Eltern beeltern muss. Es geht auch darum herauszufinden: Kann ich eigentlich selbst gut für mich sorgen? Oder komme ich zu kurz, weil diese Dinge mir die Kraft absaugen, die ich eigentlich brauche, um in meinem eigenen Leben anzukommen und es zu gestalten.
In Ihrem Buch schreiben Sie, dass Kriegsenkel von einem sekundären
Trauma geprägt sind. Worin äußert es sich?
Bode: Ein Teil der Fachwelt spricht von einem, sekundären Trauma’, der andere Teil meidet in diesem Zusammenhang den Begriff Trauma und spricht von Menschen mit Bindungsstörungen, oder abgeschwächt von solchen, die unsicher gebunden sind. Eine Auffälligkeit in dieser Generation sind also gewisse Bindungsprobleme.
Viele Kriegsenkel sagen: ‚Ich habe keinen Boden unter den Füßen, und ich kann es nicht aushalten, wenn mir ein anderer Mensch zu nahe kommt.’ Unsicher gebunden zu sein heißt, wenig Halt zu haben und übermäßig misstrauisch zu sein. Das belastet enge Beziehungen, denn die Fähigkeit zu vertrauen ist ja eine zentrale Voraussetzung für eine gute Beziehung. Viele Kriegsenkel leben also die unverarbeiteten Ängste der Eltern in verdünnter Konsistenz weiter. Stellen Sie sich eine Frau vor, die als Dreijährige monatelang mit Mutter und Großmutter auf der Flucht war. Natürlich kann sie sich als Erwachsene kaum daran erinnern. Sie sah sich nicht als Kriegskind, sondern als Nachkriegskind. In den Biografien meines Buchs taucht zu 80 Prozent im persönlichen Hintergrund Flucht und Vertreibung auf. Den Kindern der Flucht wurde nach gesagt: Vergiss alles und schau nach vorn. Also wurde verdrängt, so gut es ging. 14 Millionen Menschen verloren nach dem Krieg ihre Heimat. Sie versuchten sich mit dem Gedanken zu trösten: Wenn es materiell aufwärts geht, wenn die Kinder gute Schulnoten heimbringen, dann ist das Schlimmste überstanden. Doch bei den meisten Menschen, die als Erwachsene vertrieben wurden, blieb lebenslang ein Schmerz. Sie empfanden die neue Umgebung als Exil. Auch das mussten deren Kinder, die Kriegskinder, verkraften.
***
Quelle: http://www.forumkriegsenkel.de/Lebensgeschichten.htm
Im Forum Kriegsenkel finden sich weitere Forschungsarbeiten:
„In der Forschung ist längst bekannt, dass traumatische oder belastende Erfahrungen, wenn sie nicht aufgearbeitet wurden, an die nächste Generation übertragen werden können – man nennt diesen Prozess "transgenerationale Weitergabe".
…
Wir sind eine Generation, deren Lebensgefühl geprägt ist von emotionalen Erfahrungen, die gut 60 Jahre zurückreichen: die Heimatlosigkeit, das Gefühl, sich nirgends verwurzeln zu können, die eingeimpfte Existenzangst, Bindungsschwierigkeiten, Identitätsverwirrungen und vor allem das Gefühl, bei den Eltern etwas wieder gutmachen zu müssen ...all das sind oft Folgen der elterlichen Kriegs-, Flucht- und Vertreibungserfahrung.
…
"Meine Eltern und ich, wir kennen uns eigentlich kaum" – das ist ein Satz, den ich im Zuge der Recherche zu diesem Buch immer wieder hörte. Ein Gefühl der Fremdheit scheint die Beziehung vieler 1955-1975 Geborenen zu ihren Eltern, den Kriegskindern, zu charakterisieren.“ Anne-Ev Ustorf, „Wir Kinder der Kriegskinder. Die Generation im Schatten des Zweiten Weltkriegs“, Freiburg im Breisgau: Herder, 2008.
Statt diesen Begriff nun noch weiter zu soziologisieren, möchte ich nur kurz einige Berichte hier veröffentlichen, die die persönlichen Auswirkungen, als Muster erkennbar werden lassen, wie der Krieg auf uns, die Kriegsenkel bis heute wirkt.
""Alles, was ich bisher bei Ihnen gelesen habe, kann auch ich 100% nachempfinden. Dieses „Repetieren von Geschehenem“, die Reinszenierung von Flucht, immer wieder bei „null anfangen“, häufig Umzüge, ich bin innerhalb von 10 Jahren 12 mal umgezogen. Es ist wie eine Sucht. Immer wieder neu anfangen, nur nicht ankommen, sich nur nicht „schuldig“ machen, an der vorherigen Generation.
Auch mit Beziehungen handhabe ich es so und bin mittlerweile ein echter „Beziehungskrüppel“. Keiner darf mir zu nahe kommen.
Einer schreibt im Forum: er/sie lebt auf dem Land, um im Kriegsfall versorgt zu sein. Auch diese Form von Gedanken kenne ich. Ich habe mir überall in Europa ein Freundesnetz zusammengestrickt, wohin ich „fliehen kann, falls der Krieg ausbricht“. (Absurd in der heutigen Zeit, aber sei es drum).
Es ist doch verrückt, dass so viele derselben Generation dasselbe tun.
Wie getrieben, und ohne je den Schmerz und das Leid erlebt zu haben, nur um den Menschen ihrer Familie, die aus dieser Generation stammen, „nah“ zu sein. Wie um sich von der Gnade der späten Geburt „reinzuwaschen“. Ist es nicht absurd, im Frieden und im Wohlstand ein Drama um sich herum aufzubauen, um den eigenen Eltern näher zu sein? Ihr Leid nachzuempfinden? Und doch allzu menschlich.
All dies überwältigt mich, es kommt so geballt. Ich war mir bisher nicht bewusst, dass es so viele Menschen gibt, die so ähnlich empfinden und sich mit diffusen Ängsten und Depressionen quälen, die „irgendwie nicht zu ihnen gehören“. Es ist erleichternd und erschreckend zugleich. Aufwühlend und tröstend. Gerne möchte man sie alle treffen und ihnen zurufen: „Hey, Jungs und Mädels, mir geht's genauso wie Euch!“ Und gemeinsam mit ihnen darüber lachen und gemeinsam mit ihnen darüber weinen!
Endlich bin ich nicht mehr allein. Endlich bin ich nicht allein „verrückt“, sondern es ist ein Phänomen. Ein zeitliches Phänomen. Die Zeit ist „verrückt“.
Und es scheint an der Zeit zu sein, dass sich immer mehr Leute damit auseinandersetzen und das ausleben müssen. Es aus sich herauslassen müssen. Aus dem eigenen Leben. Um es „leichter“ zu gestalten und nicht immer noch die schwere Last der vergangenen Generation mit sich zu tragen."
Ein weiterer Bericht:
"
Ein Satz mit fatalen Folgen
Als Kind und Jugendliche habe ich von der Kriegs- und Kriegskinder-Generation immer wieder folgenden Satz zu hören bekommen: „Stell dich nicht so an, dir geht es doch gut!“ Viele werden diesen Satz in ähnlicher Form und Abwandlung kennen.Walter Kohl, „Leben oder gelebt werden“ (Integral Verlag, 2011), Jahrgang 1963, hat es so erlebt: „... [ich, 12-jährig] fragte abends im Bett meine Mutter, ob wir auch Angst vor einer Entführung haben müssten und ob wir dann auch so leiden müssten wie Peter Lorenz und seine Familie. Ihre Antwort werde ich nie vergessen, durch sie lernte ich ihr Denken und Fühlen in aller Deutlichkeit kennen. Sie sagte sinngemäß: Diese Entführung ist ganz schlimm und ein großes Unrecht. Aber der Krieg war noch viel schlimmer. Ihre Absicht war, mir zu vermitteln, dass ich mir keine Sorgen machen müsste. Aber ihre eigene Prägung ließ sie Worte wählen, die mir vor allem eines deutlich machten: Ich hatte mit meinen Ängsten allein fertig zu werden. Aushalten. Durchhalten. Maul halten.“
Den Satz „Stell dich nicht so an, dir geht es doch gut!“ habe ich inhaliert, er brannte sich ein, mit ihm bin ich aus dem Elternhaus ins Erwachsenenleben getreten.
Mehr als 15 Jahre lang habe ich mich seitdem selber vernachlässigt, um anderen, denen es vermeintlich „schlechter“ ging als mir - der es doch „gut“ ging - zu helfen. Bin über meine körperlichen und psychischen Grenzen gegangen, habe viel zu oft noch einen mitgetrunken, wenn der andere es so wollte, habe Kisten für andere geschleppt, obwohl ich Rückenschmerzen hatte, habe zugehört, obwohl ich hundemüde war. „Stell dich nicht so an, dir geht es doch gut!“ Ich habe mich dann immer gewundert, warum ich mit einem Mal völlig ausgelaugt im Bett lag, nicht mehr aufstehen konnte, völlig fertig war mit der Welt.
Vor einiger Zeit habe ich damit angefangen, diesen Satz umzuformulieren:
Ich stelle mich an!
Ich stelle mich quer!
Ich sage Nein zu Dingen, die mir nicht gut tun.
Und noch eins: Mir geht es nicht immer gut, mir geht es manchmal mittelprächtig und manchmal schlecht. Und das ist so, wie es ist, denn ich bin ein fühlender Mensch.
Quelle: Forum Kriegsenkel:http://www.forumkriegsenkel.de/Lebensgeschichten.htm
Auf diesem Hintergrund lassen sich aber weitere typsche Muster der Generation Kriegsenkel inzwischen deutlich besser heraus präparieren.
Wieviel Zeit investiere ich in meine Netzwerkarbeit auf Facebook und Twitter,? Was finde ich dort, was ich im realen Leben nicht finde?
Ich analysierte weitere Symptome, es sind die Veränderungen, die sich durch Netzwerke und diesen Verlust der Balance zwischen Arbeiten und Leben ergeben, die vor allem für Menschen in der PR- Öffentlichkeitsarbeit scheinbar ein großes Problem sind, die aber nun von vielen Menschen als ein Paradox erlebt und eben ambivalent bewertet werden.
Mit Hilfe einer langjährigen Auseinandersetzung mit mir selbst im Rahmen von Gruppentherapie lernte ich hinter diese Symptome zu blicken und Alternative Strategien gegen den Stress und die hausgemachten Probleme zu entwickeln.
Nun konnte ich auch meiner Wahrnehmung der Verhältnisse am Arbeitsplatz auch wieder vertrauen.
Ich bemerkte dabei vor allem anderen eine schleichende Krise der bisher von mir angewendeten und erfolgreich eingesetzten Werkzeuge in der der Unternehmenskommunikation. Es gab noch kein großes Zeitungssterben, aber ab 2007 war ein spürbarer Rückgang von Printberichterstattung zugunsten des internets zu beobachten, ablesbar auch an der Recherche: Sie fand fast nur noch online statt.
Es kam nach meiner Beobachtung ab 2004 zu einer dramatischen Veränderung, die erst heute zu einer anerkannten Tatsache wird. Es wird mehr und mehr an elektronischen Netzwerken partizipiert.
Was mit BCC, als Business Plattform begann, setzte sich dann mit Facebook und ab 2006 mit dem Kurznachrichtendient Twitter fort.
Lag es aber nur an der Zunahme der technischen Möglichkeiten. War das eine Mode, die wieder verschwinden würde?
Es gab aber deutlich wahrnehmbar eine weitere Veränderung, ablesbar im Büroalltag. Ich registrierte sie in einer Veränderung im Verhalten meiner Kolleginnen und Kollegen, aber auch bei unseren Kunden, den Journalisten, den Fernsehredaktionen, den Rundfunkmitarbeitern, mit denen ich nun schon fast 15 Jahre zusammen arbeiten darf.
Das Ergebnis dieser Analyse: Die Revolution des Internets macht viele neue Dinge möglich, bedroht aber deutlich sichtbar nun auch gewachsene Strukturen.
Diese Phase der persönlichen Selbstreflektion und der wissenschaftlichen Weiterentwicklung meiner Kompetenz durch ein berufsbegleitendes Studium und dem Abschluß Master "Communication&Leadership", sie brachte die Notwendigkeit hervor mit Hilfe einer Literaturanalyse aber auch durch eigene Forschungsarbeit in den neuen sozialen Öffentlichkeiten, durch Befragung von Vertretern der Öffentlichkeitsarbeit und von Führungskräften, die Methoden, Strategien, Instrumente der Public Relations und Kommunikation aus der amerikanischen Mediengeschichte heraus neu zu denken und zu formulieren.
Ich zog für mich persönlich eine Konsequenz aus dieser etwa 3 jährigen Analyse.
Es folgte daraus eine berufliche Neuorientierung.
Von meiner Expertise für die Soziologie des Verkehrs ausgehend stellte ich fest, dass die Soziologie der Beziehungen der Kunden und der parasozialen Grundlagen für die Kundenkommunikation in Deutschland hilft, die Wertschöpfungsprozesse der Zukunft in der Kooperation der Kunden untereinander und mit dem Unternehmen zu sehen.
Nach einer Gartner Studie wird schon 2015 diese Beziehung zum Kunden, und die Kommunikation der Kunden untereinander der wichtigste Teil der Wertschöpfungskette in der Realwirtschaft sein. Leider ist die Kundenbeziehung aber sowohl wissenschaftlich als auch in der Organisationstheorie von Unternehmen noch ein blinder Fleck.
Sowohl in der soziologischen Forschung, als auch der Public Relations Ausbildung in Deutschland ist die Parasozialität, die Kommunikation von fremden Menschen mit fremden Menschen über Medien, die die Grundlage für die moderne Kundenkommunikation darstellt, eher unbekannt.
Die Teilnahme an den vernetzten Kommunikationen in den neuen sozialen Öffentlichkeiten, auf den großen amerikanischen Internetplattformen Facebook und Twitter und deren Angeboten ist daher für ihre Kunden vorteilhaft, doch für ihr Unternehmen sehr riskant. Dazu muss man Eigenlogiken, Erfahrung und die Beziehungen die dort parasozial gebildet werden, verstehen, um die Kosten und Risiken gegenüber dem zu erwartenden wirtschaftlichen Erfolg einschätzen zu können.
Ich persönlich, sehe sowohl die kurzeitigen Vorteile, die Kraft der Ereneuerung, die von diesen Abenteuern der Kommunikation in Echtzeitmassenmedien und den Internetportalen für Unternehmen ausgeht, aber auch die völlig unterschiedlichen Formen, die hier zur Anwendung kommen: Das ist abzulesen an den Ergebnissen, die Unternehmen bisher dort auf Facebook und Twitter erzielt haben. Sie sind eher dürftig. sie sind schwer messbar, obwohl sie paradoxerweise deutlich besser vom Computer als Daten zur Verfügung gestellt werden. Jeder Click ist nachweisbar, die Herkunft des Besuchers, aber nicht die Gründe, die dazu führen, das sich jemand für einen Inhalt interessiert. So wie man eben einen surfer auf dem Meer sieht, sich aber seine Spur im Meer des Internets auch wieder verliert, auch wenn man sie leicht nachverfolgen könnte...
Ich entdeckte im Rahmen meiner Ausbildung die Arbeit des Berliner Soziologen Prof. Dr. Harald Wenzel und nun wurde meine Arbeit, meine Kommunikation auf eine bessere wissenschaftliche Grundlage gestellt.

"Diese Studie untersucht die Abenteuer der Kommunikation, die durch die modernen Echtzeitmassenmedien in der hochmodernen Gesellschaft ermöglicht werden. Sie ist zugleich ein Versuch, die Massenmedien und insbesondere die Echtzeitmassenmedien in die Sozialtheorie zu integrieren. Die praktische Teilhabe an massenmedialer Kommunikation wie auch die Eigenlogik einer verdeckten Infrastruktur technischer Kommunikationsmedien stellen dabei wichtige Eckpunkte für die Beantwortung der Frage dar, welche Rolle Massenmedien für die Integration hochmoderner Gesellschaften spielen.' In 'episodischen' Exkursen zur Kommunikationsgeschichte der Moderne werden die Entwicklungen und die Auswirkungen der Kommunikation in folgenden Bereichen einzeln behandelt: (1) Reisen und Tourismus, (2) Propaganda im Zweiten Weltkrieg, (3) die Rolle der Telegraphie für die Entwicklung von Märkten und Börsen und (4) das Fernsehen und die Entwicklung seiner klassischen Sendeformate. Den Kern der Arbeit bildet eine neuartige Theorie der sozialen Integration, deren Kernbegriff das 'Vertrauen' ist. 'In der parasozialen, nicht mehr face to face verlaufenden Interaktion der Rezipienten mit Echtzeitmassenmedien wird wechselseitiges Vertrauen kommuniziert: Der Fall der Kooperation mit einem Fremden, anonymen Anderen im öffentlichen Raum wird zum Normalfall; Vertrauen ist hier nicht gewachsen und verläßlich, sondern wird mobilisiert und aufs Spiel gesetzt. Mit der Mobilisierung von Vertrauen übernehmen die Echtzeitmassenmedien eine zentrale sozialintegrative Funktion. Vertrauen ermöglicht Kommunikation dort, wo vorher keine möglich war. Vertrauen erweitert und reproduziert den Handlungsraum jedoch nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für Kultur und Persönlichkeit, indem sie die wachsende Autonomie, Eigensinnigkeit und Kreativität dieser Handlungsordnungen unterstützt. In ihrer technischen Routinisierung eröffnen die Echtzeitmassenmedien immer wieder neue Spielräume für die Abenteuer der Kommunikation.' (GESIS- SOWI-PORT)
"Welche Voraussetzungen liegen hier vor, um das Abenteuer der Kommunikation zu begreifen wie es uns der Fluß der Echtzeitmassenmedien präsentiert?
"Das Problem besteht nicht darin, daß es zu wenig Öffentlichkeit gibt: Es gibt zu viele unkoordinierte, diffuse, komplexe, im Fluß befindliche Öffentlichkeiten, deren Integration in einer Ganzheit wenig aussichtsreich erscheinen will." (Harald Wenzel , S. 69)
Das Problem der Öffentlichkeit
Wenzel referiert dazu die Arbeiten des amerikanischen Publizisten Walter Lippman und des amerikanischen Philosophen John Dewey. Sie haben unabhängig voneinader und auf verschiedenen Erfahrungsebenen mit der Praxis der Medien und Öffentlichkeit in Amerika, so Wenzel, "Jahrzehnte vor Habermas Untersuchungen zum Strukturwandel der Öffentlichkeit" die Frage gestellt, " welche Aufgaben der Öffentlichkeit in einer von Massenmedien geprägten Welt zu kommen. Sie reagieren damit auf ein konkretes Schockerlebnis; auf die paternalistische Propaganda im ersten Weltkrieg und die Zeit danach. Eine solche Schockerfahrung der Medienwelt fehlt bei Habermas: Die Gegenwart von Massenkultur und Massengesellschaft taucht bei ihm nur alsakademisches Problem, nicht als konkrete Erfahrung auf; sie wird als Verfallsform eines Ideals kritischer Öffentlichkeit gehandelt, das Habermas im Rückgang auf Kant und die antike Polis entwickelt." (Harald Wenzel S. 64))
Was unterscheidet nun also die Amerikaner Walter Lippman und John Dewey von z.B. Habermas und Luhmann oder anderen deutlich prominenteren und damit für die Ausbildung von PR- Fachleuten relevanteren Autoren in Deutschland?


Sie sind zunächst beide pragmatische Denker und haben beide persönliche aktive Medienerfahrung, der eine als Soldat eines militärischen Propagandaapparates, der andere versucht aus seiner wissenschaftlichen Erkenntnis und einem gescheiterten Zeitungs- bzw. Agenturprojekt ( den Thought News) das Problem anzugehen, dass, so Wenzel, darin besteht wie die Great Society der USA, die riesige Gesellschaft, die über riesige Entfernungen sich erstreckt und verteilt ist, zu einer demokratischen politischen Great Community transformiert werden kann. Dei Antwort ist: Über technische Lösungen, über eine massenmediale Öffentlichkeit.
Wenzel: "Die Bewältigung dieser Aufgabe, setzt klare Begriffe voraus. Öffentlichkeit entsteht erst, wenn die Grenzen lokaler Gemeinschaft durchbrochen werden und neben die direkten, sichtbaren Handlungsfolgen innerhalb dieses intimen Nahraums indirekte, unsichtbare Handlungsfolgen treten, die aus der Ferne treten wirken. Selbstgenügsame, lokale Gemeinschaften brauchen keinen Staat,, in ihnen fallen Politik und Moral zusammen." (Wenzel, S. 69)
Die Antwort des Publizisten und Propaganda Experten Lippmann : "Die romantische Leitidee einer direkten Demokratie aus dem Dialog der Anwesenden in einer lokalen Geminschaft muß aufgegeben werden- diese Idee der Öffentlichkeit ist ein Phantom, verweist auf ein " phantom public"- denn die moderne Gesselschaft, so Wenzel, hat " eine Größenordnung und Komplexität angenommen, dieses Demokratiemodell als untauglich erweist, sie ist zur Great Society geworden. Die Massenmedien allen voran die Presse, haben seit der Mitte des 19.Jahrhunderts, begonnen, direkte Demokratie in einer Welt zu symbolisieren, die in der lokalen Gemeinschaft wesentlich verloren hat. Lippman und Dewey setzen ihre Theorie weit jenseits eines Modells primärer Oralität an(...) Bilder sind das sicherste Medium, um eine Idee zu transportieren und zu einem kollektiven Gut zu erheben. Sie übertragen die Idee nicht nur, sie halten zu teilnehmendem Handeln an, Bilder, so Lippman, aktivieren, zwingen ihn zu Urteilen und Parteinahmen, beziehen ihn in eine Interaktion ein(...) Ergebnis ist eine parasoziale Interaktion, eine Teilhabe, (re- enactement) an der duch Bilder eröffenten Erfahrung. Trotz dieser Aktivität ist ist ein Publikum in einer Position der Abhängigkeit; Es kann die komplexen Gegenstände nicht mehr verstehen, es ist auf den Rat und die Kompetenz von Spezialisten angewiesen. Experten, Treuhänder, Vertrauenspersonen machen der Öffentlichkeit diese vereinfachenden Bilder und Fiktionen verfügbar- so daß die darin konstruierte Pseudo- Umwelt zur Wirklichkeit wird. " (Harald Wenzel S.67)
Das ist die Aufgabe einer in Massenmedien "verkörperten" sozialen Intelligenz: In symbolischen Verfahren, in der Recherche, in einer in Medien von Experten und Stellvertretern und Experten geführte Debatte herauszufinden, welche Qualität die Information hat, die dort anngeboten wird. Inzwischen kommen durch das Internet und die Blogs von Autoren und die Kommunikation von Menschen auf Facebook, Twitter und anderen sozialen Plattformen hinzu und darum wird hier vor allem über die moralische Qualität der Fakten und des Inhaltes der Information gestritten, denn einen alleinigen privilegierten Zugang zur Information hat eigentlich keiner mehr.
Dewey fordert daher Transparenz nicht als Ergänzung, sondern sie ist die Bedingung für eine soziale Intelligenz: " Solange Geheimhaltung, Vorurteil, Befangenheit, Verdrehung und Propaganda sowie bloße Unwissenheit nicht durch Untersuchung und Publizität ersetzt worden sind, können wir nicht wissen, wie sehr die vorhandene Intelligenz der Massen für die Beurteilung gesellschaftlicher Politiken geeignet sein mag. Sie wird mit Sicherheit weiter reichen als jetzt." (Dewey !996, (1927) S.174)
Die Intelligenz ist, so Dewey "als eine Qualität der sozialen Umwelt der sozialen Beziehungen, die Formen der Kommunikation ( relevant). Nicht die Inteeliigenz der einzelnen Person, die damit überfordert wäre, jedoch die verkörperte Intelligenz der Kommunikation kann die Vorraussetzung der Great Community schaffen. (...)
Die Frage, wie die Verkörperung sozialer Intelligenz in technischen Kommunikationsmedien die Great Community ermöglichen soll, sie verweist so Wenzel, "auf zwei Grundmerkmale der massenmedialen Kommunikation, die von der Medienwissenschaft erst Jahre später thematisiert werden: Lippman und Dewey stoßen ersten auf die verdeckte Eigenlogik der massenmedialen Kommunikation, wie sie dann Jahrzehnte später zunächst in der Medientheorie von Harold Innis und Marschall McLuhan expliziert wird. (...) In Lippmans und Deweys Auffassung stehen sich eine Zuschauer und Teilnehmer Theorie gegenüber. Die verdeckte Eigenlogik der massenmedialen Kommunikation wird von Dewey nicht als ein Verzerrungseffekt in der Wahrnehmung und Erkenntnis der modernen Gesellschaft und ihrer Probleme gelesen, sondern als ein Handlungspotential zur Integration der Gesellschaft und zur Lösung ihrer Probleme. Damit ist das zweite Grundmerkmal massenmedialer Kommunikation schon benannt: Beide, Lippman und Dewey heben die praktische aktive Teilhabe der Rezipienten hervor - freilich mit unterschiedlichen Akzenten" (Wenzel S. 75)
Was lernen wir nun daraus für die Unternehmenskommunikation und ihr Verhältnis zur Presse und anderen Massenmedien? Die neuen sozialen Öffentlichkeiten sind als Hefe in einem Teig von Massenmedien - Informationen anzusehen. Social Media hinterfragt entweder kritisch oder trägt die Qualität der Information im Vertrauen auf ihre Absender weiter. Die Verbindung zu kritischen Autoren, zu Blogschreibern im Internet, zu Journalisten, denen aufgrund ihrer Kritik und ihrer unabhängigen, weil nur der Sache verpflichteten Kritik von anderen Menschen und auch Medienvertretern Vertrauen entgegengebracht wird- sie ist eine Bereicherung und eine Gefahr für die Unternehmenskommunikation. Sie sind die neue soziale Intelligenz und dürfen daher nicht ignoriert oder gegen das Unternehmen aufgebracht werden.
Doch die Ausbildung der heutigen PR- Fachleute, die diese Unternehmen beraten oder in der Unternehmenskommunikation oder der Verbandskommunikation die Verantwortung übernehmen- sie hat, von Wenzel nachgewiesene eklatante Wissenslücken und es gibt zum einen skandalöse Theoriedefizite der die PR- Theorie stützenden Soziologie der Massenmedien- sie ist faktisch nicht empirisch begründet, sie existiert eigentlich gar nicht. Oder Die PR- Ausbildung orienitiert sich an soziologischen Theorien, die wegen empirischer Verkrüppelung oder falscher Grundannahmen über die Massen und die Eigenlogiken der Massenmedien entweder als gescheitert angesehen werden dürfen, oder die für die Massenmedien und erst Recht für die neuen sozialen Öffentlichkeiten gar nicht passen.
Diesen Forschungsskandal anzuprangern, ein positives Forschungsprogramm aus den vorliegenden Fragmenten weiter zu entwickeln, die PR- Ausbildung damit zu modernisieren und vom Kopf auf die Füße zu stellen, das ist die eigentliche Leistung des Buches "Die Abenteuer der Kommunikation" von Harald Wenzel. Er wird dafür, für seine Kritik an Großdenkern und Übervätern von den Söhnen in der akademischen Szene seit seinem Erscheinen im Jahre 2001 ignoriert.
Umso mehr sollten sich Praktiker der PR, die die veränderte sozialen Realität von Öffentlichkeiten für ihr Unternehmen und Kunden verstehen und damit mit gestalten möchten sich mit Wenzels Skizze einer Theorie der Echtzeitmassenmedien und damit des Handlungsraumes der Hochmoderne beschäftigen.
"An den Beginn der Skizze, mit der ich diese Frage zu beantworten suchte, stellte ich die Behauptung, die Integration der Thematik der Massenmedien in die Soziologie und insbesondere die Sozialtheorie sei skandalöserweise weitgehend unterblieben. Im Folgenden habe ich dann versucht, jene Regionen in diesem Feld zu sichten, in denen Ansätze zur Integration zu finden sind. Es waren einerseits die Kritik der Massenkultur, der Massengesellschaft und des massenmedialen Imperialismus; es waren andererseits ausgewählte Richtungen nachklassischer Sozialtheorie : Luhmann, Giddens und Habermas. Zu einer Ignoranz gegenüber den Massenmedien, und impliziert ist, man könne die Kommunikation der Massenmedien als neutralen Äther betrachten, bildet die Kritik der massenmedialer Manipulation die extreme Gegenposition. Diese Kritik krankt jedoch daran, daß sie ihren Gegenstand empirisch nicht untersucht und deshalb nicht kennt; Kritik wird zu einer bloßen Distanzierung von der Populärkultur aus dem Gestus hochkultureller Distinktion. Unterhaltung wird als Massenbetrug denunziert, aber es bleibt unaufgeklärt, was Unterhaltung für die Rezipienten in der modernen Gesellschaft wirklich bedeutet.Oder die Kritik gilt der Anpassung der Welt an den Warencharakter der Nachrichten und Informationen.Dahinter verbirgt sich eine medientheoretisch signifikante Beobachtung, hier kommt die verdeckte Eigenlogik der Massenmedien zum Vorschein. Doch diese Eigenlogik wird nicht als solche begriffen, und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft, Kultur, Persönlichkeit werden nicht weiter untersucht, weil sie schon von vornherien gesetzt sind: als Manipulation, als Entfremdung. Auf die Spitze getrieben wird die Manipulationskritik, wenn die Forschungen zur aktiven praktischen Teilhabe der Rezipienten an der massenmedialen Kommunikation zwar registriert werden, um sie sogleich unter einen pauschalen Ideologieverdacht zu stellen. Die Manipulationskritik der massenmedialen Kommunikation, die ihre Hochphase in den fünfziger und sechziger Jahren des 20.Jahrhunderts hat, geht auf diese Kommunikation nicht wirklich ein und bleibt deshalb auf eine eigenartige Weise leer, steril, und pauschal. (...) Wie sieht die aktuelle Lage aus? Haben wenigstens die nachklassischen Sozialtheorien der achtziger und neunziger Jahre die zentralen medienwissenschaftlichen Einsichten irgendwie inzwischen integriert? Die Antwort ist ein klares Nein. (...) Jeder Versuch diesen Mißstand zu beseitigen findet in der Deweys Vision von der Great Community einen fruchtbaren Anknüpfungspunkt. Nach langer Lähmung findet sich in Deweys Vision und in der zeitgenössischen Sozialtheorie gleichsam die Nervenenden, die wieder zusammen gefügt werden müssen. Die Sozialtheorie hat sich klar zu machen, was es heißt Öffentlichkeit als praktische Teilhabe zu verstehen- jedoch an massenmedialer Kommunikation und nicht am Gespräch unter Anwesenden auf dem Forum" ( Harald Wenzel S. 76- 78)
"Parasozialität und Vertrauen bilden das theoretische Brückenglied dieser Studie. Die parasoziale Kommunikation ist eine Kommunikation von Vertrauen. Die Echtzeitmassenmedien stellen die " verkörperte Intelligenz " dieser Kommunikation dar: Ohne sie ist die Kommunikation von Vertrauen im Sinn parasozialer Teilhabe nicht denkbar. Als technische Infrastruktur bildet sie die Ausgangsbedingungen für einen nicht routinisierbaren, nicht technisierbaren Kommunikationsprozess.Die Integration der Gesellschaft bleibt prekär, unsicher, kontingent: in der hochmodernen Gesellschaft erreicht diese Kontingenz jedoch ein neues Niveau : Sie erweist als Abenteuer der Kommunikation." (Wenzel S. 80)
Ich habe die Arbeiten von Wenzel, durch eine Synthese mit den Ergebnissen der Kundensoziologie, meiner Analyse der Führungsfähigkeit in der Ausbildung Communication & Leadership zu einem hoch spezialisierten Beratungsangebot für Unternehmen und vor allem für Verbände zusammen geführt. Auf dieser neuen praxissoziologischen Grundlagenforschung und dem positiven Forschungsprogramm, dass Wenzel vorschlägt, dort lassen sich die Strukturen, der Habitus der Kunden und ihrer Kommunikation in den neuen sozialen Öffentlichkeiten deutlich besser erkennen als küchenpsychologischen Theorien, gescheiterten prominenten Kommunikationstheorien von Luhmann und Habermas und anderen, und einem Weiter so, weil man damit in der Vergangenheit so tolle Erfolge hatte...
Sie sind von den vielen Möglichkeiten fasziniert, die seit 2005 in neuen Öffentlichkeiten z.B. auf Facebook und 2006 auf Twitter, (um nur die größten und bekanntesten zu nennen) entstanden sind?
Sie suchen nun nach einem Rezept, einem festen Grund,einen Begleiter mit dem Sie ihr Unternehmen oder ihren Verband in die neuen Abenteuer der Kommunikation führen können? Ein Fuhrwerk, in dem Sie Platz nehmen können?
Moderne Kundenbeziehungen werden heute mehr und mehr zu parasozialen Vertrauensbeziehungen im Internet, auf Facebook, und anderen sozialen Netzwerken und in den Massenmedien. Sie sind Abenteuer der Kommunikation und der Erfolg dort ist oft Glückssache. Selbst wenn man das richtige Thema hat, das tollste Produkt, die besten Mitarbeiter schon hat, so ist im Internet und den Massenmedien es eine Kunst, eine Wissenschaft für sich, hier diese Leistung auch präsentieren zu können. Durch die technische Erweiterung der Kommunikationsmöglichkeiten und der Medienrevolution Internet wird nun der Kundenkontakt, die Integration des Kunden in das Unternehmen von der Produktentwicklung bis zum Service nur möglich, wenn man etwas vom parasozialen Charakter der Kundenkommunikation und der Bildung parasozialen Vertrauens in den Echtzeitmassenmedien der Hochmoderne und den neuen sozialen Öffentlichkeiten auf Twitter und und Facebook und anderen amerikanischen und deutschen Internet- Plattformen versteht, denn dort dominieren parasoziale - d.h. von Fremden zu Fremden gebildete Gespräche, die letztlich nicht mehr kontrolliert werden können.Die Kunden auf Internetportalen, auf diesen neuen fliegenden Teppichen der Parasozialität erreichen zu können, die Beziehungen dort trotz der Gefahren von Reputationsverlusten aufrechtzuerhalten. das macht laut einer Gartner Studie in den USA bereits heute einen großen Unterschied!
Den Unterschied zwischen Unternehmen, die wachsen können, weil sie die Erwartungen der Kunden mit den Kunden gemeinsam, durch die Integration der Macht der Kunden in die Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen nutzen können, und denen die vom Markt verschwinden werden, weil sie zwar innovativ aus den Produkten heraus denken und die Kunden überraschen konnten - sie aber langfristig verlieren werden an Mitbewerber, die die Kunden weder ignorieren noch bevormunden.
Man muss mitschwimmen und sich dem Abenteuer der Kommunikation stellen, um sowohl die Risiken zu minimieren und die Chancen zu erkennen, die sich hier für einen Verband oder ein Unternehmen und das Leadership bieten.
Die Kommunikation dort wird damit nicht mehr Routine, sondern wieder zu einem Abenteuer. Es muss dort grundlos vertraut werden, eine Vorleistung erbracht werden, die ein Abenteuer- also riskant ist. Eine Risikofeststellung zu treffen, über die wahren Kosten, die Gefahr, die damit für das Unternehmen, den Verband droht, aber auch die Beurteilung der Chancen, die hier verborgen liegen, wer kann hier helfen?
Die Grundlagen meiner Beratung ist die Aufklärung über die parasozialen Vertrauensbeziehungen, die die Grundlage jeder Kundenkommunikation in der Moderne geworden ist.
Ich biete Führungskräften und Verantwortlichen Orientierungswissen und eine Beratung an, die sie über die Kraft von Parasozialität, Vertrauen, und Risikofeststellungen in die Lage versetzt, zu verstehen,: Was geschieht wirklich genau in diesen neuen sozialen Öffentlichkeiten, die unter dem Sammelbegriff Social Media in aller Munde sind?
Was bedeutet diese gesellschaftliche Veränderung für mein Unternehmen, meinen Verband, für mich persönlich?
Die größten Erfolge haben Menschen die - entweder intuitiv, oder aufgrund von Analysen, die Eigenlogiken der Massenmedien beachten, und im richtigen Moment, zum richtigen Zeitpunkt, mit den richtigen Themen ansprechen können- doch es bleibt immer riskant.
Die Herausforderungen, die Twitter und Facebook und andere Plattformen an das Leadership von heute und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bereit stellen, sie sind aber von einem weit größeren Kaliber: Und: sie verändern sich ständig. Daher gibt es hier kein Rezeptwissen, kaum empirische Forschung, sondern hier gilt: Vorsichtig an den Aufgaben wachsen, aus dem Scheitern einer Aktion dort, die richtigen Schlüsse ziehen und sich der Grenzen bewußt zu werden, die dem Willen hier durch eine Komplexität von Wegen und Möglichkeiten Ihre Botschaft zu ignorieren, sie mißzuverstehen besteht.
Six layers of customer engagement

Link zur Website des amerikanischen Marketing Experten Mark Schaefer: http://www.businessesgrow.com/2013/04/14/the-future-of-business-six-layers-of-customer-engagement/
Wenn Unternehmen dort heute noch glaubwürdig sein wollen, dann kommen sie meines Erachtens nicht darum herum aktiv andere Themen zu besetzen, um überhaupt wahr genommen zu werden.
Die Beratung muss die Unternehmer und Führungskräfte von Unternehmen und Verbänden- mit dem viel zitierten Begriff "auf Augenhöhe" aufklären können, dazu braucht es mehr als nur zu wissen, wie man einen Facebook Account anlegt oder wie man die Suchmaschinenfunktion optimiert.
Eine echte Unterstützung können nur Berater leisten, die kein Eigeninteresse am Ergebnis haben, das z.B. durch den Verkauf von Social- Media Beratung oder externe Pflege dieser Plattformkommunikation begründet ist.
Daraus ergibt sich mein Beratungsansatz: Auf Basis eines Dienstvertrages ist mein Beratungsangebot eine strategische Beratung aber keine Durchführung oder Pflege eines Auftrittes des Unternehmens selbst.
Das können - da diese Kommunikation persönlich und auf Vertrauen beruht und nicht technisierbar oder routinisierbar - Sie, ihre Mitarbeiter sehr viel besser.
Ich möchte Unternehmen und Verbände in die Lage versetzen, die Zusammenhänge zwischen Verkehr, Mobilität und der Entwicklung der Kundenkommunikation stärker in den Fokus ihrer Arbeit zu stellen. Es gilt die Eigenlogiken von Verkehrsmitteln, Kommunikationsmitteln zu verstehen um sie anwenden zu können. Damit sie im Wettbewerb die Nase vorn haben.
Fuhrwerk ist eine Neugründung, die aber untrennbar mit meiner meine biografische Entwicklung steht, meine neue Aufgabe steht daher in einer Kontinuität. ( siehe Referenzen).
Ich kann sowohl an die nunmehr fast 14 Jahre Arbeit anschließen, die ich als Verkehrssoziologe unter dem Dach des Automobilclub von Deutschland (AvD) als auch an die acht Jahre ehrenamtliche Tätigkeit anknüpfen, die ich als Pressesprecher und Vorstandsmitglied für den Berufsverband deutscher Soziologinnen und Soziologen (BDS) seit 2004 begonnen habe. Für den BDS habe ich inzwischen die Aufgabe übernommen mich ehrenamtlich um die Verbandskommunikation und um das Wachstum des Berufsverbandes durch eine stärkere Nutzung der neuen sozialen Öffentlichkeiten und natürlich dabei die Kontakte zu nutzen, die inzwischen neu dazu gekommen sind.
Die Fähigkeit der Soziologie, die Folgen von Innovationen, von Technik abzuschätzen, eine erneute Veränderung der Bedingungen der Unternehmens- und Kundenkommunikation durch das Internet zu nächst zu analysieren und durch die Gestaltung ein Verbesserung der Kommunikations- und damit der Arbeitsbedingungen herbei zu führen ist legendär. Kundensoziologie kann daher sowohl inhaltlich als auch in der Methodik an die die Experimente und Befragungen von Elton Mayo anknüpfen, die als Beginn der erfolgreichen Industrie- und Betriebssoziologie an zu sehen sind.

George Elton Mayo (* 26. Dezember 1880 in Adelaide (Australien); † 1. September 1949 in Guildford, Surrey (England)) war ein australischer Soziologe. Er unterrichtete von 1911 bis 1923 an der University of Queensland in Australien, dann an der University of Pennsylvania, den größeren Teil seines Berufslebens jedoch von 1926 bis 1947 als Professor an der Harvard Business School, er war dort Mitbegründer und Hauptvertreter der US-amerikanischen Betriebssoziologie.
Als Initiator der Hawthorne-Studien begann er in den 30er Jahren Verfahren zur Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen im Betrieb zu entwickeln. Mit Hilfe von Mitarbeiterbefragungen - persönlichen Gesprächen mit speziell geschulten Interviewern - sollte die Kooperationsbereitschaft der Arbeiter gefördert und deren Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen (statt zur Gewerkschaft) gestärkt werden. Nützlicher Nebeneffekt dieser Befragungen, die später in Großunternehmen von eigenen soziologischen Diensten durchgeführt wurden, war der Informationsgewinn der Unternehmensführung über drohende Konflikte und die Erweiterung der Möglichkeiten zur Streikprävention.
Das Internet brachte schon einmal - lange vor Google und Facebook- eine fundamentale Änderung der Arbeitsbedingungen - sowohl innerhalb der Unternehmen, also für die Mitarbeiter, aber auch für deren Kunden mit sich.
Das war im Jahr 1997.
Ich kann mich noch erinnern, als ich im Rahmen meiner Ausbildung zum PR- Berater bei der DAA in Marburg das erste Mal von den Vorteilen des Internets für Public Relations von Unternehmen und die Presse+ Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden hörte.
Ich kannte bis dato wie viele andere meiner Mitstudenten für die Recherche von Themen bis dato nur die Bibliothek, die Zeitungen, Fernseh, Rundfunk, und die Informationssammlung dort - sie konnte sich sehr lange hinziehen.
Der Blogautor Sebastian Hesse hat seine positiven Erfahrungen mit dieser ersten massiven Veränderung von professioneller Öffentlichkeitsarbeit und PR durch das Internet ebenfalls beschrieben:
"Für uns junge PRler sei das Internet ja die Informationsquelle schlechthin und quasi ein Segen, hieß es. PR war nicht mehr so zeitaufwendig. Das war vor etwa 10 Jahren. Ich erinnere mich gut an meine darauf folgende Agenturzeit in der langfristige PR-Konzepte manchmal binnen 2 Tagen aus dem Boden gestampft wurden und trotzdem gut funktionierten und honoriert wurden. Die Welt war in Ordnung.Doch das Internet mit all seinen schillernden Möglichkeiten wurde in der Folgezeit zunehmend die Informationsquelle für Jedermann. Jetzt konnte Lieschen Müller selbst bei Google & Co. den letzten Verbrauchertest des Waschmittels ihrer Wahl finden, hunderte Erfahrungsberichte und Bewertungen lesen und sich dann für ein anderes Produkt ihrer Wahl entscheiden. In Marketing- und PR-Abteilungen spielten sich Dramen ab. Der Konsument bekam keine Meinung vermittelt, er bildete sich selbst eine. Viel schlimmer noch, Social Media macht es in den letzten Jahren verstärkt möglich, dass echte Fürsprache oder Ablehnung zunehmend in den Reihen der Konsumenten gebildet wird. Lieschen Müller wird selbst zum Sprachrohr. Die klassischen Meinungsführer und Multiplikatoren verlieren ihre Bedeutung. Aber wir Marketing-Experten, Werber und PR-Fachleute waren doch diejenigen, die jahrzehntelang die wunderbare Welt von Lieschen Müller bestimmten… Diese Zeiten sind vorbei."
Hier der Link zu seinem Blog: http://www.bigbangandwhisper.de/blog/
Die Papierausgaben von Zeitungen sterben
Beim Fernsehen wird nebenbei getwittert, Radio am Computer gehört, Bilder, Texte, Filme via Youtube und über Facebook, Instagramm, geteilt. Es wird auf dem Smartphone nicht mehr nur telefoniert, sondern das mobile Internet ist die nächste Differenzierung, die uns weitere Möglichkeiten eröffnet.
Das Buch wird zum e- book
Kleine Reichweiten, en Meer von Meldungen. Große Wirkung? Transparenz und Überlastung. Unstrukturierterte Daten - das Internet als Zeitfresser.
SOCIAL WEB und SOCIAL MEDIA ist da, aber eigentlich auch noch nicht angekommen.
Wir leben in einer Übergangsphase, aber die Evolution der neuen Öffentlichkeiten schreitet inzwischen fort.
Einzelmeinungen, Stimmen potenzieren sich unkontrolliert auf Plattformen und Gesprächs- Märkten, eine neue Ordnung und die Eigenlogiken der Massenmedien müssen gelernt und die Einschränkungen für traditionelle Einflußkommunikation und Public Relations als Geheimnismanagement der Unternehmen, es findet hier keinen Resonanz - Boden mehr.
Kunden folgen den Empfehlungen von anderen Kunden. Sie vertrauen Menschen, denen von anderen Menschen Vertrauen entgegengebracht wird.
Für die Geschäftsmodelle der Unternehmen, und für traditioneller Medien- und PR Unternehmen erwächst daraus eine Bedrohung. Die Basis ihrer Kundenkontakte über Nutzen von Einwegkanälen und Massenmedien zum Verbreiten ihrer Botschaft schwindet.
Die Kunden ziehen in die ungewissen Abenteuer der Kommunikation auf Twitter und anderen von amerikanischen Konzernen dominierten Plattformen.
Denn dorthin können die Unternehmen zwar folgen, doch Studien zeigen immer wieder, dass auf diesem Geläuf Emotionalität, Authentizität und nicht etwa der sachliche Ton einer im Unternehmen abgestimmten Position zu einem Thema geschätzt wird. Viele Unternehmen meiden daher Plattformen wie Facebook, da sie keine persönliche Stimme haben.
Sie scheuen das Risiko der Nichtkontrollierbarkeit dessen, was die neue selbst hergestellte Öffentlichkeit und die Netzgemeinde mit ihren Informationen macht. Mehr und mehr schwindende Aufmerksamkeit und die Unmöglichkeit einer Einflußkommunikation, die Kunden entfolgen, und sind immer schwerer zu erreichen?
Marken sind zun Teil sogar in Social Media unerwünscht, wie diese Nutzerbefragung zeigt:
Im Auftrag von Pitney Bowes Software befragte das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne Konsumenten in Australien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und den USA zu ihrer Meinung über die von Marketingleitern initiierten Marketingaktivitäten in sozialen Netzwerken:
ERGEBNIS:
Offensives Social-Media-Marketing vertreibt Kunden
Marketingexperten laufen also auch Gefahr, potenzielle Kunden durch gut gemeintes, aber für den Konsumenten störendes Werbeverhalten in sozialen Netzwerken zu vertreiben.
"Denn etwa zwei Drittel der für eine internationale Studie befragten Social-Media-Nutzer gaben an, dass sie eine Marke dann nicht mehr verwenden würden, wenn sie die Marketingmaßnahmen des Unternehmens in sozialen Netzwerken stören würde.
Laut Umfrage konzentrieren sich knapp 70 Prozent der Marketingleiter bei der externen Kommunikation stärker als je zuvor auf soziale Netzwerke. Demnach wird für das Jahr 2013 ein Viertel des Marketingbudgets für Marketingaktivitäten in sozialen Netzwerken veranschlagt.
Die Begeisterung der Marketingexperten über die Nutzung von sozialen Netzwerken für Marketingzwecke wird von den Konsumenten eher nicht geteilt. Nur ein Viertel von ihnen (26 Prozent) nutzt soziale Netzwerke, um sich über bestimmte Unternehmen oder Marken zu informieren. Dagegen wollen die meisten Konsumenten (78 Prozent) mithilfe der sozialen Netzwerke hauptsächlich mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben.
Vor diesem Hintergrund schneiden Unternehmen beziehungsweise Marken, denen die Konsumenten unaufgefordert „folgen“, relativ gut ab. Von solchen Unternehmen erhält fast die Hälfte der Nutzer (48 Prozent) gerne Werbebotschaften in sozialen Netzwerken. Genau das Gegenteil ist der Fall, wenn es sich um Unternehmen handelt, denen die Konsumenten nicht folgen. 40 Prozent gaben an, sich in solch einem Fall über unerwünschte Werbebotschaften zu ärgern. Darüber hinaus zählen unerwünschtes Marketing („Spam“) und Pop-up-Anzeigen für Konsumenten zu den schlimmsten Marketingmaßnahmen in sozialen Netzwerken.Spätestens bei folgender Tatsache sollten die Alarmglocken läuten: 65 Prozent der befragten Konsumenten gaben an, eine Marke nicht länger zu verwenden, wenn sie das Social-Media-Verhalten des Unternehmens in sozialen Netzwerken stören oder verärgern würde. Im Gegensatz dazu vertrauen Konsumenten auf die Empfehlungen ihrer Kontakte aus dem Netzwerk: 68 Prozent gaben an, sich weitergehend mit deren Empfehlungen zu beschäftigen oder gar einen Kauf zu tätigen (15 Prozent)."
(...)Marketingexperten nutzen Newsletter, Informationen über die soziale Verantwortung des Unternehmens und Befragungen zur Zufriedenheit der Kunden und halten sie für sehr effektiv. "Daran sind die Konsumenten wiederum am wenigsten interessiert."
Quelle: http://www.absatzwirtschaft.de/content/online-marketing/news/offensives-social-media-marketing-vertr....
Ich bin immer überzeugt gewesen, daß alles, was das Neue und und Originelle von morgen ausmacht, bereits im Augenblick gegenwärtig ist,aber von jedermanns alltäglicher Anschauung verschleiert wird; deshalb meine unausgesetzte Anstrengung, hinsichtlich meiner Wünsche nach Wechsel und Erneuerung eine besondere Sensibilität auszubilden. (Paul Virilio)
"
Diese Überzeugung, dass Innovationen nicht durch einen Blick in die Glaskugel des Zukünftigen, sondern durch eine Analyse der Gegenwart entstehen, sich aber mittels von Szenarien und dann im Wettbewerb mit den bestehenden Lösungen befinden und durchsetzen müssen, - das ist auch meine persönliche Grundüberzeugung, sie treibt meine Arbeit voran.
Doch wer kann sich leisten, eine Zukunft zu imaginieren, oder sich mit dem Paradox anzufreunden, das Paul Virilio als Weltpanorama eines rasenden Stillstands oder in in seinem gleichnamigen Buch "Der negative Horizont" beschreibt.
Die realitätsgebundene Kraft soziologischer Imagination zu entfesseln, das ist, was ich Ihnen als Dienstleistung für die Bearbeitung ihrer Themen, mit denen sie ihre Kunden ansprechen wollen, anbiete.
Nur wer die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, einzelnen Gruppen, Figurationen von Menschen kennt, kann mit ihnen Handel treiben, sie führen und anführen.
Das Produkt, dass sich die Ingenieure für ihren Markt ausdenken, weiter entwickeln, und für das die Kunden Geld bezahlen, es hat Nebenfolgen.
Diese unabsichtlichen Nebenfolgen von Technik hat der deutsche Soziologe Ulrich Beck, in seinem Buch "Die Risikogesellschaft" 1986 als Risikofeststellung bezeichnet hat:
"Risikofeststellungen sind eine noch unerkannte, unentwickelte Symbiose von Natur- und Geisteswissenschaft, von Alltags- und Expertenrationalität, von Interesse und Tatsache. Sie sind gleichzeitig weder nur das eine noch nur das andere. Sie sind beides, und zwar in neuer Form. Sie können nicht mehr spezialisiert von dem einen oder anderen isoliert und an den eigenen
Rationalitätsstandards entwickelt und fixiert werden. Sie setzen ein Zusammenwirken über die Disziplinen, Bürgergruppen, Betreiben, Verwaltung und Politik voraus oder - was wahrscheinlicher ist- zerbrechen zwischen diesen in gegensätzliche Definitionen und Definitionskämpfe. Hierin liegt die wesentliche und folg
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