Dr. Christian Bahr zeigt vom 29.06.- 04.09.09 seine Ausstellung "Dialog der Büsten"
in der Gipsformerei Berlin, Sophie-Charlotten-Straße 17-18, 14059 Berlin
http://picasaweb.google.com/dr.c.bahr/DialogDerBustenGipsfor... YWC Barack Obama Portrait, 2009
http://picasaweb.google.com/dr.c.bahr/YWC2009BarackObama#sli...
http://picasaweb.google.com/dr.c.bahr/
http://www.atelier-christian-bahr.de/
http://www.drbahr-berlin.de/
http://noura-berlin.de/ _____________________________________________________
Skulptur
VVV KLITSCHKO, 2008
> Wer sein Ziel nicht kennt, für den ist kein Weg der Richtige! <
Jenseits der Einheitsnase Interview von Burgy Zapp mit Dr. Christian Bahr
Dr. Christian Bahr, Sie sind Plastischer Chirurg und Bildhauer.
Wie sind Sie zur Plastischen- bzw. Schönheitschirurgie gekommen und was gefällt ihnen an ihrem Beruf? Das Gesicht war für mich schon immer ein starker Wahrnehmungs-Magnet. Von der Anatomie und Physiognomie, der Individualität, über die Psychologie mit Ausdruck und Eindruck, bis hin zur Ästhetik ist das Gesicht meines Erachtens der aufregendste Teil unserer Körperoberfläche. Die Wirkung nach Aussen und auch die Wirkung nach Innen begleiten den Menschen von Anbeginn, sozusagen: seit er aus der Steppe trat. Das Bewusstsein für Ausdruck wie auch die Empfänglichkeit für Eindruck sind Teil unserer sozialen Evolution. Ganz gezielt habe ich mir ein Dissertationsthema innerhalb dieses Themenkomplexes gesucht:
Proportion und Vermessung des Gesichts in Kunst und Medizin und der Goldene Schnitt.(
http://www.drbahr-berlin.de/plastische_chirurgie/dissertatio...)
Ein Glücksfall war hier die Begegnung mit meinem Doktorvater, Herrn Professor Norbert Schwenzer, Ordinarius für Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Tübingen, der mich in meiner Entwicklung sehr unterstützt hat.
Sie sind als praktizierender Schönheitschirurg in Berlin niedergelassen und unterhalten außerdem ein großes Bildhaueratelier. Ist die Bildhauerei ein Hobby für Sie oder eine zweite Berufung? Der Arzt in mir stellt sich der chirurgischen Aufgabe und der damit verbundenen Verantwortung. Als Bildhauer beim modellieren habe ich selbstverständlich ebenso die Perfektion im Blick. Hier bietet sich aber ein befreites Medium, in dem ich mich von zeitloser Anschauung und den Kriterien objektiver oder subjektiver Sichtweise leiten lassen kann. So sind Werke entstanden, die einerseits persönlichen Charakter haben, andererseits aber auch Portraits und Büsten, einige davon stehen im öffentlichen Raum.
(
http://www.atelier-christian-bahr.de/)
Durch den Einfluss der Medien hat sich unser Schönheitsideal stark verändert. Wie wirken sich unsere hohen Ansprüche an das Äußere unserer Mitmenschen und Lebenspartner auf die Zukunft der Schönheitschirurgie aus? Sehen sie Probleme oder Tendenzen? Ich würde nicht unbedingt zustimmen, dass sich das Ideal menschlicher Schönheit in allen Punkten wandelt. Hier kann z.B. differenziert werden zwischen figürlicher Schönheit einerseits, die im Laufe der Epochen einem häufigen Wandel unterworfen war, und der Gesichtsästhetik andererseits.
Im Bereich der Gesichtsästhetik lassen sich aus meiner Sicht sehr konstante Schönheitskriterien ablesen. Symmetrie, Proportionierungen im Gesicht, Harmonie der Binnenstrukturen, Jugendlichkeit, Textur /Hautqualität sind sicher zeitlose Merkmale für Schönheit. Die Proportionen des Gesichtes lassen sich mathematisch formulieren. Und wenn wir von natürlicher Schönheit reden, sind immer eine stimmige fraktale Geometrie und der Goldene Schnitt mit im Spiel.
Das Wort der sagenumwobenen Schönheit stammt aus der Ära vor den modernen Bildmedien. Heute werden uns täglich Schönheiten aus aller Welt vor Augen geführt. Das macht uns alle in einem bestimmten Sinne zu Spezialisten der Schönheit. Die Bilderflut der Medien bewirkt jedoch, dass die Messlatte beim automatisierten Urteilen sehr, sehr hoch gehängt wird. Je mehr das Individuum urteilt, um so mehr fühlt es sich selbst wiederum dem Urteil anderer ausgesetzt, was ein feines Gespür im Vergleich der äußerlichen Erscheinung nach sich zieht. Unsere schnelllebige Zeit bewahrheitet außerdem den Satz: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!
Albert Schweitzer schreibt: "Mit zwanzig hat jeder das Gesicht, das Gott ihm gegeben hat, mit vierzig das Gesicht, das ihm das Leben gegeben hat, und mit sechzig das Gesicht, das er verdient hat".
Das Gesicht ist uns gegeben - Die moderne Plastische Chirurgie bietet viele Möglichkeiten – aber Lachen! müssen wir schon selber.
Dr. Bahr, ich bedanke mich für das Interview.
http://kunstbewegung.info/de/Benutzer:Christian_Bahr