Vita und künstlerischer Werdegang
(Doris Lauerwald, 2007)
"Sprechen oder Singen"
bzw. "Die Henne oder das Ei"?
Ich werde oft gefragt, wie ich zur Arbeit vor dem Mikrophon gekommen und was denn da zuerst gewesen sei - Sprechen oder Singen?
Ginge es nach meinen Eltern, müsste die Antwort wohl "Schreien" lauten - "Sie am Anfang so laut geschrieen, dass die Krankenschwester sie aus dem Zimmer bringen musste", erzählen sie oft. Keine Angst, sie haben mich später wieder zurückbekommen und zu einer respektablen Köpergröße herangezogen. Heute meinen Sie, dass dies wohl das Lungentraining für meine jetzigen Tätigkeiten war.
Gut, soviel Training wäre wahrscheinlich anfangs noch gar nicht nötig gewesen - mein Erstkontakt mit einem Tonstudio fand ja noch nicht im Säuglingsalter statt.
Begonnen hatte alles etwas später mit frühkindlichen schauspielerischen Aktivitäten in verschiedenen Filmen, Serien, TV-Werbespots und Lehrfilmen für das Schulfernsehen. Meine Filmeltern bzw. Schauspielkollegen und Regisseure waren z.B. Vera Tschechowa, Gabriel Barylli, Walter Sedlmayr, Florian Gallenberger, Ruth Kappelsberger und Uli König. Ich spielte in Kinderserien und Filmen wie "Anderland", "Das feuerrote Spielmobil", "Pumuckl", "Gefühlssachen", "Die Sprechstunde", "Aktenzeichen XY ungelöst" u. a.
An eine Rolle kann ich mich noch besonders gut erinnern: Ich musste bei Dreharbeiten zu einem Werbespot für "Dany plus Sahne" soviel von dem Pudding essen, dass ich bei einer anschließenden Tanzaufführung in der Schule Mühe hatte, während der Drehungen alles bei mir zu behalten.
Als es irgendwann daran ging, einige Passagen meiner Sprechrollen zu synchronisieren, stand ich zum ersten Mal in einem Synchronstudio. Von diesem Zeitpunkt an ließ mich die Faszination für diese eben so spezielle Atmosphäre im Tonstudio nicht mehr los.
Bald durfte ich auch die Rollen anderer Kinder synchronisieren, wie z.B. neben Gudrun Landgrebe in "Annas Mutter", und sprach in Kinder-Hörspielen, wie z.B. "Burg Schreckenstein" und diversen Lehr- und Werbefilmen. Bis zum Jugendalter sammelte ich somit einiges an Erfahrung vor der Kamera und vor dem Mikrophon.
Trotz einer Kindheit im Medienstandort Unterföhring (kaum einen Steinwurf von ZDF, BR und anderen TV-Stationen entfernt) war ich in einem bodenständigen Elternhaus aufgewachsen. Deshalb entschloss ich mich auf Anraten meiner Eltern
(O-Ton Papi: "Madl, lern was gscheits!")
(O-Ton Mami: "Kind, dann hängst Du ständig auf Castings rum - das ist frustrierend!") -
erst einmal gegen eine Schauspielausbildung und habe dies bis heute nicht bereut.
Hatte ich durch meine "gscheiten" Tätigkeiten (Stewardess war mein längstes und letztes Angestelltenverhältnis vor meiner hauptberuflichen Selbständigkeit) und die daraus resultierende finanzielle Sicherheit doch die Möglichkeit, mir (...endlich!) nebenbei mein erstes eigenes Studio einzurichten, sowie Gesangs-, Atem- und Sprechunterricht zu nehmen.
Inzwischen hatte ich nämlich schon lange eine weitere Leidenschaft und einen neuen Grund, mich in einem Tonstudio aufzuhalten, entdeckt:
Das Singen.
Ich bastelte also in jeder freien Minute (und zum Leidwesen meines Umfelds vorwiegend nachts) in meinem damaligen Keller-Studio auf Logic Audio an eigenen Songs und Arrangements, die ich mit Hilfe meines ersten eigenen Mikrophons "AKG C2000B" (das ich später durch ein Neumann U87 ersetzte), und Equipments wie dem Synthesizer "Yamaha CS1X" und diversen Plug-Ins, mit meiner Gesangs- und Sprechstimme mischte. Daraus entstanden Demoproduktionen in den Pilot Tonstudios München und später in den Farao Studios München in Zusammenarbeit mit Andreas Caemmerer.
Ein Schlüsselerlebnis während eines 7-tägigen Malediven-Aufenthaltes im Rahmen meiner Tätigkeit als Stewardess sollte mich dann endlich dazu bringen, jegliches Angestelltenverhältnis zu lösen: Ich lag an einem weißen Sandstrand unter strahlend blauem Himmel auf einer paradiesisch anmutenden Insel im Indischen Ozean -
und wünschte mich in meinen KELLER.
..natürlich konnte ich mit niemandem darüber sprechen...
Zu Hause angekommen löste ich mein Arbeitsverhältnis und stürzte mich in den Aufbau eines professionellen Aufnahmestudios, eine Sprecherausbildung, eine "Medienschauspielausbildung" inklusive Acoustic Acting, Camera Acting, Sprecherziehung, Rollenarbeit und Moderationstraining. Zusätzlich nahm ich weiterhin klassischen Gesangsunterricht und Klavierunterricht und setzte mein Sprechtraining fort.
Nach Beendigung des medienorientierten Schauspieltrainings und nach jahrelanger nebenberuflicher Praxis wurde 2003 meine hauptberufliche Selbständigkeit, alias
"Doris Lauerwald - Sprecherin | Sängerin und Produzentin"
geboren und ich liefere seitdem Sprach- und Gesangsaufnahmen aus dem eigenen Tonstudio (das sich nun zum Glück nicht mehr im Keller, sondern in meinem Dachgeschoß befindet)
in alle Welt.
Anfangs arbeitete ich für verschiedene Telekommunikationsunternehmen als Sprecherin, Texterin und Produzentin für Sprachspots zur Verwertung in Telefonanlagen, Anrufbeantworter- und IVR Mailboxsystemen, stand aber auch bald wieder im geliebten Synchronstudio - wo alles begann - sowie in den Musik- und Tonstudios anderer Unternehmen.
Jetzt, in 2007 angekommen, arbeite ich immer noch ab und an als Produzentin für Sprachspots und diverse Vertonungen für das Internet (z.B. Website Voice Guides), Corporate Identity im Bereich Telefonansagen und Firmenjingles und - seltener - Funkspots. Zu diesem Zweck habe ich mir ein umfangreiches GEMA-freies Musikarchiv angeschafft.
Auch führe ich noch leidenschaftlich gerne Sprachregie bei der Aufnahme anderer Sprecherinnen und Sprecher in vielen Sprachen. Zum Beispiel habe ich für ein Projekt der T-Com die Aufnahme und Sprachregie von Michael Ballack, Christoph Metzelder, Sebastian Kehl, Gerald Asamoah und Kevin Kuranyi durchgeführt. Für ein anderes Projekt machte ich Sprachaufnahmen mit Sky Dumont.
Als Schauspielerin spielte ich noch einige kleine, nicht weiter erwähnenswerte TV-Rollen, habe mich aber bald ganz und gar meiner Arbeit als "Voice Artist" verschrieben.
Dabei werde ich als Sprecherin, Sängerin, Moderatorin und Corporate Voice für Firmen wie SIEMENS, o2, Swisscom, T-Com, Navteq Navigationssysteme, Avaya, Lonely Planet Reiseführer, DHL, Intel und IBM für Gesang, Sprache und On-Camera-Presentation und Moderation für Bereiche wie Werbung, E-Learning, Telefonansagen oder Dokumentarfilm gebucht. Eine ausführlichere Liste meiner Projekte finden Sie unter "Referenzen" oder im "Newsblog" meiner Webseite.
Viele dieser Produktionen sind in meiner eigenen Sprecherkabine entstanden -
andere in den Studios meiner Kunden.
Mit welcher Art der Interpretation darf ich Ihrer Produktion eine Stimme verleihen?
Doris Lauerwald
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Vita and professional career
(Doris Lauerwald, 2007)
"Speaking or Singing"
or "The chicken or the egg?"
People often ask me how I became a voice artist and what came first - speaking or singing?
Well, if you asked my parents, the answer would probably be "crying" - "She cried so hard in the beginning that the nurse had to take her out of the room", they often recount. Don't worry, they got me back eventually and raised me to a respectable size. Today they believe that this was probably lung training that set me up for my present job.
Granted, maybe that was too much exercise for the time, after all, my first encounter with a recording studio did not happen when I was an infant.
It all began a bit later when I got into acting as a young child. I played in several movies, TV series, commercials and educational movies. My on-screen parents, fellow actors and directors included Vera Tschechowa, Gabriel Barylli, Walter Sedlmayr, Florian Gallenberger, Ruth Kappelsberger and Uli König, among others. I played in children's tv series and movies like "Anderland", "Das feuerrote Spielmobil", "Pumuckl", "Gefühlssachen", "Die Sprechstunde", "Aktenzeichen XY ungelöst" (cp. "America's Most Wanted") and others.
One part is still particularly fresh in my mind. I got to eat so much pudding when shooting a commercial for Danny Plus Sahne (German chocolate pudding brand) that I had trouble holding on to it later during a dance performance at school.
When it eventually came to dubbing some of my lines, I found myself inside a dubbing studio for the first time. From that moment on, I was hooked to this very special atmosphere inside a recording studio. It wasn't long before I got to dub the parts of other children, Gudrun Landgrebe in Annas Mutter for example. I also did audio plays for children like Burg Schreckenstein and various educational movies and commercials. And so I grew up gathering quite a lot of experience in front of both camera and microphone.
Despite growing up in Unterfoehring with its booming media industry (just around the corner from German tv stations like ZDF, BR and others), I grew up in a traditional environment. Upon the advice of my parents (Dad: "Get a real job!", Mum: "You are going to end up hanging around at castings all the time. That's frustrating!"), I decided against taking acting classes, at least for the time being. It was a decision I never regretted. Getting "a real job" (working as a stewardess was my longest and last employment before I became a full-time freelancer) and the resulting financial security afforded my the opportunity to finally set up my first own studio, as well as taking singing classes and getting breathing and voice training.
In the meantime, I had already developed a new passion and with it, one more reason to be in a studio: singing.
I spent every free minute (mostly at night, to the regret of those living around me) working on my own songs and arrangements in my old basement studio. Using my first microphone, an AKG C2000B and other equipment including a Yamaha CS1X synthesizer and various plug-ins to mix them with my voice. This resulted in demo productions at the Pilot Tonstudios München studio and later at the Farao Studios München in cooperation with Andreas Caemmerer.
It was a key event during a 7-day vacation in the Maldives as part of my job as a flight attendant that finally allowed me to see my future clearly. I was lying on a beach in the white sand on a tropical island in the Indian Ocean under clear blue skies. A place that may seem like paradise to most. But all I wanted was to be in my basement! Of course, I couldn't tell anyone..
When I got back home, I quit my job as a flight attendant and immediately started working on a professional recording studio. I took speaker training and a course in media acting, which included acoustic acting, camera acting, elocution training, role analysis and hosting. I also took more traditional singing classes and piano classes and continued my speechtraining and logopedic training. After completing my acting classes and after years of on-the-job experience, I eventually started my own business in 2003, "Doris Lauerwald - Native German Voice Talent, Session Singer and Producer".
I have been supplying recordings of my speaking and singing voice from my own studio (now fortunately no longer located in the basement but in my attic) to clients all over the world ever since.
In the beginning, I worked for various telecommunications companies as speaker, writer and producer of voice recordings for telephone systems, voicemail systems and IVR mailboxes. It wasn't long before I also returned to my beloved dubbing studio, where it all began, and to the recording studios of other companies.
Now, in 2007, I still sometimes work as a producer of commercials and various voice-overs for the Internet (website voice guides), telephone voice messages and corporate jingles (Corporate Identity) and, on rare occasions, radio commercials. For that purpose, I acquired an extensive, royalty-free music archive. I also still have a passion for directing other speakers in many languages. For example, I directed Michael Ballack, Christoph Metzelder, Sebastian Kehl, Gerald Asamoah and Kevin Kuranyi for a T-Com project. I also did voice recordings with Sky Dumont for another project.
As for acting, I had some more small parts in TV productions not worth mentioning, but soon focused exclusively on my work as a voice artist.
Companies like Siemens, o2, Swisscom, German Telecom, Navteq Navigation Systems, Avaya, Lonely Planet, DHL, Intel and IBM hire me as speaker, singer, host and corporate voice for on-camera presentations, commercials, E-learning, voice messages and documentaries. For a detailed list of my projects, please see the References section or the Newsblog of my website. Many of these productions originated from my own sound booth, others were recorded at my clients' studios.
With what kind of interpretation may I give a voice to your production?
Doris Lauerwald