Gisela Born

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About me

Als Steinbock bin ich sehr ehrgeizig und will immer höher hinaus. Leider wähle ich dabei nicht immer den bequemen Weg, der vielleicht ein wenig länger ist, sondern den steinigen, geraden. Abstürze sind so natürlich vorprogrammiert. Doch trotz Blessuren stehe ich auf und versuche es nochmals.
 
Hier ein paar Stationen meines Wegs nach oben:
 
• Mit 7 Jahren ausgewandert von Bayern nach Baden-Württemberg.
Dank der Durchsetzungskraft meiner Mutter wurde ich nicht in eine Sonderschule wegen eines Sprachfehlers versetzt! Heute sage ich brav Schpätzle und nicht mehr Spätzle.
 
• Besuch des Gymnasiums bis zur mittleren Reife.
Leider war mein Vater kein Akademiker. Das bekam ich sehr zu spüren und mein Klassenlehrer legte mir nahe, das Gymnasium zu verlassen, denn mit einem Schnitt von 3,2 hielt ich die Klasse auf
 
• Wechsel zur Höheren Handelsschule.
Zu dieser Zeit gab es 3 Berufe für Frauen – Frisöse, Arzthelferin oder Bürokraft. Da ich viel Geld verdienen wollte, wählte ich den Weg übers Büro.
 
• Erster Job in einem kleinen Ingenieurbüro.
Geschafft! Ich verdiente am meisten von meiner ehemaligen Klasse. Aber … nach 9 Monaten merkte ich, dass ich in diesem Unternehmen bereits oben angekommen war! Mir wurde klar, ich brauche dringend Fremdsprachen, um einen ordentlichen Job zu bekommen. Wie erlerne ich schnellstens eine Fremdsprache? Nur im Land! Also, auf nach England als Au-pair-Mädchen. Da bekomme ich wenigstens Taschengeld.
 
Au-Pair-Mädchen in London
Ich habe wohl die falsche Familie erwischt, denn nach 3 Monaten war das Zusammenleben fast nicht mehr möglich. Ich wollte aber keinesfalls ohne das Lower Cambridge Certificate in English nach Deutschland zurück. Arbeitete schwarz in einem Übersetzungsbüro als Typist. Schrieb in Sprachen, die ich noch nie gehört habe. Lower Cambridge Certificate in English - of course!
 
Fremdsprachensekretärin in einer BASF-Tochter.
Machen wir’s kurz, nach 9 Monaten hat es mir dort gestunken.
 
• Wechsel zu einer Autovermietung
Dort lernte ich für’s Leben! Jeder Kunden ohne Kreditkarte wurde auf Lügen und Geldbeutel überprüft. Heute beeindruckt mich keiner mehr mit teuren Designer Klamotten und herrischem Auftreten. Ich habe direkt eine Schufa-Auskunft eingeholt und was ich da manchmal zu sehen bekam …..
Private Abstürze! Ich wollte nur noch weg, weit weg, egal wohin. Dann fiel mir ein, dass eine Kollegin nach Südwestafrika ausgewandert war. Ich schickte ihr ein Telex: ich komme
 
Auswanderung nach Windhoek, Namibia
Ich konnte in der gleichen Autovermietung arbeiten. Leider hat mir keiner vorher gesagt, dass die auf der falschen Straßenseite fahren. Hat mich aber nicht abgehalten bereits am 4. Tag ein „Speeding-Ticket“ zu bekommen, das die Hälfte meines ersten Gehaltes aufgefressen hätte, wenn …
In den falschen Mann am falschen Ort verliebt. Absturz und Weiterwanderung nach Johannesburg. Die ersten Aufstände in Soweto mit Verbindung der Erkenntnis, dass man seinen Problemen nicht davonrennen kann, Rückkehr nach Deutschland.
 
Kulturschock – bekam Heimweh nach Südafrika, Akklimatisierungsprobleme
 
• Ich blieb trotzdem, kleidete mich aber wie ein wandelnder Protest, kam durch ein Zeitarbeitsunternehmen in eine Unternehmensberatung. Die bekamen nun Kulturschock, behielten mich aber, weil ich gut war und mich mit den Frauen gut verstand.
 
Unternehmens-/Personalberatung
Hier lernte ich enorm viel. Unter anderem auch, dass ich als Frau nix wert bin. Fasste den Entschluss, dass niemand mehr mit mir so umgeht. Wie funktioniert das? Mit Wissen. Was fehlt mir? Abitur!
 
Abendgymnasium
Stieg gleich in die 2. Klasse ein, denn der Rektor hatte eine Schwester in dem Gymnasium, aus dem ich hinauskomplimentiert wurde. Er kannte die Anforderungen dort. Arbeitete nebenher mit 80 % Zeit in der Unternehmensberatung, bekam aber 120 % (im Vergleich zur Vollzeit) Arbeit aufgebürdet. Frauen=KKK. Habe Abitur trotzdem geschafft! Bewarb mich für Psychologiestudium, alternativ Medientechnik. NC natürlich unter obigen Bedingungen nicht geschafft. Die Wartezeit überbrückte ich mit Jobs. An dem Tag, an dem ich einen Arbeitsvertrag unterschrieben habe, kam die Zulassung zum Psychologiestudium! Ich entschied mich für den Job.
 
Amerikanisches Trainingsinstitut
Es hörte sich alles zu phantastisch an, ich hatte mit den bekanntesten Verhaltenspsychologen der Welt direkt zu tun, bereits 1985 hatten wir Touchscreens! 1984 schickte ich E-mails. Ich baute mit meinem Chef die deutsche Niederlassung auf. Die Führungskräfte, deren Konterfeis mir aus Wirtschaftszeitungen entgegenlächelten, waren unsere Seminarteilnehmer. Nachdem ich aufhörte, in Ehrfurcht zu versinken, kam mir der Gedanke, dass deren Sekretärinnen dieses Seminar (Menschenkenntnis) viel dringender brauchten, schlug es vor und nach „mach mal“, schrieb ich das Führungsseminar für Sekretärinnen um, verkaufte und hielt es, erfolgreich natürlich!
Nächster Absturz: Deutsche Niederlassung wurde von neuem Besitzer geschlossen. Nun war ich 40, hatte den Studienplatz zurückgegeben, habe zugenommen, weil ich das Rauchen aufgegeben hatte. Was nun? Aber ich habe ja viel gelernt.
 
Selbständige Verhaltenstrainerin
Ich hatte ja eine gute Basis, meine eigenen Erfahrungen und schlaue Bücher. Ich mischte 50 % des Wissens über Verhaltenspsychologie aus meiner Ex-Firma, fügte 50 % Wissen aus den Büchern über Farbpsychologie hinzu, schüttelte ordentlich und heraus kam das Konzept der Farb-Verhaltensstile. Ich hielt sehr erfolgreich das Seminar „Menschenkenntnis für Sekretärinnen“. Später auch für Führungskräfte.
 
Dozentin in privaten Akademien und bei Bildungsträgern
Neugierde führte mich in die neuen Bundesländer. Sah den Bildungsbedarf und schulte vorwiegend in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die schlimme persönlich Situation vieler meiner Schüler veranlasste mich die Ausbildung zur Psychotherapeutin zu machen, damit ich ihnen außerhalb der Firma oder Schule helfen konnte.
 
Psychotherapeutin/psychologische Beraterin
Ausbildung an den Deutschen Paracesus Schulen, Abschlussarbeit über Depression
 
Hypnoseausbildung, Synapse Stuttgart
Aus persönlichem Interesse und weil ich glaube, dass diese alte Therapieart genau unseren heutigen Anforderungen entspricht.
Nächster Absturz: Schwere Erkrankungen der Eltern. Kümmerte mich um sie. Da ich Geld brauchte, ging ich zurück zu meinen ursprünglichen Wurzel und arbeitete als freiberufliche Sekretärin
 
Bosch, IBM, DaimlerChrysler
Eigentlich wollte ich früher nie in große Konzerne, obwohl wir hier in Baden-Württemberg reichlich davon haben. Das war ein Vorurteil, das ich heute nicht mehr gut machen kann. Machte unbezahlbare Erfahrungen für all meine Seminare.
 
... Und sollte gar nichts mehr gehen, kann ich immer noch meine Bilder verkaufen! Ich male sehr gerne und dass es gut ist, zeigt der Preis, den ich von der Stadt Stuttgart erhielt, die einen Wettbewerb für professionelle Maler ausschrieb (kleingedruckt: Amateure dürfen ihre Bilder auch einreichen), um Stuttgart für Künstler attraktiver zu machen. Wollen Sie ein paar meiner Bilder sehen, dann gehen Sie doch zu:
http://www.finde-den-fisch.de/fischrelaunch/galerie/galerie_...
Allerdings … mein Ohr bleibt dran!
 
... ich bin immer noch am Klettern!
 
. nun hat mir das Schicksal wohl die größte Herausforderung gestellt. Meine Eltern. Zuerst war mein Vater mit Parkinson ein Pflegefall, dann wurde es wohl meiner Mutter zu viel ihn zu pflegen, obwohl sie 24-Stunden-Unterstützung hatte, und nach einer Woche in einer betreuten Wohnung bekam sie einen schweren Schlaganfall. Nun habe ich beide Elternteile im Rollstuhl. Zuerst der Umzug aus dem eigenen Haus in eine betreute Wohnung, nach einem halben Jahr der Umzug ins Pflegeheim. Ich habe eine Möbelschwemme in meiner Wohnung, überall Umzugskartons, komme gar nicht dazu sie auszupacken. Zeit für mich selbst? Keine! Zeit Geld zu verdienen? Keine. Nichts als Formulare und nochmals Formulare auszufüllen. Der irre Kampf mit Ämtern, um sein Recht einzufordern. Ein Gutes hat es allerdings. Ich wurde nun wirklich erwachsen. Ich bin nicht mehr das Kind meiner Eltern. Wahrscheinlich kennt fast jeder das Gefühl, wann immer man zu den Eltern kommt und egal wie alt man ist, man ist immer ein Kind. Und fühlt sich auch so.

Im Oktober 2011 starb meine Mutter. Ihren Tod kündigte ein Rabe an. Er war eines Tages da, als Mama mit einem gebrochenen Oberschenkel im Krankenhaus lag. Er war völlig zutraulich, pickte mir in die Löcher meiner Gummischuhe - verschwand wieder und war ein paar Tage später wieder da. Mein Hund spielte verrückt, ich schaute nach weshalb. Der Rabe war wieder da und lief auf der Terrasse vor dem Elternschlafzimmer hin und her. Sollte Nicko zu aufdringlich werden, pickte er ihn auf die Nase und rief ihn zur Ordnung. Er lief ihm sogar in den Wintergarten nach.
Ich machte dieses kleine Video:
http://www.youtube.com/watch?v=Rg3eidaY1cA
Ein paar Tage später war Mama tot. Da sie immer nach ihrer Mutter gerufen hat, sie möge sie holen, glaube ich, dass ihre Mutter sie als Rabe abgeholt hat. Sie können mich für verrückt halten, aber das passt zu ihr. Sie war ein sehr spiritueller Mensch und ich gönne nun ihre Ruhe und ich hoffe, sie ist bei ihrer Mutter.

Nun pflege ich meinen Vater und ich bin froh, dass ich die Chance dazu habe und ihn nicht mehr in ein Heim geben muss.



 

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