Sabine Fiedler
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Wirtschaftswoche:
Berlusconi: Minister im Müll
Sabine Fiedler (Mailand)
Es war eine Steilvorlage für Italiens Karikaturisten: Kurz bevor Silvio Berlusconi die Minister seiner vierten Regierung zur ersten Kabinettssitzung inmitten des neapolitanischen Mülldesasters zusammentrommelte, versuchte er Aufbruchstimmung zu verbreiten. „Die Erwartungen sind enorm, aber ich werde Sie nicht enttäuschen“, kündigte Berlusconi an, um gleich darauf hinzuzufügen, er besitze leider keinen Zauberstab. Seitdem wird Berlusconi von italienischen Zeitungskarikaturisten als Mischung aus Merlin und Harry Potter mit Magier-Hut, Sternen-Umhang und Zauberstab verspottet. „Weg mit der Immobiliensteuer“, ruft Berlusconi auf einer Zeichnung und schwingt vor einem Familienheim den Zauberstab. „Oh mein Gott“, japst der Familienvater entsetzt, denn mit der Steuer verpufft auch gleich das ganze Haus. „Ich erledige die Dinge im großen Stil“, kommentiert ein grienender Berlusconi.
Auch ohne Zauberstab: Die „Ici“, eine Art Grundsteuer für Eigenheimbesitzer, soll wegfallen. Die Steuerabschaffung hatte Berlusconi im Wahlkampf versprochen. Ein anderes Vorhaben ist ihm nicht gelungen: Statt aus zwölf, wie angekündigt, besteht sein Kabinett aus 21 Ministern. Einige davon fallen allenfalls durch Ansehnlichkeit auf, etwa das 32-jährige Ex-Showgirl Mara Carfagna, die jetzt als Ministerin für Chancengleichheit auf der Politikbühne erscheint. Oder die 1977 geborene Ministerin Giorgia Meloni, die sich um die Jugendpolitik kümmert. Infrastruktur- und Verkehrsminister Altero Matteoli, Unternehmer mit dem Spitznamen „der Buchhalter“, dagegen soll möglichst sofort mit dem Bau der Brücke über der Meeresenge von Messina beginnen.
Langjährige Regierungserfahrung hat einzig Giulio Tremonti, der jetzt bereits das vierte Mal unter Berlusconi als Wirtschafts- und Finanzminister dient. Er ist der „Omnipräsente, ohne dessen Gunst derzeit nichts geht“, wie der Regierungschef Berlusconi selbst sagt. In Neapel verhieß Tremonti auch eine Senkung der Einkommensteuer und verkündete überraschend einen Pakt mit Italiens Banken.
Diese sollen die Raten von Immobilienkrediten auf das Vorkrisen-Niveau von 2006 zurückführen. Davon könnten 1,25 Millionen Familien profitieren. Steuergeschenke und Zins-Pakt gemeinsam könnten jeder Familie direkt mehr als 1400 Euro pro Jahr in die Kasse spülen, rechnete die Zeitung „Sole 24 Ore“ vor. Das ist mehr als ein zusätzliches durchschnittliches Monatsgehalt. Minister Tremonti will hingegen an der Steuerschraube für Banken, Versicherungen und Ölfirmen drehen, die seiner Meinung nach in den vergangenen Jahren „Konjunkturprofite“ abgeschöpft hätten. Einzelheiten behielt er bislang für sich.
Ebenso offen lässt Berlusconis starker Mann, wie die neuen Wohltaten in Einklang zu bringen sind mit Brüsseler Forderungen, die Staatskonten zu sanieren. Dem Juristen und Universitätsprofessor Tremonti fehlen nach eigener Schätzung rund 20 bis 30 Milliarden Euro, um 2011 einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können. Er werde den Sanierungskurs seines Vorgängers Tommaso Padoa-Schioppa fortsetzen, sagte er zwar seinen besorgten EU-Kollegen zu. Doch die haben Tremonti nicht gerade als Europa-Freund in Erinnerung.
Auch sonst plant die Regierung Berlusconi in großem Stil. Das gilt vor allem für die Brücke zwischen Sizilien und dem italienischen Festland. Sechs Milliarden Euro sind dafür veranschlagt; schon 2016 sollen stündlich 6000 Fahrzeuge und täglich 200 Züge die gigantische Brücke überqueren. Nicht nur die Opposition, auch der Industrieverband Confindustria hält andere Infrastrukturprojekte für wichtiger; etwa die Straßen vor und hinter der geplanten Brücke oder den Ausbau der „Autostrada del Sole“ zwischen Mailand und Neapel. Zudem würde wohl ein großer Teil des Geldes in die Taschen der Mafia fließen. Die Brücke werde nicht zwei Küsten, sondern zwei Clans verbinden – die kalabresische ’Ndrangheta und die sizilianische Cosa Nostra, warnt Nichi Vendola, Regionspräsident von Apulien.
Berlusconi aber wendet sich jetzt erst einmal den Müllbergen zu. Noch vor Kurzem musste er sich in Karikaturen verspotten lassen, auf denen er als „Mago“ vorn einen Müllhaufen wegzauberte, sich freudestrahlend dem Applaus stellte, während hinter ihm bereits neuer Abfall aufgeschüttet wurde. Daraufhin kündigte Berlusconi an, dass das Militär bei der Müllbeseitigung helfen werde. Als bekannt wurde, wo der Müll genau gelagert werden soll, brachen Straßenkämpfe aus. Anwohner gegen Polizei, mit Flaschen und Steinen bewaffnet die einen, mit Knüppeln und Tränengas die andern.
Jetzt will die Regierung die Deponien notfalls auch mit Gewalt durchsetzen, und Protestierenden drohen höhere Strafen. Sollte Berlusconi das Problem tatsächlich lösen, dann bietet Neapel ihm die Heiligsprechung an. „Berlusconi Santo subito – wenn er Kriminalität und Müll beseitigt“, steht auf Plakaten, die pünktlich zur ersten Kabinettssitzung in der müllgeplagten Stadt auftauchten. Bislang verschwanden die Müllberge nur im Zentrum und auf dem Weg zum Flughafen, entlang der An- und Abreiseroute der Minister und Journalisten.
„Im Zentrum war das Problem ebenso wie in den touristischen Zentren eigentlich kaum vorhanden“, versucht der Präsident des kampanischen Tourismusverbandes Federalberghi, Costanzo Iaccarino, die mittlerweile aller Welt bekannten Abfallberge kleinzureden. Der Tourismus erwirtschaftet in der Region rund elf Prozent des Inlandsproduktes und sorgt für circa 40.000 feste Arbeitsplätze. „Wir zahlen den Preis für dieses Desaster, und die Rechnung wird teuer“, klagt Iaccarino. „Da können sie alle Schönheiten der Welt haben, Capri, Ischia, Pompeji, alle ohne das geringste Müllproblem, es nützt nichts.“
Sollte Berlusconi des Mülls Herr werden, würde auch das einigen Neapolitanern die Geschäftsgrundlage entziehen. Das gilt nicht nur für die Camorra, die angeblich mit der illegalen Müllentsorgung eine neue Geldquelle erschlossen hat. Auch jene Neapolitaner, die Bus-Touren zu den übelsten Müllbergen organisieren, müssten sich etwas Neues einfallen lassen. Aber um die muss man sich nicht sorgen; an Kreativität hat es den leidgeplagten Neapolitanern selten gemangelt.
Passauer Neue Prese
„Das Wunder Italiens“
Von Sabine Fiedler
Mailand, 10. April 2008 - Jetzt wird der Wahlkampf doch noch italienisch. Die Rechte ruft zu den Waffen und beleidigt politische Gegner, die Linke warnt vor gefährlicher Stimmung im Land. Der Mailänder Medienunternehmer Silvio Berlusconi hat gute Chancen, am Montag zum dritten Mal die italienischen Parlamentswahlen zu gewinnen. Wie ist das nur möglich, fragt man sich im Ausland, wo Berlusconi oft wahlweise als Witzfigur oder Gefahr für die Demokratie gilt. „Mit dem Coca-Cola-Prinzip“, sagt Meinungsforscher Renato Mannheimer. Berlusconi hat sich eine neue Verpackung gegeben, macht eine gute Kampagne und nutzt seine Fernsehsender für den Vertrieb. Ob das reichen wird, ist unklar. Der ehemalige römische Bürgermeister Walter Veltroni hat aufgeholt, viele erwarten eine Pattsituation. Während die einen dann Jahre politischen Stillstands fürchten, sehen andere darin die einzige Chance für das Land, das bis zur Stiefelspitze in Schwierigkeiten steckt.
Italiener zu sein, ist derzeit nicht leicht. Müll auf den Straßen, Dioxin im Mozzarella, gepanschter Wein – ein Skandal jagt den nächsten und kratzt ausgerechnet am Weltruhm der Dinge, auf die Italiener bislang bedenkenlos stolz sein durften. Die Politik des Landes gehörte nie dazu. Der rabaukige Ton, der in der italienischen Politik vor allem die Wahlkampfzeiten prägt, irritiert im Ausland und wird gern mit dem Hang der Italiener zur Oper erklärt.
Dieses Mal war alles anders. Zumindest bis vor kurzem. Gepoltert wurde wenig, beide Lager links und rechts gaben sich betont sachlich. Der neue Stil war vor allem Veltroni zu danken. Der 52-Jährige führt die neue Demokratische Partei gegen Berlusconis Volk der Freiheiten. Obwohl selbst seit 30 Jahren zunächst in der lokalen und dann nationalen Politik, will Veltroni einen Politiker neuer Art darstellen. Sein Wahlkampfslogan „si può fare“ ist nicht zufällig eine fast wörtliche Übersetzung von Barack Obamas „Yes, we can“. Wie der US-Präsidentschaftskandidat will Veltroni für Wandel stehen und den endlosen Reigen aus Anschuldigungen, Vorwürfen und Gegenanschuldigungen beenden, der der italienischen Politik so wenig Zeit für die Lösung echter Probleme lässt.
Und davon hat das Land genug: Das Wirtschaftswachstum tendiert gegen Null, die Inflation steigt. In mehr als der Hälfte der Familien reicht das Geld nicht mehr bis zum Monatsende, zeigten Umfragen. Etwa 15 Millionen Italiener oder fünf Millionen Familien im Land sind von Armut bedroht. Vetternwirtschaft und Klientelismus gehören in vielen Bereichen zum Alltag und wer glaubt, überbordende Bürokratie sei ein typisch deutsches Phänomen, kennt die italienischen Behörden nicht. Die Jugend leidet angesichts einer an der Macht klebenden Führungsriege in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an Perspektivlosigkeit. Als sich eine junge Universitätsabsolventin darüber jüngst öffentlich bei Berlusconi beklagte, riet er, sie möge doch einen reichen Erben im Stile seines Sohnes heiraten. Schließlich sei sie doch ganz ansehnlich. Viele Frauen können darüber nicht lachen. Genau so wenig wie über Berlusconis Aufforderung an die Damenwelt, sie möge ihrem Land am Wahltag einen Dienst erweisen und Kekse für die Helfer backen.
Wie kann man so einen Mann wählen, fragt sich das Ausland und reibt sich angesichts der Umfragen verwundert die Augen. Diese sehen Berlusconi kontinuierlich in Führung, seitdem die stets wackelige Mitte-links-Regierung von Wirtschaftsprofessor und EU-Experte Romano Prodi Ende Januar ihre Senatsmehrheit verlor und endgültig in die Brüche ging. Auf internationalem Parkett fiel Berlusconi meist durch Faxen und Verbal-Fehltritte auf. So setzte er einem spanischen Minister auf einem offiziellen Staatsfoto per Handzeichen Hörner auf oder erklärte, er habe die finnische Präsidentin mit seinen Playboy-Qualitäten beeindruckt. Vielen Deutschen in lebendiger Erinnerung ist Berlusconis Rat an den deutschen EU-Abgeordneten Martin Schulz, er könne in einem KZ-Film doch einen SS-Schergen spielen.
„Das Ansehen im Ausland interessiert die Wähler wenig,“ erklärt Meinungsforscher Mannheimer. „Die Menschen entscheiden nach Themen, die ihr Leben direkt betreffen.“ Das ist zum Beispiel die Wirtschaft. Berlusconi gibt Prodi die Schuld an der Misere. „Die Linke hat dich in die Knie gezwungen, steh wieder auf, Italien,“ lautet sein Slogan.
Wollten sich die Wähler nach den Wahlprogrammen orientieren, dürfte die Entscheidung schwer werden. Sie gleichen einander so sehr, dass beide Lager sich gegenseitig des Plagiats beschuldigten. Beide sind voll mit Wahlversprechen wie Steuersenkungen, mehr Geld für Familien und Rentner, aber bezahlbar ist keines, rechnete eine Wirtschaftszeitung vor.
„Berlusconi kann aus demselben Grund gewinnen, aus dem Coca-Cola so viel verkauft. Beide machen Kampagnen, die einige Leute hassen und viele lieben,“ so Mannheimers Analyse.
Mit dem Namen „Volk der Freiheiten“ verpasste Berlusconi sich auch gerade eine neue Verpackung. Das Bündnis ist im Wesentlichen das Gleiche. „Als Berlusconi Anfang der 90er in die Politik ging, hat er gesagt: Hier bin ich, ich bin neu. Das hat seit ihm kein anderer mehr geschafft,“ sagt Mannheimer. Berlusconi gilt nicht unbedingt als ehrlich, aber als gerissen. International, so glauben einige, könnte diese Gerissenheit helfen, Italien voranzubringen.
Der Mailänder verfügt zudem über eine Anhängerschaft, die sich über das Fernsehen mobilisieren läßt, sagt Mannheimer. Praktisch, dass drei Privatfernsehsender, diverse Zeitungen, Zeitschriften, Verlage und Werbeagenturen zum Wirtschaftsimperium der Berlusconis gehören.
„Veltroni, der Arme, hat es schwerer. Der muss durchs ganze Land ziehen und Kontakt zu den Menschen aufbauen, weil er sonst nur als römischer und nicht als Landespolitiker wahrgenommen wird,“ urteilt der Experte. Den sachlichen Ton hat Veltroni nicht bis zur Wahl retten können. Der Wahlkampf sei langweilig und werde kaum wahrgenommen, hieß es. Und so wird jetzt doch gepoltert. Die Stimmzettel zu unübersichtlich, so Berlusconis Bündnispartner Umberto Bossi von der Lega Nord. „Entweder es gibt neue Wahlzettel, oder wir greifen zu unseren Gewehren.“ Das sei nur eine Metapher, beruhigt Berlusconi und lenkt mit dem Vorschlag ab, regelmäßig den Geisteszustand italienischer Staatsanwälte zu überprüfen. „Die Worte eines Verrückten“, quittiert einer der bekanntesten von ihnen, der für Veltroni kandidiert.
Mit überzeugenden Lösungen für die Probleme des Landes hingegen glänzt keines der Lager und es ist fraglich, ob eines am Montagabend über eine stabile Mehrheit verfügen wird. Besonders im Senat könnte es wieder wackelig werden.
Kein Grund allerdings, den Untergang Roms an die Wand zu malen, beruhigt Mannheimer. „Der Italiener ist pessimistisch, was die Zukunft des Landes betrifft, aber zuversichtlich, wenn es um seine eigene geht. Ich werde es schon besser machen als die anderen, denkt er, und am Ende wurschteln sich alle durch. Solange dieses System funktioniert, ist es doch wunderbar.“ Bereits vor 30 Jahren schien Italien am Abgrund und nicht mehr zu retten, Fiat lag am Boden, die Roten Brigaden verbreiteten Terror. „Und heute stehen wir hier. Das ist ein Wunder“, sagt Mannheimer augenzwinkernd. „Das Wunder Italiens.“
Frankfurter Rundschau:
Kampf gegen die Mafia
"Die besseren Unternehmer"
VON SABINE FIEDLER
Mailand/Palermo. "Es ist unsinnig, zum Kampf gegen die Mafia aufzufordern, wenn die Leute nichts zu essen haben", sagt Umberto Di Maggio. "Einem armen Bauern oder Arbeiter aus Corleone, der noch nie ein Buch in der Hand hatte, vielleicht auch gar nicht richtig lesen kann, brauchen Sie keine feurigen Reden über die Freiheit zu halten. Aber wenn er hört, dass wir den staatlichen Mindestlohn zahlen, mehr als 50 Euro pro Tag inklusive Kranken- und Unfallversicherung, dann hört er zu. Denn die Cosa Nostra zahlt nur 30 Euro ohne jede Absicherung."
Di Maggio geht den Kampf gegen die Mafia ganz praktisch an. "Am Ende zählt der Erfolg, sonst bleibt man immer bei pathetischen Reden und hypothetischen Werten stehen", sagt er im Akzent seiner sizilianischen Heimat. Der 30-jährige Soziologe ist Präsident, Koordinator und Referent des Ortverbandes Palermo der Anti-Mafia-Organisation Libera.
Libera wurde 1995 von Don Luigi Ciotto gegründet, als Dachverband aller Organisationen und Personen, die sich dem Kampf gegen das organisierte Verbrechen verschrieben haben. Der katholische Priester wollte damit die im und nach dem sogenannten Frühling von Palermo - dem Aufbegehren der Sizilianer gegen die Cosa Nostra Anfang der 90er Jahre - entstandenen Initiativen und Kräfte bündeln.
Die erste Tat des Dachverbandes: Er sammelte eine Million Unterschriften für ein Gesetz, dass es ermöglichen sollte, von der Mafia beschlagnahmte Güter für soziale Zwecke nutzbar zu machen. "Von dem Gesetz profitieren wir noch heute", sagt Di Maggio.
Urlaub im ehemaligen Mafia-Anwesen
Die Unterorganisation "Libera Terra" etwa bewirtschaftet Länderein, baut Wein, Obst und Gemüse an, betreibt Landgasthöfe. Der neuste wurde im November 2008 in Corleone eröffnet. Die Gäste urlauben auf einem Anwesen, das früher dem heute inhaftierten Toto Riina gehörte.
"U curtu" (der Kurze), wie sein Spitzname lautete, oder "la bestia" (Die Bestie), wie ihn die Medien nannten, gilt als einer der kaltblütigsten Mafia-Bosse aller Zeiten. Unter anderem soll er die Bombenattentate in Auftrag gegeben haben, die die beiden Ermittlungsrichter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in den Tod rissen und den Frühling von Palermo beendeten. Die Regierung entsandte Tausende Soldaten nach Sizilien, über die Straßen von Palermo rollten Panzer.
Jetzt hat Libera im Stadtzentrum die "Werkstatt des Geschmacks und des Wissens" eröffnet. Mitte März wurde sie in der Piazza Castelnuovo eingeweiht, am Teatro Politeama, mitten im kommerziellen Herzen der Stadt. Der 180 Quadratmeter große Laden gehörte früher einem Mafioso, der hier mit Herrenbekleidung handelte, berichtet Di Maggio. Jetzt – nach Investitionen von rund 70.000 Euro – ist Libera eingezogen und verkauft im oberen Stock "Geschmack" in Form von Libera-Produkten: Antimafia-Weinen, Antimafia-Öl und Antimafia-Pasta.
Im Geschoss darunter gibt es Wissen: Bücher, Filme, DVDs über die Mafia, die Antimafia, über Zivilcourage, das Drogenproblem. Hier sollen auch Ausstellungen Gäste anlocken, Lesungen, Filmvorführungen, Konzerte, Theater. "Alles, was zur Wissensmehrung unseres Themas beitragen kann", sagt Di Maggio. Das sei dringend nötig in einer Stadt, in der "so viel Ignoranz in der Luft liegt, dass man sie mit dem Messer schneiden kann".
"Unsere Gasthöfe stehen im Michelin-Führer"
Auf Gutmenschentum kann er dabei gut verzichten, glaubt Di Maggio. "Ich will, dass die Leute bei uns kaufen, weil wir gute Produkte haben, nicht weil wir von Libera sind." Auf die Produkte ist Di Maggio verdammt stolz, und er ist sich sicher, dass sie keine Solidarität nötig haben. "Unsere Weine werden vom Gambero Rosso prämiert, unsere Landgasthöfe stehen im Michelin-Führer. Das ist der Erfolg, mit dem wir die Mafia schlagen. Der Rest ist Zubehör."
Mit den ersten Erfahrungen ist Di Maggio dabei äußerst zufrieden. "Wir mussten schon drei Mal das Sortiment nachbestellen, weil wir zu vorsichtig geordert hatten." Das Verkäufer-Business müsse die Organisation eben noch lernen, aber im Kampf gegen die Mafia ist der studierte Soziologe zu einigem bereit. Auch die erklärten Gegner scheuen den Konflikt offenbar nicht: Sie haben sich den Laden bereits genau angeschaut. "Man erkennt sie sofort, wie sie hier hereinkommen, abschätzig auf unsere Produkte schauen und mit einer abfälligen Bemerkung den Laden verlassen."
Darüber hinaus kommen auch Skeptiker, die sich zwar interessiert zeigen, aber sagen, die Anti-Mafia dürfe nicht zum Business werden. "Sie glauben wir sollten nur demonstrieren und Vorträge halten, kein Geschäft machen. Aber wir", so sagt DI Maggio selbstsicher, "glauben genau das Gegenteil." Wie viele andere. Der Großteil der Kunden und Besucher reagiere schließlich begeistert auf das Konzept und die Waren des neuen Libera-Shops.
Auch im Bausektor sagt Libera der Mafia den Kampf an
Bislang hauptsächlich in der Landwirtschaft und im Tourismus engagiert, betreibt Libera seit Februar auch eine Baumittelfirma. Rund 30 Personen arbeiten in der Cooperativa in Trapani, die aus der Firma "Calcestruzzo Ericina" hervorging und damit aus dem Besitz des Mafioso Vincenzo Virga stammt. Der Bausektor ist einer der Wirtschaftssektoren, in denen der Einfluss der Cosa Nostra noch am stärksten ist.
Konkurrenz fürchtet Di Maggio trotzdem nicht. "Wir müssen eben die besseren Unternehmer sein". Damit, so ist er überzeugt, hat man auch in Sizilien eine Chance. Die Kooperative, in der 30 Angestellte arbeiten, musste viel investieren und einen Kredit von "weit mehr als 100.000 Euro" abbezahlen.
Aber Di Maggio ist zuversichtlich, dass das gelingt, auch weil es eine "grüne Firma" ist, die mit recycelten Materialien arbeitet und sich im Umweltschutz engagiert. "Das ist etwas ganz neues für Sizilien, da sind wir leider noch nicht so weit wie ihr in Deutschland."
Auch Obst und Gemüse produziert Libera nach Bio-Vorgaben. "Wir wollen die Erde nicht beherrschen wie die Mafiosi. Wir lieben unser Land und liebkosen es", sagt Di Maggio. In Sizilien gibt es fünf landwirtschaftliche Kooperativen mit insgesamt 100 Festangestellten.
Weitere Hundert finden in der Erntezeit Arbeit. "Zum größten Teil sind es auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen mit kleinen Handicaps, die sonst kaum eine Chance hätten. Die Arbeitslosigkeit ist sowieso sehr hoch hier in der Gegend."
Zwei weitere Initiativen gibt es in Kalabrien und in Apulien. Am 21. März wurde auch eine in Kampanien eröffnet. Jedes Jahr an diesem Datum feiert Libera den Tag des Gedenkens der Mafia-Opfer. "Im vergangenen Jahr waren wir in Bari und waren 100.000 Demonstranten." In Neapel nahmen 150.000 Menschen am Protest gegen das organisierte Verbrechen teil.
Im Kampf gegen die Mafia müsse jeder seinen Job machen, sagt Di Maggio. Die Staatsanwaltschaft muss ermitteln, die Polizei schützen und die Unternehmer besser wirtschaften als die Mafiosi. "Man muss nicht von der Anti-Mafia sein. Manchmal reicht es, einfach ehrlich zu arbeiten, um auf der richtigen Seite zu stehen."
TextilWirtschaft
Business
Mission Schweißfuß
Mario Moretti Polegato hat einen Traum: Eine schweißfußfreie Welt dank Geox. Der Konzern der atmenden Schuhe ist auf globalem Expansionskurs. Bis 2010 sollen sich Umsatz und Anzahl der Geschäfte verdoppeln - mal wieder. In nur 13 Jahren ist aus einer Idee ein Branchenriese und eines der profitabelsten Unternehmen der ganzen Modewelt geworden. Auch mit dem neuen Businessplan und dem Projekt Sportschuh nehmen die Italiener den Fuß nicht vom Gas, sondern Kurs auf Umsatzmilliarde und Markführerschaft in weiten Teilen Europas.
Wachstumsgrenzen für Geox? Mögliche Marktsättigung? "Milliarden Menschen in der Welt tragen herkömmliche Gummisohlen, die alle in die Mülltonne gehören", antwortet Polegato ohne Zögern. Der studierte Jurist und Weinkundler (s. Seite 114) hat eine Mission: den Kampf gegen Schweißfüße. Von der Qualität seiner Produkte - gelochte, mit einer Membran versehene Sohlen, durch die Schweiß ausdampft - ist er felsenfest überzeugt.
Dies sei ein großer Moment für den gesamten Sport, nicht nur für Geox, erklärte er kürzlich beim offiziellen Eintritt des Konzerns in den White-Shoes-Sektor. Er wolle allen Sport-Treibenden eine Technik zugänglich machen, die "das Leben verbessert und glückliches Schwitzen ermöglicht". Das Umsatzziel für 2010 heißt 1,4 Milliarden Euro. Er werde seine Idee nicht verschenken, erklärte er jüngst am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, wo er als Redner eingeladen war. Er wolle das Zeitalter der Schweißfüße beenden, indem er Geox zum größten Schuhproduzenten mache.
Dabei ist er auf gutem Wege: Seit der Geox-Gündung 1995 hat Polegatos Konzern alle drei, vier Jahre den Umsatz verdoppelt. Die Schwelle von 50 Mill. Euro Jahresumsatz wurde 1999 geknackt, 2001 waren es 148 Mill. Euro, beim Börsengang 2004 rund 340 Mill. Euro. In diesem Jahr stehen 770 Mill. Euro in der Bilanz. Mit der Milliardengrenze hält Polegato sich nicht weiter auf. Sie soll irgendwann zwischen 2008 und 2010 übersprungen werden. Ende 2010 will Geox dann soviel Umsatz machen wie jüngst der europäische Marktführer Clarks oder der Modekonzern Armani.
In Effizienz- und Exzellenzstudien taucht Geox immer wieder auf - zuletzt unter den Top 10 neben Inditex, H&M und Abercombie&Fitch. Und die Margen, mit denen Geox die Branche in Verzückung setzt, sollen weiter steigen. Vom Umsatz sollen 2010 insgesamt 27% statt wie bisher 26% für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen übrig bleiben. Die Zahl der Geschäfte soll von 724 auf 1500 steigen, der Konzern stark internationalisiert werden. In Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Frankreich, den Beneluxländern und auf der Iberischen Halbinsel will Geox dann in Phase vier des Businessplans angekommen sein. "Konsolidierte Marktführerschaft" mit Ebitda-Margen von über 30%. In Italien ist das Ziel bereits erreicht, 2007 lag die Marge bei 34,2%.
Polegato will die Fußhygiene nicht nur europa- sondern weltweit verbessern. Ende 2010 sollen sich auch die Märkte in Kanada, Osteuropa, Russland, Skandinavien, im Nahen Osten und der Asien-Pazifik-Region bereits in Phase drei des Businessplans befinden - "massives Umsatzwachstum". Mit dem Markenaufbau (Phase zwei) will man dann in den USA, Großbritannien, Japan, China und Griechenland beschäftigt sein. Markteintritte sind in Lateinamerika, Ozeanien, Indien und Südafrika geplant. Polegato nennt den neuen Businessplan ehrgeizig, aber realistisch. "Wir sind sehr, sehr zuversichtlich, ihn umsetzen zu können", sagt er. "Wir haben vor drei Jahren einen ähnlichen Plan vorgelegt und Punkt für Punkt umgesetzt. Damals kannten uns nur wenige und heute haben wir eine Weltmarke geschaffen."
Die Erfolgsstory dürfte vor allem die ärgern, denen Polegato Anfang der 90er sein Patent anbot wie Sauerbier. Kurz zuvor hatte der Jurist und Önologe die Grundlagen für seinen Konzern geschaffen. Am Rande eines Weinkongresses - damals noch als Vertreter des elterlichen Prosecco-Gutes unterwegs - machte er einen Spaziergang in der Wüste unter der sengenden Sonne Nevadas. Als der Hitzestau in seinen Schuhen zu groß wurde, zückte Polegato ein Messer und bohrte kurzerhand Löcher in die Sohlen. Ein einfacher Weg, die Hitze herauszulassen - allerdings auch alles mögliche hinein. Die Löcher mussten also kleiner werden und konnten dies dank einer speziellen für die Raumfahrt entwickelten Membran. Diese lässt die rund 700 Mal kleineren Schweißdampf-Moleküle heraus, Wassermoleküle aber nicht herein.
Nachdem keiner der Schuhproduzenten seine Erfindung kaufen wollte, stieg er selbst in Schuhgeschäft ein. Die Weine von "La Gioiosa" und "Villa Sandi" überließ er seinem Bruder und startete im kleinen Örtchen Montebelluna unweit Venedigs mit der Produktion von Kinderschuhen. "Glücklicherweise hat damals keiner den Wert der Idee verstanden", sagt er heute.
Mittlerweile hat er dem schweißtreibenden Hitzestau nicht nur auch in Damen- und Herrenschuhen, sondern auch in Bekleidung den Kampf angesagt. Dass Hitze nach oben steigt, musste Polegato zwar nicht mehr entdecken, aber er zieht daraus andere Konsequenzen als viele Jackenhersteller. Belüftungsschlitze befinden sich nicht unter den Ärmeln, die Wärme wird über eine kleine Membran auf der Schulter ausgelassen. Mit der Bekleidung erzielt Geox derzeit 7% seines Umsatzes, bis 2010 soll der Anteil auf 12% steigen. Noch wird sie überwiegend in Italien verkauft (rund 83%) und die atmungsaktiven Nadelstreifenanzüge, in denen das Geox-Management auftritt, gehören auch nicht zum Standardangebot.
Gerade bringt der Schuhhersteller seine ersten Sportschuhe in die Läden, mit dem Slogan "Sport, der atmet" und dem Fußball-Weltmeister-Trainer Marcello Lippi als Testimonial. In dieser Saison werden 150000 Paar Schuhe in die Läden gebracht, 2010 sollen zwischen 300000 und 500000 Stück pro Jahr verkauft werden. Langfristig sehe man "enormes Potenzial". "Das Produkt ist kompliziert und will erklärt werden, das ist uns zunächst das wichtigste", sagt Polegato, der sein Unternehmen gern als Technik-Konzern beschreibt. Das Prinzip der atmenden Sohle hat Geox bei den Sportschuhen ausgeweitet. Von der Sohle ist nur noch ein stabiles Netz übrig, auf der Membran und Fußbett liegen.
Geox' Unternehmenserfolg hängt nicht nur mit dem kreativen Geist seines Gründers zusammen, sondern auch mit seiner Konsequenz. Polegato lässt sich jeden kreativen Geistesblitz patentieren und sichert sich weltweit die Rechte. Wenn es sein muss - wie in China - streitet er auch sechs Jahre lang dafür.
Wirtschaftliche Ziele werden genau definiert und zügig umsetzt. Franchise-Partnerschaften ermöglichen einen schnellen Aufbau von Geox-Stores. "Von der Steigerung des Bekanntheitsgrades unserer Marke profitieren dann auch wieder unsere Multimarken-Partner. Da gibt es keine Probleme", sagt Deutschland-Chef Marcus Mayer bei der Eröffnung des europaweit größten Geox-Stores an der Frankfurter Hauptwache.
Diesen betreibt Geox, wie die meisten anderen Flaghip-Stores, selbst. "Das machen wir aber nur, wenn es notwendig ist", so CEO Diego Bolzonello. "Meist sind es die großen und wichtigen Geschäfte, die nicht sofort rentabel sind."
In Deutschland sieht Geox Bolzonello zufolge langfristig das gleiche Potenzial wie in Italien. Dort gibt es derzeit rund 250 Läden. Etwa 40 sollen noch in diesem Jahr hinzukommen.
Sabine Fiedler
TextilWirtschaft 21 vom 22.05.2008 Seite 114
Köpfe
Mister Magic Geox
Mario Moretti Polegato, Gründer und Präsident des Schuhanbieters Geox, pflegt sein Image als Erfinder
In den italienischen Ausgaben der Walt-Disney-Comics heißt Daniel Düsentrieb "Archimede Pitagorico". Das muss man eigentlich nicht wissen, wenn man sich in der Mailänder Modebranche bewegt, weil man Menschen vom Typ "kauziger Erfinder" dort nicht oft trifft. Aber einen gibt es. Und weil er bewiesen hat, dass man in der Branche großen Erfolg haben kann, auch wenn man lieber über Technik und Patente als über Trends und Farben redet, trifft man ihn ziemlich häufig.
Mario Moretti Polegato pflegt sein Image als Erfinder und die Firmenlegende von den heißen Füßen in der Wüste, dem Messer, den Löchern in der Sohle und der Idee, die einen Weltkonzern gebar. An Selbstbewusstsein und Exzentrik mangelt es dem studierten Juristen und Weinkundler nicht. Er präsentiert Geox als Technikkonzern, benutzt reichlich Superlative, spricht davon, dass seine Schuhe die Welt verbessern und vergleicht sich und seinen Konzern in Interviews schon mal mit Bill Gates und Microsoft. Die Unternehmen hätten gemein, dass in beiden drei von vier Angestellten einen Universitätsabschluss haben, erläutert Polegato Und Bill Gates habe genau wie er eine Idee gehabt, an die außer ihm niemand glaubte.
Auf der Geox-Kinderhomepage erklärt eine freundliche Comicfigur den Kleinen in sechs Sprachen, warum man in Geox-Schuhen keine Schweißfüße bekommt. Die Figur ähnelt weniger Daniel Düsentrieb als viel mehr einem muskelbepackten Superhelden und stellt sich als "Magic Geox, der Erfinder der Schuhe, die atmen" vor.
Polegato kann sich Selbstbewusstsein leisten. Mit seiner Erfindung pilgerte er zu den damaligen Größen der Schuhbranche und bot sein Patent an - wie stinkende Socken. Niemand war interessiert. Heute zählt er selbst zu den Branchengrößen.
Polegato war damals noch Geschäftsführer des Weingutes seiner Familie La Gioiosa, und erfreute viele deutsche Kunden mit Prosecco. Das Gut führt sein Bruder Giancarlo, seitdem er Mitte der 90er sein Schuh-Imperium gründete und es im Dezember 2004 an die Börse brachte. Sein 26-jähriger Sohn Enrico unterstützt ihn seit kurzem als Vizepräsident.
Bereits 1994 verlieh der italienische Industrieverband Confindustria Polegato den Kreativitätspreis, seitdem hagelte es internationale Preise, darunter bester italienischer Unternehmer weltweit (2003) und die Ehrendoktorwürden der Universitäten von Verona, Venedig und Timisoara (Rumänien) in Wirtschafts-, Agrar-, Chemie- und Umweltwissenschaften.
Nicht einfach, bei so viel Lob mit den Füßen auf dem Boden zu bleiben. Die Geox-Story bezeichnet Polegato gern "als kleines Wunder", garniert mit einem Schuss Tellerwäscher-Romantik: "Ich habe bewiesen, dass es jeder schaffen kann, wenn er an seine Idee glaubt", sagt er. Und alles nur wegen der Schweißfüße. Dabei hat Polegato gar nichts gegen das Schwitzen. "Schwitzen ist gesund. Man darf nur nicht in seinem Schweiß verharren."
Sabine Fiedler
Ziele rauf, Aktienkurs runter - Von verschreckten Anlegern
Seit dem Börsengang im Dezember 2004 hat Geox seinen Aktionären viel Freude bereitet. Jahrelang kannte der Aktienkurs nur eine Richtung: nach oben. Zu Beginn der Parkett-Karriere wurde die Geox-Aktie zu etwas mehr als 5 Euro gehandelt, im Oktober 2007 für mehr als 16 Euro. Dann war die Rally plötzlich vorbei, der Kurs ging auf Talfahrt, obwohl das Unternehmen weiter Rekordumsätze und -gewinne vorlegt. Seitdem hat die Aktie fast 50% ihres Wertes verloren. Der ehrgeizige Drei-Jahresplan hat die Anleger verschreckt. Derzeit erwirtschaftet Geox etwa 93% seines Umsatzes mit Schuhen. Stärkster Markt ist mit einem Umsatzanteil von etwa 35% weiterhin der italienische Heimatmarkt. Wichtigster Exportmarkt für die Italiener ist Deutschland (14,2%), der deutschsprachige Raum macht insgesamt rund ein Fünftel der Erlöse aus. sf
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