Silke Samel

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Persönliches

Status
Unternehmerin

Ausbildung

Hochschulen

Freie Universität Berlin

Germanistik, Publizistik, Theaterwissenschaften, Philosophie

 

ARD & ZDF - Akademie

Management, Führung, Kommunikation, Arbeits-Psychologie

 

IHK - Akademie München.Westerham

Industrie und Handel, Lehrtätigkeit, Coach

Businesscoaching

Sprachen
Deutsch, Englisch

Über mich

"Wenn Du glaubst, du wärst zu klein, um Einfluss ausüben
zu können, dann versuch mal, mit einem Moskito zusammen
in einem Zimmer zu schlafen." (Afrikanisches Sprichwort)
 

 
♦→ Businesscoach IHK
♦→ Reiss Profil Master
♦→ Werte- & Motivations-Analyse Coach nach dem Steven Reiss Profil ©RP
 
♦→ Key Note Speaker & Impulsvorträge
♦→♦→ Grandios Querdenken und für Furore sorgen
♦→♦→ Veränderungen lustvoll manifestieren
♦→♦→ Smart statt hart... Wenn Katzen kämpfen
♦→♦→ Vom Fliegen und Schwimmen im Business-Zoo
♦→♦→ Vom Betaweibchen zur Alpha-Lady
♦→♦→ Vom Bürohengst zum Alphatier
u.v.a.m.
 
♦→ Autorin
 

Artikel
Smart statt hart – Frauenkompetenzen nutzen - Stutenbissigkeit oder: Wenn Katzen kämpfen . . .
von Silke Samel - 27.01.2006

 
Mit Angela Merkel ist in Deutschland erstmals eine Katze an der Macht. Es braucht nicht viel Fantasie sich vorzustellen, wie oft Frau Merkel ihre Krallen hat ausfahren müssen, um nicht von den männlichen Säugetieren um sie herum gefressen zu werden.
 
Diese kämpferische und widerstandsfähige Katze ist nun Kanzlerin und wirkt von Tag zu Tag geschmeidiger und eleganter in ihrem neuen Job.
 
Angela Merkel als Business-Hexe, die es geschafft hat. Die sich allen Widrigkeiten zum Trotz durchgesetzt hat. Die ihr Ziel erreicht hat. Und die sich dabei nicht verbogen hat (wenn man von dem neuen Fönfell einmal absieht).
 
Was kann nun eine ganze normale Frau, die ebenfalls täglich ins Büro muss und dort nun auch in allerschönster Regelmässigkeit auf Widrigkeiten trifft – in Form von kratzbürstigen Kolleginnen – was kann diese berufstätige Frau von der höchsten Dame des Staates lernen?
 
Als erstes vielleicht, dass frau sich besser nie, nie, niemals nicht mit den Geschlechtsgenossinnen vergleicht. Kein Abgleichen der Konfektionsgröße, kein Checken der Faltenfreiheit, niemals Blicke werfen auf vermeintliche Statussymbole, die den Kolleginnen gehören wie Ehemann (erfolgreich, aus bester Familie kommend, gut aussehend), Erfolge der Kinder (Schulnoten, Tore am Laufband auf dem Fußballplatz und Mozart aus dem Eff-Eff am Klavier) , Auto (die leisten sich einen Zweitwagen: einen Sportwagen!! ..), Urlaubsorte (wieso fahren die jedes Jahr in die Karibik und wir immer in den Schwarzwald zu den Schwiegereltern ?? * kreisch *)..
 
Das alles kann eine Frau, die glücklich und erfolgreich durch’s Leben gehen will, getrost vergessen. Die Erfolgsformel heißt stattdessen: Besinnen Sie sich auf sich selbst. Machen Sie eine Inventur, was Sie alles können, was Sie schon geleistet haben, wer und was Sie sind (nicht was Sie NICHT sind) und wohin Sie wollen.
 
Das Ziel sollte nicht heißen: Ich möchte auch so gerne so kurze Röcke tragen können wie Kollegin Zauberbein. es könnte aber heissen (wenn Sie wirklich Karriere machen möchten) : Ich möchte mehr selbständige Aufgaben übertragen bekommen, mehr Verantwortung, eine weitere Sprache lernen, viel mehr Spass haben und mich weiterentwickeln.
 
Charisma entsteht weder durch neidische Blicke noch durch Eifersüchteleien oder hinterhältige Büro-Austricksereien (wobei Katze Merkel garantiert auch enorm listig sein musste auf ihrem Weg zum Kanzlerinnenstuhl .. aber sie war es strategisch.. ).
Charisma haben nur echte Persönlichkeiten und die scheren sich einen Kehricht um das, was andere Neider über sie denken könnten..
 
Clevere Frauen sehen überall Möglichkeiten, zu lernen (aus der Brillanz wie auch aus den Fehlern der Konkurrenz). Gute Business-Ladies definieren sich nicht über Äußerlichkeiten. Sie gehen so strategisch durch die Arbeitswelt, dass sie von allem profitieren können, was passiert. Und Niederlagen sind für sie kein Todesurteil, sondern weitere gute Chancen, zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.
 
Und zweitens, jetzt wird’s sehr privat: gute und erfolgreiche Katzen hassen nicht ihre Mütter.
Auch wenn ungetrübte Mutter-Tochter-Beziehungen höchst selten sind. Aber wer als Frau keinen innerlichen Frieden mit der eigenen Mom geschlossen hat, HAT ein Problem mit anderen Frauen und zusätzlich auch meist ein nicht verarbeitetes Thema mit der eigenen weiblichen Rolle in der Gesellschaft..
Und * das * ist ein höchst gefährlicher Stolperstein.
 
Wenn eine Frau sich selbst gar nicht oder nur wenig liebt, dann entsteht im beruflichen Zusammenspiel mit anderen Kolleginnen die so oft zitierte „Stutenbissigkeit“, die so viel verschwendete Energie kostet und keiner Frau etwas bringt. Weder der Täterin noch dem Opfer. Und der Firma schon gar nicht. Wer als Frau die Konkurrenzsituation zur Mutter nie reflektiert hat, ist Wettbewerbssituationen im Büro nicht gewachsen.
 
Von daher: Lieben Sie sich so wie Sie sind, Sie sind viel besser als Sie denken (und keiner erwartet von Ihnen so auszusehen wie Heidi Klum oder so viele Kids in die Welt zu setzen neben Ihrem Job wie unsere Familienministerin..).
Schließen Sie Frieden mit Ihrer Kindheit. Akzeptieren Sie Ihre Mutter so wie sie ist (Sie werden sie nicht mehr ändern können). Beäugen Sie Kolleginnen nicht kritischer als ihre männlichen Arbeitspartner. Gewöhnen Sie sich den Blick auf das Aussehen und das Outfit anderer Frauen rigoros ab.
 
Jede zahlt ihren Preis. Und Sie sollten Ihren Preis selbst festlegen und ganz genau überlegen, was Sie wofür zu zahlen bereit sind. Hinterhältige Katzenkämpfe kosten nur. Sie kosten Gesundheit, Wohlbefinden, das Gleichgewicht, sie kosten sehr viel Selbstwertgefühl und persönliches Glück und auch: die Karriere. Kurzfristig können stutenbissige Attacken möglicherweise Vorteile bringen, auf lange Sicht gewinnen aber doch nur die anderen: die Männer. Miau !
 
©bSilke Samel
 

 
***
Artikel
Teamentwicklung: In vier Stunden das erreichen, was man in 12 niemals schaffen würde!
von Silke Samel

 
Manager sind die einsamsten Menschen auf der Erde. Sie tragen von Woche zu Woche mehr Verantwortung, müssen immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern verteilen.
 
Sie bekommen Ziele gesetzt, die nur selten ihre eigenen sind und sie haben sich regelmäßig Umstrukturierungsprozessen unterzuordnen, die sie ihren eigenen Mitarbeiter schmackhaft machen müssen, ohne selbst immer an den Sinn zu glauben.
 
Ein Manager kennt Stress, kennt Sorgen und er oder sie kennt auch durchaus das Gefühl der Überforderung. Doch wem kann er sich anvertrauen? Dem Kollegen schon einmal gar nicht, der könnte dieses Wissen gegen ihn einsetzen und ausnutzen und säße ihm bei der nächsten Beförderung möglicherweise dann vor der Nase.
Dem eigenen Lebenspartner mag sich ein Manager auch nicht immer anvertrauen. Oftmals versteht der Mensch an seiner Seite seine Nöte auch gar nicht, weil manchmal nicht selbst berufstätig und wenn doch, dann nur selten in gleicher verantwortungsvoller Position.
Seinen Mitarbeitern gegenüber muss er stark sein, gegenüber den gleichrangigen Kollegen sowieso und auch der Boss soll ihn ausschließlich als belastungsfähig, innovativ und zuverlässig erleben. Und ja, auch für seine Frau und die Kinder zuhause hat er den großen Zampano zu geben, der Haus, Haushaltshilfen, Musiklehrer und Nachhilfe bezahlt und abends noch ein offenes Ohr für alle kleinen und großen Nöte seiner Familie hat.
 
Ein Manager ist also nichts anderes als ein armes Schweinerl.
 
Und deshalb sind Manager auch am liebsten Alleinkämpfer und Solisten.
 
Und weil das alles zwar durchaus verständlich, aber weder gut für den einzelnen Manager noch für die Firma oder den Konzern ist, werden regelmässig von der Geschäftsleitung Teamentwicklungs-Seminare gebucht.
 
Und hier nun ist dann aber meist der Trainer oder die Seminarleiterin, die Beraterin oder der Psychologe das arme Schweinerl.
 
Denn aus 10 Hardcore-Einzelkämpfern soll nun in zwei Tagen à 8 bis 10 Stunden ein Team entstehen. Aus Männern und Frauen, die sonst nie ein privates Wort miteinander wechseln, soll eine Mannschaft entstehen, die sich vertraut, die mit großem Teamgeist gemeinsam an die Aufgaben herangeht. Das neue Credo: Dein Problem ist auch meins – und umgekehrt.
„Ich helfe dir, habe immer ein offenes Ohr für dich, Zeit sowieso und Dein Verständnis und Deine Hilfe sind mir sicher“ – und umgekehrt.
 
Jetzt würde nur ein unerfahrener Coach eine solche Gruppe gleich zu Beginn eines Seminars „ausziehen“ und ihnen den Spiegel vorhalten (egoistisch, völlig uninteressiert an der anderen Abteilung, steht in Konkurrenz.. ..) , um dann alle kulturelle Tugenden zu erarbeiten. Dieser Coach würde voraussichtlich vollendet gegen die (unsichtbare Seminar) Wand laufen und hätte eine geschlossene Gruppe von Managern vor sich, die sich ihm und jedem Prozess verweigern würden.
 
So also geht’s nicht.
 
So könnte es gehen, wenn Sie mutig sind:
 
Trauen Sie sich als erfahrenerer Moderator, dass man über Ziele spricht, vielleicht sogar über Visionen, über Prozessoptimierung, um über die ganz sachliche Ebene auf die persönliche zu kommen.
 
Und jetzt kommt’s: Wenn Sie‘s geschafft haben, die Sachebene zu verlassen, ist es das ALLERALLERWICHTIGSTE, dass diese Menschen ZEIT miteinander verbringen können. Dass sie eben nicht mehr im Seminarraum sitzen, Karten ausfüllen, diese unermüdlich an die Metaplanwände pinnen und ihren Intellekt strapazieren. Stattdessen sollen diese im Beruf oftmals so einsamen Menschen miteinander reden, schwatzen, lachen, lästern, sich austauschen können. Beim Bier oder Wein, bei einem wunderbaren langen Essen mit vielen Gängen, bei einem langen Spaziergang durch einen schönen Ort mit vielen einladenden Bars.
 
Und da passiert’s dann auch: Plötzlich nimmt Manager A Managerin B anders wahr als nur in ihrer Funktion der Leiterin des Controlling. Manager nehmen sich als Menschen wahr. Stellen Gemeinsamkeiten fest. Nehmen die Bargespräche als Chance, Wichtiges zu bereden, wozu es bei Teamleitergesprächen nie kommen kann. Es werden Dinge geklärt, die an keinem Flipchart zu klären gewesen wären. Es entstehen Ideen. Sympathien.
Es kommt zu Erkenntnissen. Und zu Gemeinsamkeiten.
Der erste Schritt zum gewünschten Teamgeist ist getan.
 
Am nächsten Seminartag haben die Teilnehmer also schon einen Quantensprung hinter sich.
Alle knüpfen noch einmal bei einem Sachthema des Vortags an, finden plötzlich ganz schnell allgemein akzeptierte Lösungen und schaffen dann wieder Freiräume für den nächsten Schritt in Sachen „WIR-Gefühl“.
 
Doch das geht NUR, wenn man eben NICHT die zwei oder drei Tage 8 bis 10 Stunden in einem geschlossenen Seminarraum vor Kartenwänden sitzt.
Das ist so unproduktiv für zwischenmenschliche Entwicklungen wir nur irgendwas.
 
10 Jahre Erfahrung in Teamcoachings haben mich gelehrt, dass 3- bis 4-tägige Tagungen immer dann die effektivsten waren, wenn die klassische Tätigkeit im Seminarraum jeweils auf einen Sitzungs- und Arbeitsanteil von vier bis fünf Stunden begrenzt wurde.
 
Die alles entscheidende zwischenmenschliche Annäherung unter den Teilnehmer/-innen einer Teamentwicklung passiert eben nur selten im offenen Stuhlkreis (den im übrigen viele Manager ablehnen. Das Jonglieren mit Papier, Stift, Kaffee auf dem Schoß ist auch meist eine Zumutung) und sie passiert auch nicht hinter Seminartischen voller Arbeitsunterlagen. Völlig egal dabei, welche brillanten „Spielchen“, Übungen und Ansätze ein Berater/Trainer auch haben mag.
 
Und noch etwas: auch der Coach bekommt in der „freien“ Zeit so viele Informationen seiner Teilnehmer/-innen mitgeteilt, dass es dann oft sogar richtig leicht ist, das gemeinsam entworfene Ziel mit allen zu erreichen. Und Teamentwicklung ist leicht. In vier Stunden.
 
©Silke Samel
 
***
Restaurant-Erlebnisse für das Buch:
"Eingedeckt, aufgetischt, abkassiert"
 
Rubrik: Der Gast im Paradies
 
Himmlische Erlebnisse in ganz irdischen Restaurants:
 
HORCHER, Madrid

Eine meiner vollkommensten gastronomischen Erfahrungen habe ich in
Madrid erlebt. Mein Reisebudget für eine Woche hatte ich so aufgeteilt,
dass ich in einem ganz einfachen Hostel übernachtet habe (Wände dünn
wie Pergamentpapier und ein überdimensional großes Bett in einem
Raum, der kaum größer war als die Schlafstätte. Direkt hinter der
Bettkante gab es eine Stufe zum Badezimmer, an der ich mir jeden
Morgen und Abend die Zehen gestoßen habe. Auch das Badezimmer
war speziell, mit einer Wanne direkt hinter der Stufe, über die ich immer
wieder stolperte. Der super niedrige Preis aber war jeden blauen Flecken wert).
 
Als Ausgleich für das schlichte Ambiente hatte ich meine schönsten
Kleider mitgenommen, wollte ich doch dem beeindruckend guten Ruf der
madrilenischen Restaurants eine angemessene Haltung entgegen
bringen. So begab ich mich jeden Abend sehr elegant gestylt in die
vorzüglichsten Restaurants und alle meine sündhaft teuren Kenzo-,
Romeo Gigli- und Montana-Outfits wurden endlich mal wieder
ausgeführt. (In meiner Wohnstadt Bremen wird man verschmäht, wenn
man einen anderen Look als unscheinbar trägt).
 
Am letzten Tag vor meiner Abreise schlenderte ich um die Mittagszeit
herum etwas ziellos die Calle de Alfonso XII entlang und stand plötzlich
und ganz unerwartet vor dem legendären HORCHER. Mein persönlicher
Chic zu dieser Lunch-Zeit war verheerenderweise jedoch eine Mischung
aus Holzfäller und betagter Großmutter.
 
Karierte Boots, die ohne die derbe Sohle auch als
Pantoffeln durchgegangen wären, grobe Strumpfhose, ein rustikaler
Rock, irgendein unfeiner Pullover, darüber eine schlichte komplett
unscheinbare Strickjacke. Da ich meine Chancen aber nutze, wenn ich
sie glaube zu erkennen , und das dann auch ohne jedes wenn und aber,
trottete ich so wie ich aussah, in dieses Luxus-Lokal.
 
Über das
HORCHER hatte ich Lobeshymnen gelesen und wusste deshalb, dass
dieses Restaurante desde 1904 regelmäßig zu den besten Adressen
Spaniens gewählt wird.
 
Der Empfang meiner seltsamen Erscheinung war ausgesprochen
freundlich. Ich wurde an einen sehr schönen Tisch gebeten und war
mittendrin im spanischen Mittagsgeschehen. An allen anderen Tischen
saßen ausschließlich spanische Herren. Señores, die temperamentvoll
und gestenreich miteinander fabulierten.
 
Um selbst etwas lockerer zu werden (mein dämliches Outfit bereitete mir
durchaus Verzweiflung) wählte ich als Aperitivo zunächst einen Cava,
der in sehr großzügiger Portion ausgeschenkt wurde und mit dem ich
meine Selbstzweifel vorhatte zu ertränken. Doch kaum hatte ich mich
halbwegs akklimatisiert und meine rosarote Brille meinen eigenen
Anblick betreffend aufgesetzt, war mir nach einer ganzen Flasche Cava
auf ex, denn (jetzt kommt's!) den Damen wird im HORCHER ein
seidiges Fußkissen unter die zarten Füßlein und Schühchen geschoben,
damit die Senorita hoheitsvoller dasitzen kann.
 
Können Sie sich vorstellen, wie ich mich mit meinen Nick Knatterton-
Boots fühlte, die plötzlich auf einem kleinen eleganten Prinzessinnenkissen
ruhten und diese auch noch aufgrund ihrer hässlichen Ausmaße,
komplett überragten? Genau so. Aber Kneifen gehört nicht zu dem
Repertoire meiner Handlungsmöglichkeiten und so wählte ich also
nichtsdestotrotz mein Mittagsmenü und tat ansonsten so als sei ich
unsichtbar.
 
Meine diesbezüglichen Versuche, optisch einfach Luft zu sein, waren
nicht wirklich erfolgreich, denn immer dann, wenn ich die elegante
servicios damas besuchte (wer viel trinkt, der muss auch viel laufen),
kam eine Dame hinter mir her, die doch tatsächlich gleich wieder alles
sauber wedelte was ich benutzt hatte und mein gebrauchtes
Gästehandtuch sofort entsorgte. Es ging zu wie in einem prächtigen
Schloss, nur dass ich so aussah als sei ich der Gärtner.
 
Ich bin dann reichlich beschwipst von meiner delikaten comida principal
(Mittagsmahlzeit) von dannen gezogen. Meine wundervollen Gastgeber
hatten mich nicht nur verwirrt mit all ihren königlichen Attitüden, sondern
auch unverhältnismäßig verwöhnt: "Sie sollen doch unser Haus
glücklich verlassen", gaben Sie mir zum Abschied als Begründung für
ihre Sonderbehandlung mit auf meinen Weg, und deshalb hatte man mir
zuvor zwei Stunden lang von dem erfrischenden Cava ohne Unterlass
nachgeschenkt (und nur ein einziges Glas berechnet). SALUD !
 
Um diesen meinen letzten Tag in Madrid voll auszunutzen und um den
Bediensteten im HORCHER zu zeigen, dass ich auch anziehender als
ein wunderlicher Waldschrat aussehen kann, besorgte ich mir gleich
noch eine Reservierung für den Abend. Ich hatte vor, wieder zu
kommen. Und einen eindeutig besseren Eindruck zu hinterlassen.
 
Der Abend, sechseinhalb Stunden später, entwickelt sich dann traumhaft
schön. Ich befand mich mitten in einem Theaterstück. Die ganz
große Oper wurde gegeben. Die Herren mit stolzer Schärpe, ihre
Abgebetete mit großem Dekollete und funkelndem Schmuck, der einen
beinahe erblinden ließ. Es wurde geflirtet und gegockelt, Testosteron
lag reichlich in der Luft und ebenso viel schweres sinnliches Parfum, es
war herrlich. Alle Gäste in großen Roben (selbst ich. hüstl).
 
An einem Tisch mir gleich vis-a-vis sitzen sieben reizende ältere
Herrschaften zwischen geschätzten 60 und
70 Jahren. Drei Herren und vier Damen. Auch zwischen ihnen geht es
höchst lebendig zu und auch bei ihnen knistert es gehörig in ihrer feinen
Runde.
Als eine der Ladies aufsteht um sich zu den Waschräumen zu begeben,
müssen sich auch ihre Freundinnen erheben. Und was entdecke ich da?
Die Röcke der Damen sind durch die Bewegung alle etwas nach oben
gerutscht – sie alle tragen halterlose Strümpfe und Strapse. Wow.
Das nenne ich Leben.
 
Ach so – Sie wollen wissen, wie mein abendliches Menü war? Ganz
wunderbar. Raffiniert und lecker. Kompositorische Augenweiden. Weine,
in denen ich hätte baden mögen. Doch wirklich ins Gedächtnis
eingebrannt haben sich mir die erotischen und lebenslustigen Momente
an allen Tischen, zwischen den Paaren und vor allem an dem Tisch mit
den lebendigen spanischen Pensionistas.
 
(o.k.: auch mein Fußkissen aus Seide werde ich naturalmente niemals
vergessen und meine Nick Knatterton-Boots habe ich nach dieser Reise
auch ganz schnell entsorgt!)
 
© Silke Samel
 
(Paradies 2)
Ku'Damm 195, Berlin
 
Kein Liebeskummer war jemals so schmerzlich wie meine
Entzugserscheinungen als ich nicht mehr regelmäßig meine Curry-
Boulette mit extrascharfer Soße am Currywurststand Ku'damm 195
essen konnte. Ich ahnte zwar, dass ich auf einiges Lebenswichtige
würde verzichten müssen als ich weg von Berlin hin nach Bremen zog
(Schaubühne, Deutsches Theater, drei Opernhäuser, meinen
Liebhaber..) aber als ich realisierte, dass es hier überall nur trockene
Bratwürste zu essen gibt serviert an muffigem Senf, der an einmal zu oft
getragene Socken erinnert, und keine einzige anständige Currywurst mit
selbst gemachter Currysoße, da war ich todtraurig. In Bremen kommt
der Ketchup völlig stil- und geschmacklos aus eingeschweißten Tütchen
oder aus diesen 0815-Flaschen, die nach Chemie, Zusatzstoffen und zu
viel Zucker schmecken auf die Wurst (und Currybouletten sind sogar
völlig unbekannt). Eigentlich dachte ich ja immer, wenn man eine
Imbissbude aufmacht, dann macht man zuvor eine Pilgerreise zu den
besten des Landes, um sich einiges abzuschauen. Weit gefehlt. Es kann
kein einziger Bremer jemals bei Konnopke oder eben am Ku'damm 195
gewesen sein: er hätte sich inspirieren lassen müssen.
 
Die Bremer Realität sieht so zum Beispiel so aus: Am Hauptbahnhof bestelle ich mir
eine Portion Pommes. Als reichlich Rauch aufzieht fragt eine der
Diensthabenden ihre Kolleginnen " wessen Pommes verbrennen da
gerade?" Es waren meine. Und sie werden mir auch noch überreicht.
Dabei ziert jede einzelne der böse verhutzelten Kartoffelspalten das
Antlitz einer etwa hundertjährigen kaukasischen Marktfrau. Na, prima!
 
Zurück in die Hauptstadt.
Der Imbiss am Kurfürstendamm Ecke Bleibtreustraße ist übrigens nicht
nur kulinarisch eine Offenbarung, er ist auch noch ein wahrhaftiger
Schmelztiegel. Hier ist man im Pelz ebenso passend gekleidet wie im
Blaumann. Und nirgendwo sonst treffe ich nachts um halb drei
unvermittelt einen Ex, der zwischenzeitlich in Hollywood lebt, aber
gerade in Berlin zu tun hat. Und der selbstverständlich dahin geht, wo
die Wurst und vor allem eben die Soße, diese den Gaumen kitzelnde,
ach so herrliche rote dickcremige Tunke, die so unvergleichlich
aromatisch und feurig ist, welche die Lebensgeister weckt, den Kreislauf
anregt sowie Glückshormone produziert und die Seele einfach
schaukelt. Dass es hier zu den Pommes oder dem Schaschlik auch
Champagner gibt, oder auch frisch gepressten Orangensaft, ist gar nicht
das Entscheidende. Das Beste sind neben der ausgesprochen
populären Soße "extrascharf" die immer entspannten und freundlichen
Menschen hinter dem Tresen, das kunterbunte Publikum davor und die
gästefreundlichen Öffnungszeiten. Es gibt für mich kein schöneres
Frühstück nach einer durchgetanzten Techno-Nacht im Clubtempel
Berghain als eines am Ku'Damm 195 um 5h früh. Wie glücklich ich
immer bin, wenn ich zwischen Abtanzen und Abschminken noch schnell
eine Curryboulette bekommen kann. Dann fühle ich mich dem Paradies
schon sehr nahe.
 
Ich liebe auch die Feiertage. Ob Heiligabend oder
Silvester, vor den großen Gala-Menüs nimmt man in Berlin hier gerne
noch schnell ein besonders gutes Häppchen zu sich. Die Schlange ab
der kudammschen Hausnummer 195 windet sich fast einmal um den
ganzen Block. Da stehen die Damen schon im Festtagsgewand, in der
Kälte mit ihren leichten eleganten Pumps, die Herren im Kaschmirmantel
und einem schönen Tuch um den Hals und eine Currywurst in der Hand.
Serviert wird hier ja auf Porzellantellern. Das korrespondiert mit den
Seidenschals ganz prima.
 
Als ich dann plötzlich drei Stunden Fahrzeit von meinem Paradies
entfernt wohnte, habe ich zu Beginn meines norddeutschen Exils
bestimmt einmal in der Woche geheult vor lauter Sehnsucht nach
meiner mich stimulierenden Lieblingssoße und meinem verlässlichen,
immer gut frequentierten und lebendigen Lieblingsimbiss, bei dem ich
auch meiner voyeuristischen Neigung dem people watching jederzeit
nachgehen konnte.
Dass man in Bremen niemals rein zufällig mitten in der Nacht seine alten
Liebhaber aus Hollywood an einer Würstchenbude wieder trifft, das
allein hätte ich ja noch verkraften können. Der Verlust einer wirklich
feinen Imbisskultur aber schmerzt mehr.
 
© Silke Samel
 

aktuell: Interview in
http://www.successity.de

 

 

 

 

***
Silke Samel
 
Moderationen Präsentationen Coaching
 
Kommunikationstraining Konfliktmanagement Teamcoaching
 
Beratung und Begleitung von Umstrukturierungen in Unternehmen

 
some facts
 

* Geb. in Wuppertal
 
* Gesangsausbildung als Schülerin, Auftritte im Wuppertaler Opernhaus in
den Opern Carmen, Wildschütz, Königskinder / Musicalproduktionen für den
WDR/jüngstes Mitglied im Wuppertaler Kammerchor
 
* Leistungssport Rhytmische Sportgymnastik
 
* Abitur
 
* FU Berlin, Magisterstudium Germanistik, Publizistik, Theaterwissenschaften,
Philosophie
 
* daneben Klass. Tanzausbildung an der Ballettakademie Berlin
 
* Mitglied in deutsch-amerikanischen Modern-Dance-Groups, Auftritte in der
alten Berliner Schaubühne, Berliner Theatern, Spielfilmproduktionen
 
* Senior Event Director für Eventagentur Model & Personality Studio Berlin ,
Moderation von Modenschauen, Ausstellungen, Galas, Firmenevents,
Messen (1984 – 1990)
 
* Freie Feste Mitarbeit als Reporterin, Kommentatorin, Redakteurin beim
Sender Freies Berlin (1982 - 1993)
 
* ARD-Redakteurin Olympische Sommerspiele Seoul
 
* ARD-Redakteurin Olympische Sommerspiele Barcelona
 
* ARD-Redakteurin Olympische Sommerspiele Atlanta
 
* ARD-Redakteurin Olympische Sommerspiele Sydney
 
* ARD-Redakteurin Olympische Winterspiele Salt Lake City
 
* ARD/Radio Bremen Fernsehen: Moderatorin, Kommentatorin, Reporterin,
Redakteurin, Filmemacherin, stellvertr. Abteilungsleiterin
(seit 1993)
 
* ARD-Redakteurin Fußball-Länderspiele, Fußball-
Europapokalspiele, Leichtathletik-Weltmeisterschaften etc.
 
* Gleichstellungsbeauftragte ARD/Radio Bremen
(1996 – 2000)
 
* Organisation, Durchführung, Moderation des internationalen
Medienfrauenkongress ARD/ZDF/ORF 1999 Bremen

 
* Moderation internationaler Wirtschaftskongresse, Podiumsdiskussionen u.a.
für Deutsche Lufthansa, Forum Frauen in der Wirtschaft
 
* Leitung von Workshops, Trainings, Seminaren. Kommunikationstraining,
Führungsverhalten, Teamzusammenführung, Teamcoaching.
Kamera-Training
(seit 1996)
 
* ARD-Kommentatorin: ARD-Mastersgala
Live-Kommentatorin NDR / WDR: WM/EM/DM Formationstanzen
 
* Moderation Sterneköche-Gala-Duelle :
Dieter Müller-Heinz Winkler
Joachim Wissler-Jean-Claude Bourgeuil
Sven Elverfeld-Juan Amador.
Harald Wohlfahrt-Christian Bau
 
* Moderation Parlamentarische Abende
 
* ARD-Redakteurin Tour de France, Olympische Sommerspiele Athen, Winterspiele Turin
 
*

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